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Transkription wortloser Gesänge. Technik und Rückwirkungen der Verschriftlichung des Jodelns und verwandter Gesänge im deutschsprachigen Alpenraum

معرفی کتاب «Transkription wortloser Gesänge. Technik und Rückwirkungen der Verschriftlichung des Jodelns und verwandter Gesänge im deutschsprachigen Alpenraum» نوشتهٔ Yannick Wey، منتشرشده توسط نشر innsbruck university press در سال 2019. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurden mündlich tradierte Gesangs­gattungen im Alpenraum zunehmend musikalisch transkribiert. Die Übersetzung des Klangs in Schrift, eine wesentliche Thematik der Musikethnologie, kann hier in einem Feld beobachtet werden, das klar definiert und abgegrenzt wird und diesen Prozess der Verschriftlichung über rund zwei Jahrhunderte in vielfältigen Aus­prägungen erlebte. Die vorliegenden Forschungsresultate geben Einsicht in die Prozesse, durch welche der wortlose Gesang im deutschsprachigen Alpenraum verschriftlicht wurde, und die daraus erfolgten Rückwirkungen auf die musikalische Tradierung. Merkmale des alpenländischen Jodlers und verwandter Gesangsstile wurden von den Normen der schriftbasierten Musik, im Speziellen von diatonischen Tonskalen und den formalen Eigenschaften von Liedern, überlagert. Musiknotation funk­tioniert hierbei als transformative Technologie, welche den Inhalt und die Form der Musik mitgestaltet und sowohl zu neuen Möglichkeiten als auch zu Einschränkungen in der Darstellung und Speicherung musikalischer Inhalte führt. 1 Einleitung 1.1 Begriffsbestimmungen und Abgrenzungen 2 Methodische Grundlagen 2.1 Grundlegende Theorie der Musiktranskription 2.1.1 Präskriptive und deskriptive Transkription 2.1.2 Parameter und Zeichenvorrat der Musiktranskription 2.1.3 Technische Hilfsmittel 2.1.4 ‚Objektive‘ und ‚subjektive‘ Seiten der Transkription 2.2 Musiktranskription im aktuellen Forschungsfeld 2.2.1 Aktualität der Transkriptionsfrage 2.2.2 Notenschrift als Technologie 2.2.3 Entwicklung der Außenspeicherung von Musik 2.2.4 Wie kann der Klang untersucht und symbolisch repräsentiert werden? 2.2.5 ‚Music Information Retrieval‘ und die Übersetzung akustischer Informationen in die musikalisch-symbolische Repräsentation 2.2.6 Notation als Autorität 2.2.7 Fazit: ‚Consilience‘ als interdisziplinäres Prinzip und Musiknotation als Technologie 3 Historische Etappen der Transkriptionsprozesse des wortlosen Gesangs im deutschsprachigen Alpenraum 3.1 Einführung der Musikschrift in die Tradition wortloser Gesänge des deutschsprachigen Alpenraums 3.1.1 Erwachendes Interesse an Transkriptionen: Johann Jakob Bodmer und Laurenz Zellweger 3.1.2 Paradigmen der Musiktranskription im 18. Jahrhundert 3.1.3 Problematik der Transkription vor der Erfindung der Tonaufnahmetechnologie 3.1.4 Die Suche nach dem ‚Kuhreihen‘: Transkriptionen aus Reiseberichten 3.1.5 Harmonisierung und Formalisierung: Kuhreiheneditionen und Sammlungen 1805–1826 3.1.6 Gesellschaftspolitische Funktion: ‚Bildung des Volkes für und durch Musik‘ 3.1.7 Fazit: Einführung der Transkription in den wortlosen Gesang des Alpenraums 3.2 Transkriptionen von Jodlern und Juchzern durch Josef Pommer 3.2.1 Feldforschungen Josef Pommers und der österreichischen ‚Volksliedbewegung‘: Hintergrund, Motivation und Kontroversen 3.2.2 Pommers ‚Anleitung zur Sammlung und Aufzeichnung von Volksliedweisen‘ 3.2.3 Aufzeichnung und musikalische Emanzipation von Juchzern und Schreien 3.2.4 Gründe für die Ablehnung der Tonaufnahmetechnik bei der Aufzeichnung 3.2.5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 3.3 Die Feldforschungen Wolfgang Sichardts in der Schweiz und ihre Rezeption 3.3.1 Motivation und Rahmenbedingungen 3.3.2 Feldforschungsreise und Tonaufnahmen 3.3.3 Theoretischer Hintergrund von Sichardts Forschung in der Kulturkreislehre 3.3.4 Rezeption 3.3.5 Analyse der Tonalität und der rhythmischen Einteilung in Sichardts Transkriptionen 3.3.6 Analyse: Nicht transkribierte Klangfarben erzeugen den Eindruck des ‚Archaischen‘ 3.3.7 Fazit: Sichardts Tonaufnahmen und Transkriptionen 4. Technik und Diskurse der Jodeltranskription von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute 4.1 Diskurse um die Transkription und die schriftliche Vermittlung des Jodels 4.1.1 Der ‚Naturjodel‘ in der Schweiz 4.1.2 Schriftliche Vermittlung des Jodels in der Schweiz: Fellmanns Schulungsgrundlage und ihre Auswirkungen 4.2 ‚Hebung und Aufwertung‘ des Naturjodels vor dem Hintergrund der Transkriptionsprozesse 4.2.1 Hintergründe: Die Echtheitsdebatte und die Frage nach der Authentizität 4.2.2 Quellen aus dem Nachlass Heinrich Leuthold 4.2.3 Abgrenzung des Naturjodels von der Schriftlichkeit 4.2.4 Der Naturjodelkurs von 1968 und die ‚Aktion Naturjuuz‘ von 1974 4.2.5 Notwendigkeit einer emischen Perspektive und Erwartungen an Leuthold 4.2.6 Neue Authentizitätskonzepte für den Naturjodel? 4.2.7 Fazit: Transkription des Naturjodels 4.3 Versuche der graphischen Notation 4.4 Phonographische Forschungen über den Jodel 4.4.1 Walter Grafs phonographische Visualisierungen des Jodels 4.4.2 Hugo Zemps Transkription des Muotataler Jodels 4.4.3 Untersuchungen zur Rhythmik durch Hermann Fritz 4.4.4 Fazit: Phonographische Analyse als Grundlage der Transkription? 4.5 Aktuelle Tendenzen bei der Transkription des Jodels 4.5.1 Transkriptionen des Jodlers aus dem Bregenzerwald von Evelin Fink-Mennel 4.5.2 Dirigentennotizen 4.5.3 Deskriptive Transkriptionen des Ostschweizer Naturjodels durch Willi Valotti 4.5.4 Fazit: Aktuelle Tendenzen bei der Transkription des Jodelns 5 Analysen: Transkription und Tonsystem 5.1 Narrativ über die Veränderung der Tonsysteme im Alpenraum 5.2 Methoden zur Induktion der Tonalität und ihre Verschriftlichung 5.2.1 Induktion der Tonskala durch musikalische Daten aus Tonaufnahmen 5.2.2 Einfluss des eigenen Höreindrucks bei der Analyse der Tonalität 5.2.3 Vertikale und horizontale Relationen 5.3 Fallstudie: Erklären konventionelle Tonsysteme den Naturjodel von Arnold Schlepfer? 5.3.1 Datenerhebung 5.3.2 Klassifikation von tonalen Zonen 5.3.3 Resultate 5.4 Analyse der Aufnahmen Sichardts aus dem Muotatal: Lässt sich der ‚Juuz‘ adäquat transkribieren? 5.4.1 Vertikale Organisation: Intervalle in Bezug auf einen Grundton 5.4.2 Horizontale Organisation: Analyse benachbarter Intervalle 5.4.3 Transkription: Lässt sich der Muotataler Juuz adäquat verschriftlichen? 5.5 Fazit: Transkription und Tonsystem 6. Resümee der Ergebnisse 6.1 Rückwirkungen der Transkription auf die Musik 6.2 Notationstechnische Tendenzen 7 Quellenverzeichnis 8.1 Verbreitung der Originale der Sammlungen Schweizer Kuhreihen und Volkslieder gemäß KVK 8.2 Informationen und Korrigenda von Erwin Sager zu den Aufnahmen Sichardts aus Appenzell Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurden mündlich tradierte GesangsƯgattungen im Alpenraum zunehmend musikalisch transkribiert. Die Übersetzung des Klangs in Schrift, eine wesentliche Thematik der Musikethnologie, kann hier in einem Feld beobachtet werden, das klar definiert und abgegrenzt wird und diesen Prozess der Verschriftlichung über rund zwei Jahrhunderte in vielfältigen AusƯprägungen erlebte. Die vorliegenden Forschungsresultate geben Einsicht in die Prozesse, durch welche der wortlose Gesang im deutschsprachigen Alpenraum verschriftlicht wurde, und die daraus erfolgten Rückwirkungen auf die musikalische Tradierung. Merkmale des alpenländischen Jodlers und verwandter Gesangsstile wurden von den Normen der schriftbasierten Musik, im Speziellen von diatonischen Tonskalen und den formalen Eigenschaften von Liedern, überlagert. Musiknotation funkƯtioniert hierbei als transformative Technologie, welche den Inhalt und die Form der Musik mitgestaltet und sowohl zu neuen Möglichkeiten als auch zu Einschränkungen in der Darstellung und Speicherung musikalischer Inhalte führt
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