Opera buffa und Spielkultur: Eine spieltheoretische Untersuchung am Beispiel des venezianischen Repertoires des späten 18. Jahrhunderts
معرفی کتاب «Opera buffa und Spielkultur: Eine spieltheoretische Untersuchung am Beispiel des venezianischen Repertoires des späten 18. Jahrhunderts» نوشتهٔ Schraffl, Ingrid، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag GesmbH u. Co KG در سال 2014. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
## Geleitwort neval, der eine hohe Anziehungskraft auf Reisende aus ganz Europa ausübte, bildete die Oper einen der besonderen und bereits traditionell gewordenen Anreize an venezianischen Darbietungen. Schon um die Mitte des 17. Jahrhunderts blühte wie an keinem anderen Ort ein öffentlicher Opernbetrieb, der marktwirtschaftlich geführt wurde. "Oper" wurde also zuerst in Venedig eine Veranstaltungsart, deren Zuschnitt sich auf zahlungskräftige Besucher richtete und nicht wie sonst primär der höfischen Repräsentation eines Fürsten diente. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als sich die Ära Venedigs als politisch bedeutsames und selbständiges Staatswesen langsam und schließlich durch die Ereignisse der französischen Revolution und die napoleonischen Kriege dem Ende zuneigte, gelangte die "Stadt des Vergnügens" in einen irrealen, überdrehten Zustand. Trotz der Eingrenzung der Untersuchung auf das venezianische Repertoire, weist Ingrid Schraffl -sehr zu recht -auf die Universalität der Opera buffa und ihres spielerischen Charakters hin und vermeidet somit einen auf Venedig ausgerichteten kultur-und sozialhistorischen Reduktionismus. ## Gernot Gruber Qui si sta in allegria Sempre in festa, sempre in gioco Caro amico un più bel loco No nel mondo non si dà.1 ## I. Einleitung Das Spiel fasziniert. "Es bannt, das heißt : es bezaubert."2 Die starke Präsenz des Spiels und des Spielerischen in der Opera buffa, im dramma giocoso, scheint eine derartige Selbstverständlichkeit zu sein, dass abgesehen von beiläufigen Bemerkungen bislang keine umfassende Untersuchung zu diesem grundlegenden Aspekt der Gattung vorliegt. In diese Richtung weist in gewissem Sinne eine Studie Mary Hunters,3 die anhand der Opera buffa in Wien eine "poetics of entertainment" entwirft und die Unterhaltsamkeit dieser Gattung auf verschiedene Arten von "pleasure"4 zurückführt. Meines Erachtens hängt der hohe Unterhaltungsfaktor der Gattung eng mit dem Aspekt des Spiels zusammen, der unter anderem als eine Ursache des besagten "pleasure" angesehen werden kann. Die Anwesenheit von Momenten des Spiels wird in dieser Untersuchung auf unterschiedlichen Ebenen sowohl der Gattung Opera buffa an sich als auch ihres Aufführungsrahmens anhand von diversen, aus verschiedenen Disziplinen stammenden Theorien des Spiels ermittelt. Die Weitläufigkeit des Spielbegriffs, der vielfältige Facetten und Erscheinungsformen umfasst, erlaubt es -unter anderem wegen seiner "anregenden inneren Gegensätzlichkeit"5 -außergewöhnlich viele unterschiedliche Momente der Opera buffa, von Elementen des Aufführungskontextes bis hin zu einzelnen gattungsspezifischen Topoi, auf einen einzigen Nenner zu bringen. Der Begriff des Spiels und des Spielerischen kann so als Interpretationsschlüssel des Gesamtphänomens Opera buffa verwendet werden und unter einem 1 The ludic element contributes substantially to the highly entertaining quality of opera buffa. Within the field of opera research, up to now this aspect has been neglected to a large extent. However, the denomination itself of the buffa-genre usual in the 18th century - "dramma giocoso" - typifies the central role of the playful element in this opera form. On the basis of play theories derived from different disciplines - anthropology, psychology, pedagogy and philosophy - the multilayered moments of play in the opera buffa and its performance context are enucleated by analysing the repertory of Venice, the then "capital of amusement". Thereby, the concept of play is used as an interpretive key applied to this cultural phenomenon as a whole. Das Element des Spielerischen trägt wesentlich zum hohen Unterhaltungswert der Opera buffa bei. Dieser Aspekt ist von der Forschung bisher weitgehend vernachlässigt worden. Dabei weist schon allein die im 18. Jahrhundert übliche Gattungsbezeichnung „dramma giocoso" auf die zentrale Rolle des Spielerischen in dieser Opernform hin. Auf der Grundlage von Spieltheorien aus unterschiedlichen Disziplinen - Anthropologie, Psychologie, Pädagogik und Philosophie - werden am Repertoire Venedigs, der damaligen „Hauptstadt des Vergnügens", die vielschichtigen Momente des Spiels der Opera buffa und ihres Aufführungskontexts herausgearbeitet und untersucht. Der Spielbegriff dient dabei als Interpretationsschlüssel des gesamten Kulturphänomens Das Element des Spielerischen trägt wesentlich zum hohen Unterhaltungswert der Opera buffa bei. Dieser Aspekt ist von der Forschung bisher weitgehend vernachlässigt worden. Dabei weist schon allein die im 18. Jahrhundert übliche Gattungsbezeichnung "dramma giocoso" auf die zentrale Rolle des Spielerischen in dieser Opernform hin. Auf der Grundlage von Spieltheorien aus unterschiedlichen Disziplinen - Anthropologie, Psychologie, Pädagogik und Philosophie - untersucht Ingrid Schraffl am Repertoire Venedigs, der damaligen "Hauptstadt des Vergnügens", die vielschichtigen Momente des Spiels der Opera buffa und ihres Aufführungskontexts. Der Spielbegriff dient damit als Interpretationsschlüssel des gesamten Kulturphänomens.-- Provided by publisher
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