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Prinz Emil Von Schoenaich-carolath Als Mensch Und Dichter (German Edition)

معرفی کتاب «Prinz Emil Von Schoenaich-carolath Als Mensch Und Dichter (German Edition)» نوشتهٔ Gustav Schüler، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2020. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

ständigkeit gegeben. Eine Realität, die immer über strömt ist vom unirdischen Glanze! Carolath ist von uns gegangen, als der Frühling über die Marsch brausete und die alten Weiden nieder bog in die grauen spülenden Wasser, die sich wie im Überdruß herandrängten, weil für sie kein Raum war in der schießenden Wasserbreite. Ein langes hartes Siechtum zerbrach seine Kräfte und ließ seinen Geist immer freier, größer und stiller werden. Im noch weg sicheren Mannesalter ist er von uns gegangen, ein Prie ster der Schönheit, ein ergriffener Mensch der Erde, ein König des Mitleids und ein glühender, überwäl tigter Seher, dessen Haupt hineinragt in andere Welten. Es ist klar, daß an der hochragenden Dichtergestalt Carolaths die "literarhistorische Gerechtigkeit" noch zu erfüllen ist. Unsere Zeit ist merkwürdig still an seinen Gaben vorübergegangen. Während er seine lohenden Tempelfeuer in den Herzen der Besten entfachte, ist ihm die Gefolgschaft der Masse versagt geblieben. Sei es nun, daß inbrünstige Beter, wie er, vom Volke nicht verstanden oder nicht geliebt wurden, sei es, daß die Höhe seines äußeren Lebens manchen zurückhielt, sei es, weil das wache, brausende und zitternde Leben in den Liedern der besten lebenden Dichter seine aufpeit schenden Worte redet: Carolaths Kunst harrt noch ihrer großen Gemeinde. Über lärmende Augenblickswerte hinausgehoben, wartet sein Werk seiner Menschen. Einer Zeit feierlich ergriffenen Besinnens, inständigster Sehnsuchtöängste und heißer Gebete, wo die Seele die Worte redet, ohne daß man es den Lippen ansieht, daß sie beten. Dieses Buch soll nun versuchen, in schlichtester Weise von dem Menschen und Dichter Carolath zu erzählen, damit ihm mehr Liebe werde. Nicht Bewunderung. Wer den erdfremden, erhabenen Menschen gekannt hat, dem zu Häupten die beiden Sternenworte brannten "Geben und Vergeben", der weiß, daß er für sein Erdenwirken keine Bewunderung, sondern nur Liebe und stille Gefolgschaft wollte. Ich bin gewiß, daß Carolaths Zeit weit hinaus über den zufälligen Tages lärm und die überhasteten schrillen Trommelwirbel aller Augenblickserfolge liegt. Biel von seiner ein facheren Lyrik, vielleicht zwei seiner gedanklich kühnen wundervoll leuchtenden Epen und einige seiner Ge schichten werden bleiben. Es waltet Unzerstörbares in Carolaths Kunst. Erst wenn wir Carolaths, des heißen, ferneergriffenen Wanderers Leben näher kennen, wird manches Dunkle in seiner Kunst klarer. Schlesien mit seinen alten Adels geschlechtern ist die Heimat des Prinzen. Er hat mit seinen poetischen Landsleuten, Mar Waldau und dem Grafen Strachwitz, manches Gemeinsame. Jedenfalls sind kühne Ritterlichkeit in Sinn und Handeln, auf rechter Gang im Lebensgewirr und frohe Hoffnung auf die Ziele der Menschheit das Teil dieser drei schle sischen Ritter vom Geiste. Carolath hatte eine herrliche Mutter und einen dichtenden Vorfahr, dessen Werke, Gedichte, Oden und Trauerspiele, voll herzlicher Einfalt und krauser, gequälter Wunderlichkeiten waren. Wie Friedrich in seiner Biographie des Prinzen Carolath\*) nachweist, krönte der damalige Literaturallmächtige, Gottsched, den Freiherrn Christoph Otto von Schoenaich im Jahre 1752 in Leipzig zum Dichter. Der also Ge krönte hatte nichts Geringeres im Sinn, als mit bem Messiasdichter Klopstock um die Palme zu streiten. Aber seine gereimten Anspruchslosigkeiten deckte rasch der Sand des Vergessens zu. In Breslau, wo seine Eltern sich kurz vorher angesiedelt hatten, wurde hundert Jahre nach jener Dichterkrönung seines Ahnen am 8. April 1852 Prinz Emil von Schoenaich-Carolath ge boren. Der Sproß eines alten lebensrüstigen Geschlechtes war Erbe einer feinen, bewußten geistigen Kultur. Sein Vater, Prinz Karl, besaß eine starke musikalische Be gabung, während seine Mutter, geborene von Oppen-Schilden, wahrhaft glänzenden Geistes, war. Wie die Dichter zumeist von den Müttern das Bunte, glühend Belebte und Bewegliche haben^so ist auch wohl bei-Caro lath die Mutter der Quell seiner phantasiemächtigen Anschauungsgewalt, seines leidenschaftlichen Suchens und Sehnens. Auch die tiefe Fernesehnsucht, unter der Carolath sein ganzes Leben lang litt, ist wohl ein Erbteil seiner Mutter. So fand denn der Knabe alles vor, um in ein Leben voll erlesenster Reize, Fülle und Feinheit zu treten. Und dieses Milieu, die aristokratische Höhenkultur, be-\*) Prinz Emil von Schoenaich-Carolach. Don Professor Dr. Her mann Friedrich. Berlin 1903. Mich einmal noch am Weibe gütlich tun, Vom Fluch gehetzt in allen Erdenwinden Mag ich vielleicht am Herzen einer Frau Erbarmen, Labung, kurze Ruhe finden. So zwang der Bettler ungefüg' und rauh Mit wilder Lust die marmorkühlen Glieder Des weißen schlanken Götterleibes nieder Am Straßenrain auf einem Nesselbette. Kein Auge sah den jäh vollbrachten Raub, Von fern nur krochen, über Hügelländern, Gewitterwolken, schwere, violette, Mit dunstgeballten, gelbgezackten Rändern. Und als die Göttin aus Gestrüpp und Ranken Entsetzt sich hob, sah fernhin sie durch Staub Im Abendrot den Bettler weiter schwanken. Sie selbst, auf irrem Wanderzug, gebar, Als es die Zeit, ein starkes Zwillingspaar, Das ward von ihr, im Kampf mit Weh und Hassen, An eines Grabens braunem Rand verlassen. Ein Wandersmann, des Saumtier Waren trug, In Linnen mild die früh Verwaisten schlug, Und nahm sie mit sich für ein Gottvergelt. Bald zogen sie, zwei Herrscher, in die Welt. Das Priestertum der Lust, des Sangs, der Dirnen Schuf Don Juan, sein Jwillingsbruder Faust Als Fürst weltferner Hochgedanken haust In deutschen Herzen, deutschen Dichterstirnen... Dies, Königin, ist meine Lebenssage.
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