معرفی کتاب «Vermittler des Rechts : Juristische Verlage von der Spätaufklärung bis in die frühe Nachkriegszeit» نوشتهٔ Henschel, Ulrike، منتشرشده توسط نشر De Gruyter De Gruyter Saur در سال 2015. این کتاب در 97 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
For over 200 years, legal publishing has been a highly influential segment of the book trade. Always staying close to prevailing opinion while remaining flexible enough to embrace shifts in the established order, legal publishers have succeeded in becoming a major component of the legal system. This work describes strategies for success in the world of legal literature from its beginnings in the 19th century up to the early post-war era. Inhalt Tabellenregister 1 Das juristische Verlagswesen als Forschungsgegenstand 2 Anfänge: Das Streben nach verlegerischer Identität 2.1 Gesetzliche Strukturen statt behördlicher Vorgaben 2.2 Regionalität des Autoren- und Absatzmarktes 2.3 Umfassende Verlagsprogramme in Universal- und Fakultätenverlagen 2.4 Die Entwicklung erster eigenständiger juristischer Verlagsprogramme 2.4.1 Langjährige Drucktradition: R. von Decker 2.4.2 Erfolg mit Behördenkontakten: C. F. Müller 2.4.3 Konsequente Positionierung: Carl Heymanns 2.5 Mechanismen und Verstärker der juristischen Spezialisierung 2.5.1 Staatliche Druckaufträge als Auftakt der Entwicklung 2.5.2 Zukäufe und Zeitschriftengründungen als Beschleuniger 2.5.3 Universitäres Umfeld als unterstützender Auftraggeber 2.5.4 Erfolgreiche strategische Ausrichtung auf regionale Märkte 2.5.5 Exkurs: England und seine früher einsetzende Marktevolution 2.6 Verlegerische Motivationen und familiäre Entwicklungsfaktoren 2.7 Autoren als Impulsgeber und Kontaktvermittler für ihre Verleger 2.8 Erste eigenständige Verlagsprodukte mit Archivcharakter 2.8.1 Archiv für die civilistische Praxis (AcP) im Verlag J. C. B. Mohr 2.8.2 Goltdammer’s Archiv für Strafrecht im Verlag R. von Decker 2.9 Die frühe Entwicklung des juristischen Verlagswesens 3 Expansion: Rechtswissenschaft als verlegerische Erfolgsbasis 3.1 Die Gesetzesflut nach der Reichsgründung 3.2 Der Kampf um den reichsweiten Absatzmarkt 3.2.1 Der juristische Buchmarkt: Solides Wachstum 3.2.2 Erweiterter Absatzmarkt durch Reichsgründung 3.2.3 Juristische Verzeichnisse erschließen den Markt 3.3 Expansion auf gefestigter Grundlage im Kaiserreich 3.3.1 Expansion bei Marktführern und Neugründungen 3.3.2 Wachstum im Programm und durch Akquisitionen 3.3.3 Positionierung im Markt bei zunehmender Konkurrenz 3.3.4 Unterstützung durch Ministerien und Institutionen 3.3.5 Juristische Vereinigungen als Kooperationspartner 3.4 Entwicklungstreiber Bürgerliches Gesetzbuch 3.5 Standardkommentare mit Rechtspraktikern als Autoren 3.5.1 Hermann Staub: »Vorbild moderner Kommentierungskunst« 3.5.2 Gottlieb Planck: »Ziehvater« des Bürgerlichen Gesetzbuchs 3.5.3 Julius von Staudinger: »Prototyp des großen Kommentars« 3.6 Verlagsprodukte im Kaiserreich: Vermittlung und Diskussion 3.6.1 Archiv für öffentliches Recht (AöR) als Archiv und Forum 3.6.2 Deutsche Juristen-Zeitung (DJZ) als Universalzeitschrift 3.7 Die Expansion des juristischen Verlagswesens 4 Positionierung: Der Weg zu ausdifferenzierten Verlagsprofilen 4.1 Strukturierung und Ausweitung juristischer Teildisziplinen 4.2 Erweiterter Absatzmarkt durch differenzierte Produktangebote 4.2.1 Der juristische Buchmarkt: Krisenfestes Marktsegment 4.2.2 Vereinigung Rechts- und Staatswissenschaftlicher Verleger 4.3 Juristische Verlage auf der Suche nach neuen Märkten 4.3.1 Rechtliche Strukturierungen als Anlass für Verlagsinitiativen 4.3.2 Gewinner der Unübersichtlichkeit: Verlagsneugründungen 4.3.3 Erfolge durch die Öffnung juristischer Verlagsprogramme 4.3.4 Erfolgreicher Auftritt einer neuen Verlegergeneration 4.3.5 Der Erste Weltkrieg als Thema und Einschnitt 4.4 Innovationen bei Finanzierungs- und Vertriebsformen 4.5 Demokratisierung und Öffnung der Autorenschaft 4.5.1 Autorengemeinschaften statt Einzelautorenwerke 4.5.2 Erste weibliche Juristen melden sich zu Wort 4.6 Neue Publikationskonzepte für den stagnierenden Markt 4.6.1 Kurz und knapp: Handbücher und Leitfäden für die Praxis 4.6.2 Umfassende Orientierung: Sammelwerke und Enzyklopädien 4.7 Die Ausdifferenzierung des juristischen Verlagswesens 5 Verlegerische Strategien zur Krisenbewältigung in der Weimarer Zeit 5.1 Akademische Diskussionen und rechtspraktische Debatten 5.2 Markt für juristische Literatur: Ein Markt bricht zusammen 5.3 Juristische Verlage in wirtschaftlich schwierigen Zeiten 5.3.1 Herausforderungen und Schwierigkeiten verschiedener Art 5.3.2 Differenzierte verlegerische Strategien zur Krisenbewältigung 5.3.3 Gewinner der Krise: Gründererfolg mit Programminnovationen 5.3.4 Die Rolle weiblicher Verleger – von Statthaltern zu Entscheidern 5.3.5 Der Lektor als unentbehrlicher Helfer im Namen des Verlags 5.4 Kooperationen und Zusammenschlüsse statt Konkurrenzkampf 5.4.1 Vereinigung wissenschaftlicher Verleger Walter de Gruyter 5.4.2 Verlag des Reichsbundes der Standesbeamten Deutschlands 5.5 Meinungshoheit als Herausgeber- und Autorenhonorar 5.6 Beststeller und Longseller in der Weimarer Republik 5.6.1 Taschen- und Kurz-Kommentare als Kassenschlager 5.6.2 Didaktische Literatur: Lehrbücher als Longseller 5.7 Die Bewältigung der Krise in den juristischen Verlagen 6 Kontinuitäten und Brüche im juristischen Verlagswesen nach 1933 6.1 Rechtshistorisches Umfeld: Recht im Unrechtsstaat 6.2 Markt für juristische Literatur: Der gelenkte Markt 6.3 Juristische Verlage zwischen Anpassung und Ablehnung 6.3.1 Unterwerfung oder Untergang: Repressalien 6.3.2 Bewährte Traditionen versus neue Allianzen 6.3.3 Schwierigkeiten beim Aufbau von Kontinuitäten 6.3.4 Neue Chancen durch neue Verhältnisse 6.4 Kontinuitäten durch Programmveränderungen 6.4.1 Ideologische Programmanpassungen in den Verlagen 6.4.2 Nationalsozialistisches Gedankengut in Einzelwerken 6.4.3 Kontinuitäten durch Orientierung an den Machthabern 6.4.4 Programmkontinuitäten durch personelle Veränderungen 6.5 Diskontinuitäten und existentielle Brüche 6.6 Kontinuitäten nach dem Zweiten Weltkrieg 6.7 Strukturelle Kontinuitäten und Brüche 7 Das juristische Verlagswesen: Beständigkeit und Wandel Dank Literaturverzeichnis Ungedruckte Quellen Gedruckte Quellen Forschungsliteratur Register Personenregister Werkregister Sach- und Verlagsregister
Das juristische Verlagswesen ist seit über zweihundert Jahren eines der einflussreichsten und wirtschaftlich erfolgsreichsten Segmente des Buchhandels. Stets nahe an der herrschenden Meinung, aber immer auch flexibel genug für die Umbrüche und Umstürze der Rechtsordnung ist es juristischen Verlegern gelungen, ein maßgeblicher und vor allem ertragreicher Teil des Rechtswesens zu werden. Das Werk beschreibt Erfolgsstrategien und Herausforderungen der juristischen Literaturwelt von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis hin zu den Verstrickungen im Nationalsozialismus.
Im Spannungsfeld zwischen der unabdingbaren Nähe zu staatlichen Einrichtungen und der notwendigen Neutralität ihrer Publikationen unterlagen die juristischen Verlage seit ihren Anfängen einigen Besonderheiten, die sie von anderen Fach- und Wissenschaftsverlagen unterschieden und die ihnen eine spezifische Rolle innerhalb der Fachdisziplin gaben. Die Entwicklungsgeschichte des juristischen Verlagswesens mit seinen Unternehmen, Autoren und Publikationen stellt somit nicht nur ein Stück Buchhandelshistorie dar, sondern ist auch ein Teil der Wissenschaftsgeschichte.