Von NS-Konzentrationslagern erzählen : Angeklagte vor Gericht über Dachau, Mauthausen, Ravensbrück und Neuengamme
معرفی کتاب «Von NS-Konzentrationslagern erzählen : Angeklagte vor Gericht über Dachau, Mauthausen, Ravensbrück und Neuengamme» نوشتهٔ Dominique Hipp، منتشرشده توسط نشر Bielefeld University Press. ein Imprint von Roswitha Gost u. Karin Werner - transcript Verlag در سال 2020. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
In Prozessen zu Verbrechen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern wie Dachau, Mauthausen, Ravensbrück und Neuengamme mussten die Angeklagten in ihren Aussagen eine »Lücke« zwischen den sich widersprechenden politischen, rechtlichen und vor allem moralischen Systemen schließen - und standen damit unter einem erhöhten erzählerischen Druck. Der Umgang mit Dokumenten solcher Verfahren verlangt deshalb eine Quellenkritik, die dem erzählenden Charakter Rechnung trägt, aber auch die Unterschiede zwischen den Prozessordnungen begreift. Dominique Hipp zeigt, dass die Erzähltheorie genau dies vermag, denn die narratologischen Fragen nach dem erzählerischen »Mehr« legen die narrative Selbstdefinition vor Gericht offen. Cover Inhalt 1. Einleitung 1.1 Geschichtswissenschaftlicher Umgang mit narrativen Quellen 1.2 Normalität der NS-TäterInnen 1.2.1 Defizite des Erklärungsansatzes des Referenzrahmens 1.2.2 Dualismus bzw. Parallelität von NS-Moral zu anderer Moral 1.3 Charakteristika einer Erzählung vor Gericht 1.3.1 Das Gespräch vor Gericht als Machtdiskurs 1.3.2 Unzuverlässiges Erzählen als Charakteristikum der Aussagenvon Beschuldigten im Vorfeld des Prozesses 1.3.3 (Fragmentarische) Selbsterzählung vor Gericht 1.3.4 Performativität im juristischen Verfahren und in den Gnadengesuchen der Verurteilten 1.4 Quellenkorpus 1.4.1 Dachauer Hauptverfahren 1.4.2 Österreichische Volksgerichtsprozesse 1.4.3 (Bundes-)Deutsche Verfahren zu Verbrechen im Konzentrationslager Ravensbrück und Neuengamme 1.5 Methodische Vorgehensweise und Struktur 2. Unzuverlässiges Erzählen in (hand-)schriftlichen vorprozessualen Aussagen 2.1 Warum (unzuverlässig) erzählt wird – Emotion und Moral 2.2 Literaturwissenschaftliche Sicht auf das unzuverlässige Erzählen 2.3 Unzuverlässigkeit des faktualen Erzählens 2.3.1 Unzuverlässiges Erzählen vor Gericht 2.3.2 Unzuverlässiges Erzählen vs. glaubhafte Aussage 2.3.3 Unzuverlässiges Erzählen als Merkmal (hand-)schriftlichervorprozessualer Aussagen 2.3.4 Marker des unzuverlässigen Erzählens in faktualen Texten 2.4 Zwischenfazit 2.5 Unzuverlässiges Erzählen Fritz Hintermayers währenddes Dachauer Hauptverfahrens 2.5.1 Konzentrationslager Dachau 2.5.2 Theodor Eicke – Dachauer Modell 2.5.3 Statement des Ersten Lagerarztes Fritz Hintermayer 2.5.4 Fritz Hintermayer als unzuverlässiger Erzähler 2.6 Vorprozessuales Schreiben in einem bundesdeutschen Verfahrenzum Konzentrationslager Ravensbrück – Wally K. 2.6.1 Konzentrationslager Ravensbrück und Außenlager Neustadt-Glewe 2.6.3 K. als unzuverlässige Erzählerin 2.7 Vorprozessuale Erzählung in einem Verfahren vor dem österreichischen Volksgericht in Wien – Ludwig W. 2.7.1 Konzentrationslager Mauthausen 2.7.2 Ludwig W.’s vorprozessuales Schreiben an den Untersuchungsrichter 2.7.2 W. als unzuverlässiger Erzähler 2.8 Fazit über vorprozessuale Schreiben ehemaliger SS-Angehöriger bzw. Angehörige des weiblichen SS-Gefolges in NSG-Verfahren 2.9 Vorprozessuale Erzählung eines ehemaligen Funktionshäftlings vor dem österreichischen Volksgericht in Wien 2.9.1 Funktionshäftlinge 2.9.2 Franz Diep.’s handschriftliche vorprozessuale Aussage 2.9.3 Aussage des ehemaligen SS-Angehörigen Ludwig W. im Vergleich mit der Aussage des ehemaligen Funktionshäftlings Franz Diep. 2.10 Fazit über das unzuverlässige Erzählen in vorprozessualen handschriftlichen Aussagen – ein Vergleich 3. Selbsterzählung der Angeklagten in den protokollierten Aussagen der Hauptverhandlungen 3.1 Selbsterzählung im Strafprozess 3.1.1 Warum und wie erzählt wird 3.1.2 Warum Selbsterzählung? 3.2 Wiedererzählen im Kreuzverhör 3.2.1 Sich wiedererzählend erinnern 3.2.2 Wiedererzählen als Beleg 3.3 Narrative Identität 3.3.1 Wie narrative Identität in der Hauptverhandlung entsteht 3.3.2 Erzählerische Positionierung 3.3.3 Erinnerte Position 3.4 Erzählen als argumentativer Akt 3.5 Analysekriterien 3.5.1 Sprachliche Schemata 3.5.1 Emotionales Erzählen – intendiert 3.5.2 Emotionales Erzählen – nicht‐intendiert 3.5.3 Positionierung als Teil narrativer Identität und emotionalen Erzählens 3.5.4 Handlungsmächtigkeit (agency) 3.6 Die juristischen Gegebenheiten für die Strafverfahren des österreichischen Volksgerichts und des amerikanischen Militärgerichts von Dachau 3.6.1 Österreichische Volksgerichte 3.6.2 Dachauer Militärgericht 3.7 Johann Kicks Selbsterzählung vor dem Dachauer Militärgericht 3.7.1 Politische Abteilung im Konzentrationslager 3.7.2 Aussagen des Angeklagten Kick im Verhör durch die Verteidigung(direct examination) 3.7.3 Aussagen des Angeklagten Kick im Kreuzverhör 3.7.4 Erneutes Verhör durch die Verteidigung (redirect examination) 3.8 Prof. Dr. Klaus Karl Schillings Selbsterzählung vor dem Dachauer Militärgericht 3.8.1 NS-Medizin und Schillings Suche nach einem Malaria-Impfstoff 3.8.2 Aussagen des Angeklagten Schilling im Verhör durch die Verteidigung (direct examination) 3.8.3 Aussagen Schillings im Kreuzverhör 3.8.4 Erneute Vernehmung durch die Verteidigung 3.9 Franz Dop.ʼs Selbsterzählung vor dem Wiener Volksgericht 3.9.1 Dop.ʼs Aussagen während der Hauptverhandlung 3.9.2 Dop.ʼs Plädoyer am Ende der Hauptverhandlung 3.10 Selbsterzählung des ehemaligen Funktionshäftlings Franz Diep. vor dem Wiener Volksgericht 3.10.1 Diep.ʼs Aussagen während der Hauptverhandlung 3.10.2 Diep. erzählt von sich als ein Häftling unter vielen 3.11 Selbsterzählung vor Gericht – ein Fazit 4. Performatives Erzählen im Gnadengesuch 4.1 Performativität als Grundeigenschaft eines juristischen Verfahrens 4.1.1 Juristische Verfahren und die Theateranalogie 4.1.2 Ebenen und Beteiligte des Performativen 4.1.3 Performativ erzeugte Wirklichkeit 4.2 Übergangsjustiz (Transitional Justice) und Transformation durch Performativität 4.2.1 NSG-Verfahren als Beispiel für Transgression 4.2.2 Verbrechen gegen die Menschheit vor Gericht 4.3 Performative Aussagen im juristischen Verfahren 4.3.1 Skalierte Performativität 4.3.2 Blick hinter das vordergründig Erzählte 4.3.3 Performative Sprechakte 4.3.4 Komplexität performativer Sprachhandlungen im Gnadengesuch 4.4 Erzählerische Ziele im Gnadengesuch 4.4.1 Strategische Ziele 4.4.2 Zeugnis ablegen 4.5 Aushöhlung des Machtdiskurses vor Gericht durch performative Sprechakte 4.5.1 Ritual und Performativität 4.5.2 Judith Butlers Begriff von Performativität 4.5.3 Performativität als Mittel der Durchsetzung eines Gnadengesuchs 4.6 Performativität von Gnadengesuchen in NSG-Verfahren 4.7 Gnadengesuche eines Verurteilten des Wiener Volksgerichts – Michael S. 4.7.1 Außenlager Ebensee 4.7.2 S.’s Biografie und seine Aussagen im Laufe seines Volksgerichtsprozesses 4.7.3 S.’s Gnadengesuch an das Wiener Volksgericht 4.7.4 S.’s Darstellung seiner Vorgeschichte 4.7.5 Relativierendes Schuldeingeständnis 4.7.6 S.’s Selbstviktimisierung 4.7.7 Moralischer Druck auf das Volksgericht 4.7.8 S.’s zweites Gnadengesuch an Justizminister Otto Tschadek 4.7.9 Michael S.’s Gnadengesuch an den Bundeskanzler Leopold Figl 4.7.10 S.’s viertes Gnadengesuch an den Obersten Gerichtshof Wien 4.7.11 Fazit über S.’s vier Gnadengesuche 4.8 Gnadengesuch eines Verurteilten des Dachauer Hauptprozesses –Walter Adolf Langleist 4.8.1 Kauferinger Außenlager 4.8.2 KZ-Außenlager Mühldorf 4.8.3 Langleists Aussagen während der Hauptverhandlung 4.9 Gnadengesuch einer Verurteilten des Landgerichts Berlin – Wally K. 4.9.1 K. begründet ihr Gesuch 4.9.2 Fazit über K.’s Gnadengesuch 4.10 Fazit über die Gnadengesuche ehemaliger SS-Angehöriger bzw. einer Angehörigen des weiblichen SS-Gefolges 4.11 Gnadengesuch eines weiblichen Funktionshäftlings, verurteilt durch das Landgericht Hamburg – Anneliese Margarethe Obry 4.11.1 Außenlager Helmstedt-Beendorf 4.11.2 Hamburger Verfahren gegen Anneliese Obry 4.11.3 Obrys Gnadengesuch 4.11.4 Unterschiede zwischen dem Gnadengesuch von Obry und denenvon SS-Angehörigen 5. Resümee und Ausblick 6. Literaturverzeichnis Dank In Prozessen zu Verbrechen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern wie Dachau, Mauthausen, Ravensbrück und Neuengamme mussten die Angeklagten in ihren Aussagen eine »Lücke« zwischen den sich widersprechenden politischen, rechtlichen und vor allem moralischen Systemen schließen - und standen damit unter einem erhöhten erzählerischen Druck. Der Umgang mit Dokumenten solcher Verfahren verlangt deshalb eine Quellenkritik, die dem erzählenden Charakter Rechnung trägt, aber auch die Unterschiede zwischen den Prozessordnungen begreift. Dominique Hipp zeigt, dass die Erzähltheorie genau dies vermag, denn die narratologischen Fragen nach dem erzählerischen »Mehr« legen die narrative Selbstdefinition vor Gericht offen. 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