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Wissen im Untergrund : Praxis und Politik klandestiner Forschung im besetzten Polen (1939-1945)

معرفی کتاب «Wissen im Untergrund : Praxis und Politik klandestiner Forschung im besetzten Polen (1939-1945)» نوشتهٔ Friedrich Cain; Mohr Siebeck GmbH & Co. KG، منتشرشده توسط نشر Mohr Siebeck GmbH & Company KG در سال 2021. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Wissenschaftliche Forschung ist an spezifische Orte, Zeiten und Praktiken gebunden, die durch unzählige explizite und implizite Regeln eingegrenzt werden. Was aber geschieht, wenn diese Konfigurationen auseinanderbrechen? Friedrich Cain untersucht dies anhand der Forschungen, die polnische Wissenschaftler im Verborgenen durchführten, als das Land im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung stand. Alle polnischen Bildungseinrichtungen und Forschungsstätten wie Schulen, Akademien und Universitäten, aber auch Bibliotheken und Labore wurden geschlossen und blieben 'nur für Deutsche' zugängig, denn ein 'Arbeitervolk', so die Rassentheorien der Besatzungsmacht, brauche keine höheren Kultureinrichtungen. Viele polnische Wissenschaftler wandten sich jedoch gegen die Verbote und versuchten weiter wissenschaftlich zu arbeiten. Neben der Organisation geheimer Seminare im Rahmen sogenannter Untergrunduniversitäten gelang es in nahezu allen Disziplinen klandestin zu forschen. Die Studie folgt soziologischen Untersuchungen einer Gesellschaft unter Besatzungsbedingungen, medizinischen Forschungen zur Hungerkrankheit und zum Fleckfieber sowie der Einrichtung physikalischer Experimentalzusammenhänge in Warschau, Krakau, Lemberg und anderswo. Versteckt in Privatwohnungen, getarnt als offizielle Unternehmen oder an der Schwelle zwischen deutscher Administration und polnischem Untergrund wurden gewohnte Infrastrukturen, also das Arsenal von Geräten, Büchern, Techniken und Tugenden neu organisiert. All dies hatte spezifische epistemologische Auswirkungen, etwa wenn Projekte abgebrochen, neu eingerichtet oder in der 'Laborsituation des Krieges' dynamisiert wurden. Häufig führte dies zur politischen Aufladung wissenschaftlicher Neutralitätsgebote und musste mit den politischen und moralischen Narrativen des polnischen Widerstands in Einklang gebracht werden. Cover Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Einleitung 1 Analytische Zugänge (Praktiken, Materialität, Gesellschaft, Körper, wissenschaftliches Selbst, Politik) 2 Inteligencja, Wissenschaftsforschung und Nation 3 Widerstand, Exil und Untergrund. Zur Verschränkung von Geschichte, Quellen und (Forschungs-)Literatur 4 Material 5 Neue Perspektiven einer Wissenschaftsgeschichte klandestiner Forschung 6 Zu den drei Teilen der Studie Teil I: Soziologien der Okkupation. Zwischen Ausnahmezustand und Labor 1 Soziologie im Feld. Krieg und Okkupation beobachten 1.1 Deutscher Überfall und Verteidigung 1.2 Warschau wird besetzt 1.3 Verschiedene Besatzungen 2 Kognitive Entlastung und mentale Stärkung: (Selbst-)Beobachtung im Schreiben 2.1 Sich verzetteln: Selbsttechniken zur inneren Ordnung 2.2 Die Seele fluten, oder: Schreiben, um zu denken 2.3 Sammeln und Sortieren 2.4 Rückkehr in die »ganz andere Stadt« 3 Leben als ob. Apotheose und Psychopathographie des Untergrunds 3.1 Erzählungen des Untergrunds 3.2 Fiktionalisierung des Lebens 3.3 Psychopathographie und Diagnostik 4 Schreiben über Gesellschaft– Ossowskis Fragen zur Sozialpsychologie 4.1 Zur Geschichte der Texte 4.2 Konstruktionsarbeit– Erste Pläne zur Sozialpsychologie 4.3 Anthropologisierung I 4.4 Sprache und Imagination der Sozialwissenschaften 4.5 Auf dem Theater: Metapher und Leben im besetzten Polen 5 Sozialpsychologie, Architektur und Stadtplanung 5.1 Stanisław Ossowski und die PAU 5.2 Praxis der Theorie 5.3 Von der »Kultur der inteligencja« zum »Kult der Bildung« 5.4 Krieg als Labor 6 Seiner selbst Herr werden, 1918–1945 6.1 Verhaltenslehren der Kälte Teil II: Okkupierte Körper. Medizin und Untergrund 7 Körperverhältnisse im besetzten Polen: Biologie, Recht und Ethik 7.1 Zur Biopolitik des menschlichen Körpers in den besetzten Gebieten 7.2 Grauzone 8 Labore und Körper an der Schwelle: Fleckfieber im Generalgouvernement 8.1 Aus dem Graben ins Labor in die Praxis (1900–1920er) 8.2 Die Laus als »technisches Ding« und Maßeinheit um 1930 8.3 Seuchenbekämpfung und Staat(lichkeit) bis 1939 8.4 Deutsche Hygiene im Generalgouvernement, 1939–1945 8.5 Experimental- und Produktionssysteme: Die Stunde der »Läusenährer« 8.6 Fragmente der Fleckfieberforschung im Generalgouvernement 8.7 Produktions- und Experimentalsysteme an der Schwelle 9 Eine neue Krankheit: Hunger im Warschauer Ghetto 9.1 Versorgung, Krankheit und Medizin im Ghetto 9.2 Die Hungerkrankheit in Klinik und Labor 9.3 Der Körper einer Rechtsfigur und der »Wirkmechanismus des Hungertods« 9.4 Die Geschichte einer unvollendeten Studie 10 Medizin studieren im Warschauer Untergrund 10.1 Die Private Fachschule für sanitäres Hilfspersonal des Dr. Zaorski Teil III: Physik und Nation. Der Staat im Untergrund und die Wissenschaften 11 Staat und Hochschulen im Untergrund: Rhetorik der Kontinuität und Ausschließlichkeit 11.1 Die Entstehung des Departements für Bildung und Kultur der Delegatur 11.2 Anthropologisierung II: Vom Schutz und Aufbau des Menschen 11.3 Hochschulen im Untergrund: Strukturen und Verfahren 12 Schwelleninstitutionen: Forschungsalltag in Physik und Astronomie 12.1 Experimentieren und Beobachten im Schatten von Schwelleninstitutionen 12.2 Abseits der Schwelle. Bewegungen und Zustände beschreiben 12.3 Transgressiv: Heisenberg in Krakau 12.4 Vor der Schwelle: Ludwik Wertenstein, Károly Matuschek und Ludwig Wrzesniak 13 Das lange Ende des Krieges: Konspiration sichtbar machen 13.1 581 Jahre Jagiellonische Universität Krakau. Symbolische Kommunikation während der »großen Angst« 13.2 Menschen, Institute, Universitäten Schluss: Wissenschaft, Klandestinität, Erzählung 1 Übergänge und Gegenwärtigkeit Dank Abbildungen Bibliographie Personenregister Sach- und Ortsregister
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