معرفی کتاب «Über die Produktion von Tönen : Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918–1938» نوشتهٔ Schinko, Georg، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag GesmbH u. Co KG در سال 2019. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden Arbeit wie auch Nicht-Arbeit in Europa radikal neu bestimmt und verhandelt. Was gute Arbeit bzw. überhaupt Arbeit war, welche Tätigkeiten und Zustände noch legitime Nicht-Arbeit darstellten, und welche zu verhindern und zu bestrafen waren, erfuhr in dieser Periode eine teils massive Umdeutung. Wenn auch die Grundlinien dieser Differenzierungen bereits in der frühen Neuzeit vorhanden waren, so dürften sich deren praktische Auswirkungen im 17. und 18. Jahrhundert weitgehend auf gelehrte Debatten beschränkt und wenig Einfluss auf die Praktiken der breiten Bevölkerung gehabt haben. 1 Im 19. Jahrhundert vollzogen sich dann zahlreiche Veränderungen dessen, wie Arbeit nicht nur gedacht, sondern auch praktiziert und organisiert wurde. Jürgen Kocka konstatiert etwa die Zunahme marktvermittelter Arbeit, die räumliche Trennung von Arbeitsund Wohnort und Änderungen in der staatlichen Regulation von Arbeit, die für ihn zu einer Verengung des Arbeitsbegriffs auf Erwerbsarbeit führte. 2 Auch Josef Ehmer spricht von einer Bedeutungszunahme von Erwerbs-wie auch Berufsarbeit im 19. und frühen 20. Jahrhundert, die zur Grundlage sozialer Bewegungen, ideologischer Strömungen und staatlicher Programme wurden. 3 Brigitta Bernet und Jakob Tanner betonen den im 19. Jahrhundert durchgesetzten Begriff der "produktiven Arbeit", der eine enorme Aufwertung von Arbeit bei gleichzeitigem Ausschluss jener Tätigkeiten, die nicht betriebliche Lohnarbeit waren, mit sich brachte. 4 In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts verstärkten sich diese Entwicklungen bzw. erreichten sie eine neue Qualität. Sebastian Conrad, Elisio Macamo und Bénédicte Zimmermann sehen vor allem die Kommodifizierung von Arbeit (als Arbeitskraft) 1 Ehmer, Geschichte, 35. Nach Brigitta Bernet und Jakob Tanner gilt das allerdings in vermindertem Ausmaß auch noch für das 19. und 20. Jahrhundert: "Historisch gesehen ist das lebenslange ‚Normalarbeitsverhältnis' -im Sinne einer freien, sozial abgesicherten Erwerbstätigkeit -indes nicht die Norm, sondern eine Ausnahmeerscheinung, die streng genommen gar nie normal war [...] viele produktive Tätigkeiten [...] waren auch im globalen Norden nie in ein Normalerwerbsverhältnis eingebunden." (Bernet/Tanner, Einleitung, 162) Für Zahlen
Die vielfältigen Formen des Musizierens in der österreichischen Zwischenkriegszeit wurden in Konflikten um legitime und illegitime Musizierpraktiken immer wieder neu verhandelt. Im Zusammenhang zeitgenössischer Kategorien der Neudefinition und Neuorganisation von Arbeit mit technischen Entwicklungen und neuen Musikgenres wurden unterschiedliche Musizierformen höchst unterschiedlich praktiziert und behandelt. Durch eine systematische Analyse der Beziehungen zwischen Musizierformen, die bislang meist nur getrennt untersucht wurden, werden Hierarchien von Musizieren und Musizierenden zwischen (Nicht-)Kunst und (Nicht-)Beruflichkeit klar, die teilweise auch Jahrzehnte danach noch öffentliche Wahrnehmungen und wissenschaftliche Kategorisierungen von Musik beeinflussten.
Die vielfältigen Formen des Musizierens in der österreichischen Zwischenkriegszeit wurden in Konflikten um legitime und illegitime Musizierpraktiken immer wieder neu verhandelt. Im Zusammenhang zeitgenössischer Kategorien der Neudefinition und Neuorganisation von Arbeit mit technischen Entwicklungen und neuen Musikgenres wurden unterschiedliche Musizierformen höchst unterschiedlich praktiziert und behandelt. Durch eine systematische Analyse der Beziehungen zwischen Musizierformen, die bislang meist nur getrennt untersucht wurden, werden Hierarchien von Musizieren und Musizierenden zwischen (Nicht- )Kunst und (Nicht- )Beruflichkeit klar, die teilweise auch Jahrzehnte danach noch öffentliche Wahrnehmungen und wissenschaftliche Kategorisierungen von Musik beeinflussten