Tours de force - Die Ästhetik des Grotesken in der französischen Pantomime des 19. Jahrhunderts (Theatron) (German Edition)
معرفی کتاب «Tours de force - Die Ästhetik des Grotesken in der französischen Pantomime des 19. Jahrhunderts (Theatron) (German Edition)» نوشتهٔ Brincken, Jörg von، منتشرشده توسط نشر Max Niemeyer Verlag در سال 2007. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die französische Pantomime des 19. Jahrhunderts, ihres Zeichens eine von den Romantikern und der avancierten Kritik gefeierte Spektakelkunst, zeichnete sich durch ihre Affinität zu den Motiven der Gewalt und des Schrecklichen aus. Dieser spezifische Doublebind von komischer Unterhaltung und Prekärem machte sie zum Paradefall einer modernen Ästhetik, die - unter dem Signum des Grotesken - das Hässliche zu ihrer zentralen Kategorie aufwertete, indem sie es zum Garanten ästhetischer Lust umdefinierte.
Vorliegende Arbeit versucht entsprechend, beiden thematischen Aspekten gleichermaßen gerecht zu werden: der Pantomimenkunst und dem Primat der Deformation als eines Epochenspezifikums. Zur Erschließung des im Grotesken zu Tage tretenden Problemgehalts und vor allem zur Veranschaulichung des in ihm angelegten ästhetischen und theatralen Potenzials werden Zentraldokumente des zeitgenössischen europäischen Diskurses analysiert. Der dermaßen im Hinblick auf das Kriterium der ästhetischen Modernität erschlossene Begriff des Grotesken bestimmt die Untersuchung der genuin theatralen Qualitäten des stummen Körperspiels: Insbesondere seine im Verlauf des Jahrhunderts zunehmende Entgrenzung auf die Thematiken des Grausamen, Mörderischen und Bösen wird damit nicht nur als Entdeckung der performativen Qualitäten des pantomimisch bewegten Körpers, sondern als versuchte Freisetzung der Gewaltdimension ästhetischer Transformation schlechthin lesbar.
Die französische Pantomime des 19. Jahrhunderts, ihres Zeichens eine von den Romantikern und der avancierten Kritik gefeierte Spektakelkunst, zeichnete sich durch ihre Affinität zu den Motiven der Gewalt und des Schrecklichen aus. Dieser spezifische Doublebind von komischer Unterhaltung und Prekärem machte sie zum Paradefall einer modernen Ästhetik, die - unter dem Signum des Grotesken - das Hässliche zu ihrer zentralen Kategorie aufwertete, indem sie es zum Garanten ästhetischer Lust umdefinierte. Vorliegende Arbeit versucht entsprechend, beiden thematischen Aspekten gleichermaßen gerecht zu werden: der Pantomimenkunst und dem Primat der Deformation als eines Epochenspezifikums. Zur Erschließung des im Grotesken zu Tage tretenden Problemgehalts und vor allem zur Veranschaulichung des in ihm angelegten ästhetischen und theatralen Potenzials werden Zentraldokumente des zeitgenössischen europäischen Diskurses analysiert. Der dermaßen im Hinblick auf das Kriterium der ästhetischen Modernität erschlossene Begriff des Grotesken bestimmt die Untersuchung der genuin theatralen Qualitäten des stummen Körperspiels: Insbesondere seine im Verlauf des Jahrhunderts zunehmende Entgrenzung auf die Thematiken des Grausamen, Mörderischen und Bösen wird damit nicht nur als Entdeckung der performativen Qualitäten des pantomimisch bewegten Körpers, sondern als versuchte Freisetzung der Gewaltdimension ästhetischer Transformation schlechthin lesbar. Einleitung II. Theoretische Fokussierung 1. Kritischer Überblick über die Grotesktheorie: Zwischen Semantik und Sinnlichkeit 2. Ästhetische Modernität und Groteske III. Die Problematik des Grotesken: Der historische Diskurs 1. Zum Verlust vom Wahrheitsgehalt der Freude 2. Die europäische Diskussion um das Groteske: Zur Krise künstlerischer Verfahrensrationalität 2.1 Die prekäre Eigenwertigkeit ästhetischer Deformation 2.2 Die deutsche Diskussion: IV. Victor Hugos Préface de Cromwell: Die romantische Programmatik des Hässlichen 1. Die französische Romantik 2. Künstlerische Originalität und Deformation 3. Die frappierende Wirkung des Grotesken 4. Die Nivellierung des Unterschiedes von >innerer äußerer Verkleinerung blutige Komödie verkleinernde Sarkasmus Realismus artifiziell-perverse< Motivation 3.3Das Tragische als formaler Zwang 3.4Das erschreckende Abbild 4. Joris-Karl Huysmans’ Pierrot sceptique – Die nihilistische Semantik der Pantomime 4.1 Das Vorbild der Hanlon-Lees 4.2 Skepsis und Nihilismus - Die narratio von Pierrot sceptique 4.3 Die prekäre Liaison: Sozialsatire - Schauspielmetapher – Gewaltmotiv 4.4. Die pessimistische Ver-Spielung des Ästhetischen: Pierrot als Chiffre des Todes VIII. Schluss: ... mit Lustig? IX. Anhang 1. Pantomimen 2. Literatur Main description: Die französische Pantomime des 19. Jahrhunderts zeichnete sich durch ihre Affinität zu den Motiven der Gewalt und des Schrecklichen aus. Der Doublebind von komischer Unterhaltung und Prekärem machte sie zum Paradefall einer modernen Ästhetik, die - unter dem Signum des Grotesken - das Hässliche zum Garanten ästhetischer Lust aufwertete. Die Analyse der theatralen Qualitäten des stummen Körperspiels verschränkt sich entsprechend eng mit der Lektüre eines zeitgenössischen europäischen Diskurses um ästhetische Entgrenzung, sowohl im Hinblick auf ihre Problematik als auch - und vor allem - bezüglich ihrer performativen Wirkungsmöglichkeiten