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Weniger Predigt! : Mehr Tat und mehr andere Formen der Verkündigung

معرفی کتاب «Weniger Predigt! : Mehr Tat und mehr andere Formen der Verkündigung» نوشتهٔ Bär, Hans، منتشرشده توسط نشر De Gruyter در سال 2019. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Fortsetzung der Anzeigen auf der S. Umschlagsette weniger Predigt! Mehr Tat und mehr andere Formen der Verkündigung! von h. Var 1930 Verlag von Alfred Töpelmann in Gießen 1. "Das Wort mutz es tun." Jesus hat nach allem, was wir wissen, nicht gewollt, nicht das zum Zweck seines Lebens gehabt, daß täglich Priester eine feierliche Handlung vollziehen, bei der sie, wie sie glauben, seinen Leib Gott als (Dpfcr darbringen; das hat der kritische Geschichtsforscher und der Protestant gegen die Messe, gegen die römisch-katholische Kirche einzuwenden. Jesus hat aber ebensowenig gewollt, ebensowenig zum Hauptzweck seines Lebens gehabt, daß sonntäglich (und noch öfter) von ihm und seiner Lehre gepredigt werde; das hat der kritische Geschichtsforscher und der sittlich ernste Mensch, das haben auch viele überzeugte evangelische Christen gegen die evangelischen Kirchen ein zuwenden. Jesus wollte, daß Gottes Wille geschehe, Gottes Herrschaft sich verwirkliche, die Welt anders werde, wir Menschen anders werden. Nun ist zwar gewiß dies der Zweck unserer predigt, die Leute dazu zu bringen, daß sie Gottes Willen tun, daß sie anders werden; aber wird nicht schon seit sehr langer Zeit gepredigt, ohne daß dieser Erfolg im erwünschten Maße eintritt? Der Erfolg der kirchlichen predigt steht in keinem Verhältnis zu der Menge der predigten und der auf sie verwendeten Mühe. Besteht hier nicht ein schreiendes Mißverhältnis zwischen Mittel und Zweck? Wird nicht entweder immer noch zu wenig, oder aber längst viel zu viel gepredigt? Wenn die Reformatoren Gottes Wort rein verkündigen wollten, so heißt das: sie wollten unzählige Irrtümer und Mißbräuche ab stellen, die sich in der Christenheit verbreitet hatten; sie wollten den Schutt, der sich in mehr als tausend Jahren aufgehäuft hatte, ab tragen, um das lautere Evangelium, die echte Botschaft von Gottes verzeihender Vatergüte wieder wirksam werden zu lassen. So war für sie allerdings die rechte predigt des Evangeliums die Hauptsache. Aber es muß vor einem Mißverständnis gewarnt werden. Sagt Luther: "Vas Wort muß es tun", so meint er erstens: das Wort, nicht der Zwang; der Geist, die Gesinnung, nicht die Gewalt. "Sagen will ichs, schreiben will ichs, predigen will ichs, aber zwingen und dringen will ich niemand." Gott will keinen Knechtsdienst, sondern Kindesliebe, vertrauen, und immer wieder wird das Evangeliumdavon war Luther überzeugt -, wenn es rein verkündet wird, Macht über die Seelen ernster Menschen ge winnen. Glaubenszwang ist des Evangeliums unwürdig, ist unchristlich; Ketzerverbrennung und Inquisition sind Teufelswerk. Luther hat diese großzügige freiheitliche Denkweise nicht immer festgehalten, aber zeitweise hat er sie gehabt. Mit dem Satze: "Vas Wort muß es tun" meint er zweitens: Wirkungen des Wortes im Herzen der Menschen, die dieses Wort verstehen, geistige Wirkungen sind es, auf die es im Thristentum ankommt, nicht aber dingliche Wirkungen, d. h. geheimnisvolle Wirkungen feierlicher Handlungen, wie sie der Katholizismus lehrt. Dort ist die Meinung, durch die Sakramente flößen auf wunderbare Weise dem Menschen himmlische Gnadenkräfte zu. 3m Gegensatz hierzu betont der Protestantismus: Gott ist Geist; das Christentum kann dem Menschen nicht dadurch nahe gebracht werden, daß Sakramente wesentlich unabhängig von der Gesinnung der Betei ligten wirken, sondern nur durch das verständliche Wort. Daß Luther auch diese Gedanken nicht voll durchgeführt, sondern in seiner Sakramentslehre Stücke behalten hat, die der katholischen verwandt sind, mag wiederum vorbehalten bleiben. Er hat, wenn er sagt, das Wort müsse es tun, drittens eine Denkweise abgelehnt, die anscheinend der katholischen noch schärfer entgegengesetzt ist, als seine eigene, aber nur anscheinend, nämlich die Ansicht, es liege nicht die einzige und auch nicht die höchste Dffenbarung Gottes an uns in Worten vor, die uns aus der Ver gangenheit überliefert sind. Diese von Luther abgelehnte Denkweise kann sich noch verschieden gestalten. (Es kann da gemeint sein, Gott gebe den Frommen immer wieder, also auch noch heute, neue Dffenbarungen. Wenn Christen sich darauf beriefen und berufen, Gott habe ihnen (über das Bibelwort hinaus) unmittelbare Erleuchtungen zuteil werden laßen, so pflegt der Inhalt dieser Privatoffenbarung entweder doch nur eine Anwendung biblischer, längst im Christen tum vorhandener Gedanken auf die Verhältnisse der jeweiligen Gegen wart, vielleicht auch auf individuelle Lebenslagen zu fein; insofern ist er nichts wirklich Neues. (Ober aber es handelt sich um Be hauptungen über Jenseitiges und Zukünftiges, z. B. über einen nahen Zeitpunkt des Endes dieser Welt. Dann hat die Erfahrung immer wieder solche Phantasiegebilde als Phantastik entlarvt, zum mindesten als Gedanken, die nicht zu dauerndem sittlichen Fortschritt der Menschheit, zu dauernder Heiligung des Lebens beitragen. Bisweilen aber geht man noch weiter. Man findet Gottes höchste Offenbarung nicht nur nicht in Worten und Schriften aus der Vergangenheit, sondern überhaupt in keinen Worten und Schriften. Vorwort Inhalt 1. „Das Wort muɮ es tun 2. Die Konkurrenz anderer geistiger Darbietungen 3. Die Zunahme -er Amtsgeschäfte des Pfarrers und die Forderung, Religion, nicht Theologie zu predigen 4. Die Mannigfaltigkeit der religiösen Denkweise im Protestantismus 5. Die Verbindung von Predigt und Liturgie 6. Die Wirkung von dem allen: Übersättigung an predigten 7. Weniger predigt und mehr praktisches Christentum 8. weniger predigt und mehr andere Formen kultischer und außerkultischer Darbietung des Thristentums

Dieser Titel aus dem De Gruyter-Verlagsarchiv ist digitalisiert worden, um ihn der wissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen. Da der Titel erstmals im Nationalsozialismus publiziert wurde, ist er in besonderem Maße in seinem historischen Kontext zu betrachten. Mehr erfahren Sie.

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