Unzuverlässiges Erzählen: Studien zur deutschsprachigen Nachkriegsliteratur (Abhandlungen zur Literaturwissenschaft) (German Edition)
معرفی کتاب «Unzuverlässiges Erzählen: Studien zur deutschsprachigen Nachkriegsliteratur (Abhandlungen zur Literaturwissenschaft) (German Edition)» نوشتهٔ Matthias Aumüller, Tom Kindt, Dana Kissling, Victor Lindblom، منتشرشده توسط نشر J. B. Metzler'sche Verlagsbuchhandlung & Carl Ernst Poeschel GmbH در سال 2023. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die einzelnen Studien dieser Open Access-Monographie (zu Werken u.a. von A. Andersch, Th. Bernhard, H. Böll, M. Frisch, G. Grass, H. Risse, A. Schmidt, O.F. Walter und G. Wohmann) geben in der Summe einen Überblick über die Variabilität, mit der das Verfahren narrativer Unzuverlässigkeit in der deutschsprachigen Literatur der Nachkriegszeit von 1945 bis 1969 realisiert wurde. Auf diese Weise werden nicht nur die verfahrenstechnischen Möglichkeiten in systematischer Hinsicht ausgeleuchtet, sondern auch die narrativen Abdrücke vermessen, mit denen das Verfahren diese literaturgeschichtliche Phase geprägt hat. Zur Verdeutlichung des literaturhistorischen Zusammenhangs schließt die Untersuchung einzelne Werke von Autoren der älteren Generation (Th. Mann, H. Broch, R. Neumann und A. Seghers) ein und endet mit einem Ausblick auf das unzuverlässige Erzählen in der DDR-Literatur. Danksagung Einleitung Inhaltsverzeichnis I. Kapitel: Theoretische Voraussetzungen 1 Zur Theorie des unzuverlässigen Erzählens 1.1 Struktur des Konzepts ‚unzuverlässiges Erzählen‘ 1.2 Sachverhalte und Werte/Normen 1.3 Deskriptive Aussagen und axiologische Urteile 1.4 Mimetische Inkongruenz-Relation: Sachverhaltsaussage und Sachverhalt 1.5 Diegetische Erklärung mimetischer Inkongruenz 1.6 Axiologische Inkongruenz-Relation: Wertung und Handlung vs. Wert und Norm 1.7 Bezugsbereich 1.8 Maßstab 2 Unzuverlässigkeit und Interpretation 2.1 Mimetisches Erzählen und erzählte Welt: Einfache Zuschreibungen 2.2 Mimetisches Erzählen und erzählte Welt: Komplexe Zuschreibungen 2.3 Von der Klassifikation zur Interpretation höherer Ordnung 3 Exemplarische Kurzanalysen potentiell unzuverlässigen Erzählens (M. Frisch, J. Becker und J. Breitbach) 3.1 Kurzfassung der Theorie 3.2 Kurzanalyse 1: Homo faber von Max Frisch 3.3 Kurzanalyse 2: Jakob der Lügner von Jurek Becker 3.4 Kurzanalyse 3: Joseph Breitbachs Bericht über Bruno (1962) II. Kapitel: Zur Frage nach Kontinuität und Diskontinuität – Unzuverlässiges Erzählen vor der Nachkriegsliteratur 1 Anna Seghers’ Transit 1.1 Die bekannte Unbekannte: Zum Vorenthalten von Information 1.2 Fehlende diegetische Erklärungen: Zur Persönlichkeit des Erzählers 1.3 Zur Axiologie des Erzählers und des Romans 2 Thomas Manns Doktor Faustus und Felix Krull 2.1 Zum Doktor Faustus 2.2 Zuverlässiges im Felix Krull 2.3 Krulls Schreibstil und seine Beziehung zu einer Operette 2.4 Krulls Unzuverlässigkeit 2.5 Fazit 3 Robert Neumanns Olympia (1961) und andere Werke 3.1 Robert Neumann, Irmgard Keun und die Technik der Impersonation 3.2 Unzuverlässiges Erzählen in Olympia (1961) 3.3 Der Kurzroman Luise (1966) 3.4 Der Roman Die dunkle Seite des Mondes (1959) und Neumanns literarische Modernität 4 Hermann Brochs Bergroman 5 Zur Frage nach einer Tradition des unzuverlässigen Erzählens in der deutschsprachigen Literatur 5.1 Abbruch einer Tradition 5.2 Ein Blick noch weiter zurück 5.3 Ein Modell der Entwicklung mit einem Ausblick III. Kapitel: Abseits der Gruppe 47 – Unzuverlässigkeit und instabile Welten 1 Instabile Welten als Herausforderung für das unzuverlässige Erzählen 1.1 Die „vermurkste Realität“ (Ernst Kreuder) 1.2 Zwischen Tradition und Innovation 2 Die Zuverlässigkeit der Asozialen und Besserwisser: Heinz Risses Außenseiter 2.1 Zur Erzählkonzeption: Zwei Romane im Vergleich 2.2 Allegorisches Erzählen in Wenn die Erde bebt (1950) 2.3 Authentizitätsmarker in Dann kam der Tag (1953) 2.4 Risses Weltanschauung 3 Unzuverlässiges Erzählen als Verfahren zur Vermeidung von Kitsch in Hans Erich Nossacks Spätestens im November (1955) 4 Traum und Realität in Marlen Haushofers Die Tapetentür (1957) 5 Innere Welt in Hermann Lenz’ Der russische Regenbogen (1959) 6 Fiktive Gegenwelten bei Arno Schmidt 6.1 Mimetische Unzuverlässigkeit in Gadir und Enthymesis oder W. I. E. H. (1949) 6.2 Das Nebeneinander von instabiler Welt und mimetischer Unzuverlässigkeit in Aus dem Leben eines Fauns (1953) 6.3 Funktionen der Anachronismen und Schmidts Poetik 7 Zwischen Unsinn und Unzuverlässigkeit: Thomas Bernhards Frost (1963) 7.1 Zwischen Sprachrohrhypothese und Rollenprosa 7.2 Überblick über Handlung und Erzählstruktur 7.3 Das Ende 7.4 Zur Frage nach dem zeitlichen Verhältnis von Erzählen und Erzähltem 7.5 Der Auftrag 7.6 Der narrative Status der Aufzeichnungen und die Frage nach der Entwicklung 7.7 Die mimetische Lesart: Wurden die Aufzeichnungen nachträglich bearbeitet? 7.8 Die mimetische Unzuverlässigkeit des Erzählers 7.9 Die anti-mimetische Lesart 7.10 Die Instabilität der Frost-Welt 8 Zusammenfassende Betrachtungen: Eine Zwischenbilanz 8.1 Instabile Welten und ihr mimetisches Substrat 8.2 Zur Axiologie der Erzählinstanzen und Werke IV. Kapitel: Die Neubegründung einer Tradition im Geiste Bertolt Brechts – Max Frischs Romane 1 Die Lösung eines Erzählproblems mit Hilfe Brechts (von Tom Kindt) 2 Uneindeutigkeit und doppelter Plot in Stiller (1954) (von Victor Lindblom) 2.1 Handlung und Ausgangslage 2.2 Erzählkonzeption: Perspektivierung 2.3 Unzuverlässigkeit: Indizien 2.4 Interpretationen 2.5 Fazit 3 „... die Wahrheit ist ein Riss durch den Wahn“: Homo faber (1957) (von Matthias Aumüller) 3.1 Bloß angelegte und bestehende Sachverhalte: Fabers ausgebliebene Heirat 3.2 Fabers geändertes Selbstbild 3.3 Schlussfolgerungen und kurzer Ausblick 4 Zwischen Möglichkeitserzählen und Unzuverlässigkeit: Mein Name sei Gantenbein (1964) (von Dana Kissling) 4.1 Grundlegendes zur Erzählweise 4.2 Analyse: Ein näherer Blick auf Enderlin 4.3 Interpretation 4.4 Noch einmal: Brecht bei Frisch 4.5 Axiologische Unzuverlässigkeit 4.6 Fazit V. Kapitel: Unzuverlässiges Erzählen nach Max Frisch 1 Problematisierung der Wahrheit bei Walter M. Diggelmann 1.1 Von der existentiellen Bedeutung des Erzählens: Geschichten um Abel (1960) 1.2 Von der instrumentellen Bedeutung des Erzählens: Das Verhör des Harry Wind (1962) 2 Unzuverlässigkeit und Demenz in Walter Vogts Wüthrich (1966) VI. Kapitel: Unzuverlässigkeit und das Ungefähre – Otto F. Walters Herr Tourel (1962) 1 Einführung: Zu Autor und Handlung 1.1 Der Autor und das Buch im Überblick 1.2 Die Handlung auf den ersten Blick 2 Das versteckte System: Erzählkonzeption 2.1 Allgemeines zur Gliederung und zur Erzählsituation 2.2 Die Rede des Erzählers 2.3 Die Rede der Figuren 2.4 Das Schicksal der Aufzeichnungen 3 Strittige Sachverhalte: Die Diagnose der Unzuverlässigkeit 3.1 Existiert der Adressat? Tourels explizite Revision des Sachverhalts 3.2 Indirekte Selbst-Widersprüche: Was Tourel nicht wahrhaben will 3.3 Stärker unbestimmte Sachverhalte und unaufgelöste Widersprüche 4 Tourel als Opfer und Täter: Zur Interpretation 4.1 Zum Zusammenhang zwischen Unzuverlässigkeit und ästhetischer Konzeption (Poetik) 4.2 Warum Tourel lügt 4.3 Was die von Tourel geleugneten Sachverhalte über ihn sagen 4.4 Tourels Entwicklung 4.5 Wie einheitlich Tourels Eigenschaften sind: Bleibende Ambivalenzen 5 Schluss VII. Kapitel: Unzuverlässiges Erzählen in Romanen der Gruppe 47 1 Von Kolbenhoff (1947) über Schallück (1959) bis S. Lenz (1968) 2 Axiologische Zuverlässigkeit bei Heinrich Böll 2.1 Das Brot der frühen Jahre (1955) 2.2 Die axiologische Problematik in Ansichten eines Clowns (1963) 2.3 Schniers Geschichte 2.4 Axiologische Anomalien in Schniers Verhalten 2.5 Argumente für einen von Schnier verursachten Normbruch und ihre Widerlegung 2.6 Schniers fragwürdige Einstellung gegenüber weiteren Figuren und ihre Rechtfertigung 2.7 Zur Distanz zwischen Autor und Erzählinstanz 2.8 Zusammenfassung 3 Unzuverlässigkeit vs. Phantastik in Günter Grass’ Blechtrommel 3.1 Oskars Anspruch auf Glaubwürdigkeit 3.2 Normalisierungsversuche: Was für Oskars mimetische Unzuverlässigkeit spricht 3.3 Bettszenen: Noch mehr Argumente für Oskars mimetische Unzuverlässigkeit 3.4 Aporien 3.5 Der Geltungsbereich der Mimesis-Präsumtion 3.6 Die Auflösung des Dilemmas 3.7 Oskars axiologische Unzuverlässigkeit 3.8 Anmerkungen zu den Werken der 60er Jahre 3.9 Zusammenfassung 4 Zynismus des Erzählers oder des Autors? Martin Walsers Halbzeit (1960) 4.1 Vorgriff: Das Maßstabsproblem im Roman 4.2 Anselm Kristleins Geschichte und das allgemeine Erzählprinzip 4.3 Drei Bereiche von Anomalien 4.4 Zur Funktion von Kristleins Unzuverlässigkeit 5 Reduzierte Intelligibilität in Peter Handkes Die Hornissen (1966) 5.1 Zwei alternative Deutungsansätze 5.2 Der Vorwurf der Lüge 5.3 Erinnerungsversuche des Erzählers 5.4 Das Nicht-Erinnerte und Nicht-Erzählte 5.5 Der mimetische Gehalt und die sprachliche Verfasstheit 6 Eine weitere Zwischenbilanz VIII. Kapitel: Das Wesentliche verschweigen – Gabriele Wohmanns Abschied für länger (1965) 1 Zwischen Liebes- und Familienroman: Zur Einführung 1.1 Einordnung 1.2 Fragen an den Text 2 Kohärenzbrüche: Die Erzählkonzeption 2.1 Heterogene Erzählverfahren 2.2 Die Etablierung der Thematik 2.3 Die Verkettung der Episoden und die Sukzession der Ereignisse 3 Unzuverlässigkeit: Ein einzelner, aber zentraler Sachverhalt 3.1 Ein (in der Fiktion) empirischer Sachverhalt 3.2 Zur Funktion des unzuverlässig erzählten Sachverhalts 3.3 Zur Möglichkeit der Verallgemeinerung des Befunds 4 Ein Anti-Liebesroman: Zur Interpretation 4.1 Die Familie als Grund des Scheiterns? 4.2 Andere Gründe des Scheiterns: Die Persönlichkeiten von Strass und der Erzählerin 4.3 Zwischen zwei literarischen Traditionen 4.4 Axiologische Unzuverlässigkeit als Pointe IX. Kapitel: Eine falsche Theorie – Alfred Anderschs Efraim (1967) 1 Ein Roman als Problemfall: Einführung 2 Unfertiges Erzählen: Die Erzählkonzeption 3 Missverständnisse der Rezeption: Efraims Unzuverlässigkeit 3.1 Themenkomplex ‚Efraims Beziehung zu Frauen‘ 3.2 Themenkomplex ‚Efraims Text‘ 3.3 Themenkomplex ‚Judenvernichtung, jüdische Identität und Weltanschauung‘ 3.4 Ergebnisse 4 Zwei weitere Kontexte: Zur Interpretation 4.1 Die Weltlage im Hintergrund: Der drohende Atomkrieg 4.2 Die Literaturgeschichte: Max Frisch und Robert Neumann X. Kapitel: Der Schluss als Auftakt – Unzuverlässiges Erzählen in der Literatur der DDR 1 Epilog: Rückblick auf das unzuverlässige Erzählen nach 1945 2 Prolog: Ausblick auf das unzuverlässige Erzählen in der DDR 2.1 Die Unzuverlässigkeit des Reaktionärs: Frühe Beispiele von Hermlin und Strittmatter 2.2 Angedeutete Unzuverlässigkeit. Beispiele aus den 60er Jahren 2.3 „[...] ihr Monofilstrumpf war nahtlos und fleischfarben“. Jakobs’ Beschreibung eines Sommers (1961) Siglenverzeichnis Literatur
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