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Wink und Wandlung : Komposition und Poetik in Rilkes "Sonette an Orpheus"

معرفی کتاب «Wink und Wandlung : Komposition und Poetik in Rilkes "Sonette an Orpheus"» نوشتهٔ Gerok-Reiter, Annette، منتشرشده توسط نشر De Gruyter در سال 2013. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

The consummate musicality of the verse in Rilke's "Sonnets to Orpheus" stems from a blend of sophisticated craftmanship and poetological originality, as this study sets out to demonstrate. A detailed analysis of the text forms the basis for a discussion of a variety of topics that have traditionally divided literary critics: the unity of the cycle, the use of the sonnet form, the morphological __Keimzellenprinzip__ (nucleus principle), Rilke's contribution to the discussion on the role of the subject in modern literature, his concept of the literary work, his 'abstractionist' approach, his view of temporality, and his reinterpretation of the figure of Orpheus. The findings cast a radically new light on a number of frequently rehearsed __topoi__ in Rilke interpretation. At the same time they reveal the crucial role played by the cycle in the history of poetry on the threshold of modernism.

Rilkes "Sonette an Orpheus" haben jahrzehntelang in erster Linie durch ihre Kantabilität, ihren Klangreichtum, ihre musikalische Leichtigkeit bezaubert. Doch die Kantabilität eines Werks schließt keineswegs poetische Raffinesse, poetologische Originalität und theoretisches Kalkül aus. Dies macht die vorliegende Arbeit in einer umsichtigen und detaillierten Textanalyse deutlich. Rilkes eigener Anspruch setzt dabei den Maßstab. Wenige Monate vor der Entstehung der "Sonette an Orpheus" schreibt er, jeder Dichter müsse sich dazu "erzogen haben, die Feder als das zu gebrauchen, was sie vor allem ist: als ein redliches, genau beherrschtes und verantwortetes Werkzeug". Der Erkenntnisgehalt der Form ist somit ernst zu nehmen. Erst von den klanglichen, rhythmischen, lexikalischen und bildlichen Sprachvaleurs aus lassen sich die vielumstrittenen Fragen nach der Einheit des Zyklus, nach Rilkes manipulativem Umgang mit der Sonettform oder nach dem morphologischen 'Keimzellenprinzip' seiner poetischen Verfahrensweise präzise beantworten. Und ebenso kann erst von hier aus Rilkes Beitrag zur modernen Subjekt-Diskussion, zu einem progressiven Werk-Begriff, zum Grenzgang zwischen Abstraktion und Mimesis, zu einer neuen Temporalitätsauffassung oder zur Umdeutung der Orpheusfigur jenseits von Spekulationen gewürdigt werden. Auf Grund der Ergebnisse erfahren zahlreiche festgeschriebene Topoi der Rilke-Interpretation eine entschiedene Revision. Gleichzeitig wird die brisante literarhistorische Schwellenposition des schmalen Zyklus offenbar: Er tradiert nicht nur die Kategorien der symbolistischen 'klassischen' Moderne, sondern enthält auch eine Bewegung, die diese Kategorien aufbricht in Hinblick auf eine Dimension des Sagens, die erst die Lyrik nach dem Zweiten Weltkrieg einlösen wird.

Rilkes "Sonette an Orpheus" haben jahrzehntelang in erster Linie durch ihre Kantabilität, ihren Klangreichtum, ihre musikalische Leichtigkeit bezaubert. Doch die Kantabilität eines Werks schließt keineswegs poetische Raffinesse, poetologische Originalität und theoretisches Kalkül aus. Dies macht die vorliegende Arbeit in einer umsichtigen und detaillierten Textanalyse deutlich. Rilkes eigener Anspruch setzt dabei den Maßstab. Wenige Monate vor der Entstehung der "Sonette an Orpheus" schreibt er, jeder Dichter müsse sich dazu "erzogen haben, die Feder als das zu gebrauchen, was sie vor allem ist: als ein redliches, genau beherrschtes und verantwortetes Werkzeug". Der Erkenntnisgehalt der Form ist somit ernst zu nehmen. Erst von den klanglichen, rhythmischen, lexikalischen und bildlichen Sprachvaleurs aus lassen sich die vielumstrittenen Fragen nach der Einheit des Zyklus, nach Rilkes manipulativem Umgang mit der Sonettform oder nach dem morphologischen 'Keimzellenprinzip' seiner poetischen Verfahrensweise präzise beantworten. Und ebenso kann erst von hier aus Rilkes Beitrag zur modernen Subjekt-Diskussion, zu einem progressiven Werk-Begriff, zum Grenzgang zwischen Abstraktion und Mimesis, zu einer neuen Temporalitätsauffassung oder zur Umdeutung der Orpheusfigur jenseits von Spekulationen gewürdigt werden. Auf Grund der Ergebnisse erfahren zahlreiche festgeschriebene Topoi der Rilke-Interpretation eine entschiedene Revision. Gleichzeitig wird die brisante literarhistorische Schwellenposition des schmalen Zyklus offenbar: Er tradiert nicht nur die Kategorien der symbolistischen 'klassischen' Moderne, sondern enthält auch eine Bewegung, die diese Kategorien aufbricht in Hinblick auf eine Dimension des Sagens, die erst die Lyrik nach dem Zweiten Weltkrieg einlösen wird Main description: The consummate musicality of the verse in Rilke's "Sonnets to Orpheus" stems from a blend of sophisticated craftmanship and poetological originality, as this study sets out to demonstrate. A detailed analysis of the text forms the basis for a discussion of a variety of topics that have traditionally divided literary critics: the unity of the cycle, the use of the sonnet form, the morphological Keimzellenprinzip (nucleus principle), Rilke's contribution to the discussion on the role of the subject in modern literature, his concept of the literary work, his 'abstractionist' approach, his view of temporality, and his reinterpretation of the figure of Orpheus. The findings cast a radically new light on a number of frequently rehearsed topoi in Rilke interpretation. At the same time they reveal the crucial role played by the cycle in the history of poetry on the threshold of modernism I. Einleitung 1. Forschungssituation 2. Methode II. Die Struktur des Zyklus 1. Schirmherrschaft des Orpheus 2. Das musikalische Prinzip 3. Die »unerhörte Mitte« III. Die Sprache der Form 1. Das Sonett 2. Maß und Übermaß IV. Die Poesie der Grammatik 1. Das Dichten von der Sprache her 2. Das lyrische Ich 3. Komposition der Syntax V. Figur und Chiffre 1. Vergleich - Metapher - Chiffre/Figur 2. Das Janusgesicht des Unsichtbaren VI. Erinnerung 1. Motiventschlüsselung: Erinnerung als Korrelat der Evocatio 2. Das gewußte Bild: Erinnerung als Korrelat der Anschauung 3. Weltinnenraum: Erinnerung als Katalysator der Epiphanie VII. Schlußbemerkung: Diktat und Komposition Literatur Annette Gerok-reiter. Includes Bibliographical References (p. 307-319).
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