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Transatlantische Aufklärung : Erfahrungen von Identität und Alterität im 18. Jahrhundert

معرفی کتاب «Transatlantische Aufklärung : Erfahrungen von Identität und Alterität im 18. Jahrhundert» نوشتهٔ Antonio Roselli, Hendrik Schlieper (eds.)، منتشرشده توسط نشر Brill | Fink. ein Imprint der Brill Deutschland GmbH در سال 2022. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

In einem Brief vom 14. April 1951, den er aus Princeton an Thomas Mann in Pacific Palisades richtet, gibt Erich von Kahler die folgende Anekdote zum Besten:Zwei Freunde fahren über den Atlantic, der eine von Europa nach Amerika, der andere von Amerika nach Europa. In der Mitte des Ozeans treffen sich die Schiffe, fahren aneinander vorbei. Die Freunde stehn an der Reling, erkennen einander und rufen beide unisono dasselbe hinüber: "Bist du wahnsinnig?"1 Sieht man einmal davon ab, dass die Korrespondenten sie in ihrer bitterkomi schen Zweideutigkeit als Sinnbild des "Seelendrucks unsres Weltzustandes"2 begreifen müssen, so mag diese Anekdote als konzeptioneller Ausgangspunkt für die folgenden Überlegungen über eine ‚transatlantische Aufklärung' dienen. Die Schiffe, die den Ozean in beide Richtungen überqueren, verweisen auf die Wege, die sich im Atlantik kreuzen, und die daraus entstehenden Bewegungen und "movements of peoples, objects, images, and ideas",3 die diesen Raum als ein heterogenes Kräftefeld prägen. Die beiden Reisenden verkörpern zwei unterschiedliche Projektionen von Wünschen, Erwartungen, Hoffnungen und Ängsten, die mit dem Eigenen und dem Fremden verbunden sind. Jeder ist davon überzeugt, auf der anderen Seite des Ozeans auf bessere Verhältnisse zu stoßen, jeder sieht im Kontinent, den er gerade verlassen hat, einen Ort, wo es sich nicht leben lässt. Die Freunde lassen sich somit als die zwei Seiten des transatlantischen Subjekts begreifen, dessen Wahrheit erst in der Mitte des Ozeans sichtbar wird und sich im gegenseitigen "Bist du wahnsinnig?" manifestiert. Das transatlantische Subjekt: ein wahnsinniges, ein verrücktes Subjekt? Frontmatter Cover Transatlantische Aufklärung Imprint Inhalt Dank 1 Transatlantische Aufklärung. Einleitende Überlegungen Sektion I: Handeln 2 Menschenströme und Schriftverkehr. Zur transatlantischen Verschränkung von Empfindsamkeit und Kapitalismus im Frankreich des 18. Jahrhunderts 3 Luxus und égalité. Zu einer transatlantischen Ambivalenz der Lumières (Voltaire, Buffon, Raynal) 4 A „New Dispute“ of the New World. Visions of Latin America in the Malaspina Expedition (1789–1794) 5 Contradicciones del espíritu ilustrado en la Francia de las luces Sektion II: Schreiben 6 Knoten/Schreiben. Graffignys Lettres d’une Péruvienne und die transatlantische Schrift-Kultur-Debatte 7 Jenseits der Gewissheiten?! Das Wissen über das präkolumbianische Amerika als Herausforderung und Motivator von Aufklärung in enzyklopädischen Werken des 18. Jahrhunderts 8 Colonialism and Philosophy in the Histoire des deux Indes. Raynal’s Reflections on the Spanish Conquest of America Sektion III: Projektionen 9 Yarico, Pocahontas, Malinche. Das Phantasma der indianischen Frau in deutschsprachigen Texten 10 Tomás Antônio Gonzagas Cartas chilenas (~1789). Gemeinschaft und Transgression in der epischen Satire der brasilianischen Aufklärung 11 Transatlantic Blake Der vorliegende Band geht auf ein interdisziplinäres Forschungskolloquium an der Universität Paderborn zurück. Fachvertreter:innen der Komparatistik, Romanistik, Germanistik, Geschichtswissenschaft und Philosophie richten den Blick auf den Atlantik als Transfer- und Verkehrsraum des 18. Jahrhunderts. Im atlantischen Raum, so der Tenor der hier versammelten Beiträge, werden die inneren Widersprüche dieses Jahrhunderts mit besonderer Anschaulichkeit sichtbar, insofern sich hier Freiheit und Sklaverei, Gleichheit und Kolonialismus, Autonomie und Heteronomie kreuzen. Systematisch lesbar wird damit eine transatlantische Aufklärung, die durch die Zirkulation von Menschen, Waren, Texten und Ideen begründet wird. Die hier vorgeschlagene Perspektive stellt die Vorstellung einer monolithischen ›europäischen Aufklärung‹ infrage und weist auf, wie sehr aufklärerische Selbstbehauptung und -reflexion auf eine stete Auseinandersetzung mit dem transatlantischen ›Anderen‹ angewiesen ist, um auf diese Weise den Raum zu entfalten und den Blick auf unterschiedliche Zentren und Knotenpunkte der Aufklärung zu richten.
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