Religiöse Sucher in der Moderne: Konversionen Vom Judentum Zum Protestantismus in Wien Um 1900
معرفی کتاب «Religiöse Sucher in der Moderne: Konversionen Vom Judentum Zum Protestantismus in Wien Um 1900» نوشتهٔ Astrid Schweighofer، منتشرشده توسط نشر Saur در سال 2015. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die Studie beleuchtet bedeutende Persönlichkeiten des politischen, geistigen und künstlerisch-kulturellen Lebens in Wien um 1900, die zwischen 1885 und 1915 vom Judentum zum Protestantismus übertraten. Darunter finden sich bekannte Namen wie Alfred Adler, Victor Adler, Egon Friedell, Edmund Husserl, Lise Meitner, Elise Richter, Arnold Schönberg, Otto Weininger und Alexander Zemlinsky. Was veranlasste diese Menschen im katholisch geprägten Wien des Fin de Siècle zu einem solchen Schritt? Die Beweggründe für einen Religionswechsel waren vielschichtig und komplex. Der zeitgenössische Antisemitismus spielte ebenso eine Rolle wie die weltanschauliche, kulturelle und religiöse Orientierung der Konvertitinnen und Konvertiten. In der religiös höchst aufgeladenen Zeit um 1900 kam den Faktoren "Religion" und "Religiosität" auf jeden Fall eine weit größere Bedeutung zu, als dies bisher angenommen wurde. Ausgehend von einem historischen Überblick zu Judentum und Protestantismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert werden die Glaubensbiographien sowie die religiösen und weltanschaulichen Positionen der Konvertitinnen und Konvertiten nachgezeichnet. Inhalt 5 Danksagung 13 Einleitung 15 I. Judentum und Protestantismus in Österreich seit 1781 25 1. Der Weg zur Gleichberechtigung 25 1.1. Die Toleranzpatente 25 1.1.1. Die Vorgeschichte 25 1.1.2. Die Toleranzpatente im Vergleich 27 1.1.3. Jüdische Reaktionen auf die Toleranzpolitik 31 1.2. Von der josephinischen Reform bis zur Gleichberechtigung 32 1.2.1. Neue Restriktionen für die Wiener Jüdinnen und Juden 32 1.2.2. ‚Haskala‘ und ‚Wiener Ritus‘ 34 1.2.3. Die tolerierten Wiener Jüdinnen und Juden zu Beginn des 19. Jahrhunderts 37 1.2.4. Der Kampf um Gleichberechtigung 40 2. Das Wiener Judentum in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts 47 2.1. „Go West“ – jüdische Zuwanderung nach Wien seit 1848 47 2.2. Ein „goldene[s] Zeitalter der Sicherheit“? 49 2.2.1. Aufbruchsstimmung – ‚Assimilation‘/‚Akkulturation‘ und sozialer Aufstieg der Wiener Jüdinnen und Juden 49 2.2.2. Goethe, Schiller und Kant – Deutschtum und Liberalismus bei den Wiener Jüdinnen und Juden 55 2.2.3. Antisemitismus in Wien um 1900 58 2.2.4. Die Suche nach neuen Identitätskonzepten und die Frage nach der ‚jüdischen‘ Prägung der Wiener Kultur der Jahrhundertwende 64 (a) Einführung 64 (b) Die Stärkung jüdischer Identität am Beispiel der ‚Österreichisch-Israelitischen Union‘ und des politischen Zionismus 64 (c) Die Suche nach neuen identitären Bezügen abseits und außerhalb des Judentums und die Konversionen 67 (d) War die Kultur Wiens um 1900 eine ‚jüdisch‘ geprägte Kultur? 68 2.2.5. Fazit: Der Antisemitismus trifft den Kern der Identität 71 3. Der österreichische Protestantismus um 1900 73 3.1. Einführung 73 3.2. Die „Verbürgerlichung“ des österreichischen Protestantismus – evangelische Milieus und theologische Strömungen 74 3.3. Die Übertrittsbewegung und der Ruf ‚Los von Rom!‘ 77 4. Jüdisches und evangelisches Bürgertum an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert / Bildungskultur 81 4.1. Rückschau 81 4.2. Zur Definition von ‚Bürgertum‘ 82 4.3. Bürgerliche Bildungskultur und Religion 83 4.4. Bürgerliche Jüdinnen und Juden sowie Protestantinnen und Protestanten in Wien – Fazit 85 II. Übertritte vom Judentum zum Protestantismus – Zahlen, Daten, Fakten 88 1. Einführung 88 2. Rechtliche Bestimmungen vor und nach 1868 89 3. Die Konversionen in Zahlen (Austritts- und Eintrittszahlen/Rekonversionen) – eine Annäherung 92 4. Überblick zur Sozialstruktur der Konvertitinnen und Konvertiten vom Judentum zum Protestantismus in Wien 98 Exkurs: Zum Einfluss der evangelischen Judenmission 101 III. Der Weg zum Christentum 104 1. Allgemeines 104 2. Herkunft und soziales Umfeld der Konvertitinnen und Konvertiten 105 3. Auseinandersetzung mit dem Judentum 118 3.1. Einleitung 118 3.2. Das Judentum in Geschlecht und Charakter 124 3.2.1. Das Judentum als „platonische[ ] Idee“ 124 3.2.2. Geschlecht und Charakter erobert den Buchmarkt – zur Rezeption eines Bestsellers im Wien des Fin de Siècle unter besonderer Berücksichtigung des Konvertiten Emil Lucka 129 Exkurs: Anmerkungen zum ‚jüdischen Selbsthass‘ am Beispiel Otto Weiningers 131 3.3. „[A] crazy idea“ – Überlegungen ausgewählter Konvertitinnen und Konvertiten zum Zionismus 134 3.3.1. Assimilation versus Zionismus 134 3.3.2. Stefan Großmanns Grabrede auf den Zionismus 136 3.3.3. Melanie Gaertners spätes Plädoyer für die Assimilation 141 4. Die Konversionen in ausgewählten Einzeldarstellungen 142 4.1. Einführung 142 4.2. Vertiefte Einzeldarstellungen 143 4.2.1. Heinrich, Rudolf und Bettina Gomperz 143 (a) Familiäres Umfeld – der Vater Theodor Gomperz 143 (b) Der Vater wünscht den Übertritt 146 (c) Heinrich Gomperz 152 (d) Rudolf Gomperz 156 (e) Bettina Gomperz und Rudolf Maria Holzapfel 157 4.2.2. Elise und Helene Richter 164 4.2.3. Lise Meitner 169 4.2.4. Alice Schalek und Melanie Gaertner 173 4.2.5. Edmund Husserl 179 4.2.6. Otto und Richard Weininger 183 4.2.7. Egon Friedell und Oskar Friedmann 190 4.2.8. Stefan Großmann 193 4.2.9. Victor Adler 197 4.2.10. Alfred Adler 201 4.2.11. Arnold Schönberg 208 4.2.12. Alexander Zemlinsky 213 4.3. Schlussfolgerungen und Zusammenschau der ‚konversionsrelevanten Faktoren‘ 216 IV. Moderne Geister – Theologie, Religiosität und Weltanschauung der Konvertitinnen und Konvertiten 228 1. Einführung 228 2. Die „Wiederverzauberung der Welt“ 230 3. Die Konvertitinnen und Konvertiten als liberale Kulturprotestantinnen und Kulturprotestanten 233 3.1. Der Kulturprotestantismus als neuer geistiger Horizont 233 3.2. Medien der Aneignung theologischer Kenntnisse 235 4. Theologische und religiöse Grundpositionen der Konvertitinnen und Konvertiten 239 4.1. Die Neukonstituierung der religiösen Identität durch die Abgrenzung vom Judentum: Egon Friedell und Otto Weininger 239 4.1.1. Einführung: Das Judentum ist keine „wahre[ ] Religion“ 239 4.1.2. Marcion, Adolf von Harnack und die Frage nach der kanonischen Stellung des Alten Testaments 243 4.1.3. Marcion als Chiffre für die Ablösung vom Judentum 246 4.2. Egon Friedell – ein „Gaukler des Herrn“ 251 4.2.1. „Ohne Glauben gibt es gar nichts“ 251 4.2.2. Egon Friedells Theologie – eine Annäherung 254 4.2.3. Egon Friedell und der Protestantismus oder: Das Bild der lutherischen Reformation bei Egon Friedell 257 4.2.4. Schlussfolgerungen 267 4.3. Edmund Husserl: „Jeder Philosoph muß religiös zentriert sein.“ 267 4.3.1. Die Phänomenologie als ein „Weg zu Gott“ 267 4.3.2. Husserls ‚Philosophengott‘ – Die Frage nach Gott in Husserls Phänomenologie und Ethik 271 4.3.3. „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft [...]“ (Jes 40,31) 274 4.4. Lise Meitners „Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“ 278 4.4.1. Goethe und Lessing 278 4.4.2. Zum Verhältnis von Vernunft und Glaube 281 4.4.3. Auseinandersetzung mit Albert Schweitzer 282 4.4.4. Religiöse Zweifel 285 4.4.5. Schlussfolgerungen 287 4.5. Elise Richters „unverlierbarer Schatz im Gemüt“ 288 4.6. Die Entdeckung der Seele: Die Konvertitinnen und Konvertiten und die (neue) Mystik 291 4.6.1. Einführung 291 4.6.2. Die „Wiedergeburt Gottes im Menschen“ bei Siegfried Lipiner 293 4.6.3. „[D]as Geniale“ als das „Göttliche im Menschen“ – Zur Mystik Otto Weiningers 297 4.6.4. „Gott muß ich werden und ich Gott“ – Emil Lucka und die Mystik Meister Eckharts 300 4.7. Auf der Suche nach neuen Weltbildern – Das Verhältnis der Konvertitinnen und Konvertiten zu Okkultismus/Spiritismus, Theosophie und Anthroposophie 307 4.7.1. Einführung 307 4.7.2. Die Wiener Theosophie um Marie Lang und Friedrich Eckstein 312 4.7.3. Theosophie und Mystik bei Arnold Schönberg am Beispiel der Jakobsleiter 316 4.7.4. Das Panideal – Bettina Gomperz und Rudolf Maria Holzapfel 323 4.8. Lebensreform und Selbsterlösung: Auf dem Weg zu einer neuen – ‚christlichen‘ – Körperlichkeit 334 4.8.1. Die Lebensreformbewegung 334 4.8.2. „Die Auferstehung des Körpers“ – vom Reformkleid zum Gesundheitsturnen 337 4.8.3. Heilssehnsüchte und Alpenglühen 344 (a) Einführung 344 (b) Paul Preuß – „Visionär“ und „Tatmensch“ 347 (c) Rudolf Gomperz’ Bericht aus dem Jenseits 350 4.9. Christologie und Jesusbild der Konvertitinnen und Konvertiten 355 4.9.1. Einführung 355 4.9.2. Der Mensch Jesus als Genius und als religiöses und sittliches Vorbild 357 (a) Jesus als Überwinder des Judentums 358 (b) Jesus als religiöses Vorbild und Sinnstifter 361 (c) „Die Gesetze der Natur des genialen Menschen aber sind die Gesetze der zukünftigen Menschheit“ – Zur ‚Christologie‘ Arnold Schönbergs 363 4.9.3. Jesus, der Christus: Gott-Mensch, Gottes Sohn und Heiland 367 (a) „[D]en Gott-Sohn [...] opfere ich nicht“ – Jesus Christus bei Siegfried Lipiner 367 (b) Egon Friedells Der historische Jesus Christus 368 4.9.4. Fazit 372 5. Das Milieu der ‚Vordenker‘, Volksbildner und Schulreformer 374 5.1. Einführung 374 5.2. Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten 375 5.3. Die Volksbildnerinnen und Volksbildner, Schulreformerinnen und Schulreformer 378 V. Die Konvertitinnen und Konvertiten als praktizierende evangelische Christinnen und Christen und ihre Einbindung in das evangelisch-kirchliche Milieu 381 1. Einführung 381 2. „Eine stille Wohltäterin unserer Gemeinde“ – Kirchliche Bezüge der Konvertitinnen und Konvertiten 382 3. „Lust, in die Kirche zu gehen“ – Die Gottesdienstbesuche Elise Richters und Lise Meitners 387 4. Das kirchliche Jahr – Weihnachten und Ostern bei den Konvertitinnen und Konvertiten 393 5. „Niemand kann sich ja selber kennenlernen, ohne die Bibel zu lesen“ – Bibellektüre und Gebetspraxis der Konvertitinnen und Konvertiten 397 6. Die evangelische Kirche als neue soziale, geistige und religiöse Heimat 401 6.1. Lise Meitner und der ‚Gierke-Kreis‘ 401 6.2. Die Helenenburg – Ein Zentrum evangelischen Lebens in Gastein im Lichte der Tagebucheinträge Elise Richters 406 6.2.1. ‚Eine reizende Geselligkeit‘ – Baden, Plauschen und Diskutieren in der Villa Helenenburg 406 6.2.2. Los-von-Rom-Pfarrer und ‚Deutsche Christen‘ auf der Helenenburg 413 Schlussfolgerungen 421 Literatur- und Quellenverzeichnis 427 1. Ungedruckte Quellen und Archivbestände 427 Altbestand der Universität Wien 427 Archiv der Universität Wien 427 Arnold Schönberg Center Wien 427 Archiv des Evangelischen Oberkirchenrates Wien 428 Archiv des Diakoniewerkes Gallneukirchen 428 Archiv des Vereins für Geschichte der Arbeiterbewegung 428 Archivbestände der evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Innere Stadt 429 Taufbücher, Trauungsbücher und Übertrittsbücher 429 Briefkorrespondenzen 429 Protokolle der Sitzungen des Presbyteriums 430 Sonstiges 430 Archivbestände der evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien- Gumpendorf 430 Trauungsbücher 430 Briefkorrespondenzen 431 Sonstiges 431 Archivbestände der evangelischen Pfarrgemeinde A. und H.B. Wiener Neustadt 431 Trauungsbücher 431 Archivbestände der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Bad Hofgastein 431 Briefkorrespondenzen 431 Sonstiges 431 Churchill Archives Centre Cambridge (UK), The Papers of Lise Meitner 432 Tagebuch- und Taschenkalender-Einträge Lise Meitners (MTNR 2, MTNR 3) 432 Briefkorrespondenzen (MTNR 5, MTNR 10) 432 Sonstiges (MTNR 9, MTNR 10, MTNR 12) 433 Forschungsstelle und Dokumentationszentrum für österreichische Philosophie in Graz 433 Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek Wien (LIT) 434 Niederösterreichisches Landesarchiv (NÖLA) 434 Österreichische Nationalbibliothek, Handschriftensammlung 435 Wienbibliothek im Rathaus, Handschriftensammlung 435 Tagebucheinträge Elise Richters 435 Sonstiges 435 2. Vorträge 436 3. E-Mail-Verkehr und persönliche Informationen 436 4. Gedruckte Quellen und Literatur 436 5. Literatur online 483 Zusammenschau der genannten Konvertitinnen und Konvertiten vom Judentum zum Protestantismus in Wien um 1900 485 Personenregister 496 Sach- und Ortsregister 504 Around 1900, numerous conversions from Judaism to Christianity took place in Vienna. Most notable for predominantly Catholic Vienna was the number of individuals that found their way to the Protestant Church. What was their motivation in taking this step? The study examines the religious biographies of major figures in fin-de-siècle Vienna, illuminating their religious and ideological beliefs Around 1900, numerous conversions from Judaism to Christianity took place in Vienna. Most notable for predominantly Catholic Vienna was the number of individualswho found their way to the Protestant Church. What was their motivation in taking this step? The study examines the religious biographies of major figures in fin-de-siècle Vienna, illuminating their religious and ideological beliefs
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