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Paul Graupe (1881–1953) : Ein Berliner Kunsthändler zwischen Republik, Nationalsozialismus und Exil. Mit einem Vorwort von Bénédicte Savoy

معرفی کتاب «Paul Graupe (1881–1953) : Ein Berliner Kunsthändler zwischen Republik, Nationalsozialismus und Exil. Mit einem Vorwort von Bénédicte Savoy» نوشتهٔ Golenia, Patrick ;Kratz-Kessemeier, Kristina ;Le Masne de Chermont, Isabelle، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2015. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Beide beschäftigten sich auch nach Abschluss der Kommissionsarbeit weiterhin mit der Thematik. 2008 kuratierte Isabelle le Masne de Chermont die in Jerusalem und Paris gezeigte Ausstellung Looking for owners -À qui appartenaient ces tableaux? und sie trat auf vielen internationalen Konferenzen auf. Und immer wieder fiel in ihren Vorträgen der Name Paul Graupe. Für mich war klar: Der Berliner Student und die Pariser Konservatorin gehören zusammen. Am Anfang dieses Buches stand ihre Begegnung an einem Juli-Abend in Berlin. Wie es weiterging, muss an dieser Stelle nicht ausführlich geschildert werden: gemeinsame Treffen in Paris und Berlin, bei denen man wichtige Graupe-Orte besuchte, gemeinsame Reisen, der Abgleich von Archivfunden, die aufwendige, manchmal verzweifelte Suche nach Belegen, gemeinsame Begeisterung, die zusammenbrachte und zusammenhielt. Ein Höhepunkt in diesem Abenteuer war sicherlich die Reise nach London im Oktober 2011, bei der Isabelle le Masne und Patrick Golenia Graupes Schwiegertochter Marithé Grange besuchen durften ("aber nicht länger als eine Stunde, ich bin ja schon recht alt!"), die einzige noch lebende engere Verwandte von Paul Graupe. Die wunderbare Dame erzählte die von Krieg und Exil geprägte Geschichte ihrer Familie, wechselte flink zwischen den Sprachen -Französisch für Isabelle, Deutsch für Patrick, Englisch für beide. Mit jedem deutschen Satz kehrte ein feiner Berliner Akzent zurück und mit ihm die Vorkriegszeit in Deutschland, die Flucht nach London, das neu zu erfindende Leben dort; Paul Graupe als junger Mann, als Vater des Geliebten, als Schwiegervater und als alter Exilberliner der Nachkriegszeit in den USA. Marithé Grange zeigte den elfenbeinernen Auktionshammer Graupes, sie gab den Autoren die wenigen erhaltenen Privatfotos von ihm mit auf den Weg. Und natürlich endete der Besuch erst spät in der Nacht. Isabelle le Masne de Chermont schrieb ihren Teil der Geschichte -ab 1937, als Paul Graupe emigrieren musste und sich in Paris niederließ -in französischer Sprache. Patrick Golenia rekonstruierte den Aufstieg des jungen Graupe und seine steile Karriere auf dem internationalen Kunstmarkt der 1920er und 1930er Jahre auf Deutsch. Jeder in seiner Sprache, mit der permanenten Sorge um das richtige Wort, um eine möglichst nuancierte Darstellung von Ereignissen und Zeiten, die sich nur allzu schnell auf pauschale Formeln reduzieren lassen. Ein erfahrener Übersetzer, Tom Heithoff, übertrug die französischen Kapitel ins Deutsche. Dann begann die Arbeit am gemeinsamen Buch. Aus den beiden Einzeltexten musste, auch auf der Grundlage ergänzender Archiv-und Bildrecherchen, ein stimmiges Ganzes werden. Diesen Part übernahm ab 2013 die Kultur-und Museumshistorikerin Kristina Kratz-Kessemeier. Sie ergänzte, hakte nach, forschte weiter, brachte die beiden unterschiedlichen Textteile zusammen, redigierte und koordinierte. Erneut gab es unter ihrer Regie einen regen Austausch über Graupe zwischen Berlin und Paris. Der Text wurde grundlegend überarbeitet. Auch die Details von Graupes Emigration konnten nun erstmals aufgedeckt werden. Ich erinnere mich an eine lange, konzentrierte, oder eigentlich: von positiver Spannung getragene Sitzung in der Uni am Ernst-Reuter-Platz, als wir mit Isabelle le Masne um jedes Wort der deutschen Übersetzung, jede Nuance gerungen haben. Kann man in einem Buch für deutsche Leserinnen und Leser von "den Deutschen" schreiben, wenn man die Besatzer in Paris meint -wie es in jedem französischen Buch "les Allemands" heißen würde? Sind "Arisierung" und "Aryanisation" wirklich Synonyme? Inwiefern prägen unsere jeweiligen nationalen Historiografien und die unterschiedlichen Aufarbeitungsgrade der NS-bzw. Vichy-Zeit unsere Schreibweise über transnationale Phänomene etwa des Kunstmarktes? Die gemeinsame Arbeit an diesem Buch warf grundlegende, von der Forschung bisher kaum reflektierte Fragen auf. Die Arbeit an der Übersetzung, nicht nur im sprachlichen Sinne, war eine bewegende historiografische Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Und zuletzt kam eine umfangreiche, von Kristina Kratz-Kessemeier koordinierte Bildrecherche hinzu, die auch über die gar nicht so stumme Sprache der Bilder neue Erkenntnisse brachte. Die Ergebnisse dieser langen deutsch-französischen Reise werden hier nun erstmals präsentiert. Schon während der Entstehung des Buches gab es immer wieder Anfragen von Rechtsanwälten, Erben und Provenienzforschern aus Europa, Israel und den USA, die gerne erfahren wollten, ob und wie das eine oder andere Werk bei Graupe gehandelt wurde. Solche Antwor- Der Berliner Kunsthändler und Auktionator Paul Graupe spielte im 'Dritten Reich' eine nur schwer zu fassende Rolle zwischen den Extremen. Nach 1933 veräußerte er in großem Umfang jüdischen Kunstbesitz und wirkte für das Regime als Devisenbeschaffer. Zugleich geriet er aufgrund seiner jüdischen Herkunft immer mehr unter Druck und wurde schließlich 1936/37 in die Emigration gedrängt. Erstmals zeichnet dieser Band die Wege von Paul Graupe nach: vom Beginn als Antiquar 1907 über seine Auktionen zwischen 1916 und 1937, den geschäftlichen Neustart in Paris, die Jahre des Exils in der Schweiz und New York bis zu den intensiven Restitutionsbemühungen der Nachkriegszeit. Die Geschichte des exponierten Protagonisten Graupe lenkt auf besondere Weise den Blick auf den schillernden, temporeichen Berliner Kunsthandel der Weimarer Republik sowie auf Zwischentöne und Grauzonen, auf Genese und Netzwerke des jüngst so sehr im öffentlichen Interesse stehenden NS-Kunsthandels Der Berliner Kunsthändler und Auktionator Paul Graupe spielte im 'Dritten Reich' eine nur schwer zu fassende Rolle zwischen den Extremen. Nach 1933 veräußerte er in großem Umfang jüdischen Kunstbesitz und wirkte für das Regime als Devisenbeschaffer. Zugleich geriet er aufgrund seiner jüdischen Herkunft immer mehr unter Druck und wurde schließlich 1936/37 in die Emigration gedrängt.0Erstmals zeichnet dieser Band die Wege von Paul Graupe nach: vom Beginn als Antiquar 1907 über seine Auktionen zwischen 1916 und 1937, den geschäftlichen Neustart in Paris, die Jahre des Exils in der Schweiz und New York bis zu den intensiven Restitutionsbemühungen der Nachkriegszeit. Die Geschichte des exponierten Protagonisten Graupe lenkt auf besondere Weise den Blick auf den schillernden, temporeichen Berliner Kunsthandel der Weimarer Republik sowie auf Zwischentöne und Grauzonen, auf Genese und Netzwerke des jüngst so sehr im öffentlichen Interesse stehenden NS-Kunsthandels
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