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Wildes Erzählen - Erzählen vom Wilden: "Parzival", "Busant" und "Wolfdietrich D"

معرفی کتاب «Wildes Erzählen - Erzählen vom Wilden: "Parzival", "Busant" und "Wolfdietrich D"» نوشتهٔ Larissa Schuler-Lang، منتشرشده توسط نشر Saur در سال 2014. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Dissertation, Konstanz 2012. Im Zentrum der vorliegenden Untersuchung steht das in der mittelalterlichen Literatur häufig anzutreffende Phänomen des Wilden, das dem Helden in ganz unterschiedlicher narrativer Ausgestaltung begegnen kann: So gehören neben wilden Tieren und wilder Natur auch die Wildleute des Mittelalters zu dem Motivkreis, der gemeinhin als das Andere der höfischen Kultur verstanden wird. Entgegen dieser einseitigen Lesart geht die Autorin an den Beispielen des 'Parzival', 'Busant' und 'Wolfdietrich D' den jeweiligen textuellen Repräsentationen des Wilden auf unterschiedlichen narrativen Ebenen nach und zeigt dabei, dass das Wilde keinesfalls nur als Gegenentwurf des in der Literatur inszenierten höfischen Selbstverständnisses in Erscheinung tritt. Vielmehr figurieren die vielfältigen Manifestationen des Wilden als anthropologische Konstante, was anhand kulturanthropologisch signifikanter Kategorien wie 'Kleidung', 'Essen' oder 'Sexualität' exemplarisch untersucht wird. Das Wilde - so die These - wird in den Texten unabhängig von ihrer jeweiligen Gattungszugehörigkeit als Konstituens des Menschseins inszeniert und tritt damit in ein komplexes Spannungsverhältnis mit den Eckpfeilern der höfischen Kultur. Dass die Differenzkategorien 'wilde'/'zam' nicht absolut gesetzt sind, lässt sich darüber hinaus auch auf der poetologischen Ebene beobachten. Insbesondere der 'Parzival'-Dichter Wolfram von Eschenbach erhebt 'wildekeit' zum Erzählprinzip, dem die Studie anhand verschiedener Aspekte der Narration (z.B. Figurenkonzeption, Erzähltechnik und Metaphorik) nachgeht und so Strategien des 'wilden Erzählens' herausarbeitet. Vorwort und Dank 1 I. Einleitung 3 1. Fragestellung und Textgrundlage 3 2. Methodisch-theoretische Vorüberlegungen 6 II. Der Gegenstand: Wildheit in der Literatur des Mittelalters 13 1. Schwierigkeiten der Begriffsbildung 13 2. Zum Stand der Forschung 18 2.1. Die Wildleute des Mittelalters 18 2.2. Wilde Natur 26 2.3. Das 'wilde'-Motiv 30 III. Wolfram von Eschenbach 35 1. Was heißt 'wildes' Erzählen? 38 1.1. Gottfrieds von Straßburg Literaturexkurs (Tr. 4555–5011) 38 1.2. Exkurs: 'wilde' als poetologischer Terminus in der Literatur des Mittelalters 43 2. 'dar zuo gehôrte wilder funt' (Pz. 4,5) – Wilde Poetik im 'Parzival' 53 2.1. Explizite Poetik im 'Parzival' 54 2.1.1. Der Prolog 54 2.1.2. Selbstverteidigung und Bogengleichnis 67 2.1.3. Die Kyot-Exkurse 76 2.1.4. Zusammenfassung 83 2.2. Implizite Poetik im 'Parzival' 87 2.2.1. Terminologie 87 2.2.2. 'Parzival' als Doppelroman 95 2.2.3. Analytisches Erzählen 104 2.2.4. Pluralisierung und Totalität 106 2.2.5. Parrieren 108 2.2.6. Gattungsinterferenzen 111 3. 'diu menscheit hât wilden art' (Pz. 489,5) – Zur Figurenkonzeption 118 3.1. 'ôwê war jaget mich mîn gelust?' (Pz. 9,26) – Gahmuret 122 3.2. 'der nâch wart wilder muot vil zam' (Pz. 170,8)? – Parzival 130 3.2.1. Parzivals Kindheit in Soltane 132 3.2.2. Parzivals Weg zum Artushof 137 3.2.3. Die Gurnemanz-Belehrung 143 3.2.4. Parzival auf Munsalvæsche 145 3.2.5. Die Blutstropfenepisode 148 3.2.6. Exkurs: 'vederspil' und 'touwic rose' – Parzival und Rennewart 160 3.3. 'si truogen vremdiu wilden mâl' (Pz. 519,9) – Cundrie und Malcreatiure 171 3.4. 'ûf einer linden saz ein magt' (Pz. 249,14f.) – Sigune 182 3.4.1. Die Sigune-Begegnungen im 'Parzival' 183 3.4.2. Exkurs zum 'Titurel' 191 3.5. 'ein heilec man: der gît iu rât' (Pz. 448,23) – Trevrizent 199 3.6. 'ichn fürhte niht swaz mennisch ist' (Pz. 457,29) – Trevrizents Menschenbild 205 3.7. 'Ez næht nu wilden mæren' (Pz. 503,1) – Gawan 209 3.8. 'der zweier varwe was' (Pz. 57,16) – Feirefiz 212 3.9. 'den der swane brâhte' (Pz. 824,29) – Loherangrin 220 3.10. 'hie solte Ereck nu sprechen' (Pz. 826,29) – zurück zur Poetik 222 4. 'Terre de Salvæsche ist sîn nam' (Pz. 251,4) – Die Sphäre des Grals als wilder Bereich 228 5. Zwischenresümee 247 IV. Ortnit und Wolfdietrich 249 1. 'ich bin ein wilder heiden' (Ort. 214,4) – Ortnit 251 2. Wolf Dietrich 274 2.1. 'Nu wuste ich also gerne, ob er wer zam oder wilde' (WdD 1735,1) – 'Wolfdietrich D' 277 2.1.1. Brautwerbung und Wolfskindschaft 277 2.1.2. 'ich bin gehir vil gar' (WdD 513,1) – Raue Else / Sigeminne 287 2.1.3. Zwei weitere 'wip von wilder arte' (WdD 1423,1): Marpaly und Rome 297 3. Verwilderte Heldenepik 300 V. 'Menschlîcher sin im gar verswant' (Bus. 617) – Der 'Busant' 311 1. Metonymisches Erzählen vom Wilden 312 2. Varia: Wilde Engel? – Zum Verhältnis von Wildheit, Heiligkeit und Erwähltheit 324 VI. Ergebnisse und Perspektiven . 337 VII. Literaturverzeichnis 341 1. Abkürzungen 341 2. Quellen 342 3. Wörterbücher und Lexika 344 4. Forschungsliteratur 345

Im Zentrum der vorliegenden Untersuchung steht das in der mittelalterlichen Literatur häufig anzutreffende Phänomen des Wilden, das dem Helden in ganz unterschiedlicher narrativer Ausgestaltung begegnen kann: So gehören neben wilden Tieren und wilder Natur auch die Wildleute des Mittelalters zu dem Motivkreis, der gemeinhin als das Andere der höfischen Kultur verstanden wird. Entgegen dieser einseitigen Lesart geht die Autorin an den Beispielen des Parzival, Busant und Wolfdietrich D den jeweiligen textuellen Repräsentationen des Wilden auf unterschiedlichen narrativen Ebenen nach und zeigt dabei, dass das Wilde keinesfalls nur als Gegenentwurf des in der Literatur inszenierten höfischen Selbstverständnisses in Erscheinung tritt. Vielmehr figurieren die vielfältigen Manifestationen des Wilden als anthropologische Konstante, was anhand kulturanthropologisch signifikanter Kategorien wie ‚Kleidung‘, ‚Essen‘oder ‚Sexualität‘ exemplarisch untersucht wird. Das Wilde ‑ so die These ‑ wird in den Texten unabhängig von ihrer jeweiligen Gattungszugehörigkeit als Konstituens des Menschseins inszeniert und tritt damit in ein komplexes Spannungsverhältnis mit den Eckpfeilern der höfischen Kultur. Dass die Differenzkategorien wilde/zam nicht absolut gesetzt sind, lässt sich darüber hinaus auch auf der poetologischen Ebene beobachten. Insbesondere der Parzival-Dichter Wolfram von Eschenbach erhebt wildekeit zum Erzählprinzip, dem die Studie anhand verschiedener Aspekte der Narration (z.B. Figurenkonzeption, Erzähltechnik und Metaphorik) nachgeht und so Strategien des „wilden Erzählens“ herausarbeitet.

Using the methodology of cultural criticism as applied to medieval studies, this work examines different manifestations of wildness in medieval literary narratives, with an equal emphasis on issues of poetology and literary anthropology. Close textual readings newly illuminate the complex connections between self-understanding and representations of the wild
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