Theater und zionistischer Mythos : Eine Studie zum zeitgenössischen hebräischen Drama unter besonderer Berücksichtigung des Werkes von Joshua Sobol
معرفی کتاب «Theater und zionistischer Mythos : Eine Studie zum zeitgenössischen hebräischen Drama unter besonderer Berücksichtigung des Werkes von Joshua Sobol» نوشتهٔ Morgenstern, Matthias، منتشرشده توسط نشر Max Niemeyer Verlag در سال 2015. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Anhand ausgewählter Stücke israelischer Autoren zeigt diese Studie, wie in der Konfrontation mit den kunstkritischen Traditionen des Judentums und durch die Thematisierung der Geschichte eine Dramatik des "israelischen Realismus" (Gershon Shaked) entstanden ist, die Spuren der Auseinandersetzung mit einer hemmenden religiösen Tradition bewahrt hat und das israelische Theater auch deshalb als "verspätetes Theater" zu erkennen gibt. Da in seinem Umfeld eine "dramatische" Wahrnehmung der Wirklichkeit vorherrscht, kommt in ihm die Geschichte als ein das Dramatische fördernder Impuls zur Geltung, der sich in der häufigen Selbstthematisierung des Theaters ausweist. Über das herkömmliche "Theater-im-Theater"-Motiv (Pirandellismus) hinausgehend, ist der Mythos (plot) des Dramas hier aber auch kritisch auf den äußeren "Mythos" bezogen, den zionistisch bestimmten Diskurs über die jüdische Geschichte, der in der Leidensgeschichte der Diaspora beginnt, bis zur Gründung des Staates Israel und zum Triumph der zionistischen Bewegung reicht und sich als eine Art säkularisierte Fortschreibung des traditionellen Mythos von "Exil und Erlösung" verstehen läßt. Anhand dreier Themen unterschiedlicher Autoren (der israelische Unabhängigkeitskrieg, die Rolle der Frau im Zionismus, der Holocaust) und im Werk Joshua Sobols (* 1939) wird gezeigt, wie auf der Bühne geschichtliche Erfahrungen sichtbar werden, die die Eindimensionalität des zionistischen Mythos sprengen und zu seiner "Dekonstruktion" beitragen.
Vorwort 1. Die Bedingungen des hebräischen Theaters 1.1. Theaterferne 1.2. Theaternähe 2. Kristallisationspunkte des zionistischen Mythos 2.1. Der israelische Unabhängigkeitskrieg auf der Bühne 2.1.1. He went in the fields (Moshe Shamir) 2.1.2. In the Wastes of the Negev (Yigal Mossinzon) 2.1.3. They’ll arrive tomorrow (Nathan Shacham) 2.2. Heldinnen aus Fleisch und Blut 2.2.1. The Lady of the Castle (Lea Goldberg) 2.2.2. Hanna Szenes (Aharon Meged) 2.2.3. Judith among the Lepers (Moshe Shamir) 2.3. »Theater auf dem Friedhof« – Das israelische Holocaust-Theater 2.3.1. Children of the Shadows (Ben-Zion Tomer) 2.3.2. The Heir (Moshe Shamir) 2.3.3. Kasztner (Motti Lerner) 3. Joshua Sobol und die Dekonstruktion des zionistischen Mythos 3.1. Die »Dekonstruktion« des zionistischen Mythos oder »Myth-Wrecking« in Israel 3.2. Eine jüdische Seele. Die letzte Nacht des Otto Weininger Exkurs 1: Otto Weiningers Geschlecht und Charakter Exkurs 2: Die historische Begegnung Weiningers mit Freud Exkurs 3: Der »Fall Weininger« als »Drama« der Zeitgeschichte 3.3. Die Ghetto-Trilogie 3.3.1. Ghetto Exkurs 4: Die Schöpfungsmetaphorik im Holocaustdrama 3.3.2. Adam 3.3.3. Underground 3.4. Die Palästinenserin Die Parabel vom Schaf und vom Wolf Die Purimszene 3.5. Das Jerusalem Syndrom Exkurs 5: Der Haifaer Theaterskandal 3.6. Solo Exkurs 6: Das »Drama« Spinozas Exkurs 7: Die »dramatische« Funktion philosophischer Rede Anhang Anhang I: Otto Weininger und sein »Weg ins Freie« Anhang II: Die »Tragik« des Jüdischen Krieges Anhang III: Spinoza zwischen Philosophie, »Prophetie« und Theater Anhang IV: Ein unveröffentlichter Text von Joshua Sobol Abkürzungsverzeichnis Quellen- und Literaturverzeichnis Namensregister Ortsregister Sachregister Anhand ausgewählter Stücke israelischer Autoren zeigt diese Studie, wie in der Konfrontation mit den kunstkritischen Traditionen des Judentums und durch die Thematisierung der Geschichte eine Dramatik des "israelischen Realismus" (Gershon Shaked) entstanden ist, die Spuren der Auseinandersetzung mit einer hemmenden religiösen Tradition bewahrt hat und das israelische Theater auch deshalb als "verspätetes Theater" zu erkennen gibt. Da in seinem Umfeld eine "dramatische" Wahrnehmung der Wirklichkeit vorherrscht, kommt in ihm die Geschichte als ein das Dramatische fördernder Impuls zur Geltung, der sich in der häufigen Selbstthematisierung des Theaters ausweist. Über das herkömmliche "Theater-im-Theater"-Motiv (Pirandellismus) hinausgehend, ist der Mythos (plot) des Dramas hier aber auch kritisch auf den äußeren "Mythos" bezogen, den zionistisch bestimmten Diskurs über die jüdische Geschichte, der in der Leidensgeschichte der Diaspora beginnt, bis zur Gründung des Staates Israel und zum Triumph der zionistischen Bewegung reicht und sich als eine Art säkularisierte Fortschreibung des traditionellen Mythos von "Exil und Erlösung" verstehen läßt. Anhand dreier Themen unterschiedlicher Autoren (der israelische Unabhängigkeitskrieg, die Rolle der Frau im Zionismus, der Holocaust) und im Werk Joshua Sobols (* 1939) wird gezeigt, wie auf der Bühne geschichtliche Erfahrungen sichtbar werden, die die Eindimensionalität des zionistischen Mythos sprengen und zu seiner "Dekonstruktion" beitragen