Übungsformationen : Das Üben der antiken Rhetorik als Praxis der Subjektivierung
معرفی کتاب «Übungsformationen : Das Üben der antiken Rhetorik als Praxis der Subjektivierung» نوشتهٔ Ruben Pfizenmaier، منتشرشده توسط نشر Brill | Fink. ein Imprint der Brill Deutschland GmbH در سال 2024. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Was geschieht, wenn wir eine Sache im Rahmen einer strukturierten Praxis immer wieder tun? Was ereignet sich, wenn wir üben? Wie kann die im Anschluss an Foucault oft formulierte Hoffnung auf kritische Selbstkultivierung fundiert werden? Üben befähigt und gewöhnt, es automatisiert und diszipliniert – es subjektiviert. Zugleich vollziehen sich in jeder Übungspraxis Momente, die nicht unmittelbar von Regelwerk und Rahmen kontrolliert werden können. Ausgehend von der Übungspraxis der Rhetorik im antiken Rom und insbesondere Quintilians „Institutio oratoria“ widmet sich diese Studie den vielfältigen Effekten des Übens. Dabei wird die Rolle des rhetorischen Übens innerhalb des Dispositivs der antiken Rhetorik Roms beleuchtet. Zudem wird in systematischer Absicht ein praxistheoretisch informierter, phänomenologischer Nachvollzug angestellt, der die Rolle der Aisthetis, von Gewohnheit und Aufmerksamkeit, Situation und Affekt im rhetorischen Üben herausarbeitet. Front Cover Half Title Series Information Title Page Copyright Page Inhalt Einleitung Gegenstand und Fragestellung. Ansatz und Arbeitsdefinition Stand der Forschung Methode und Vorgehen Verlauf Teil I. Formationen des Übens: Üben und Übungen der Rhetorik im antiken Rom. Quintilians Institutio oratoria 1 Das Dispositiv der Rhetorik im antiken Rom. Historisches und Methodisches 1.1 Zur Auswahl des Materials: Quintilians Institutio oratoria 1.2 Das Dispositiv der Rhetorik im antiken Rom 1.2.1 Foucaults Begriff des Dispositivs 1.2.2 Institutionen: Die Bühnen der Rhetorik 1.2.3 Architektonische Einrichtungen: Topologie der Rede im antiken Rom 1.2.4 Diskurs und rhetorische Praxis 1.2.5 Philosophische Lehrsätze, ethische Erziehung, Kultivierung jenseits des Gesetzes 1.2.6 Normen und Idealvorstellungen: Zurichtungen des Körpers 1.2.7 Ordnungen der Affekte 1.2.8 Dispositiv der Rhetorik und rhetorische Subjektivität 1.2.9 Dysfunktionen, Risse, Brüche 2 Die Arbeit an und mit der eigenen Natur. Erste Bestimmung des Übens 2.1 Natur als Material und Potenzial 2.1.1 Sophistisches Bildungsdenken: Die Diskontinuität von physis und nomos 2.1.2 Die drei Seiten der Naturanlage: Geistiges ingenium, ethische natura, physische natura 2.1.3 Individuelle Natur und Allnatur 2.2 Die triadische Grundstruktur antiker Bildung und die Entwicklung der Anlagen 2.3 Die Rückwirkung des Tuns auf die Täter:innen. Bestimmung des Übens anhand des körperlichen Trainings 2.4 Zusammenfassung 3 Regelwerk und Kanon. Die Stellung der ars in der Institutio oratoria 3.1 Der Status der Rhetorik als technē 3.1.1 Platons Kritik 3.1.2 Eine Rhetorik im Sinne der Philosophie: Die Rhetorik des Aristoteles 3.1.3 Quintilians Verständnis der Rhetorik 3.2 Die Grenzen der Theoretisierbarkeit 3.2.1 Die Stellung der Formate disciplina, doctrina, praecepta und die Bestimmung der ars 3.2.2 Primat der Praxis und Relativierung der Theorie 3.2.3 Persuasion als Sprechakt – und ihre Lehr- und Lernbarkeit 3.2.4 Relationales und Situatives Wissen 3.2.5 Angemessenheit 3.3 Imitatio: Die Vermittlung von ars und natura und der Übergang zur exercitatio 3.3.1 Nachahmung. Von Gorgias zu Quintilian 3.3.2 Zur Praxis der rezeptiven imitatio 3.3.3 Meditative Lektüre und imitatorische Subjektivität 3.4 Zusammenfassung 4 Die Übungen der Institutio oratoria. Eingehende Bestimmung des Übens 4.1 Antikes Üben. Überblicksskizze 4.2 Die Übungen der Institutio oratoria 4.2.1 Vorübungen: Die progymnasmata bei Grammaticus und Rhetor 4.2.2 Einübungen: Rhetorische Übungen 4.2.3 Ausübungen: Stilübungen 4.3 Aspekte rhetorischen Übens. Vertiefung 4.3.1 Wie wir handeln, wenn wir üben: Üben als Rahmensetzung 4.3.2 Was wir tun, wenn wir üben: Üben heißt, sich Aufgaben zu stellen 4.3.3 Die primäre Form rhetorischen Übens nach Quintilian: Schreibend üben, um Sprechen zu lernen 4.3.4 Das Dilemma der Vorübungen und das Paradox des Übens 4.3.5 Rolle und Funktion der Lehrer:in im und für das Üben 4.3.6 Vortragsübungen: Die endlose Vervollkommnung des Subjekts der Rhetorik 4.4 Zusammenfassung 4.5 Übungserfolge. Charakteristika rhetorischer Subjektivität Teil II. Formatierung durch Übung: Der Vollzug der Subjektivierung im rhetorischen Üben 5 Gewöhnung, Gewohnheit 5.1 Stand der Untersuchung 5.1.1 Gewohnheit als Ziel des Übens 5.1.2 Begriffliches: Von der griechischen hexis zur facilitas bei Quintilian 5.2 Gewöhnung als Ökonomie der Aufmerksamkeit 5.2.1 Rhetorik als Aufmerksamkeitsgeschehen 5.2.2 Aufmerksamkeit als Phänomen 5.2.3 Mittel und Material: Die doppelte Rolle der Aufmerksamkeit im Üben 5.2.4 Routine und Automatismus 5.3 Verfeinerung durch Betäubung: Das Doppelgesetz der Gewohnheit 5.3.1 Bestimmung der Sinnesorgane durch wiederholten Gebrauch 5.3.2 Aktive und passive Gewohnheit, sensitive und motorische Modifikation 5.3.3 Von der unmerklichen Perzeption zur bewussten Apperzeption 5.3.4 (Rhetorisches) Üben als aisthetische Praxis 5.4 Gewohnheit als hexis und Lebensform 5.4.1 Aristoteles’ Denken der hexis 5.4.2 Zeitlichkeit, Kinetik, Plastizität 5.5 Zusammenfassung 6 Situation 6.1 Vorwegnahme einer Zukunft auf Grundlage der Vergangenheit 6.1.1 Der Habitus der Rhetorik 6.1.2 Bourdieus Konzept des Habitus 6.1.3 Ist alles Üben konservativ? 6.2 Rhetorik als kairotische Praxis 6.2.1 Die Situation entscheiden, den kairos ergreifen 6.2.2 Die Stegreifrede als höchstes Ziel rhetorischer Bildung 6.3 Die Situation der Rhetorik 6.3.1 Charakteristika rhetorischer Situationen 6.3.2 Situationsfaktoren, Situationspotenziale: Affordanzen 6.3.3 Rhetorisches Können als gelingende Verbindung von Situation und Gewohnheit 6.3.4 Einüben in Situationen: Gewohnheit als Körperschema 6.3.5 Mitspielfähigkeit, Praktischer Sinn, Sinn für das Spiel 6.3.6 Urteilsvermögen als Gespür für Angemessenheit 6.3.7 Exkurs: Das Können der mētis – Gerissenheit, List, Wandelbarkeit 6.4 Jenseits der Subsumption: Urteilsvermögen und Analogie 6.4.1 Gegen Kants Begriff der Urteilskraft 6.4.2 Analogie statt begrifflicher Logik 6.4.3 Übungen gegen Situationsblindheit 6.4.4 Erkennendes Agieren 6.5 Zusammenfassung 7 Affekt, Affizierung, Selbstaffektion 7.1 Zum Stand der Untersuchung. Das Subjekt der Rhetorik im antiken Rom 7.2 Antike Affekte: Affekt und Affizierung, rhetorisch und philosophisch 7.2.1 Die Bildung der Affekte: Hexis als Ereignisfähigkeit 7.2.2 Die Praxis der Rhetorik als Theater der Affekte 7.2.3 Pathos und ēthos in der Institutio oratoria 7.2.4 Zum praktischen Umgang mit den Affekten 7.2.5 Affekte als Kraft der Rede 7.3 Rhetorische Selbstverhältnisse 7.3.1 Die Übung des Überdenkens: cogitatio 7.3.2 Ciceros Bestimmung des Menschen: Die Vier-personae-Lehre 7.3.3 Antike Selbstgespräche 7.3.4 Das Vernehmen der eigenen Stimme: Selbstgespräch als Selbstaffektion. Philosophische Implikationen 7.3.5 Plastizität und Subjektivität 7.4 Übungen gegen das Üben? 7.4.1 Foucaults Hoffnung 7.4.2 Disziplinierung vs. Ästhetik der Existenz: Zweierlei Üben? 7.4.3 Andeutungen: Ästhetisch-Werden des Übens 7.4.4 Prosopopoiia als Übung der Selbstaffektion und der inneren Polyphonie 7.4.5 Übersetzungsübungen 8 Exkurs. Üben jenseits der Rhetorik – die Übungen der Philosophie und das Problem des anderen Lebens 8.1 Quintilian gegen Seneca 8.2 Senecas Kritik an Redekunst und Politik seiner Zeit 8.3 Die Übungen der Philosophie 8.4 Funktionen und Ziele der Übungen der Stoa 8.5 Kritikszenen: Das Theater der Kyniker 8.6 Der Kyniker als Kundschafter und die Dramatisierung der Wahrheit 8.7 Die Kritik der Kyniker und Foucaults Denken der Kritik 8.8 Eine Geschichte des Kynismus? 8.9 Parrhēsia: Die wahre Rede als rhetorisches Schwellenphänomen 8.10 Zum Ende – wie beginnt das Üben? 8.11 Was bleibt? Schluss Zusammenfassung. Neun Thesen zum Üben Üben jenseits der antiken Rhetorik. Kontinuitäten, Anschlussmöglichkeiten Der Blick auf die Gegenwart Danksagung Verwendete Siglen Literatur- und Quellenverzeichnis Antike Quellen Außereuropäische Quellen Spätere Quellen und Forschungsliteratur Nachschlagewerke Internetquellen Filme Personenregister Back Cover
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