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»Wir sind alle Fremdarbeiter!« : Gewerkschaften, migrantische Kämpfe und soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland der 1960er und 1970er Jahre

معرفی کتاب «»Wir sind alle Fremdarbeiter!« : Gewerkschaften, migrantische Kämpfe und soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland der 1960er und 1970er Jahre» نوشتهٔ Simon Goeke، منتشرشده توسط نشر Brill/Ferdinand Schoenigh در سال 2020. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Die Geschichte der sozialen Bewegungen in der Bundesrepublik kann nicht ohne die Migrationsgeschichte gedacht werden. Denn die Kämpfe von Gewerkschaften, Arbeiterbewegung und ›Achtundsechzigern‹ formten sich zu großen Teilen erst durch die Präsenz und das Engagement von Migrantinnen und Migranten. In den 1960er und 1970er Jahren sahen sich in der Bundesrepublik sowohl die Gewerkschaften als auch die ›Neue Linke‹ dem traditionellen Internationalismus der Arbeiterbewegung verbunden. Doch während in den Gewerkschaften die Anwerbung von Arbeitskräften im Ausland zunächst mit Besorgnis und Ablehnung betrachtet wurde, sahen die ›Neuen Linken‹ in den Migrantinnen und Migranten eine Chance, ihre Revolte an den Universitäten auch in die Betriebe zu tragen. Tatsächlich führte die Migration schließlich zu neuen kämpferischen Allianzen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Industriebetriebe. Die vorliegende Studie untersucht erstmals die Geschichte der sozialen Bewegungen in Verbindung mit der Migrationsgeschichte der Bundesrepublik. Zudem liefert sie einen Einblick in die Frühgeschichte der gegenwärtigen antirassistischen Bewegungen. »Wir sind alle Fremdarbeiter!« Gewerkschaften, migrantische Kämpfe und soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland der 1960er und 1970er Jahre INHALT Vorwort 1 Einleitung 1.1 Migration und soziale Bewegung: Fragestellung, Thesen und Aufbau 1.2 Entwicklungstendenzen der historischen Migrationsforschung 1.3 Quellen 1.4 Das Migrationsregime der 1960er und 1970er Jahre 2 Migrantinnen und Migranten in Betrieb und Gewerkschaft 2.1 Deutschland: Märchenland? – migrantische Arbeitswelten 2.1.1 Arbeitsbedingungen, Löhne und Wohnsituation 2.1.2 Lohnverhältnisse und Arbeitsbedingungen von Frauen 2.2 Migration und Arbeiterbewegung in der Bundesrepublik der 1960er Jahre 2.2.1 ›Lohndrücker‹ und ›Streikbrecher‹? 2.2.2 Von der Freiheit des Arbeitsvertrags und der Autonomie der ›mobilen Reservearmee‹ 2.2.3 Frühe ›wilde Streiks‹ – nur Missverständnisse? 2.2.4 Der VW-Streik 1962: Migration, Protest und betriebliche Mitbestimmung 2.2.5 ›Wilde Streiks‹ in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre 2.3 Betriebliche Streiks zu Beginn der 1970er Jahre 2.3.1 Streiks gegen Lohndiskriminierung bei Pierburg in Neuss 2.3.2 Der ›Türkenstreik‹ bei Ford in Köln-Niehl 2.4 Migrantinnen und Migranten in den Gewerkschaften 2.4.1 Pionierarbeit – gewerkschaftliche Akteure der ersten Stunde 2.4.2 Vom Grußwort zur Opposition – migrantische Positionsbestimmungen auf gewerkschaftlichen Delegiertenkonferenzen 2.4.3 ›Auf die Fahnen schreiben‹ – migrantische Interventionen in gewerkschaftlichen Publikationen 2.5 Zusammenfassung 3 Die Gewerkschaften und die ›multinationale Arbeiterklasse‹ 3.1 Die Entwicklung von Gewerkschaften und Arbeitsmarkt 3.1.1 Die organisatorische und politische Entwicklung der Gewerkschaften 3.1.2 Tarifpolitik und Arbeitskämpfe 3.1.3 Arbeitsmarkt und Ausländerbeschäftigung 3.2 Migration – ein gewerkschaftliches Dilemma? 3.2.1 Widerstand, Toleranz oder Förderung von Zuwanderung? 3.2.2 Mitgliedsstruktur – Werbung oder Ablehnung? 3.2.3 Spezifische Interessenvertretung oder kleinster gemeinsamer Nenner? 3.3 Der erste Anwerbevertrag – ein gewerkschaftlicher Mythos 3.4 Anfänge gewerkschaftlicher Migrationspolitik in den 1950er Jahren 3.5 Die 1960er Jahre: Zwischen anhaltender Ablehnung und Werbung 3.5.1 Organisationsarbeit Anfang der 1960er Jahre 3.5.2 Fremdsprachige Publikationen und ausländische Büros 3.5.3 Migrationspolitik der Einzelgewerkschaften in den frühen 1960er Jahren 3.5.4 Gegen Mehrarbeits- und Überfremdungsdebatten 3.5.5 Wirtschaftsmotor, Unterschichtung und Konjunkturpuffer 3.5.6 Ein langsamer Abschied vom Provisorium Ausländerbeschäftigung 3.6. Die 1970er Jahre: Positionspapiere und unbedingter Anwerbestopp 3.6.1 Forderungen der Gewerkschaften zur Reform des Ausländerrechts 3.6.2 Einkommenssituation und berufliche Qualifikation 3.6.3 Wohnsituation und Schulunterricht für ausländische Kinder 3.6.4 Interessenvertretung von Migrantinnen und Migranten 3.6.5 Der Anwerbestopp 3.6.6 Internationale Gewerkschaftskonferenzen zu Fragen der Migration 3.7 Zusammenfassung 4 »Wir sind alle Fremdarbeiter!« – Migration, Studentenbewegung und ›Das rote Jahrzehnt‹ 4.1 Internationale Solidarität, Migration und die Studentenbewegung 4.1.1 »Das war der Beginn unserer Kulturrevolution« – ausländische Studierende auf dem Weg zu Achtundsechzig 4.1.2 Exilpolitik (Spanien und Griechenland) 4.1.3 Kampf gegen das Ausländergesetz 4.2 »Die lebendige Basis der Revolution für Europa« – die Entdeckung des ausländischen Proletariats 4.2.1 Die ›proletarische Wende‹ der Studentenbewegung 4.2.2 Der ›blinde Fleck‹ im Fokus – Basisgruppen Westberlin und die ausländischen Beschäftigten 4.2.3 ›Wir wollen Alles‹ – operaistische Betriebsinterventionen und die Gruppe Arbeitersache in München 4.3 »Wir nehmen unsere Sache jetzt selbst in die Hand!« – Selbstorganisation 4.3.1 Migrantische Raumaneignung – die Bahnhöfe als Orte der Selbstorganisation 4.3.2 Arbeitervereine und Selbstorganisation in den 1960er Jahren 4.3.3 Mieterstreiks und Häuserkämpfe im Frankfurter Westend 4.3.4 Kindergeldkomitees – »Die multinationale Bewegung lebt« 4.3.5 Ausländerbeiräte 4.4 Zusammenfassung 5 Fazit 6 Anhang 6.1 Abkürzungen 6.2 Ausgewertete Quellen 6.2.1 Archive 6.2.2 Gedruckte Quellen 6.3 Literatur Migration und soziale Bewegung in ›dynamischen Zeiten‹ Die Geschichte der sozialen Bewegungen in der Bundesrepublik kann nicht ohne die Migrationsgeschichte gedacht werden. Denn die Kämpfe von Gewerkschaften, Arbeiterbewegung und ›Achtundsechzigern‹ formten sich zu großen Teilen erst durch die Präsenz und das Engagement von Migrantinnen und Migranten. In den 1960er und 1970er Jahren sahen sich in der Bundesrepublik sowohl die Gewerkschaften als auch die ›Neue Linke‹ dem traditionellen Internationalismus der Arbeiterbewegung verbunden. Doch während in den Gewerkschaften die Anwerbung von Arbeitskräften im Ausland zunächst mit Besorgnis und Ablehnung betrachtet wurde, sahen die ›Neuen Linken‹ in den Migrantinnen und Migranten eine Chance, ihre Revolte an den Universitäten auch in die Betriebe zu tragen. Tatsächlich führte die Migration schließlich zu neuen kämpferischen Allianzen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Industriebetriebe. Denn die ausländischen Aktivistinnen und Aktivisten prägten nachhaltig Themen und Formen der internationalistischen Proteste und Arbeitskämpfe. Die Geschichte der sozialen Bewegungen in der Bundesrepublik kann nicht ohne die Migrationsgeschichte gedacht werden. Denn die Kämpfe von Gewerkschaften, Arbeiterbewegung und ?Achtundsechzigern? formten sich zu großen Teilen erst durch die Präsenz und das Engagement von Migrantinnen und Migranten.0In den 1960er und 1970er Jahren sahen sich in der Bundesrepublik sowohl die Gewerkschaften als auch die ?Neue Linke? dem traditionellen Internationalismus der Arbeiterbewegung verbunden. Doch während in den Gewerkschaften die Anwerbung von Arbeitskräften im Ausland zunächst mit Besorgnis und Ablehnung betrachtet wurde, sahen die ?Neuen Linken? in den Migrantinnen und Migranten eine Chance, ihre Revolte an den Universitäten auch in die Betriebe zu tragen. Tatsächlich führte die Migration schließlich zu neuen kämpferischen Allianzen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Industriebetriebe. Denn die ausländischen Aktivistinnen und Aktivisten prägten nachhaltig Themen und Formen der internationalistischen Proteste und Arbeitskämpfe
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