معرفی کتاب «Protegierte und Protektoren : Asymmetrische politische Beziehungen zwischen Partnerschaft und Dominanz (16. bis frühes 20. Jahrhundert)» نوشتهٔ Haug, Tilmann (editor);Weber, Nadine (editor);Windler, Christian (editor)، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2016. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Une alliance franco-espagnole au temps des guerres de religion (1560-1570), Paris 2011; ders./Christian Kühner (Hrsg.), Freundschaft. Eine politisch-soziale Beziehung in Deutschland und Frankreich 12.-oder Freundschaft sein. Dies wird auch anhand des florierenden Fürbitten-und Vermittlungsmarktes am Hof Ludwigs XIV. besonders deutlich 51 . Protektion in Herrschaftsverhältnissen machte an territorialen Grenzen nicht Halt, sondern erstreckte sich auch auf Untertanen und Bürger außerhalb des eigenen Territoriums, wie die Beiträge im fünften Kapitel zeigen. Während für Charles Tilly oder Frederic C. Lane das parallele Wachstum fiskalischer und militärischer Machtmittel zentralstaatlicher Akteure nicht zuletzt der Schaffung eines »robusten« außerterritorialen Schutzes ökonomischer Interessen diente, zeichnen die im fünften Kapitel versammelten Beiträge ein komplexeres Bild. Sie stellen einerseits den Ausbau von Institutionen der Verhandlung und der Fürsprache in fremden Rechts-und Herrschaftsräumen in den Mittelpunkt. Dabei behielten die Konsulate in der Frühen Neuzeit allerdings den Charakter von in Kaufmannsgemeinschaften verwurzelten und mit der lokalen Gesellschaft verflochtenen Institutionen. Sie wurden erst allmählich »verstaatlicht« und in das offizielle Gesandtschaftswesen integriert 52 . Andererseits verweist der Beitrag über die Juntas y regimientos de Vizcaya auf die Protektorenrolle von lokalen und regionalen Akteuren in den Strukturen einer zusammengesetzten Monarchie 53 . Während sich die meisten Beiträge mit der Frühen Neuzeit beschäftigen, rückt im letzten Kapitel (VI.) das »Schicksal« des Konzepts in der Zeit nach 1800 in den Vordergrund. Hier stellt sich die Frage, inwiefern Protektion beziehungsweise das »Protektorat« in der longue durée als völkerrechtliche Konzepte etabliert wurden. Napoleon Bonaparte knüpfte etwa deutlich an die Protektions-Traditionen des Ancien Régime an, wenn er sowohl als Protektor der zur Confoederatio Helvetica transformierten Alten Eidgenossenschaft als auch des aus der Konkursmasse des Alten Reiches hervorgegangenen Rheinbundes auftrat. Die Beiträge verdeutlichen zudem insbesondere das Fortleben des Protektionskonzeptes an der europäischen Peripherie beziehungsweise außerhalb Europas im Zuge kolonialer Expansionsprozesse. Inwiefern wurde über die Kodifizierung des Protektorats eine Verdichtung imperialer Herrschaft völkerrechtlich bemäntelt? Die Beiträge zeigen deutlich, dass sich dazu keine Geschichte der Implementierung völkerrechtstheoretischer Masterpläne schreiben lässt 54 . Das Konzept Protektorat beruhte eher auf Erfahrungen aus bestimmten interventions-und herrschaftspraktischen Kontexten wie der dauerhaften Besatzung und Verwaltung Bosnien-Herzegowinas durch das Habsburgerreich 55 . Im Zeichen britischer indirect rule floss das Protektorat in der Protektion ist ein Schlüsselbegriff der politisch-sozialen Sprache der europäischen Neuzeit. Der Band rückt die sich wandelnden Semantiken und Praktiken des Schutzes vom 16. bis frühen 20. Jahrhundert erstmals systematisch in den Blick. Die Beiträge spannen einen weiten Bogen von Jean Bodins Definition von Protektion als ungleiche Allianz über das völkerrechtliche Institut des Protektorats bis hin zu den gegenwärtigen Debatten um eine responsibility to protect. Ausgewählte Fallbeispiele zeigen auf, dass politische Schutzverhältnisse nicht nur ein Macht- und Legitimationsinstrument der Großen waren. Sie stellten auch eine Option für mindermächtige Akteure dar, um ihre Unabhängigkeit zu wahren oder sich gegen Übergriffe des eigenen Herrschers zur Wehr zu setzen. Zugleich konnte die erlangte Sicherheit jedoch stets wieder in den Verlust der eigenen Selbständigkeit münden
Protektion ist ein Schlüsselbegriff der politisch-sozialen Sprache der europäischen Neuzeit. Der Band rückt die sich wandelnden Semantiken und Praktiken des Schutzes vom 16. bis frühen 20. Jahrhundert erstmals systematisch in den Blick. Die Beiträge spannen einen weiten Bogen von Jean Bodins Definition von Protektion als ungleiche Allianz über das völkerrechtliche Institut des Protektorats bis hin zu den gegenwärtigen Debatten um eine responsibility to protect. Ausgewählte Fallbeispiele zeigen auf, dass politische Schutzverhältnisse nicht nur ein Macht- und Legitimationsinstrument der Großen waren. Sie stellten auch eine Option für mindermächtige Akteure dar, um ihre Unabhängigkeit zu wahren oder sich gegen Übergriffe des eigenen Herrschers zur Wehr zu setzen. Zugleich konnte die erlangte Sicherheit jedoch stets wieder in den Verlust der eigenen Selbständigkeit münden.