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Politischen Konjunkturen zum Trotz : Heinrich Bölls Wirklichkeitsrepräsentationen : Studien zum 100. Geburtstag des Schriftstellers

معرفی کتاب «Politischen Konjunkturen zum Trotz : Heinrich Bölls Wirklichkeitsrepräsentationen : Studien zum 100. Geburtstag des Schriftstellers» نوشتهٔ Dampc-Jarosz, Renata (editor);Zimniak, Paweł (editor)، منتشرشده توسط نشر VetR unipress در سال 2018. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Heinrich Bölls literarische Bedeutung wurde bis heute überhaupt noch nichtgänzlich erfasst.« Der Leser mag ihn als das wahrnehmen,was er in allerersterLinie war und ist: ein Schriftsteller und Künstler.Ein Schriftsteller,der sich auch einmischte, dann, wenn es um Menschenrechte ging,auch, wenn es um Autorenrechte ging.Erund seine Familie scheuten auch großepersönliche Risiken nicht, als es darum ging, Menschen zu helfen oder ihrem We rk zu ermöglichen, im We sten publiziertzu werden. Er war ein überaus engagierter Redner und Te ilnehmer an Demonstrationen, er sprach u. a. zur Freiheit der Kunst beid er Eröffnung des Wuppertaler Schauspielhauses, anlässlich der »Woche der Brüderlichkeit«, beid er Demonstration gegen die Notstandsgesetzgebung 1968 in Bonn, beider Gründung des Ve reins Deutscher Schriftsteller unter dem Titel:E nde der Bescheidenheiti n K ö ln 1969 ,bei der Großen Friedensdemonstration1981 in Bonn und beivielen anderen Gelegenheiten. Mein Va terwar kein Asket, konnte auch genießen und Irland war fürihn ein Rückzugsort, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Hier wurden und werden wira ls Familie seit 1955 willkommen geheißen. Monatelang begleiteten wirmeine Eltern in Irland. Da hatte er Ruhe vorall den Anforderungen, die aufihn als Schriftsteller einstürmten, all die Te lefonate und Briefe und die Anfragen der Presse. Zum Schluss möge er selbst zu Wo rt kommen, ihm war es gegeben, dass in Wo rtez uf assen, was viele denken, aber nichts operfekt formulieren können: »Was Kunst brauchteinzig und allein brauchtist Material -Freiheit brauchtsie nicht, sie ist Freiheit. Es kann ihr einer die Freiheit nehmen,sich zu zeigen -Freiheit geben kanni hr keiner,k ein Staat, keine Stadt, keine Gesellschaftk ann sich etwas darauf einbilden ihr das zu geben oder gegeben zu haben, was sie vonN atur ausi st:f rei. Gegebene Freiheit ist fürs ie keine, nur die, die sie hat oder sich nimmt.« (aus: Die Freiheitder Kunst, Dritte Wuppertaler Rede am 24. 9. 1966 ) und »Daß Ketzer nichtmehr verbranntwerden, verdanken wirjanur den paar Ketzern, die überlebt haben.« (aus: EinJahrhundertwird besichtigt,1977) Vielen Dank! René Böll Ichwill nichtdas Unverga ̈ngliche, das Gegenwa ̈rtige will ich, das vergangen ist. Nicht das Erza ̈hlte, nichte inmald as Wahre und schong ar nichtd as Ewige. Ichw ill die Gegenwartder Ve rgangenen. Einsteigenund aussteigen,woich möchte, das Sprungseil vom Leipziger Platz und die Brote, die in der Machabäerstraßea uf dem Schulhof gegessen wurden;Kreidestriche aufdem Trottoir der Te utoburger Straße, Sägemehl auf dem Hofdes Hauses an der Schwanenkampstraße; das Bier,das aufdem Pflaster der Pletzergasse verschüttet wurde, im Krug geholt,damit der Alteeinmal zu Hause blieb; die Klicker ausder KreuznacherStraße. Den Apfel, in den ein Ma ̈dchen 1940 biß oder den anderen, den ein anderes Ma ̈dchen 1935 pflu ̈ckte. Nichtals Andenken, nichta ls Anekdotenvehikel,nichtals Vitrinenfetisch, nein,weil es da war,nichtmehr ist und nie mehr sein wird. Ichwill das Haar,das vomHaupt gefallenist. (KA 18, 95) Vo ne ntscheidender Bedeutung fürB ö lls Poetik ist im Zusammenhang dieser Suchbewegung der Begriff des »Materials«. »Was politisch oder sozialkritisch an der zeitgenössischen Literatur sein mag«, so Böll in seinen Frankfurter Vo rlesungen, ergibt sich ausd em jeweils vorkommenden Material. Ein Autor suchtA usdruck, er suchtStil, und da er mit dem schwierigen Geschäft zu tun hat, die Moral des Ausdrucks, des Stils, der Form mit der Moral des Mitgeteilten übereinzubringen, werden Politik und Gesellschaft, ihr Wo rtschatz, ihre Riten, Mythen, Gebräuchezum vorkommenden, vorhandenen Material. (KA 14, 160f.). Der Angeklagte Gruhl sen.,der seine Vo rnamen mit Johann Heinrich Georg angab, sein Alter mit fünfzig, ein schmaler,f ast zarter mittelgroßer Mensch, dessen Kahlkopf dunkel schimmerte, sagte, bevore rs achliche Angaben zu seiner Person machte, er wolle hiern oche twas mitteilen, das der Herr Vo rsitzende, den er kenne, schätze, ja verehre, ihm nichtverübeln möge;essei eben, was er zu sagen habe, die Wahrheit, die reineW ahrheit und nichts als die reine Wahrheit, wenn es auch eine sehr persönliche Aussage sei;w as er sagen wolle:I hm läge nichts, nichtd as geringste an Rechtu nd Gesetz, er würde auch hier keine Aussage machen,n ichte inmal sein Alter angeben, wennnicht-und diese Aussage, die im Zuschauerraum kaum jemand verstand, ging in der tonlosen,l eisen Aussprache des Gruhl fast verloren -,wennn ichtp ersönliche Gründe mitspielten;der erste dieser persönlichenGründe sei seine Hochschätzung des Herrn Vo rsitzenden, der zweite sei seine Hochschätzung des Zeugen,b esonders des Polizeimeisters Kirffel, der ein guter,ja, sehr guter Freund seines Va ters, des Landwirts Gruhl ausD ubenweiler,g ewesen sei;a uch die ZeuginnenL euffen, seineS chwiegermutter,und We rmelskirchen, seine Nachbarin, die Zeugen Horn,Grähn und Hallund Kirffel wolle er hier nichtimStich lassen oder in Schwierigkeiten bringen-deshalb sage er aus, nichtweil er erwarte, dass ›aus den Gebetsmühlender Gerechtigkeit auch nur ein Körnchen Wahrheit herausgemahlen‹ werde. 8 Wirklichkeitsrepräsentationen : statt eines Vorwortes -- Heinrich Bölls Zum 100. 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Heinrich Bölls ›Geschichten‹ und ›Gesellschaftsnarrative‹ geben nicht nur Schauplätze vergangener Interaktionen und Kommunikationen wieder, sondern sie gelten auch als textliche Erinnerungsfiguren, als Symbole und Anhaltspunkte individueller und kollektiver Identität. Die spannende Macht seiner Worte offenbart dabei Kultur und Gesellschaft als Ensemble diskursiver Ereignisse. Auch die subjektiven Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster seiner Figuren sind eine Funktion figuraler Eingebundenheit in spezifische gesellschaftliche Gegebenheiten, zu denen auch bestimmte Rollenidentitäten und Befindlichkeiten gehören. Zum 100. Geburtstag Heinrich Bölls untersuchen Wissenschaftler seine Texte unter biografischen, aktuellen und internationalen Gesichtspunkten neu. Heinrich Böll's'stories'and'social narratives'not only reflect settings of past interactions and communications but are also regarded as textual figures of remembrance, as symbols and evidence of an individual and collective identity. The fascinating power of his words manifests culture and society as an ensemble of discursive events. Even the subjective patterns of perception, thought and behaviour of his characters are a figural function of connectedness in special social situations to which certain roll identities and sensibilities belong. To commemorate Heinrich Böll's 100th anniversary researchers reanalyse his writings under biographical, contemporary and international points of view. ***Angaben zur beteiligten Person Dampc-Jarosz: Prof. Dr. Renata Dampc-Jarosz lehrt deutsche Literatur und ist Direktorin des Instituts für Germanische Philologie der Schlesischen Universität, Polen.Sie forscht und publiziert vorzugsweise über Literatur und Kultur der Klassik und Romantik, des 20. Jahrhunderts und zur deutschsprachigen Frauenliteratur
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