Wilhelm von Humboldts Forschungen über Ästhetik (Philosophische Arbeiten) (German Edition)
معرفی کتاب «Wilhelm von Humboldts Forschungen über Ästhetik (Philosophische Arbeiten) (German Edition)» نوشتهٔ Fuente, Hans aus der، منتشرشده توسط نشر De Gruyter در سال 2019. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Will man die Einheit und den Zusammenhang der Ideen, welche das deutsche Zeitalter der Humanität bewegten, gleichsam in einer geistigen Persönlichkeit vor Augen haben, so muß man sich in das Studium der Werke Wilhelm von Humboldts vertiefen. Durch persönliche Freundschaft mit Schiller, mit Goethe, mit überhaupt fast allen großen Denkern, Dichtern und bedeutenden Frauen jenes zum reinen Menschentume strebenden Zeitalters verbunden, dabei durch Charakter und "Veranlagung wie vom Schicksal bestimmt, auch unter entgegengesetzten Bestrebungen zu vermitteln und gemeinsame Güter und Interessen klarzulegen, wußte er durch die Eigenart seiner Natur auch fremden Ideen, indem er sie sich aneignete und durch die Fülle des eigenen Wissens und der eigenen Erkenntnis ergänzt aus sich erwachsen ließ, durchaus den Stempel seiner Persönlichkeit aufzudrücken. Der Boden, in welchem dabei sein Denken wurzelte, bildete die Philosophie Kants und Schillers. \*) Es ist vor allen Dingen der Geist des Idealismus, welcher Humboldt jenen großen Männern eint. "Und am Ende sind wir ja beide Idealisten und würden uns schämen, uns nachsagen zu lassen, daß die Dinge uns formten und nicht wir die Dinge, 4 ' schreibt Schiller am 2. April 1805 an Humboldt. Man muß daher mit dem Geiste dieses Idealismus vertraut sein, wenn man die Denkungsart und Gesinnung Humboldts, Ed. Sprangers Auffassung, als ob in «iner Periode SC1QCS Ent-«wicklungsganges ScheJling von maßgebendem Einfluß auf Hmriboldts Denken gewesen sei, müssen wir ablehnte«. Es wird -darauf zurückzukommen sein.-Zar Kritik von Sprangers Humboldt-Interpretation vgl. auch das Vorwort G. v-Stryks zu seinem Buche "Wilhelm von Humboldts Ästhetik als Versuch einer Neubegründung der Sozialwissenschaft" (Berlin, 1-911), welches im übrigen aus dem Rahmen des hier gestellten Problems herausfällt. Cohen und Natorp, Philosophische Arbeiten IV IÖ2 H. aus der Fuente, Humboldts ästhetische Forschungen. [2 wenn man auch seine wissenschaftlichen und künstlerischen Leistungen richtig verstehen will. Insbesondere auf dem Gebiet der Ästhetik führt eine direkte Linie von Kant über Schiller zu Humboldt. Denn die eigenartige Richtung, welche Schiller der Kantischen Ästhetik gegeben hat, wird von Humboldt gleichsam bis in die äußersten Konsequenzen verfolgt. Beide freilich, Schiller und Humboldt, verharren im wesentlichsten auf dem Boden des transzendentalen Idealismus und der transzendentalen Methode. Aber sie benutzen diese namentlich, um mit ihrer Hilfe dem psychologischen Interesse gerecht zu werden, welches sie beseelt. Dies ist es, worin Humboldt Schiller noch überboten hat: die Grundbegriffe der Ästhetik hüllen sich in ein psychologisches Gewand, das Interesse der Ästhetik konzentriert sich zunächst auf das künstlerische Schaffen und Erleben. Kants transzendentale Methode richtete sich auf die Möglichkeit der Erfahrung. In den synthetischen Urteilen der mathematischen Naturwissenschaft liegt diese Erfahrung für das theoretische Erkennen vor. Das Sein der Dinge wurde nicht mehr nach Art eines oberflächlichen Sensualismus vorausgesetzt: die Kopernikanische Drehung vielmehr, deren sich Kant rühmt, kommt in der Erkenntnis zum Ausdruck, daß das Sein der Dinge in den Gesetzen des wissenschaftlichen Erkennens bewahrt und begründet ist. Wenn Kant nach der Möglichkeit der Erfahrung fragt, so geschieht es in dem Sinne des obersten Grundsatzes: "Die Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung sind zugleich die Bedingungen der Möglichkeit der Gegenstände der Erfahrung." Auf dem Gebiete der sittlichen Kultur wußte freilich Kant dem Faktum der Wissenschaft kein gleichwertiges zur Seite zu stellen, weil er in der Erkenntnis des wechselseitigen Verhältnisses von Recht und Sittlichkeit nicht bis zur Klarheit durchdrang. Das Faktum der Wissenschaft wurde hier durch das Quasi-Faktum des Sittengesetzes ersetzt. Das Genie Kants, die Fruchtbarkeit seiner Methode bewirkte dennoch, daß die Grundlegung der Sittlichkeit im wesentlichen nicht verfehlt wurde. In der Ethik handelt es sich nicht um die zufällige Wirklichkeit der Natur, sondern um das Seinsollen der Idee. Die Idee aber ist die Idee der Menschheit. Der kategorische Imperativ bringt es zum Ausdruck als die sittliche Aufgabe: in jedem Menschen die Idee der Menschheit zu achten, jeden Menschen als Selbstzweck zu behandeln. Indem so von Kant die Idee der Menschheit in den Mittelpunkt des Systems gestellt wurde, ist seine Philosophie in der Tat die Philosophie ') Kritik der Urteilskraft § 1. ') Vgl. das Gespräch mit Eckermann vom 6. Mai 1827. \*) Kritik der Urteilskraft, § 49. \*) 6. Brief. 2 ) Ende des 6. Briefes. 3 ) Ende des 10. Briefes. ') Vgl. auch O. Walzel, Einleitung zu Bd. 11 der Säkularausgabe. 2 ) Brief 12. 3 ) Brief 16. \*) Brief 14. ') Ende des 15. Briefes. J ) Säkularausgabe Bd. 11 S. 221. Man vergleiche mit dieser Schilderung etwa folgende Stelle aus Humboldts "Rezension von Jakobis Woldemar": "Es ist sogar unleugbar ein höherer Grad der Tugend, wenn die Ausübung der Pflicht selbst zur Gewohnheit wird, wenn sie in das Wesen der sonst entgegenstrebenden Neigungen übergeht und nicht jede pflichtmäßige Handlung erst eines neuen Kampfes bedarf." I, 298-299. Am Primat der praktischen Vernunft ist dennoch, wie dort an vielen Stellen ausgesprochen ist, festgehalten. s ) Ib. S. 184. ') Kritik der Urteilskraft § 46. 2 ) Vgl. Säkularausgabe Bd. 12, 233. •) ibid. 187-188. «) An Schiller S. 247. ') Säkularausgabe Bd. 12, 225. ') Vgl. p. 51 und besonders 452: "Die Kantische Philosophie ist die Philosophie des Subjektivismus." ') Alte ges. Werke I, 292. s ) Ib. I, 296. Cohen und Natorp, Philosophische Arbeiten IV ') VII, 33-2 ) Bezeichnend für beider Individualismus ist die Stelle aus Schillers Rezension der Bürgerschen Gedichte, die Humboldt zitiert in der "Vorerinnerung" zu seinem Briefwechsel mit Schiller: "Ehe er (der Dichter) es unternimmt, die Vortrefflichen zu rühren, soll er es zu seinem ersten und wichtigsten Geschäft machen, seine Individualität selbst zur reinsten, herrlichsten Menschheit hinaufzuläutern." S. 14. ') III, 198.
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In der Reihe Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft (BZAW) erscheinen Arbeiten zu sämtlichen Gebieten der alttestamentlichen Wissenschaft. Im Zentrum steht die Hebräische Bibel, ihr Vor- und Nachleben im antiken Judentum sowie ihre vielfache Verzweigung in die benachbarten Kulturen der altorientalischen und hellenistisch-römischen Welt.