Wahlverwandtschaften : Kulturgeschichte der Freundschaft im deutschen Judentum, 1888-1938
معرفی کتاب «Wahlverwandtschaften : Kulturgeschichte der Freundschaft im deutschen Judentum, 1888-1938» نوشتهٔ Philipp Lenhard، منتشرشده توسط نشر Mohr Siebeck GmbH & Company KG در سال 2023. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Philipp Lenhard widmet sich im vorliegenden Band der Kulturgeschichte der Freundschaft im deutschen Judentum vom wilhelminischen Zeitalter bis zum Vorabend des Holocaust. Er zeigt, dass ohne die Perspektive der Freundschaft wesentliche Einsichten in das Denken, Fühlen, Hoffen und nicht zuletzt Handeln der deutschen Juden fehlen. Gerade für die junge Generation der um 1900 Geborenen repräsentierte die Ideologie, das Versprechen der Freundschaft so vieles, das ihrem alltäglichen Leben Sinn und Bedeutung gab. Die Frage, wie "richtig" zu leben sei, konnte die Tradition oft nicht mehr beantworten. Stattdessen verbürgte die Freundschaft ein Leben, das auf Loyalität und Treue, auf Wahrheit und Gleichberechtigung basierte. Man wurde in eine Freundschaft nicht hineingeboren, sondern wählte sie sich aus freien Stücken und demonstrierte damit zugleich Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit. In einer Welt, die dem Einzelnen fremd und feindlich gegenüberzustehen schien, bot Freundschaft eine Form der Heimat, in der man nicht mehr einsam war. Für alle Protagonisten dieses Buches gilt, dass sich ihr Jüdischsein nicht erfassen lässt, wenn nicht Freundschaft als kulturgeschichtliches Phänomen ernst genommen wird - so ernst, wie es die historischen Akteure selbst genommen haben. Durch eine solche Perspektive geraten endlich zentrale Aspekte der jüdischen Kultur-, Ideen- und Sozialgeschichte in den Blick, die bislang durch andere Narrative überdeckt wurden. Cover Titel Inhalt Umschriften und Schreibweisen 1. Einleitung 1.1. Historiographie der Freundschaft 1.2. Kulturgeschichte der Freundschaft 1.3. Ideologien der Freundschaft 1.4. Praktiken der Freundschaft 1.5. Kapitelüberblick und Zeitraum 2. Eine bürgerliche Gesellschaft 2.1. Juden als soziale Gruppe 2.2. Tradition und Religiosität 2.3. „Unsichtbares Judentum“ 2.4. Freundschaften und Netzwerke 2.5. Jüdisches Milieu und kulturelle Renaissance 3. Ein neues Zeitalter der Freundschaft 3.1. Krise der Ordnung 3.2. Verbürgerlichung und Konfessionalisierung 3.3. Krise des deutschen Judentums 3.4. Freud und die patriarchale Kleinfamilie 3.5. Generationenkonflikte 3.6. Antibürgerliche Rebellion 4. Die Zerstörung der alten Welt 4.1. Gemeinschaft versus Gesellschaft 4.2. Ludwig Klages und Theodor Lessing 4.3. Die Juden im Ersten Weltkrieg 4.4. Alfred Wolfensteins Messianismus der Freundschaft 5. Bruderschaft, Jüngerkreis und Freundschaftszirkel 5.1. Fraternitas und Fraternité 5.2. Juden im George-Kreis 5.3. Oskar Goldbergs „Philosophische Gruppe“ 5.4. Nehemiah Anton Nobels Bund 6. Der Eros der Freundschaft 6.1. Freundschaft und Homosexualität 6.2. Die Reinheit der Freundschaft 6.3. Otto Weiningers Freundschaften 6.4. Benedict Friedlaenders Männerbund 6.5. Frauenfreundschaften 7. Aus der Bewegung 7.1. Eine neue Generation Blau-Weiß 7.2. Chaim Arlosoroffs „Tikwath Zion“ 7.3. Die Brieffreundschaft Scholem-Benjamin 7.4. Antizipation der Erlösung 7.5. Fritz Heinle, der tote beste Freund 8. Seelenfreundschaft 8.1. Georg Simmels differenzierte Freundschaften 8.2. Margarete Susmans Sakralisierung der Freundschaft 8.3. Betty Heimanns Philosophie der Anerkennung 8.4. Dialogisches Prinzip 8.5. Siegfried Kracauers Seelenfreundschaft 9. Das richtige Leben 9.1. Eine glückliche Insel 9.2. Kein richtiges Leben im Falschen 9.3. Leo Strauss und Jacob Klein 9.4. Politik der Freundschaft 10. Der Freund als Mitmensch 10.1. Karl Löwith und das Judentum 10.2. Phänomenologie der Mitmenschlichkeit 10.3. Heideggers jüdische Kinder 10.4. Hannah Arendt und die Liebe 10.5. Die ewige Jugendfreundin Anne Mendelsohn 10.6. Philosophie der Nächstenliebe 11. Gegensätze ziehen sich an 11.1. Die wirklich beste Freundin 11.2. Erwin Loewensons Pathos der Freundschaft 11.3. Suchende Treue 11.4. Carmen Kahn-Wallersteins Antipoden 11.5. Heiden und Juden 12. Überleben 12.1. Freundschaft in finsteren Zeiten 12.2. Was war Freundschaft? Quellen und Literatur Archivalien Literatur Danksagung Namensregister Orts- und Sachregister Philipp Lenhard widmet sich im vorliegenden Band der Kulturgeschichte der Freundschaft im deutschen Judentum vom wilhelminischen Zeitalter bis zum Vorabend des Holocaust. Er zeigt, dass ohne die Perspektive der Freundschaft wesentliche Einsichten in das Denken, Fühlen, Hoffen und nicht zuletzt Handeln der deutschen Juden fehlen. Gerade für die junge Generation der um 1900 Geborenen repräsentierte die Ideologie, das Versprechen der Freundschaft so vieles, das ihrem alltäglichen Leben Sinn und Bedeutung gab. Die Frage, wie'richtig'zu leben sei, konnte die Tradition oft nicht mehr beantworten. Stattdessen verbu?rgte die Freundschaft ein Leben, das auf Loyalität und Treue, auf Wahrheit und Gleichberechtigung basierte. Man wurde in eine Freundschaft nicht hineingeboren, sondern wählte sie sich aus freien Stücken und demonstrierte damit zugleich Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit. In einer Welt, die dem Einzelnen fremd und feindlich gegenüberzustehen schien, bot Freundschaft eine Form der Heimat, in der man nicht mehr einsam war. Für alle Protagonisten dieses Buches gilt, dass sich ihr Ju?dischsein nicht erfassen lässt, wenn nicht Freundschaft als kulturgeschichtliches Phänomen ernst genommen wird - so ernst, wie es die historischen Akteure selbst genommen haben. Durch eine solche Perspektive geraten endlich zentrale Aspekte der jüdischen Kultur-, Ideen- und Sozialgeschichte in den Blick, die bislang durch andere Narrative überdeckt wurden.
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