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Papst und Kaiser als Zwillinge? : Ein anderer Blick auf die Universalgewalten im Investiturstreit

معرفی کتاب «Papst und Kaiser als Zwillinge? : Ein anderer Blick auf die Universalgewalten im Investiturstreit» نوشتهٔ Sieber-Lehmann, Claudius، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2015. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

## Revolutionen? Tatsäch lich zeigt eine Reihe spektakulärer Ereignisse in schneller Abfolge, dass sich das Verhältnis zwischen Papstgewalt (sacerdotium) einerseits und der Königsherrschaft (regnum)/Kaiserherrschaft (imperium) andererseits rapide verschlechtert hatte 11 : Absetzung des Papstes 1076, Bannung des Königs 12 , das berühmte Treffen von Canossa im Januar 1077 mit seiner kurzfristigen Versöhnung 13 , der erneute Bruch zwischen den beiden, die Besetzung Roms durch die könig lichen Truppen 1083, die 11 Der Ausdruck discordia regni et sacerdotii wird 1081 von Heinrich IV. in seinem Brief an Geist lichkeit und Volk von Rom verwendet, um den Konflikt zu charakterisieren, vgl. Briefe Heinrichs IV., ed. Erdmann, Nr. 16, S. 22 f. Die Bezeichnung "Investiturstreit" für den Konflikt ist in der deutschsprachigen Forschung seit dem 19. Jahrhundert üb lich, er wider spiegelt aber nicht die Wahrnehmung der Zeitgenossen, die vor allem der Zwist zwischen den beiden Oberhäuptern der Christenheit umtrieb; vgl. dazu die eingehende Quellenanalyse bei Schieffer: Der Investiturstreit im Bilde der Zeit nach 1122. Die plötz liche Verschlechterung der Beziehung zwischen Gregor VII. und Heinrich IV. ist insofern überraschend, als der Papst 1074 dem König noch die römische Kirche zur Betreuung übergeben wollte, um in den Orient ziehen zu können, vgl. Schieffer: Gregor VII. und die Könige Europas, S. 204. Der Konflikt zwischen Papst und Kaiser war am spektakulärsten, er verdeckt aber die Tatsache, dass es weniger um das imperium, sondern um das regnum der Könige Europas ging: "Der zentrale Konflikt zwischen Heinrich IV. und Gregor VII. und dessen Nachfolgern kreist um die Wahrnehmung könig licher Rechte, die zwischen den beiden Polen ‚normales' Königtum -‚erweitertes' Königtum [...] oszillieren", vgl. Hehl: König, S. 12 f. 12 Es sind vor allem die Bannung/Exkommunikation Heinrichs IV. und die Lösung seiner Untertanen vom Treueid, die in der Geschichtsschreibung nach 1077 europaweit überliefert wird. Die Ereignisse in Worms und Canossa werden überraschenderweise weniger wahrgenommen, vgl. Schieffer: Worms -Rom -Canossa; zur Wichtigkeit des Treueids auch Körntgen: Gregor VII., Heinrich IV. und der Gang nach Canossa von 1077 gehören zum Grundbestand historischen Wissens in Westeuropa: Die Machtsphären von imperium und sacerdotium traten in der Folge auseinander, indem Wahl und Amtseinsetzung von Geistlichen – die Investitur – neu geregelt wurden. Warum kam es nicht zu einer friedlichen Einigung? Konnten Kaiser und Papst sich nicht als ebenbürtige Zwillinge verstehen, wie es das berühmte Bild des Sachsenspiegels bildlich nahelegt? Leider boten die biblischen Zwillinge Jakob und Esau kein positives Vorbild, und das negative Bild von Zwillingsbeziehungen erweist sich als fest verankertes Denkmuster des jüdisch-christlichen Weltbildes. Dies könnte ganz anders sein, wie der Vergleich mit antiken und außereuropäischen Kulturen zeigt
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