Unentscheidbarkeiten : Zum Nicht-Wissen in Literatur und Naturwissenschaft um 1928
معرفی کتاب «Unentscheidbarkeiten : Zum Nicht-Wissen in Literatur und Naturwissenschaft um 1928» نوشتهٔ Sören Stange، منتشرشده توسط نشر Wilhelm Fink Verlag در سال 2013. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
In ""Unentscheidbarkeiten"" wird gezeigt, dass moderne Literatur und Naturwissenschaft ähnliche elaborierte Nicht-Wissens-Strukturen vor Augen stellen. Für den Nachweis wurden erstmals Originalbeiträge aus Quantenphysik und Metamathematik einem close reading unterzogen. Die kurrente Rede von der Wissensgesellschaft hat in der Literaturwissenschaft zwei Fragen aufgeworfen: Wie verhält sich Literatur zur Naturwissenschaft? Und generiert Literatur selbst Epistemisches? In ""Unentscheidbarkeiten"" werden diese Fragen für die Zeit um 1928 beantwortet. Es wird nachgezeichnet, dass Literatur variantenreich Nicht-Wissen, vor allem Unentscheidbarkeiten, formierte (Kafka, Musil, Broch); und dadurch mit der Naturwissenschaft strukturell verwickelt war, da in dieser ähnliches Nicht-Wissen inszeniert wurde (Heisenberg, Hilbert, Gödel, Freud). Darüber hinaus werden vor dem Hintergrund philosophischer Positionen der 1920er demokratische Implikationen der literarischen Nicht-Wissens-Arbeit rekonstruiert. Unentscheidbarkeiten: Zum Nicht-Wissen in Literatur und Naturwissenschaft um 1928 Inhalt A PHILOLOGIE DES NICHT-WISSENS: A VORGEHEN UND THESEN Geschichtlichkeit und Relevanz von sprachlichen Nicht-Wissens-Formationen Walter Benjamin liest Arthur Stanley Eddington: ‚wolkige Stellen‘ der Physik Literatur( wissenschaft) und Wissen Literatur(wissenschaft) und Nicht-Wissen Textauswahl, Aufbau B (TRANS-)FORMATIONEN VON NICHT-WISSEN B IN WISSENSCHAFTLICHEN TEXTEN I David Hilberts Über das Unendliche (1926) und I Kurt Gödels Über formal unentscheidbare Sätze der Principia I Mathematica und verwandter Systeme I (1931) Wissen-Können-Müssen Der scheinbare Rest jenseits der festen Grundlage Unendlichkeit als Id Die Heimsuchung im Paradies: die sogenannte Grundlagenkrise der Mathematik Die Gewissheit der Endlichkeit – Am Anfang das anschauliche Zeichen: die Wirklichkeit des Symbolischen – Das Schriftbild der Widerspruchsfreiheit als Ver-Sicherung – Die höchste Instanz des Wissens: das metamathematische Gericht – Hilberts implizite Einführung von Nicht-Wissen in Form von Unentscheidbarkeit Die Macht des Erfolgs: Früchte der Metamathematik Gödels unvollständige Urteilsgrundlagen: die Evidenz von Unentscheidbarkeit Das ‚Dritte Gödel’sche Unvollständigkeitstheorem‘ II Werner Heisenbergs Über den anschaulichen Inhalt der II quantentheoretischen Kinematik und Mechanik (1927) Kopenhagener Deutung vs. Kopenhagener Geist Ungenauigkeiten – Was ist anschaulich? Zum Beispiel Einstein Heisenbergs Interesse an Anschaulichkeit Analyse von Widersprüchen: das potentiell sinnlose Wort Das Licht der Aufklärung als merkwürdiges Projekti Veranschaulichungen zeitigen Inkonsistenzen und Nicht-Wissen Die Bahn, die Unbestimmtheit und die Statistik Konstitutive sprachliche Unschärfen Figuren des Nicht-Wissens: die Gegenwart und die Bahn Politiken des Indeterminismus: ein quantenphysikalisches Entscheidungsproblem Der, die, das Einzelne III Sigmund Freuds Hemmung, Symptom und Angst (1926) ‚Das Freud’sche Unbewusste‘ Schwierigkeiten mit Hemmung, Symptom und Angst Der Sprachgebrauch, die Begriffe und die Einzelfälle Unterhalb der verwickelten Oberfläche Freud trifft die Entscheidung, durch Veranschaulichung zu verstehen ( Schwierigkeiten mit der Unterseite der Oberfläche Schwierigkeiten ‚un-erledigen‘ Arbeiten statt Weltanschauen: die Struktur metapsychologischer Gegenstände Abgrenzungen: das Ich/Es/Symptom-Gebilde Wuchernde Kompliziertheit: vom Regel- zum Einzelfall Non liquet! Wahlforschung: singuläre Kontingenz Die Zwangsneurose als tückisches epistemisches Objekt: Regelexzesse Nicht-defizitäre Unschärfen in der metapsychologischen Veranschaulichung Komplikationsreduktionen als Voraussetzung der Regelfallbildung Angst als inkonsistenter epistemischer Gegenstand In-Verbindung-Bringen: Angst ist wesentlich zweierlei Neurosenwahl: widerständige Kompliziertheit Das Sein der Neurose: (Nicht-)Entscheidung des Unentscheidbaren ( C (TRANS-)FORMATIONEN VON NICHT-WISSEN C IN LITERARISCHEN TEXTEN Im Zwischen: Vielfalt und Häufung von Unentscheidbarkeitsformen I Franz Kafkas Das Schloß (1926 Undeutbarkeiten Buch der ‚Vor-Urteile‘ und des ‚Sei es, sei es‘ Unvollständigkeit: K.s Landvermessertum Sachliche Inkonsistenz: K.s Kampf Singuläre Kontingenz: Nicht-Gastfreundschaft und K.s Überzählig-Sein Das Schloss von Außen: Blicke und Wege ( Schlossgeschichten (I): unauflösbare Kompliziertheit Schlossgeschichten (II): vom Unbeobachtbaren erzählen Inkonsistenz: die Nicht-Problematisierung der Identität der Gehilfen Unentscheidbarkeiten auf Mikroebene: Stock, Peitsche, Rute, Spritze Unentscheidbarkeiten auf Mikroebene: vermeintliche ‚narrative Metalepsen II Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften (1930/32) Was ist ein Mann ohne Eigenschaften? Singuläre Kontingenz: Ulrich und das Genie der Lieferanten Unauflösbare Kompliziertheit: der Fall Moosbrugger Unvollständigkeit: ethisches Unvermögen oder Ulrich kann sich nicht entscheiden Singuläre Kontingenz: PDUG Singuläre Kontingenz: Unfall Inkonsistenz: die fehlende Legitimität des Romans Inkonsistenz: Rätsel des Wer-Sein Kompliziertheit: das Gleichnis von einer z.T. gleichnishaften Gleichnistheorie (207) Singuläre Kontingenz: die Genauigkeit der Unterscheidung von Genauigkeiten III Hermann Brochs Die Unbekannte Größe (1931) Inkonsistenz: die unbekannt bleibende ‚Unbekannte Größe Singuläre Kontingenz: physikalische und lebensweltliche Ereignisse Singuläre Kontingenz (II): Irrsinn und Liebe Konstitutive Kompliziertheit: die lichtmetaphorische ‚Un- Ordnung‘ der Themen Unvermeidliche Unbeobachtetheit: Karls „Beobachtungsgabe“ Bemerkung am Rande: Die Politik der Nicht-Wissens-Form, Deform D ZUR NICHT-WISSENS-POLITIK UM 1928 Die potentiell grenzenlose Relevanz der Unentscheidbarkeitsformationen Die tatsächliche Irrelevanz der Unentscheidbarkeiten Ignorabimus! Annullierung der Rätsel ( Die Entzauberung der Welt ( Lebensfragen echtsfragen Von einer „Unentscheidbarkeit aller Rechtsprobleme“ und „göttlicher Gewalt“ Die grenzenlose Relevanz der Unentscheidbarkeiten (II) Passive Entscheidung, das Kommende: das Demokratische der Unentscheidbarkeit ERGÄNZENDE NACHTRÄGE UND DANK TEXTVERZEICHNIS Sören Stange zeigt, dass moderne Literatur und Naturwissenschaft ähnlich elaborierte Strukturen des Nicht-Wissens vor Augen stellen. Für seinen Nachweis unterzieht er erstmals Originalbeiträge aus Quantenphysik und Metamathematik einem Close Reading.Die geläufige Rede von der Wissensgesellschaft wirft in der Literaturwissenschaft zwei Fragen auf: Wie verhält sich Literatur zur Naturwissenschaft? Und generiert Literatur selbst Epistemisches? Unentscheidbarkeiten beantwortet diese Fragen für die Zeit um 1928 und zeichnet nach, dass Literatur variantenreich Nicht-Wissen formierte (Kafka, Musil, Broch). Dadurch stand sie der Naturwissenschaft strukturell nahe, da diese ähnliches Nicht-Wissen inszenierte (Heisenberg, Hilbert, Gödel). Vor dem Hintergrund philosophischer Positionen der 1920er rekonstruiert Sören Stange darüber hinaus demokratische Implikationen der literarischen Nicht-Wissens-Arbeit.
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