معرفی کتاب «Wehrmachtjustiz an der 'Heimatfront' : Die Militärgerichte des Ersatzheeres im Zweiten Weltkrieg» نوشتهٔ Theis, Kerstin، منتشرشده توسط نشر De Gruyter De Gruyter Oldenbourg در سال 2016. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
An IfZ Publication This study paints a comprehensive picture of military justice in the Ersatzheer, or replacement army of the Wehrmacht, which had various home-front tasks. The author analyzes the operation of Ersatzheer military courts during the Second World War. She offers a general portrait of court personnel, and describes their attempts as an “extended arm of the Wehrmacht” to militarize society. Inhalt Danksagung Einleitung 1. Forschungskontexte Justiz, Krieg und „Volksgemeinschaft“ im Zweiten Weltkrieg Wehrmachtjustiz Forschungsstand zum Ersatzheer 2. Theoriebezüge 3. Quellen und Überlieferungssituation 4. Methodik und Zuschnitt der Studie Mixed-Methods-Ansatz, Vollerhebung, Deliktgruppen und Stichproben Zuschnitt und Aufbau der Studie I. Ausgangspunkte 1. Das Ersatzheer – ein Heer zweiten Ranges? Aufbau des Ersatzheeres Aufgaben der Ersatztruppen in der Kriegsgesellschaft 2. Das Fallbeispiel: die Gerichte der Div. Nr. 156 und Nr. 526 Hauptgeschäftsstelle und Zweigstellen im Kriegsverlauf Gerichtliche Zuständigkeiten 3. Historische Prägekräfte und zeitgenössische Kontexte Der „Erfahrungsraum Erster Weltkrieg“ und der „totale Krieg“ Feindbilder 4. Die Wehrmachtjustiz und ihre materiell- und verfahrensrechtlichen Grundlagen im Krieg Das Militärstrafgesetzbuch Das Reichsstrafgesetzbuch Die Kriegssonderstrafrechtsverordnung Die Kriegsstrafverfahrensordnung als verfahrensrechtliche Grundlage II. Im Gericht 1. Gruppenbiographische Merkmale der Richter und Gerichtsherren Alters- und Generationsprofil Familiärer Hintergrund und soziale Herkunft Regionale Herkunft und konfessionelle Prägungen Mitgliedschaften in der NSDAP, anderen NS-Organisationen, paramilitärischen Verbänden und weiteren Vereinigungen Ausbildung der Militärjuristen und ihre beruflichen Tätigkeiten vor dem Eintritt in die Wehrmachtjustiz Karrieremuster der Juristen in der Wehrmacht Ausbildung und Werdegang der Gerichtsherren Anforderungsprofile der Wehrmacht Motive für eine Karriere in der Heeresjustiz Gruppenbiographische Merkmale des Hilfspersonals 2. Organisation und personelle Ausstattung des Divisionsgerichts Aufbau und Größenordnung der Hauptgeschäftsstelle und ihrer Dependancen Beschäftigungszeiten und Personalfluktuation der Gerichtsherren und Richter 3. Aufgabenprofil Freiwillige Gerichtsbarkeit Ermittlungen bei nichtnatürlichen Todesfällen, Selbstmorden und Suizidversuchen Rechts- und Amtshilfe Gerichtliche Abgaben zur disziplinaren Erledigung Zusammenarbeit und Kontakte mit zivilen und anderen Stellen 4. Deliktstrukturen Der Geschäftsanfall in Zahlen Deliktstrukturen I und II: Hauptdelikte Die Entwicklung der Deliktstruktur im Kriegsverlauf Spezifika des Ersatzheeres Deliktstruktur III: Straftatbe- stände Deliktstruktur IV: militärische und nichtmilitärische Straftaten 5. Tätigkeitsprofil Erledigungsarten des Geschäftsanfalls Abgaben an andere Behörden Erledigung auf andere Art Einstellungen undAussetzungen von Verfahren §§ 20, 46, 47 KStVO Urteile und Strafverfügungen als Verfahrensabschlüsse Bearbeitungsdauer der Strafsachen III. Vor Gericht 1. Determinanten der Rechtsprechung Allgemeine Entscheidungsparameter und Zuschreibungspraktiken Deliktspezifische Entscheidungsparameter und Ermessensspielräume Begründungssystematik 2. Sanktionsprofil Entwicklung der Sanktionspraxis im Kriegsverlauf Standortgebundenheit der Sanktionspraxis und Person des Richters Deliktspezifika „An seiner Erhaltung besteht deshalb kein Interesse.“ – Todesstrafen im Sanktionsprofil und Entscheidungsverhalten des Gerichts 3. Die Seite der Beschuldigten und Angeklagten Biographische Anmerkungen „... der Angeklagte [ist] ein Mensch, der sich an keine militärische Ordnung gewöhnen kann.“ – Die rechtliche Behandlung von Wiederholungstätern und mehrfach beschuldigten Wehrmachtangehörigen Verhaltensweisen der Angeklagten vor Gericht 4. Aushandlungsprozesse vor Gericht? – Die Rolle der Beisitzer, Zeuginnen und Zeugen, Verteidiger und Sachverständigen Die Brückenfunktion der Beisitzer Zeuginnen und Zeugen Verteidiger als formale Staffage? – Der Einsatz von Rechtsanwälten in den Verfahren Binnenkonflikte am Gericht Das Gericht vs. den Befehlshaber des Ersatzheeres? 5. Ungleichheit vor Gericht Strafsachen gegen Offiziere, Hauptleute und Unteroffiziere Strafsachen gegen Stabsoffiziere Strafsachen gegen Wehrmachtbeamte und Verwaltungsangestellte Strafsachen gegen Zivilisten Strafsachen gegen das Wehrmachtgefolge und die Mitglieder der Organisation Todt Die rechtliche Behandlung von Frauen Strafsachen gegen Kriegsgefangene IV. Nach der Verurteilung – Strafvollstreckung zwischen „Aufrechterhaltung der Manneszucht“, „Kriegsnotwendigkeiten“ und „Begnadigungen“ 1. Strafvollzug als Drehscheibe zwischen Front und Heimat „Frontbewährung“ vor dem Feind Die Bedeutung des Jahres 1944 für die Strafvollstreckung im Ersatzheer 2. Vollstreckung der Todesstrafen 3. „Gnadenerweise“ Schlussbetrachtung Abkürzungsverzeichnis Verzeichnis der Diagramme und Tabellen Anhang: Tabellen Quellen- und Literaturverzeichnis Register Personenregister Ortsregister Sachregister
Das Ersatzheer der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg ist immer noch eine Terra incognita. Dabei war seine Bedeutung an der Heimatfront immens. Es übernahm dort für das NS-Regime wichtige gesellschaftliche Aufgaben, wozu auch ein besonderer Aspekt der NS-Gerichtsbarkeit zu zählen ist: die Wehrmachtjustiz im Heimatgebiet. Kerstin Theis zeichnet am Beispiel eines Militärgerichts ein umfassendes und nuanciertes Bild dieser bisher fast ganz übersehenen militärischen Einrichtung. Auf breiter Quellenbasis liefert sie ein detailliertes Gruppenprofil der dort tätigen Richter und Befehlshaber. Sie beleuchtet den Gerichtsalltag, der sich nicht in der Strafverfolgung gegen Deserteure und der Verhängung von Todesurteilen erschöpft, sondern ein breites Spektrum von Delikten und Angeklagten-Gruppen umfasst. Schließlich - und das ist das größte Verdienst dieser innovativen Studie - kann die Autorin zeigen, wie die Richter in der Heimat mit ihren Mitteln versuchten, aus der "Volksgemeinschaft" eine mobilisierte Wehrgemeinschaft zu formen, in der alles den Erfordernissen eines "totalen" Krieges untergeordnet war.
EINLEITUNG Forschungskontexte Theoriebezüge Quellen und Überlieferungssituation Methodik und Zuschnitt der Studie TEIL I. AUSGANGSPUNKTE. Das Ersatzheer : ein Heer zweiten Ranges? Das Fallbeispiel : die Gerichte der Division Nr. 156 und Nr. 526 Historische Prägekräfte und zeitgenössische Kontexte Die Wehrmachtjustiz und ihre materiell- und verfahrensrechtlichen Grundlagen im Krieg TEIL II. IM GERICHT. Gruppenbiographische Merkmale der Richter und Gerichtsherren Organisation und personelle Ausstattung des Divisionsgerichts Aufgabenprofil Deliktstrukturen Tätigkeitsprofil TEIL III. VOR GERICHT. Determinanten der Rechtsprechung Sanktionsprofil Die Seite der Beschuldigten und Angeklagten Aushandlungsprozesse vor Gericht? : die Rolle der Beisitzer, Zeuginnen und Zeugen, Verteidiger und Sachverständigen Ungleichheit vor Gericht TEIL IV. NACH DER VERURTEILUNG : STRAFVOLLSTRECKUNG ZWISCHEN "AUFRECHTERHALTUNG DER MANNESZUCHT", "KREIGSNOTWENDIGKEITEN" UND "BEGNADIGUNGEN". Strafvollzug als Drehscheibe zwischen Front und Heimat Vollstreckung der Todesstrafen "Gnadenerweise" SCHLUSSBETRACHTUNG. "Die Studie zeichnet ein umfassendes Bild der Wehrmachtjustiz im bislang nahezu unbekannten Ersatzheer. Erstmals wird analysiert, wie die Militärgerichte der Ersatztruppen in der Heimat im Zweiten Weltkrieg arbeiteten. Die Autorin erstellt ein gruppenbiographisches Porträt des Gerichtspersonals und zeigt, wie dieses als verlängerter Arm der Wehrmacht in die Gesellschaft versuchte, aus der Volksgemeinschaft eine Wehrgemeinschaft zu machen."