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Zählen : Semantische und praxeologische Studien zum numerischen Wissen im Mittelalter

معرفی کتاب «Zählen : Semantische und praxeologische Studien zum numerischen Wissen im Mittelalter» نوشتهٔ Moritz Wedell در سال 2011. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Die Verwendung des Worts zeln ist dominant durch seine pragmatische Funktion geprägt: zeln, das ist zuallererst das emphatische und öffentliche Zuschreiben von Rang und Amt, von Schönheit, Tapferkeit, Freiheit usw. Zeln ist zunächst immer ein Akt der Mitteilung in der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Die Kerbholzüberlieferung, das materiell-notationale Komplement des sprachlichen Zählens, wird zum Zweck der Überprüfung und Perspektivierung der Ergebnisse erstmals vollständig gesichtet und analysiert. Auch das Gelingen der kerbholzbasierten Kommunikation ist immer an soziale Situationen gebunden. Kein Kerbholz zählt ohne die Gegenwart derer, deren Besitz es markiert. In seiner pragmatischen Situierung schließt der Kerbholzgebrauch an den Sprachgebrauch an. Auf formaler Ebene wird die schrittweise Einwanderung der Kerbholznotation in die pragmatischen Schriftlichkeit gezeigt, insbesondere die Ausbildung einer nichtgelehrten Praxis der Operationalisierung. Insgesamt eröffnet die Studie einen analytischen Zugang zu Analogien sozialer und ökonomischer Wertigkeit. Ziel des Buches ist es, das Forschungsparadigma einer Geschichte des numerischen Wissens im Mittelalter theoretisch zu entwerfen und in einer Fallstudie zu erproben. Im Kern zielt die Studie auf das vormoderne Verhältnis von Rede und Zahl, von diskursiven und quantifizierenden Aussagen in der semioralen Kultur des mittelalterlichen Europa. Die Grundthese wird etymologisch verankert und in einem wortgeschichtlichen Überblick exponiert. Vor diesem Hintergrund macht eine Untersuchung des wortgeschichtlichen Materials aus dem 10.-14. Jahrhundert deutlich, dass die Bedeutung von zeln je nach Kontext in einem semantischen Kontinuum zwischen quantitativen und diskursiven Verwendungsweisen verortet werden kann. Vorwort / Dank . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 I. Fragen und Forschungen zur Geschichte des numerischen Wissens im Mittelalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 1. Forschungslage I: Fallstudien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 1.1 Blinde Flecken: Geschichtserzählungen und Zahlgeschichten . . 18 1.1.1 Geschichtserzählungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 1.1.2 Zahlgeschichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 1.2 Exemplarische Studien zur Historisierung des Zahlgebrauchs . 22 1.2.1 Philosophische Reflexionen . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 1.2.2 Literarische Einbindungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 1.2.3 Ökonomische Formatierungen . . . . . . . . . . . . . . . 41 1.2.4 Sprachliche Instanziierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 1.3 Resümee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 1.3.1 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 1.3.2 Offene Fragen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 2. Forschungslage II: Methodische Voraussetzungen . . . . . . . . . . 70 2.1 Kulturtechnische Öffnung der Philologie . . . . . . . . . . . . . 70 2.1.1 Oralität und Literalität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 2.1.2 Von der philologischen Mediengeschichte zur Kulturtechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 2.1.3 Oralität – Literalität – Numeralität . . . . . . . . . . . . . 72 2.2 Mathematikgeschichtliche Öffnung der Informationsgeschichte 73 2.2.1 ›Gemeine Sprache‹ – ›gemeine Zahl‹ in der frühen Neuzeit? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 2.2.2 Grenzen der Übertragung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 2.2.3 Vor der Normierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 2.3 Sachgeschichtliche Öffnung der historischen Semantik . . . . . 79 2.3.1 Linguistische Transparenz und Entsprachlichungsvorwurf 80 2.3.2 Zur Rephilologisierung der historischen Semantik . . . . 81 2.3.3 Ein historisch-philologischer Neueinsatz in drei Thesen . 83 3. Begriffliche Integration des Arbeitsfeldes und Konzeption des Darstellungsteils . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87 3.1 Kulturtechniken: operational – operativ – operal . . . . . . . . 87 3.2 Maximen für eine Geschichte des numerischen Wissens im Mittelalter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 3.3 Vorhaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93 3.3.1 Fokussierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93 3.3.2 Gliederung des Darstellungsteils . . . . . . . . . . . . . . . 93 II. zeigen – zählen – erzählen. Wortgeschichte im kulturtechnischen Horizont . . . . . . . . . . . . . 97 1. Was bedeutet Zahl ursprünglich? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97 1.1 Kluge/Seebold: Die ›Kerbholz-Theorie‹ . . . . . . . . . . . . . . 98 1.2 Paul/Henne: Die ›Verzweigungs-Theorie‹ . . . . . . . . . . . . . 102 1.3 Grimm/Heyne: Die ›Parallelentwicklungs-Theorie‹ . . . . . . . 103 2. Zwischenbilanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 3. Ein alternatives Modell für die Bedeutungsentwicklung . . . . . . . 109 3.1 Vulgärlateinisch taliare: »die einfachste form, zählungen für das auge festzuhalten« . . . . . . . . . . . . . . . 109 3.2 Althochdeutsch zala: Operationale Verfahren schieben sich zwischen zählen und erzählen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 3.3 Frühneuzeitliche Zyffer tzale: Eine mathematische Metasprache besetzt den Zahlbegriff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 4. Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121 III. erzählen – zählen – zusprechen. Die Bedeutungsvariation von mhd. zal und zeln . . . . . . . . . . . . . 123 1. Was heißt zal im Mittelhochdeutschen? Polarität vs. Kontinuität der Bedeutungsvariation . . . . . . . . . . 126 1.1 Das »Mittelhochdeutsche Wörterbuch« von G. F. Benecke, W. Müller und F. Zarncke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 1.1.1 Zur Architektur des »Mittelhochdeutschen Wörterbuchs« . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 1.1.2 Das Lemma zal im »Benecke/Müller/Zarncke« . . . . . . 127 1.1.3 Kritik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130 1.2 Das »Mittelhochdeutsche Handwörterbuch« von Matthias Lexer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132 1.2.1 Zur Architektur des »Mittelhochdeutschen Handwörterbuchs« . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132 1.2.2 Das Lemma zal im »Lexer« . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133 1.2.3 Kritik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137 1.3 Zwischenresümee und offene Fragen . . . . . . . . . . . . . . . 138 2. Die Einbeziehung von Kontrollkorpora . . . . . . . . . . . . . . . . 140 2.1 Zum Stand der mittelhochdeutschen Lexikographie . . . . . . . 140 2.2 Die Leistung der Kontrollkorpora . . . . . . . . . . . . . . . . . 142 2.2.1 Das »Bochumer Mittelhochdeutsch Korpus« . . . . . . . 142 2.2.2 Das Korpus des »Wörterbuchs der mittelhochdeutschen Urkundensprache« . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144 2.2.3 Perspektivierung der Thesen von Wilhelm Müller und Matthias Lexer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 145 2.3 Was bedeutet zal im Mittelhochdeutschen? Ergebnisse . . . . . 149 2.3.1 Textsortenspezifische Verwendung . . . . . . . . . . . . . 149 2.3.2 Pragmatische Situation und semantische Differenzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149 2.3.3 Zusammenfassung und Schlussfolgerung . . . . . . . . . 153 3. Was heißt zeln im Mittelhochdeutschen? . . . . . . . . . . . . . . . 154 3.1 Die Artikelstrukturen im »Benecke/Müller/Zarncke« und im »Lexer« . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154 3.2 Auswertung der Belege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155 3.2.1 Quantifizieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 156 3.2.2 Mitteilen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157 3.2.3 Zuschreiben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161 3.3 Zusammenfassung und Einordnung . . . . . . . . . . . . . . . . 165 3.3.1 Semantik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 165 3.3.2 Syntax . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167 3.3.3 Pragmatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168 3.3.4 zeln im Sinnbezirk des kommunikativen Handelns . . . . 169 3.3.5 Zur Medialität der Zahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179 IV. Zuteilen – zählen – zahlen. Legitimation und Operationalisierung von Kerbholznotationen . . . . 183 1. Philologischer und archäologischer Befund . . . . . . . . . . . . . . 184 1.1 Wie spricht man über das Zählen auf Kerbhölzern? . . . . . . . 184 1.1.1 Bezeichnungen und Funktionsspektrum von Kerbhölzern im Spätmittelalter . . . . . . . . . . . . . 185 1.1.2 Bezeichnung und Zeichentypus von Kerbreihen . . . . . 189 1.2 Die Gestalt der überlieferten Objekte . . . . . . . . . . . . . . . 193 1.2.1 Früheste Kerbhölzer aus der Bronzezeit . . . . . . . . . . 194 1.2.2 Mittelalterliche Kerbhölzer 800 bis 1400 . . . . . . . . . . 197 1.2.3 Englische exchequer tallies und spätere kontinentaleuropäische Kerbholztypen . . . . . . . . . . . 212 1.3 Zeichen jenseits der Differenz von Bild, Schrift und Ziffer . . . 215 1.3.1 Die formalen Verwandten im Manuskript . . . . . . . . . 215 1.3.2 Die funktional und formal verwandten Zeichen auf Objekten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 219 1.4 Zusammenfassung und Einordnung in die Forschung . . . . . . 235 1.4.1 exchequer tallies . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 236 1.4.2 Holzurkunden der Schweiz . . . . . . . . . . . . . . . . . . 237 1.4.3 »Une enquête sur la taille« . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239 1.4.4 Neuere Beiträge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241 2. How to do things with notches . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242 2.1 Modalitäten der Güterübertragung zwischen Kult und Kode . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242 2.1.1 Eigentum übertragen: die festuca notata . . . . . . . . . . 245 2.1.2 Das Verblassen des Sakraments: Andreas Heuslers Theorie zur Genese des Kerbholzes . . 248 2.1.3 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 256 2.2 Zählungen operativieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 259 2.2.1 Vom Zuteilen zum Zählen: das Tennenbacher Güterbuch . 265 2.2.2 Vom Zählen zum Zahlen: Kerbhölzer im Nord- und Ostseehandel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267 2.2.3 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277 2.3 Zählungen autorisieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 278 2.3.1 Die Kodierung der exchequer tallies . . . . . . . . . . . . . 279 2.3.2 Die Geltung kultisch erneuern . . . . . . . . . . . . . . . 283 2.3.3 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287 3. Kerbhölzer als protoschriftliche Medien und die Anfänge der Operationalisierung im Bereich der Mündlichkeit . . . . . . . . 288 3.1 Schriftzeichen vs. Kerbzeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 289 3.2 Kerben schreiben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 296 3.3 Integration von Wort- und Sachgeschichte . . . . . . . . . . . . 301 Schluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 305 Ergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 305 Offene Fragen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 307 Bibliographie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 314 Handschriften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 314 Textausgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 315 Forschungsliteratur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 325 Abbildungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 356 Personen-, Sach- und Wortindex . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 359 Cover 1 Title Page 4 Copyright 5 Table of Contents 6 Body 12 Vorwort / Dank 12 Einleitung 14 I. Fragen und Forschungen zur Geschichte des numerischen Wissens im Mittelalter 18 1. Forschungslage I: Fallstudien 18 1.1 Blinde Flecken: Geschichtserzählungen und Zahlgeschichten 19 1.1.1 Geschichtserzählungen 19 1.1.2 Zahlgeschichten 21 1.2 Exemplarische Studien zur Historisierung des Zahlgebrauchs 23 1.2.1 Philosophische Reflexionen 25 1.2.2 Literarische Einbindungen 31 1.2.3 Ökonomische Formatierungen 42 1.2.4 Sprachliche Instanziierung 56 1.3 Resümee 63 1.3.1 Zusammenfassung 63 1.3.2 Offene Fragen 66 2. Forschungslage II: Methodische Voraussetzungen 71 2.1 Kulturtechnische Öffnung der Philologie 71 2.1.1 Oralität und Literalität 71 2.1.2 Von der philologischen Mediengeschichte zur Kulturtechnik 72 2.1.3 Oralität – Literalität – Numeralität 73 2.2 Mathematikgeschichtliche Öffnung der Informationsgeschichte 74 2.2.1 ›Gemeine Sprache‹ – ›gemeine Zahl‹ in der frühen Neuzeit? 75 2.2.2 Grenzen der Übertragung 76 2.2.3 Vor der Normierung 78 2.3 Sachgeschichtliche Öffnung der historischen Semantik 80 2.3.1 Linguistische Transparenz und Entsprachlichungsvorwurf 81 2.3.2 Zur Rephilologisierung der historischen Semantik 82 2.3.3 Ein historisch-philologischer Neueinsatz in drei Thesen 84 3. Begriffliche Integration des Arbeitsfeldes und Konzeption des Darstellungsteils 88 3.1 Kulturtechniken: operational – operativ – operal 88 3.2 Maximen für eine Geschichte des numerischen Wissens im Mittelalter 92 3.3 Vorhaben 94 3.3.1 Fokussierung 94 3.3.2 Gliederung des Darstellungsteils 94 II. zeigen – zählen – erzählen. Wortgeschichte im kulturtechnischen Horizont 98 1. Was bedeutet Zahl ursprünglich? 98 1.1 Kluge/Seebold: Die ›Kerbholz-Theorie‹ 99 1.2 Paul/Henne: Die ›Verzweigungs-Theorie‹ 103 1.3 Grimm/Heyne: Die ›Parallelentwicklungs-Theorie‹ 104 2. Zwischenbilanz 108 3. Ein alternatives Modell für die Bedeutungsentwicklung 110 3.1 Vulgärlateinisch taliare: »die einfachste form, zählungen für das auge festzuhalten« 110 3.2 Althochdeutsch zala: Operationale Verfahren schieben sich zwischen zählen und erzählen 116 3.3 Frühneuzeitliche Zyffer tzale: Eine mathematische Metasprache besetzt den Zahlbegriff 120 4. Zusammenfassung 122 III. erzählen – zählen – zusprechen. Die Bedeutungsvariation von mhd. zal und zeln 124 1. Was heißt zal im Mittelhochdeutschen? Polarität vs. Kontinuität der Bedeutungsvariation 127 1.1 Das »Mittelhochdeutsche Wörterbuch« von G. F. Benecke, W. Müller und F. Zarncke 127 1.1.1 Zur Architektur des »Mittelhochdeutschen Wörterbuchs« 127 1.1.2 Das Lemma zal im »Benecke/Müller/Zarncke« 128 1.1.3 Kritik 131 1.2 Das »Mittelhochdeutsche Handwörterbuch« von Matthias Lexer 133 1.2.1 Zur Architektur des »Mittelhochdeutschen Handwörterbuchs« 133 1.2.2 Das Lemma zal im »Lexer« 134 1.2.3 Kritik 138 1.3 Zwischenresümee und offene Fragen 139 2. Die Einbeziehung von Kontrollkorpora 141 2.1 Zum Stand der mittelhochdeutschen Lexikographie 141 2.2 Die Leistung der Kontrollkorpora 143 2.2.1 Das »Bochumer Mittelhochdeutsch Korpus« 143 2.2.2 Das Korpus des »Wörterbuchs der mittelhochdeutschen Urkundensprache« 145 2.2.3 Perspektivierung der Thesen von Wilhelm Müller und Matthias Lexer 146 2.3 Was bedeutet zal im Mittelhochdeutschen? Ergebnisse 150 2.3.1 Textsortenspezifische Verwendung 150 2.3.2 Pragmatische Situation und semantische Differenzierung 150 2.3.3 Zusammenfassung und Schlussfolgerung 154 3. Was heißt zeln im Mittelhochdeutschen? 155 3.1 Die Artikelstrukturen im »Benecke/Müller/Zarncke« und im »Lexer« 155 3.2 Auswertung der Belege 156 3.2.1 Quantifizieren 157 3.2.2 Mitteilen 158 3.2.3 Zuschreiben 162 3.3 Zusammenfassung und Einordnung 166 3.3.1 Semantik 166 3.3.2 Syntax 168 3.3.3 Pragmatik 169 3.3.4 zeln im Sinnbezirk des kommunikativen Handelns 170 3.3.5 Zur Medialität der Zahl 180 IV. Zuteilen – zählen – zahlen. Legitimation und Operationalisierung von Kerbholznotationen 184 1. Philologischer und archäologischer Befund 185 1.1 Wie spricht man über das Zählen auf Kerbhölzern? 185 1.1.1 Bezeichnungen und Funktionsspektrum von Kerbhölzern im Spätmittelalter 186 1.1.2 Bezeichnung und Zeichentypus von Kerbreihen 190 1.2 Die Gestalt der überlieferten Objekte 194 1.2.1 Früheste Kerbhölzer aus der Bronzezeit 195 1.2.2 Mittelalterliche Kerbhölzer 800 bis 1400 198 1.2.3 Englische exchequer tallies und spätere kontinentaleuropäische Kerbholztypen 213 1.3 Zeichen jenseits der Differenz von Bild, Schrift und Ziffer 216 1.3.1 Die formalen Verwandten im Manuskript 216 1.3.2 Die funktional und formal verwandten Zeichen auf Objekten 220 1.4 Zusammenfassung und Einordnung in die Forschung 236 1.4.1 exchequer tallies 237 1.4.2 Holzurkunden der Schweiz 238 1.4.3 »Une enquête sur la taille« 240 1.4.4 Neuere Beiträge 242 2. How to do things with notches 243 2.1 Modalitäten der Güterübertragung zwischen Kult und Kode 243 2.1.1 Eigentum übertragen: die festuca notata 246 2.1.2 Das Verblassen des Sakraments: Andreas Heuslers Theorie zur Genese des Kerbholzes 249 2.1.3 Zusammenfassung 257 2.2 Zählungen operativieren 260 2.2.1 Vom Zuteilen zum Zählen: das Tennenbacher Güterbuch 266 2.2.2 Vom Zählen zum Zahlen: Kerbhölzer im Nord- und Ostseehandel 268 2.2.3 Zusammenfassung 278 2.3 Zählungen autorisieren 279 2.3.1 Die Kodierung der exchequer tallies 280 2.3.2 Die Geltung kultisch erneuern 284 2.3.3 Zusammenfassung 288 3. Kerbhölzer als protoschriftliche Medien und die Anfänge der Operationalisierung im Bereich der Mündlichkeit 289 3.1 Schriftzeichen vs. Kerbzeichen 290 3.2 Kerben schreiben 297 3.3 Integration von Wort- und Sachgeschichte 302 Schluss 306 Ergebnisse 306 Offene Fragen 308 Bibliographie 315 Handschriften 315 Textausgaben 316 Forschungsliteratur 326 Abbildungsverzeichnis 357 Register 360 Back Cover 370 HauptbeschreibungDie Verwendung des Worts zeln ist dominant durch seine pragmatische Funktion geprägt: zeln, das ist zuallererst das emphatische und öffentliche Zuschreiben von Rang und Amt, von Schönheit, Tapferkeit, Freiheit usw. Zeln ist zunächst immer ein Akt der Mitteilung in der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Die Kerbholzüberlieferung, das materiell-notationale Komplement des sprachlichen Zählens, wird zum Zweck der Überprüfung und Perspektivierung der Ergebnisse erstmals vollständig gesichtet und analysiert. Auch das Gelingen der kerbholzbasierten Kommunikation ist immer an s

The use of the word zeln is dominant because of its pragmatic function: Zeln is first and foremost the emphatic and public attribution of distinction, beauty, bravery, freedom etc. Zeln is always an act of direct communication from one person to the other. The act of tallying with notches, the material notation that complements spoken means of counting used to check and relativise the results, is recounted and analysed here. The success of notch-based communication is always dependent on the social situation. A notch is nothing without the presence of those who possess it.

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