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Quintilians Grammatik ('Inst. orat.' 1,4-8) : Text, Übersetzung und Kommentar

معرفی کتاب «Quintilians Grammatik ('Inst. orat.' 1,4-8) : Text, Übersetzung und Kommentar» نوشتهٔ Marcus Fabius Quintilianus; Wolfram Ax، منتشرشده توسط نشر Saur در سال 2011. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

## Einleitung Marcus Fabius Quintilianus (ca. 35-100 n. Chr.), im nordspanischen Calagurris am Ebro geboren und aus einer Familie von Rhetoren (Redelehrern) stammend, kam zur Ausbildung nach Rom, studierte Grammatik bei Remmius Palaemon, dann Rhetorik bei Domitius Afer. Ca. 57 kehrte er nach Spanien zurück, wo er als Anwalt, Redner und Rhetor erfolgreich wirkte, bis ihn 68 n. Chr. der Statthalter und spätere Kaiser Galba mit nach Rom nahm. Hier erhielt er 70 n. Chr. unter Vespasian eine öffentliche Professur für Rhetorik, die er bis 90 n. Chr. bekleidete. Er zog sich dann hoch geehrt in den Ruhestand zurück, um vor allem literarisch tätig zu sein, wofür ihm noch etwa knapp 10 Jahre blieben. In dieser Zeit, zwischen 93 und 96 n. Chr., also noch unter Domitian, entstand sein vollständig erhaltenes monumentales Hauptwerk, die 12 Bücher Institutio oratoria 1 . Die vorliegende Ausgabe beschränkt sich auf nur einen Teilabschnitt des ersten Buchs, die Kapitel 4-8: Quintilians "Grammatik". Eine neue zweisprachige Ausgabe der Kapitel 1,4-8 der Institutio Quintilians (= Qu.) mit ausführlichem Kommentar rechtfertigt sich aus zwei Gründen: 1. Die grammatikgeschichtliche und allgemein sprachwissenschaftliche Bedeutung des Textes ist meines Erachtens bis heute nicht hinreichend gesehen und gewürdigt worden. 2. Die bisherige Erschließung des Textes durch Ausgaben und Kommentare erscheint mir -besonders in seinen grammatikgeschichtlichen und sprachwissenschaftlichen Details -immer noch mehr als unzureichend. Ich gebe daher in dieser Einleitung zunächst einige Hinweise zur Bedeutung der "Grammatik" Qu.s für die Geschichte der römischen Grammatik (1.) \_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_\_ 1 Zur Entlastung dieser Ausgabe wird hier auf eine Dokumentation von Leben und Werk Qu.s und der Überlieferung der Institutio verzichtet und statt dessen auf die zahlreichen Qu.-Ausgaben, neueren Literaturgeschichten und Handbuchartikel verwiesen. Die letzte mir bekannte allgemeine Einführung stammt von Thomas Schirren, Marcus Fabius Quintilianus, in: Ax 2005, 67-107. Die genauen bibliographischen Angaben zu der in der Einleitung zitierten Literatur findet man in der Bibliographie ab S. 409ff. Quintilians Grammatik [De grammatice] 4.1 Primus in eo, qui scribendi legendique adeptus erit facultatem, grammaticis est locus. Nec refert, de Graeco an de Latino loquar, quamquam Graecum esse priorem placet: utrique eadem uia est. 2. Haec igitur professio, cum breuissime in duas partis diuidatur, recte loquendi scientiam et poetarum enarrationem, plus habet in recessu quam fronte promittit. 3. Nam et scribendi ratio coniuncta cum loquendo est et enarrationem praecedit emendata lectio et mixtum his omnibus iudicium est. Quo quidem ita seuere sunt usi ueteres grammatici, ut non uersus modo censoria quadam uirgula notare et libros, qui falso uiderentur inscripti, tamquam subditos summouere familia permiserint sibi, sed auctores alios in ordinem redegerint, alios omnino exemerint numero. 4. Nec poetas legisse satis est: excutiendum omne scriptorum genus, non propter historias modo, sed uerba, quae frequenter ius ab auctoribus sumunt. Tum neque citra musicen grammatice potest esse perfecta, cum ei de metris rhythmisque dicendum sit, nec, si rationem siderum ignoret, poetas intellegat, qui, ut alia mittam, totiens ortu occasuque signorum in declarandis temporibus utuntur, nec ignara philosophiae, cum propter plurimos in omnibus fere carminibus locos ex intima naturalium quaestionum subtilitate repetitos, tum uel propter Empedoclea in Graecis, Uarronem ac Lucretium in Latinis, qui praecepta sapientiae uersibus tradiderunt 5. Eloquentia quoque non mediocri est opus, ut de unaquaque earum, quas demonstrauimus, rerum dicat proprie et copiose. Quo minus sunt ferendi, qui hanc artem ut tenuem atque ieiunam cauillantur. Quae nisi oratoris futuri fundamenta fideliter iecit, quidquid superstruxeris, corruet: necessaria pueris, iucunda senibus, dulcis secretorum comes, et, quae uel sola in omni studiorum genere plus habeat operis quam ostentationis. 12. Daher soll der Schüler lernen, was bei den Buchstaben Eigenes, was Gemeinsames ist, und welcher Buchstabe mit welchem in einem Verwandtschaftsverhältnis steht, und er soll sich nicht wundern, warum aus scamnum (Schemel) scabillum (Schemelchen) wird oder aus pinnum (= scharf) bipennis (= die Doppelaxt), ein Beil mit beiderseitiger Schärfe, damit er nicht dem Irrtum jener Leute verfällt, die, weil dieses Wort ihrer Ansicht nach von zwei Flügeln (duabus pennis) herkommt, darin die Bezeichnung von Vogelflügeln sehen wollen. 13. Er soll nicht nur die Veränderungen kennen, die die Flexion oder eine Präposition mit sich bringen wie secat/secuit, cadit/éxcidit, caedit/ excídit, calcat/exculcat (und aus lavando entsteht lautus und daraus wieder inlutus und tausend andere Fälle dieser Art), sondern auch die Veränderungen, die schon in den Nominativen mit der Zeit eingetreten sind, denn wie Valesii Fusii in Valerii Furii übergegangen sind, so hat es auch arbos, labos, vapos, ja sogar auch clamos und lases gegeben. 14. Und dieser von diesen Nomina ausgeschlossene Buchstabe s selbst ist bei einigen Wörtern nun seinerseits wieder an die Stelle eines anderen Lautes getreten: denn man sagte mertare und pultare [statt wie heute mersare und pulsare]; man sagte sogar fordeum, faedos [statt normal hordeum, haedos] und verwendete dabei für den h -Laut einen in etwa ähnlichen Laut [nämlich f]. Denn im Gegensatz dazu pflegen die Griechen diesen Laut [das f] mit dem Laut h zu versehen, wie z.B. Cicero in der Rede Für Fundanius einen griechisch sprechenden Zeugen verspottet, weil er den ersten Buchstaben des Namens nicht aussprechen könne also Phundanius sagt . 15. Aber auch das b haben wir bisweilen an den Platz anderer Laute gesetzt, daher Burrus, Bruges und Belena. Derselbe Laut b hat auch aus duellum bellum gemacht, weshalb es einige wagten, die Duelii Belii zu nennen. 16. Was ist mit stlocus stlitesque? Warum hat der Laut t eine gewisse Verwandtschaft mit d? Deshalb ist es weniger verwunderlich, wenn man in alten Bauten unserer Stadt und berühmten Tempeln Alexanter und Cassantra liest. Warum wurden o und u miteinander vertauscht, so dass man Hecoba [statt Hecuba], nutrix Culchidis [statt Colchidis] und Pulixena [statt Polyxena] schrieb und, um das nicht nur an griechischen Wörtern zu demonstrieren, auch dederont [statt dederunt] und probaveront [statt probaverunt]. So wurde Odysseus, den die Äoler zu Olysseus gemacht hatten, zu Ulixes. 17. Und weiter? Hat nicht am Platz des i auch e gestanden? Menerva z.B. [statt Minerva], leber [statt liber], magester [statt magister] und Diove Victore, nicht Diovi Victori? Doch es genügt mir, den Themenbereich anzudeuten, denn ich lehre ja nicht, sondern gebe nur Anregungen für zukünftige Lehrer. Von hier aus wird man zur Sorge um die Silben übergehen, über die ich im orthographischen Kapitel [1, 7] weniges anmerken werde. Dann wird der zuständige Lehrer darauf sehen, wie viele und welche Wortarten es gibt, obwohl über deren Zahl zu wenig Übereinstimmung besteht. ## 24. Auch werde ich nicht gleich den Lehrer für sorgfältig halten, der die Nomina mit gemischtem Geschlecht, die man nennt, vorführt, bei denen beide Geschlechter durch eins von beiden zum Ausdruck kommen, oder die Nomina, bei denen eine feminine Endung Männer und eine neutrale Frauen bezeichnet, wie im Fall von Murena und Glycerium. 25. Jener energische und feinsinnige Lehrer wird auch den Ursprung der Eigennamen untersuchen: und zwar von solchen, die von der körperlichen Beschaffenheit her die Namen Rufus und Longus gebildet haben -wohin dann auch, etwas weniger schnell durchschaubar, andere Namen wie Sulla, Burrus, Galba, Plautus, Pansa, Scaurus etc. gehören werden -dann auch von solchen, die von den Umständen während der Geburt -hierher wird Agrippa, Opiter, Cordus und Postumus gehörenund von solchen, die von den Umständen nach der Geburt herrühren, woher der Name Vopiscus stammt. Weiter sind die Namen Cotta, Scipio, Laenas und Seranus aus verschiedenen Gründen entstanden. 26. Auch Völker, Örtlichkeiten und vieles andere findet man unter den Ursachen der Eigennamen. Bei Sklaven ist jener Namenstyp, der vom jeweiligen Herrn abgeleitet wurde -daher z.B. Marcipores und Publiporesschon verloren gegangen. Der Lehrer sollte auch danach fragen, ob die Griechen nicht der Bedeutung nach eine Art sechsten Kasus und wir auch noch einen siebten Kasus besitzen. Denn wenn ich hastâ percussi = ich habe mit der Lanze durchbohrt sage, dann verwende ich den Kasus nicht im Sinne eines Ablativs, und, wenn ich dasselbe auf Griechisch sage, auch nicht im Sinne eines Dativs. 27. Aber wer ist auch bei den Verba so ahnungslos, dass er deren Genera verbi, Qualitäten, Personen und Numeri nicht kennt? Das gehört doch fast schon in den Elementarunterricht und zum Trivialwissen. Aber schon hier werden jene Verbformen einige Schüler in Verwirrung bringen, die nicht durch die Flexionsschemata "geglättet, poliert" werden. Denn man kann einerseits zweifeln, ob bestimmte Partizipien Verbformen oder Appellative sind, weil sie an verschiedener Stelle Verschiedenes bedeuten, wie bei tectum (bedeckt oder Dach) und sapiens (schmeckend oder weise), 28. und andererseits sind bestimmte Verba Appellativen ähnlich wie fraudator (Er soll betrogen werden oder Betrüger) und nutritor (Er soll ernährt werden oder Ernährer). Ist ferner das itur in antiquam silvam (Man geht in den alten Wald) 2 nicht von ganz eigener Art? Denn welchen Ausgangspunkt soll man für diese Handlung finden? Dem ähnlich ist fletur (Man weint) 3 . Wir verstehen eben dastur im Fall von panditur interea domus omnipotentis Olympi (Geöffnet wird inzwischen das Haus des allmächtigen Olymp) 4 anders als im Fall von totis usque adeo turbatur agris (Überall im ganzen Land herrscht Unruhe). 5 Es gibt auch noch einen dritten Typ wie z.B. bei urbs habitatur, woher auch campus curritur und mare navigatur stammt.

Quintilians Abriss der (téchne) grammaticé in seiner Institutio oratoria 1,4-8 um 95 n.Chr. ist die zeitlich früheste und zugleich inhaltlich und strukturell zuverlässigste Darstellung unter den erhaltenen Texten der römischen ars grammatica. Die neue Ausgabe versucht, dieses ebenso schwierige wie elegant geschriebene Dokument der Sprachwissenschaftsgeschichte durch einen revidierten lateinischen Text, eine eigene deutsche Übersetzung und einen ausführlichen Kommentar völlig neu zu erschließen. Die Ergebnisse der Kommentierung machen es darüber hinaus möglich, Quintilians Bericht einen bisher so nicht gesehenen Stellenwert in der Entwicklungsgeschichte der römischen Grammatik zuzuweisen: Er repräsentiert kein noch unfertiges Frühstadium der römischen Grammatik, die sich erst in der Spätantike zu den großen systematischen Entwürfen (Charisius, Diomedes, Donat, Priscian) ausdifferenziert und hochentwickelt ist. Vielmehr spiegelt sein Bericht eine in den Grundzügen und in vielen Details bereits fertige Disziplin, die sich mit großen Autorennamen der frühen Kaiserzeit wie Verrius Flaccus, Remmius Palaemon und Plinius d.Ä. verbinden lässt.

"The outline of grammar in the work of Quintilian's The Orator's Education (1,4-8) is the earliest and at the same time most reliable presentation of the Roman ars grammatica. This new edition seeks to provide a completely new access to this document of the history of linguistics which is written in such a subtle and elegant style. The edition contains a revised Latin text, a new translation by the editor and an extensive commentary and aims to assign a new position in the history of Roman grammar to this work."--Publisher's website. Main description: The outline of grammar in the work of Quintilian's The Orator's Education (1,4-8) is the earliest and at the same time most reliable presentation of the Roman ars grammatica. This new edition seeks to provide a completely new access to this document of the history of linguistics which is written in such a subtle and elegant style. The edition contains a revised Latin text, a new translation by the editor and an extensive commentary and aims to assign a new position in the history of Roman grammar to this work Vorwort 5 Einleitung 9 1. Zu Quintilians „Grammatik" (inst. 1,4–8) und ihrer Bedeutung für die Geschichte der römischen Grammatik 10 2. Zu dieser Ausgabe 26 Tabellarische Übersichten 31 Text und Übersetzung 37 Kommentar 99 Kapitel 4 – Über die grammatice 101 Kapitel 5 – Virtutes et vitia orationis 153 Kapitel 6 – Über die Orthoepie 237 Kapitel 7 – Über die Ortographie 315 Kapitel 8–9,1 – Enarratio poetarum 357 Bibliographie 415 Indices 423 Index locorum 425 Index nominum 426 Index rerum 427
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