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Psychopathen in Purpur: Julisch-claudischer Caesarenwahnsinn und die Konstruktion historischer Realität

معرفی کتاب «Psychopathen in Purpur: Julisch-claudischer Caesarenwahnsinn und die Konstruktion historischer Realität» نوشتهٔ Florian Sittig; Franz Steiner Verlag، منتشرشده توسط نشر Franz Steiner Verlag Wiesbaden GmbH در سال 2018. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Caesarenwahnsinn hat Konjunktur: Als Schlagwort prägt der Begriff sowohl die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit als auch die journalistische Berichterstattung über Exzesse autokratischen Machtmissbrauchs. Die Ursprünge dieses Deutungsmusters liegen in der Antike und hier insbesondere in der Historiographie der römischen Kaiserzeit. Vor allem die Herrscher der julisch-claudischen Dynastie traf der Vorwurf des Wahnsinns in der antiken Überlieferung. Dieses Sprechen über den Wahnsinn versteht Florian Sittig in seiner Studie als Zugang zu den politischen Theorien der antiken Geschichtsdeutung und als einen essentiellen Faktor der sozialen Transformation. Auf Grundlage antiker Vorstellungen von geistig-seelischen Defiziten fragt Sittig nach der narrativen Funktion des verbreiteten Erzählmusters – und kann auf diese Weise zeigen, wie der Wahnsinn der Artikulation divergierenden Interpretationen eines politischen Systems diente und so dessen Evolution ermöglichte. INHALTSVERZEICHNIS VORWORT TEIL I: DEN KAISER AUF DIE COUCH LEGEN 1 EINLEITUNG 1.1 Die julisch-claudische Dynastie – eine wahnsinnig verrückte Familie Die Grenzen der Nar-Ratio – Ziele und Aufbau der Arbeit 2 DER GANZ NORMALE WAHNSINN – THEORETISCHE UND METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN 2.1 Caesarenwahnsinn – eine Berufskrankheit als historische Analysekategorie 2.1.1 Zwischen Diagnose und politischem Kampfbegriff – moderne Konzepte von Caesarenwahnsinn 2.1.2 Furor principum und regum insania – antike Vorstellungen vom wahnsinnigen Herrscher 2.2 Zwischen Wahn und Sinn – Psycho-historie und Diskurs-analyse als Methoden der Alten Geschichte 2.2.1 Der Kaiser beim ‚Idiotentest‘ – eine kurze Kritik der Psychohistorie 2.2.2 (Re-)Konstruktion von historischer Realität – Diskursbegriff und Aussagenanalyse 3 WIE MAN VOM WAHNSINN SPRECHEN KANN – DER KOMPLEXE WAHNSINNSBEGRIFF DER ANTIKE 3.1 Melancholische Muttermörder und rasende Mänaden – Wahnsinn als Strafe und Ekstase in Mythos und Kult 3.2 Die hippokratische Wende – Körpersaft statt Götterkraft 3.3 Die „rationalistische Aufklärung“ – philosophische ‚Seelenlehre‘ als Avantgarde moderner ‚Psychologie‘? 3.4 Kerkerhaft oder Narrenfreiheit? – Zum Modus sozialer Marginalisierung Geisteskranker im Spiegel des Rechts TEIL II: DER WAHNSINNIGE KAISER ZWISCHEN NARRATIV UND DISKURS – LITERARISCHE TOPOI UND HISTORISCHE REALITÄTSKONSTRUKTIONEN 4 SCHÜRZENJÄGER, MUTTERSÖHNCHEN UND PANTOFFELHELDEN – DAS PARADOX VOM UNBEHERRSCHTEN HERRSCHER UND FREMDBESTIMMTEN AUTOKRATEN 4.1 Virilität – politische Signifikanz eines aristokratischen Leitmotivs 4.2 Körperliche Hülle kaiserlicher Macht – der Herrscher als Marionette seiner familia 4.3 Frauen und Freigelassene im Zentrum der Macht – die Exklusion der Nobilität als Entpolitisierung 4.4 Pater familias und pater patriae – das kaiserliche Privatleben als res publica 4.5 „Io Saturnalia“ – der Prinzipat als infames Schauspiel 5 SINNLOSER SADISMUS – DIE GRAUSAMKEIT DER CAESAREN 5.1 „tunc illi dirus animi morbus ad insaniam pervenit ultimam“ – das römische Konzept von grausamer Gewalt 5.2 Stützen der Herrschaft und Unteilbarkeit des Thrones – die concordia familiae principis 5.3 Die Macht vererben – Dynastiebildung als domestizierter Bürgerkrieg 5.4 „princeps proferendi imperi incuriosus“ – das verrückte Fehlen von Gewalt am ‚topischen‘ Ort 5.5 Das Ringen um auctoritas – der Bürgerkrieg als Herrschaftslegitimation 6 TYRANNENFURCHT – EINE ‚IMMUNSCHWÄCHE‘ DES PRINZIPATS 6.1 Metu seavus – Korrelationen von Gewalt, Furcht und Wahnsinn 6.2 Der metus hostilis – eine nützliche Form der Furcht 6.3 Metus und pudor – oder: die enthemmte Furcht des Tyrannen 6.4 Libertas oder securitas? – Freiheit als Freisein von Furcht 7 BLINDES VERLANGEN – DER KAISER ALS LUXURIOSUS UND AVARUS 7.1 Was soll der Geiz? – Luxuria und avaritia als gesellschaftlich relevante Erscheinungsformen der Maßlosigkeit 7.2 „Caeci avaritia“ – Luxus als Störung des gesellschaftlichen consensus 7.3 Was kostet die Welt? – Der Kaiser als prodigus und ambitiosus 7.4 Geizhälse und Raffzähne – der Kaiser plündert die res publica 7.5 Wem gehört was? – Die ‚Umverteilung‘ einer politischen Semantik 8 GOTT ODER KÜRBIS – STOLZ UND HOCHMUT ALS GRÖSSENWAHN 8.1 Die superbia – das königlichste aller Laster 8.2 Maiestas und recusatio – widersprüchliche Wege der Herrschaftslegitimation 8.3 Die Inflation des symbolischen Kapitals – oder: die Entaristokratisierung der Gesellschaft 8.4 Zwischen consecratio und damnatio – der Wahnsinn als ‚dritter Weg‘ 8.5 Der Kaiser als θεομάχος – die superbia als Gefahr für die pax deorum 8.6 Keine Herrschaft ohne Stolz – Versuche der Disjunktion von superbia und Monarchie TEIL III: VOM NUTZEN UND NACHTEIL DES WAHNSINNS FÜR DIE HISTORIE 9 SCHLUSSBETRACHTUNG QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS ANTIKE QUELLEN SONSTIGE QUELLEN WEBLINKS LITERATUR ORTS- UND PERSONENREGISTER SACHREGISTER STELLENREGISTER
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