Weisheit in der Weltgeschichte : Philosophiegeschichte zwischen Barock und Aufklärung
معرفی کتاب «Weisheit in der Weltgeschichte : Philosophiegeschichte zwischen Barock und Aufklärung» نوشتهٔ Lehmann-Brauns, Sicco، منتشرشده توسط نشر Walter de Gruyter GmbH & Co KG در سال 2014. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die Studie untersucht die Entstehung der modernen Philosophiegeschichte, wie sie sich im Übergang vom Barock zur Aufklärung als philosophische Disziplin innerhalb des gelehrten Diskurses der historia literaria konstituierte. Die Auffassung, daß Philosophie ein Produkt menschlicher Verstandestätigkeit sei und mit dem Denken der Griechen beginne, erweist sich dabei als Resultat eines Traditionsbruchs, mit dem die entstehende Aufklärung sich vom christlichen Aristotelismus der Schulphilosophie sowie von den platonisch-hermetischen Spekulationen der Schwärmer und Pansophen absetzte. In der Umbruchphase zwischen Barock und Aufklärung entsteht so der moderne philosophiegeschichtliche Kanon, der sich fundamental von der zuvor gültigen historischen Logik der Wissenschaftsgeschichte unterscheidet. Die Geschichte der Philosophie wird nun nicht länger als Sammelbecken unterschiedlich perfekter Ausformulierungen einer archetypischen Weisheit verstanden, sondern im Kontext der 'Entdeckung der geschichtlichen Welt' (E. Cassirer) als ein kontingenter temporaler Prozeß menschlicher Wissenschaftsentwicklung begriffen. Wie es zu dieser Entdeckung der Philosophiegeschichte kam und worin ihre wissenschaftsgeschichtlichen Implikationen bestehen, ist Gegenstand der Darstellung, die gegenüber der bisherigen Forschung verstärkt die Interdependenzen zwischen theologischem, philosophischem, rechts- und literärgeschichtlichem Diskurs berücksichtigt. Einleitung I. ›Hellenisierung des Christentums‹ versus Christianisierung der Antike‹ - Zur Geschichte und Bedeutung des Hellenisierungs- theorems 1.1. Die patristische Selbstdeutung der christlichen Theologie als ‘wahrer Philosophie’ 1.2. ‘vera philosophia’ als ‘philosophia perennis’ - innemeuzeitliche Destruktionselemente 1.3. Bemerkungen zu theologischen und philosophischen Folgen der Destruktion II. Heidnisches im Christentum. Jacob Thomasius’ Philosophiegeschichte als Ketzergeschichte 1. Das philosophiehistorische Konzept: Dichotomie von Antike und Christentum als Movens antiapologetischer Philosophiegeschichte 1.1. Philologische Destruktion des consensus patrum und der prisca sapientia 1.2. Philosophiegeschichtliche Ausweitung der philologischen Kritik 1.3. Der Dualismus zwischen Antike und Christentum als Bedingung der Hellenisierungsthese: Das Labyrinth des antiken Materialismus 1.4. Thomasius, Häresiebegriff 1.5. Antiapologetische versus eklektische Philosophiegeschichte 2. Die Kritik am christlichen Aristotelismus 2.1. Die neue Aristoteles-Philologie und die Interpretation der antiken Metaphysik als natürlicher Theologie 2.2. Der aristotelische Analogiebegriff in der Interpretation des Thomasius und die Einheit der Metaphysik 2.3. Kritik am scholastischen conceptus entis 2.4. Niedergang und Aufteilung der Metaphysik 2.5. Die Degeneration der Metaphysik zum Begriffslexikon 2.6. Kritik an den Metaphysikkonzeptionen Timplers und Mirandulanos 3. Die Kritik am christlichen Platonismus 3.1. Die Wiederbelebung platonischen Denkens 3.2. Kritik an der christlichen Rezeption der platonischen Psychologie 3.3. Pantheismus als Konsequenz der theologia mystica 3.4. Die tres-viae Lehre als pelagianistische Methodik der theologia mystica 3.5. Kritik an der άπάθεια als Habitus der theologia mystica 3.6. Kritik an curiositas und γνώσις 4. Theologia mystica als protestantischer Praktizismus bei Thomasius 4.1. Bewertung der Reformation als Restitution ‘wahren Christentums’ 4.2. ‘wahres Christentum’ als theologia mystica zwischen Orthodoxie und Ketzerei 4.3. Theologia mystica als Aufgabe des praktischen Protestantismus 4.4. Status der Dogmatik III. Ehregott Daniel Colbergs Schwärmerkritik im ‘Platonischhermetischen Christenthum’ (1690/91) 1. Colbergs Aktualisierung des Platonismusvorwurfs im Dienste der Schwärmerkritik 1.1. Absicht und Aufbau des Platonisch-hermetischen Christentums 1.2. Protestantische Schwärmerkritik 1.3. Colbergs Ketzerbegriff 2. Geschichte des platonisch-hermetischen Christentums (cap.1) 2.1. Darstellung der paganen antiken Philosophie 2.2. Colbergs platonische Patristik: Clemens & Origenes 2.3. Spätantike Häretik und Theologia mystica im Mittelalter 2.4. Hermetik 3. Das System des Platonismus 3.1. Die Irrtümer des Platonismus (cap. 2) 3.2. Innerlichkeit als Platonismus 4. Kabbala und Magie als Formen des platonisch-hermetischen Christentums (cap. 3) 4.1. Colbergs Kabbala-Darstellung 4.1.1. Christliche Kabbala und Merkaba-Mystik 4.1.2. Der Platonismus der Kabbala: Adam Kadmon als Weltgeist 4.2. Magie als Wissen um die signatura rerum 4.3. Allegorese als Instrument des Platonismus IV. Pietismus als Platonismus - Friedrich Christian Büchers ‘Plato mysticus in Pietista redivivus’ 1. Die systematische Kritik des Pietismus 1.1. Wiedergeburt als Anliegen und platonisches Potential des Pietismus 1.2. Büchers systematische Begründung der Pietismus-Kritik 1.3. Büchers Pietismus-Definition 2. Büchers Platonismus-Definition 2.1. Die Genealogie des Platonismus. Pietisten als platonische Magier 2.2. Das systematische Zentrum des Platonismus 2.3. Übernahme des Platonismus durch die Schwärmer 3. Parallelität von Pietismus und Platonismus V. Philosophiegeschichte im Rahmen der Kirchengeschichte - Die Frage nach dem Ursprung der Philosophie vor ihrer frühaufklärerischen Emanzipation 1. Modifikation der translatio sapientiae. E. D. Colbergs De sapientia veterum Hebraeorum 1.1. Antike Philosophie als Korruption der Offenbarung 1.2. Genealogie der paganen Wissenschaft 1.3. Monopol der biblischen Offenbarung 2. Pagane Offenbarungen als fromme theologia mystica: Köpkes Antwort auf Bücher 2.1. Apologie der Antike. Köpkes Fassung der prisca sapientia 2.2. Der Gehalt der griechischen Philosophie 3. Das Revival der apologetischen translatio sapientiae in der Kirchengeschichtsschreibung Zierolds 3.1. Universalität der christlichen Offenbarungstradition 3.2. Mysterium crucis als Maßstab der Philosophiegeschichte 3.3. Rehabilitation des Zoroaster und des Hermes Trismegistos 3.4. Platon als Weisheitszeuge VI. Gottfried Arnolds Revision der Kirchengeschichte 1. Arnolds Sophienmystik und die Begründung des Praxisprimats 1.1. Innere Erleuchtung als Maßstab der Kirchengeschichte 1.2. Drei Dimensionen der Sophia 1.3. Verinnerlichung der Offenbarung 1.4. Sophiologische Begründung der praxis pietatis 2. Leitbegriffe revisionärer Kirchengeschichte 2.1. Praxis pietatis als Maßstab der Historiographie 2.2. Unparteilichkeit der Theosophie 2.3. Überkonfessionalität der Kirchengeschichtsschreibung 2.4. Umbewertung des Ketzerbegriffs und Revision der Kirchengeschichte 2.5. Einteilung der Kirchengeschichte 2.6. Eschatologische Funktion der Kirchengeschichte 3. Die Verteidigung der mystischen Theologie gegen die historische Kritik 3.1. Historische Rehabilitation der Mystik 3.2. Rehabilitation des Dionysios Areopagita VII. Die Revision der Philosophiegeschichte in der Frühaufklärung - Die Indienstnahme der Philosophiegeschichte bei Christian Thomasius 1. Aufklärung und Traditionskritik 1.1. Neutralisierung des Ketzerbegriffs 1.2. Aufgeklärte Traditionsrevision 1.3. Eklektik und Kritik 2. Logik und Geschichte: Die Selbstaufhebung der Thomasianischen Eklektik 2.1. Eklektische Logikreform 2.2. Geschichte der Philosophie als Geschichte der Sekten 2.3. Division von Philosophie und Theologie 2.4. Eklektik und historia literaria 3. Glauben und Geschichte 3.1. Philosophiegeschichte als Geschichte der Torheit 3.2. Christian Thomasius als Herausgeber der Werke seines Vaters 4. Naturrecht und Geschichte 4.1. Theologiefreies Naturrecht 4.2. Geschichte des Naturrechts VIII. Die neue Kontur der Philosophiegeschichte: Heumanns ›Acta philosophorum‹ 1. Die Neubestimmung der Philosophiegeschichte im Rahmen der historia literaria 1.1. Philosophische Eklektik und philologische Kritik 1.2. Dogmatik und Historie. Die theologischen Implikationen der historischen Kritik 2. Die Revision der Philosophiegeschichte in Heumanns ›Acta philosophorum‹ 2.1. Methodische Grundlegung 2.2. Verhältnis von Philosophie und Theologie 2.3. Philosophiedefinition 2.4. Die Neuvermessung des Anfangs der Philosophiegeschichte 2.5. Die Griechen als Heroen der Freiheit 2.6. Pragmatische Entzauberung der Philosophiegeschichte 2.7. Neue Einteilung der Philosophiegeschichte Schluß Bibliographie Namenregister Sachregister Die Studie untersucht die Entstehung der modernen Philosophiegeschichte, wie sie sich im �Ubergang vom Barock zur Aufkl�arung als philosophische Disziplin innerhalb des gelehrten Diskurses der historia literaria konstituierte. Die Auffassung, da� Philosophie ein Produkt menschlicher Verstandest�atigkeit sei und mit dem Denken der Griechen beginne, erweist sich dabei als Resultat eines Traditionsbruchs, mit dem die entstehende Aufkl�arung sich vom christlichen Aristotelismus der Schulphilosophie sowie von den platonisch-hermetischen Spekulationen der Schw�armer und Pansophen absetzte. In der Umbruchphase zwischen Barock und Aufkl�arung entsteht so der moderne philosophiegeschichtliche Kanon, der sich fundamental von der zuvor g�ultigen historischen Logik der Wissenschaftsgeschichte unterscheidet. Die Geschichte der Philosophie wird nun nicht l�anger als Sammelbecken unterschiedlich perfekter Ausformulierungen einer archetypischen Weisheit verstanden, sondern im Kontext der 'Entdeckung der geschichtlichen Welt' (E. Cassirer) als ein kontingenter temporaler Proze� menschlicher Wissenschaftsentwicklung begriffen. Wie es zu dieser Entdeckung der Philosophiegeschichte kam und worin ihre wissenschaftsgeschichtlichen Implikationen bestehen, ist Gegenstand der Darstellung, die gegen�uber der bisherigen Forschung verst�arkt die Interdependenzen zwischen theologischem, philosophischem, rechts- und liter�argeschichtlichem Diskurs ber�ucksichtigt Einleitung -- 1. Hellenisierung Des Christentums Versus Christianisierung Der Antike : Zur Geschichte Und Bedeutung Des Hellenisierungstheorems -- 2. Heidnisches Im Christentum : Jacob Thomasius' Philosphiegeschichte Als Ketzergeschichte -- 3. Ehregott Daniel Colbergs Schwärmerkritik Im 'platonisch-hermetischen Christentum' (1690-91) -- 4. Pietismus Als Platonismus : Friedrich Christian Büchers 'plato Mysticus In Pietista Redivivus' -- 5. Philosophiegeschichte Im Rahmen Der Kirchengeschichte : Die Frage Nach Dem Ursprung Der Philosophie Vor Ihrer Frühaufklärerischen Emanzipation -- 6. Gottfried Arnolds Revision Der Kirchengeschichte -- 7. Die Revision Der Philosophiegeschichte In Der Frühaufklärung : Die Indienstnahme Der Philosophiegeschichte Bei Christian Thomasius -- 8. Die Neue Kontur Der Philosophiegeschichte : Heumanns Acta Philosophorum -- Schluss. Sicco Lehmann-brauns. Slightly Rev. Version Of Author's Dissertation, 2002, Freie Universität Berlin. Includes Bibliographical References (p. [401]-418) And Indexes. The study investigates the evolution of modern philosophical history and the way it developed into a historical discipline in its own right in the period of transition from the Baroque to the Enlightenment and in the framework of scholarly discourse on __historia litteraria__. The conviction that philosophy is a product of the human mind dating back to ancient Greece is revealed as the fruit of a break with tradition by means of which the emergent Enlightenment set itself off from the Christian Aristotelianism of school philosophy and from the Platonic and hermetic speculations of the visionaries and pansophists.
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