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Nürnbergs Hochschule in Altdorf : Beiträge zur frühneuzeitlichen Wissenschafts- und Bildungsgeschichte

معرفی کتاب «Nürnbergs Hochschule in Altdorf : Beiträge zur frühneuzeitlichen Wissenschafts- und Bildungsgeschichte» نوشتهٔ Marti, Hanspeter (editor);Marti-Weissenbach, Karin (editor)، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2014. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

## Einleitung Vom 3. bis 5. Mai 2011 fand in Engi/Glarus Süd (Schweiz) die vierte hochschulgeschichtliche Tagung statt, die von der Arbeitsstelle für kulturwissenschaftliche Forschungen organisiert wurde, diesmal in Zusammenarbeit mit Martin Schmeisser, tätig am Lehrstuhl Friedrich Vollhardts (LMU München). Das Engeler Arbeitsgespräch setzte einen Workshop des Sonderforschungsbereiches 573 (Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit 15.-17. Jahrhundert) fort, der am 1. Dezember 2009 vom Teilprojekt B 7 (Gelehrtenkultur und religiöse Pluralisierung: Praktizierte Toleranz im Umgang mit heterodoxen Positionen um 1600) veranstaltet und von Hanspeter Marti geleitet worden war. 1 Die Teilnehmer der Tagung präsentierten in zehnminütigen Kurzvorträgen Inhalt und Konzept ihres für einen Sammelband zur Geschichte der Universität Altdorf geplanten Beitrags. Die ursprüngliche Absicht war, die ausgearbeiteten Aufsätze unter dem übergeordneten Aspekt einer Geschichte und Kritik des Altdorfer Sozinianismus zu veröffentlichen. Es zeigte sich aber im Laufe der Tagungsdiskussion, dass es vorteilhafter wäre, die Palette der thematischen Aspekte zu erweitern, die geplante Publikation also für weitere Kernthemen offen zu halten, die mit dem vom Münchener Sonderforschungsbereich anvisierten Gegenstand verbunden und/oder auch nur wechselseitig auf sich bezogen sind. Die früheren Engeler Tagungen zur frühneuzeitlichen Hochschulgeschichte waren entweder Universitäten (Leipzig, Königsberg) oder Hohen Schulen ohne Promotionsprivileg (Zürcher Carolinum) gewidmet. Die hier dokumentierte Zusammenkunft beschäftigte sich mit einer Bildungsanstalt, die erst im Laufe der Zeit zur eigentlichen Universität wurde. Diesen Status hatte die 1578 eröffnete Academia Norica formalrechtlich seit dem 3. Oktober 1622 inne; das Recht, theologische Doktorpromotionen vorzunehmen, erlangte sie sogar erst 1697. Nicht nur der institutionsgeschichtliche Sonderfall der von der Reichsstadt Nürnberg getragenen Altdorfer Hochschule, deren Entwicklung im Kontext des gesamten Nürnberger Schulwesens zu betrachten ist, verdient das Interesse der Frühneuzeitforschung. Die Academia Norica stand in ihrer Anfangsphase stark unter reformiertem Einfluss ( Johann Thomas Freigius, Philipp Scherb), bevor mit der Aufnahme Jakob Schoppers, des ersten überzeugten Lutheraners, in den Altdorfer Lehrkörper ein konfessioneller Kurswechsel erfolgte, der den dezidiert und konstant vertretenen Standpunkt der lutherisch-orthodoxen Altdorfer Theologen vorwegnahm. Bereits seit längerer Zeit steht der Altdorfer Aristotelismus, gemeinsam mit der Rezeption 1. Die Gelehrtenfamilie Camerarius im 16. Jahrhundert Die Camerarii unterschieden sich in mancher Hinsicht von anderen bekannten frühneuzeitlichen Gelehrtenfamilien, wie beispielsweise den Mentzers in Gießen, den Marbachs in Straßburg oder den Bacmeisters in Rostock. 4 Die Hauptdifferenz bestand in der sozialen Herkunft. 5 Die Camerarii entstammten im Gegensatz zu anderen Geschlechtern, die mehrere bedeutende Gelehrte hervorbrachten, sehr gehobenen gesellschaftlichen Verhältnissen. Mitglieder der Familie hatten vermutlich seit dem 12. Jahrhundert als Ministerialen in fürstbischöflich-bambergischen Diensten gestanden. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts lässt sich ein Zweig der Familie in der Reichsstadt Nürnberg nachweisen. Die Nürnberger Camerarii, die vor allem als Kaufleute tätig und mit dem städtischen Patriziat versippt waren, starben jedoch 1518 aus, weshalb die Familie im Tanzstatut des Jahres 1521 nicht zu den ratsfähigen Geschlechtern der fränkischen Metropole gezählt wurde. 6 Die im Rahmen dieses Aufsatzes relevanten Persönlichkeiten, Joachim (I.) Camerarius und seine beiden Söhne Joachim (II.) und Philipp, entstammten der Bamberger Linie Die Akademie und Universität Altdorf zählt mit den Universitäten Leipzig, Halle und Göttingen zu den verhältnismäßig gut erforschten Hochschulen des Alten Reiches. Die Publikation rückt erstmals verstärkt die Unterrichtsgeschichte der Academia Norica in den Mittelpunkt. Sie erhellt weiterhin die Funktion Altdorfs und Nürnbergs als Drehscheiben gelehrter Literaturproduktion. Anhand von exemplarischen Beiträgen zum Disputationswesen, zum Sozinianismusstreit und zur Geschichte der Politik als philosophischer Disziplin werden Inhalte des gelehrten Altdorfer Unterrichts vorwiegend des 17. und - an zwei Beispielen - des 18. Jahrhunderts behandelt. Der familienpolitischen Dimension und der gesamteuropäischen Verflechtung des Altdorfer Hochschulwesens, aber auch der Geschichte medialer Vermittlung wird Rechnung getragen ***Angaben zur beteiligten Person Marti: Hanspeter Marti: *1947 in Glarus/Schweiz, Studium der Germanistik, Mediävistik und der französischen Sprachwissenschaft in Basel, Genf und Montpellier. 1982 Promotion in Basel. Seit 1986 in verschiedenen vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung unterstützten Projekten beschäftigt. 1999 Ehrengabe der Martin Bodmer-Stiftung für einen Gottfried Keller-Preis für die Tätigkeit an der privaten Arbeitsstelle für kulturwissenschaftliche Forschungen. Spezialgebiete: Gelehrtenliteratur der Frühen Neuzeit, Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte ***Angaben zur beteiligten Person Marti-Weissenbach: Geboren in Zürich. Studium der Germanistik, der Lateinischen Philologie und der Alten Geschichte in Basel und Zürich. Seit 1991 als Historikerin mit Schwerpunkt Schweizer Geschichte für die Arbeitsstelle für kulturwissenschaftliche Forschungen in Engi/Glarus (Schweiz) tätig. Erhielt 1999 zusammen mit Hanspeter Marti eine Ehrengabe der Martin Bodmer-Stiftung für einen Gottfried Keller Preis ***Angaben zur beteiligten Person Seidel: Profesor Dr. Robert Seidel studierte Germanistik und Klassische Philologie in Tübingen, Paris und Heidelberg. Seit 2003 lehrt er Neuere Deutsche Literatur in Frankfurt am Main ***Angaben zur beteiligten Person Sdzuj: PD Dr. Raimund B. Sdzuj studierte Germanistik und Philosophie an der FU Berlin. Er lehrt an der Universität Greifswald Neuere deutsche Literatur
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