Zwischen Fronten. Die deutsch-französische Grenzregion und der Weg in den Zweiten Weltkrieg
معرفی کتاب «Zwischen Fronten. Die deutsch-französische Grenzregion und der Weg in den Zweiten Weltkrieg» نوشتهٔ Johannes Großmann، منتشرشده توسط نشر Konstanz University Press. in Wallstein-Verlag GmbH Verlag und Werbung در سال 2022. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Wie traten die Gesellschaften in Deutschland und Frankreich in den Zweiten Weltkrieg ein? Ein Buch über Kriege im Frieden und Frieden in Kriegszeiten. Die deutsch-französische Grenzregion und der Weg in den Zweiten Weltkrieg Schon lange bevor der erste Schuss fiel, waren die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs für die Zivilbevölkerung in Europa spürbar. Dies galt besonders für die deutsch-französische Grenzregion. Deren Bevölkerung geriet durch den Bau der Maginot-Linie und des Westwalls, die Kriegsvorbereitungen und den Zustrom von Arbeitern und Soldaten wortwörtlich zwischen die Fronten. Im September 1939 wurde die »Rote Zone« zwischen den Festungslinien beiderseits der Grenze fast vollständig von Zivilisten evakuiert. Hunderttausende Menschen fanden Zuflucht in behördlich zugewiesenen Aufnahmegebieten im mitteldeutschen Raum bzw. im Südwesten Frankreichs. Hunderte Kilometer von ihrer Heimat entfernt mussten sie ihr Leben unter schwierigen sozialen und ökonomischen Bedingungen neu organisieren. Die meisten konnten erst nach dem Waffenstillstand vom Juni 1940 zurückkehren. Oft waren ihre Häuser und Wohnungen durch Kampfhandlungen, Witterung, Vandalismus und Plünderung beschädigt. Das Buch rekonstruiert diese bislang kaum bekannte Geschichte im deutsch-französischen Vergleich und bietet dadurch einen völlig neuen Blick auf den Weg zweier Gesellschaften und politischer Systeme in den Krieg. Umschlag Titel Impressum Inhalt Einleitung Thema, Forschungsstand und Forschungsperspektiven Der Kriegsbeginn in der Grenzregion als deutsch-französische Geschichte Ausgangspunkte: Grenzbefestigung, Evakuierung und ›Neuordnung‹ Horizonte: ›Volksgemeinschaft‹, regionaler Eigensinn und Radikalisierung in transnationaler Perspektive Erkenntnisinteresse, Zugang und Aufbau Wege in den Krieg Die soziale Produktion von Raum und Grenzen Aufbau des Buches I. Vorkriege: Die Produktion des ›Grenzlands‹ 1 Gelehrtenkriege und Kriegslehren. ›Grenzland‹-Konzepte seit dem 19. Jahrhundert 1.1 Humangeografie, ›Grenzland‹ und ›Westforschung‹ in Deutschland Von der Humangeografie zur Politischen Geografie Die Grenze als Raum: Das ›Grenzland‹ in Wissenschaft, Publizistik und Politik Wissenskulturen der Niederlage: ›Westforschung‹ und Geopolitik nach dem Ersten Weltkrieg 1.2 ›Géographie humaine‹, Grenzkonzepte und ›Ostforschung‹ in Frankreich Die Anfänge der ›Géographie humaine‹: Lernen vom Gegner und innere Nationsbildung ›Natürliche Grenzen‹ und ›verlorene Provinzen‹: Französische Grenzdiskurse bis zum Ersten Weltkrieg Frankreichs Rückkehr an den Rhein: Vom ›Comité d’études‹ zur ›Annales‹-Schule 1.3 Erfahrungsräume und Erwartungshorizonte für den Krieg der Zukunft Der Erste Weltkrieg als ›totaler‹ und territorialer Krieg Besatzungsregime und ›Befreiungskriege‹: Das ›Grenzland‹ in der Zwischenkriegszeit Friedensfronten? Grenzbefestigung als militärisches und politisches Projekt der Zwischenkriegszeit 2 Maginot-Linie und Westwall. Das ›Grenzland‹ als gelebte Praxis 2.1 Festungsbau als ökonomische Mobilmachung Frankreich: ›Grands travaux‹, Unternehmerkalkül und regionaler Eigensinn Deutschland: Ein Kriegsprojekt in Friedenszeiten zwischen Kommandowirtschaft und Arbeitskräftemangel Mikroökonomische Effekte und Implikationen des Festungsbaus in Frankreich und Deutschland 2.2 Festungsbau als Bedrohung lokaler Lebenswelten Entmündigung: Die Vermessung, Enteignung und Entwertung des Landes Überwältigung: Die Umwälzung des Alltagslebens Verunsicherung: Gefährdung von Leib, Leben und Moral 2.3 Festungsbau als soziales Laboratorium Spionagefurcht und Fremdenhass Arbeitsbedingungen und die Kriminalisierung von Devianz und Defizienz Soziale und kulturelle Betreuung der Westwallarbeiter 3 ›Rote Zonen‹. Das ›Grenzland‹ als Raum der Repräsentation 3.1 Die Grenzprovinzen als ›Schutzschild Frankreichs‹ ›On ne passe pas!‹ Unüberwindbarkeit als Glaubensgrundsatz Die Maginot-Linie als Allegorie einer belagerten Nation Ikonisierung, rituelle Beschwörung und fiktive Schlachten 3.2 Das ›Land am Westwall‹ Der »stählerne, gewaltige Schild an unseren Grenzen«. (Auto-)Suggestion als Strategie und Stilmittel Der Westwall als Produkt und Organ der ›Volksgemeinschaft‹ Der Westwall als Marke und Bühnenbild 3.3 Das ›Grenzland‹ als künftiger Kriegsschauplatz Die Militarisierung der Grenzgebiete und die ersten Räumungspläne in Frankreich und Deutschland ›Grenzwächter‹ und ›Kofferpatrioten‹: Die Sudetenkrise als Testlauf für den Kriegsbeginn Konkretisierung der Evakuierungspläne im Kontext innerer Mobilmachung II. Binnenkriege:Menschen und Räume in Bewegung 4 ›Entleerte Räume‹. Das evakuierte Grenzgebiet als ›Frontier‹ 4.1 Von der ›roten Zone‹ zur ›toten Zone‹ Die Evakuierungen von 1939/40 als erste Massenmigration des Zweiten Weltkriegs Evakuierung von Städten als logistische Herausforderung und sozialer Selektionsprozess Evakuierung des ländlichen Raums als ›Grenzlandschicksal‹ 4.2 Ökologie der Evakuierungsgebiete ›Komische‹ Kriege: Aufmarsch, Grenzgefechte und Unglücksfälle ›No (Wo)Man’s Land‹: Ein vermännlichter Raum mit eigenen Gesetzen und Möglichkeiten ›Wild Life‹: Das Evakuierungsgebiet als Naturreservat und Dystopie 4.3 Ökonomie der Evakuierungsgebiete Ressourcen sichern: Kriegswichtige Betriebe, verlorene Ernten und pflügende Soldaten Kapitalverbrechen: Plünderung, Vandalismus und der Krieg gegen den ›inneren Feind‹ (Un)Moralische Ökonomien: Leben und Überleben im ›Niemandsland‹ 5 ›Beengte Räume‹. Die Transmission des Krieges ins Landesinnere 5.1 Bevölkerungstransfers in Zeiten infrastrukturellen Notstands Kriegslog(ist)iken: Rahmenbedingungen, Organisation und Probleme der Evakuierungstransporte ›Elendszüge‹ und ›Westwallzigeuner‹: Evakuierte auf der Straße ›Verkehrskrisen‹ und ›Höllenfahrten‹: Evakuierung mit der Eisenbahn 5.2 Empfang und Unterbringung der Evakuierten im Landesinneren Zählung, Ankunft und Erstversorgung der Evakuierten in Frankreich Zählung, Ankunft und Erstversorgung der Evakuierten in Deutschland Willkommenskulturen? Die Aufnahme der Evakuierten als staatliche und gesellschaftliche Herausforderung 5.3 Innere Fronten: Evakuierung und Exklusion Überwachen: Ausländer, ›Unerwünschte‹ und die Angst vor der ›fünften Kolonne‹ Ausgrenzen: Evakuierung als Katalysator für Antisemitismus und Antiziganismus Ausmerzen: Die Evakuierung von Kranken, Behinderten und Alten als Weg in die ›Euthanasie‹ 6 Kopräsenz. Leben in der Evakuierungsgesellschaft 6.1 Soziale Topografie der Evakuierungsgesellschaft Eine ungleich verteilte Gesellschaft in ständiger Bewegung Zusammensetzung und Lokalisierung der Evakuierungsgesellschaft Zusammenleben von Evakuierten und Einheimischen zwischen Abgrenzung und Annäherung 6.2 Die Evakuierungsgesellschaft ordnen Frankreich: Kompetenzkonflikte, Doppelregime und ›Public-Private-Partnership‹ Deutschland: ›Prekäre‹ Staatlichkeit, ›Public-Party-Partnership‹ und Ressourcenverknappung Kirchliche Ordnungsversuche zwischen Konfessionalismus, Regionalismus und Antiklerikalismus 6.3 Ökonomien der Evakuierungsgesellschaft Unterhaltszahlungen als politisches Instrument, Konfliktfeld und Belastung des Staatshaushalts Evakuierte Arbeitskraft zwischen Kriegswirtschaft, Unternehmerinteressen und Eigensinn Mikroökonomien der Aufnahmegebiete zwischen Konsumgütermangel und Solidarität III. Kriegs(t)räume:Reproduktionen des ›Grenzlands‹ 7 Dreierlei ›Heimat‹. Identitäten der Evakuierungsgesellschaft 7.1 Vermittelte ›Heimat‹: Brücken ins Grenzgebiet Mittelsmänner: Soldaten, Politiker und Geistliche als Informanten und Symbolfiguren Verbriefte ›Heimat‹: Kontaktpflege und Meinungskontrolle über Post und Presse Heimatliche Heterotopien: Performative und rituelle Präsenz von ›Heimat‹ in der ›Fremde‹ 7.2 Verklärte ›Heimat‹: Ästhetisierungen eines Verlusts Deutschland: Nationalsozialisten und Priester als ›Heimat‹-Pfleger Frankreich: Versöhnung von ›Grande patrie‹ und ›Petite patrie‹ im Zeichen des Krieges ›Heimat‹-Dichtung als Kulturtechnik und Traumatherapie 7.3 Verkehrte ›Heimat‹? Formen und Grenzen der Integration Sterben und geboren werden fern der ›Heimat‹ Die ›Kriegsheimat‹ bereisen, erschließen und in Besitz nehmen Auf dem Weg in eine ›neue Heimat‹? Integration, Akkulturation und Assimilation 8 ›Neuordnung‹. Heimkehr und ›Wiederaufbau‹ im Krieg 8.1 Die Schlacht um Frankreich und der Krieg in der Grenzregion Bewegungskrieg? Der deutsche ›Westfeldzug‹ und der Topos des ›Exode‹ Rückzug? Kampfhandlungen und Kriegszerstörungen in der evakuierten Grenzregion Triumphzug? Die Grenzregion in der deutschen Siegespropaganda 8.2 Die selektive Heimkehr der Evakuierten ›Instandsetzung‹ und ›Wiederbesiedlung‹ der evakuierten Grenzregion in Deutschland Die Heimkehr der evakuierten Elsässer und Mosellaner als Aufnahme in die ›Volksgemeinschaft‹? Verbliebene, Vergessene, Vertriebene und Verfolgte in Deutschland und Frankreich 8.3 ›Wiederaufbau‹ in der ›Westmark‹ und am ›Oberrhein‹ Einheit der ›Grenzlande‹? Die projektierten Reichsgaue ›Westmark‹ und ›Oberrhein‹ Desarmierung, Entschädigung und die Anfänge des ›Wiederaufbaus‹ ›Wiederaufbau‹ als räumliche und sozioökonomische ›Neuordnung‹ 9 Unordentliche Erinnerungen. Zeit(ge)schichten des ›Grenzlands‹ 9.1 Kriegsnarrative: Prägung und Überprägung der Erinnerung bis 1945 ›Freigemachtes Grenzland‹: Den Kriegsbeginn dokumentieren und erzählen in Deutschland ›Elsässische Flüchtlingsnot‹: Den Kriesgbeginn dokumentieren und erzählen in Frankreich Reenactment? Die Rearmierung des Westwalls, die zweite Evakuierung und das Kriegsende 1944/45 9.2 Erinnerungen ohne Ort? Vergegenwärtigungen der Evakuierung seit 1945 Explizite, implizite und ritualisierte Vergegenwärtigung in Frankreich Implizite, explizite und ritualisierte Vergegenwärtigung in Deutschland Von der getrennten zur grenzüberschreitenden Vergegenwärtigung? 9.3 Orte ohne Erinnerung? Der Umgang mit den Festungsbauten seit 1945 Frankreich: Von der Rearmierung zur Musealisierung der Maginot-Linie Deutschland: Vom Abriss zum ›Grünen Wall im Westen‹ Ungleiche Paare: Musealisierung und Historisierung in transnationaler Perspektive Schlussbetrachtungen NS-Staat und französische Dritte Republik im transnationalen Vergleich Grenzräume und die Grenzen der Nation Pfadabhängigkeiten und Lerneffekte, Brüche und Kontinuitäten Jenseits von Krieg und Frieden Archivquellen und Internetressourcen Archive in Deutschland Archive in Frankreich Internetressourcen Gedruckte Quellen und Literatur Zeitungen und Magazine Quelleneditionen und Quellenkompendien Zeitgenössisches Schrifttum Memoiren, Tagebücher und Belletristik Ortschroniken, Gedenkbücher, Ausstellungskataloge und Reiseführer Sekundärliteratur Dank Verzeichnisse Abkürzungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Personenregister Ortsregister Wie traten die Gesellschaften in Deutschland und Frankreich in den Zweiten Weltkrieg ein? Ein Buch über Kriege im Frieden und Frieden in Kriegszeiten.00Die deutsch-französische Grenzregion und der Weg in den Zweiten Weltkrieg0Schon lange bevor der erste Schuss fiel, waren die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs für die Zivilbevölkerung in Europa spürbar. Dies galt besonders für die deutsch-französische Grenzregion. Deren Bevölkerung geriet durch den Bau der Maginot-Linie und des Westwalls, die Kriegsvorbereitungen und den Zustrom von Arbeitern und Soldaten wortwörtlich zwischen die Fronten. Im September 1939 wurde die ?Rote Zone± zwischen den Festungslinien beiderseits der Grenze fast vollständig von Zivilisten evakuiert. Hunderttausende Menschen fanden Zuflucht in behördlich zugewiesenen Aufnahmegebieten im mitteldeutschen Raum bzw. im Südwesten Frankreichs. Hunderte Kilometer von ihrer Heimat entfernt mussten sie ihr Leben unter schwierigen sozialen und ökonomischen Bedingungen neu organisieren. Die meisten konnten erst nach dem Waffenstillstand vom Juni 1940 zurückkehren. Oft waren ihre Häuser und Wohnungen durch Kampfhandlungen, Witterung, Vandalismus und Plünderung beschädigt. Das Buch rekonstruiert diese bislang kaum bekannte Geschichte im deutsch-französischen Vergleich und bietet dadurch einen völlig neuen Blick auf den Weg zweier Gesellschaften und politischer Systeme in den Krieg
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