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Ornamentwelten : Ethnologische Expeditionen und die Kunst der 'Anderen' (1890-1930)

معرفی کتاب «Ornamentwelten : Ethnologische Expeditionen und die Kunst der 'Anderen' (1890-1930)» نوشتهٔ Kaufmann, Doris، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2020. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

stellerinnen und -schriftstellern wurde die transdisziplinäre und transnationale wissenschaftliche Debatte über Ornamente auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Mittelpunkt stand nichts weniger als die Frage nach dem Ursprung des Menschen und nach der Entwicklung der Menschheit zur »westlichen Zivilisation«. Abenteurer, Kapitäne, Kolonialbeamte, Kolonialoffiziere und -soldaten, Kaufleute, Händler, Missionare und Völkerkundler brachten im Zuge der kolonialen Eroberung der Welt von ihren Reisen und Expeditionen für den europäischen Geschmack ästhetische und außergewöhnliche Dinge mit nach Europa. Ihre besondere Aufmerksamkeit richtete sich von Beginn an auf ornamentierte Gegenstände. Prominent präsent in den Sammlungen der im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gegründeten Völkerkundemuseen, auf Völkerschauen, in Welt-, Kolonial-und Gewerbeausstellungen, auf Kolonialpostkarten und -briefmarken, auf Sammelbildern, in illustrierten Zeitschriften wie dem Globus und der Garten laube, auf Buchumschlägen von Abenteuer-, Jugend-und Reiseliteratur, in Musterbüchern, als Motiv in belletristischer Literatur und als Gegenstand von wissenschaftlichen Monographien und Aufsätzen -niemand hätte dem Ethnologen Karl Weule widersprochen, der 1896 in der Festschrift für den Nestor der deutschen Völkerkunde Adolf Bastian »die Stunde der Ornamentik« der »Naturvölker« ausrief.1 Diese Stunde war mit tätiger Sammelhilfe der Ethnologen eingeläutet worden. Sie stand für den ersten großen Arbeitsschwerpunkt in der frühen Phase der professionellen Etablierung ihres Fachs.2 Zwar unterschied sich die Praxis aller Nicht die europäische künstlerische Avantgarde entdeckte Anfang des 20. Jahrhunderts in den Völkerkundemuseen ?die Primitive Kunst". Viel früher trafen Ethnologen bei ihren Expeditionen auf Kulturobjekte und bewerteten sie als Kunstwerke. Doris Kaufmann erhellt die überraschenden Implikationen dieses Urteils, das sich nicht in den kolonialapologetischen und rassenhierarchischen Diskurs der Zeit einfügte. Sie untersucht auch die Aneignungen und Transformationen, die die mitgebrachten Kunstartefakte in den unterschiedlichen globalen kulturellen und politischen Kontexten erfuhren. Beginnend mit der ?Kunst als Kultur"-Diskussion Franz Boas? stellt sie Fallgeschichten zu den sibirischen Ethnien am Amur, den Marquesas im Südpazifik und zu dem kongolesischen Königreich der Kuba vor Die Bewertung dieser Artefakte als Kunst fügte sich natürlich nicht in den kolonialapologetischen und rassenhierarchischen Diskurs der Zeit ein. Untersucht werden auch die Aneignungen und Transformationen, die die mitgebrachten Kunstartefakte in den unterschiedlichen globalen kulturellen und politischen Kontexten erfuhren. Beginnend mit der „Kunst als Kultur"-Diskussion Franz Boas‘ stellt die Autorin Fallgeschichten zu den sibirischen Ethnien am Amur, den Marquesas im Südpazifik und zu dem kongolesischen Königreich der Kuba vor
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