معرفی کتاب «Nationalistische Intellektuelle In Der Slowakei 1918-1945: Kulturelle Praxis Zwischen Sakralisierung Und Säkularisierung Kulturelle Praxis Zwischen Sakralisierung Und Säkularisierung» نوشتهٔ Witt, Sabine، منتشرشده توسط نشر De Gruyter De Gruyter Oldenbourg در سال 2015. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
In the newly created Republic of Czechoslovakia, the intention was to replace the previously dominant Hungarian influence with a common national identity. Sabine Witt investigates how intellectuals in the Slovakian portion of Czechoslovakia opposed this de facto Czech notion of nationhood through cultural activities in politics, journalism, and science to promote Slovakian nationalism. Inhalt Vorwort 1 Einleitung 2 Nationalismus und kulturelle Praxis 2.1 Forschung zum slowakischen Nationalismus Zum Begri „Nationalismus“ Rekonstruktion einer Nationalgeschichte Divergierende Historiograen 2.2 Nationalismuskonzepte Typologien Konstruierte Nationen Antiliberale Nationalismen Vorgeschichten der Nation Nationalismus als politisches Feld Akteure des Nationalismus 2.3 Ein kulturhistorischer Ansatz Kultur als Praxis Die symbolische Macht der Sprache Praxisbeispiel Antisemitismus Antiliberaler Modernismus Säkularisierung und Sakralisierung 3 Nationale Ideen vor 1918 3.1 Von der Schrift zum Minderheitsnationalismus Drei konkurrierende Schriftvarianten Sprache als nationales Merkmal Schriftsprache als politisches Argument Magyarisierung und „nationale Unterdrückung“ 3.2 Liberale, Konservative und Klerikale Der konservative Martiner Kreis Fortschrittsorientierte Prager Slowaken Hodžas liberaler Nationalismus Klerikale Nationalisten 3.3 Der tschechische Blick Fazit 4 Tschechoslowakische Nationalisierung und slowakischer Nationalismus 4.1 Ambivalenter Tschechoslowakismus 4.2 Ungleiche Startbedingungen Status und „Magyaronen“ Weitere Minderheiten 4.3 Tschechische Konkurrenz 4.4 Politischer Katholizismus und Radikalisierung Der innerslowakische Graben Hlinka und die Volkspartei als nationalistische Repräsentanz Einfluss des politischen Katholizismus Politisches Programm mit kulturellen Forderungen Vojtech Tuka als Leitgur der jungen Radikalen Radikalisierung und Provokation 4.5 Vorbild Polen 4.6 Neue Machtverhältnisse in der Autonomiephase Die Abschiebung der Tschechen 4.7 Im slowakischen Nationalsozialismus Zwischen radikalem und konservativem Flügel Ständische Gesellschaft und Propaganda Priester als Stützen des Regimes Jüdische Segregation und Judengesetze Fazit 5 Eine neue intellektuelle Elite 5.1 Soziale Hintergründe Ländliche Herkunft Säkulare Studien 5.2 Pioniere des slowakischen Journalismus Beschäftigungsmöglichkeiten in der politischen Presse Vatra und Rozvoj – erste Zeitschriften Nástup – radikale politische Publizistik Nachwuchsförderung durch den Slovák 5.3 Sprung auf die politische Bühne Motor der gesellschaftlichen Radikalisierung 5.4 Kulturorganisatoren 5.5 Aufstieg in die Führungsriege Propaganda durch Presse Die neuen Exegeten des Nationalsozialismus Linientreue Kulturfunktionäre Abtrünnige Fazit 6 Die „Nation“ in der institutionellen Praxis 6.1 Tschechoslowakische Kultur „Bratislava“ – die unslowakische Hauptstadt Die Universität als tschechische Bastion 6.2 Resistentes Nationaltheater Slowakizität Politische Dimension 6.3 Ausschlusspraktiken und Verteilkämpfe Zwei Künstlerverbände Symbolische Kulturpolitik Spontane Solidarität und verdeckte Dierenzen 6.4 Vom geschriebenen zum gesprochenen Wort Umgangssprache versus Schrift Kontroverse Deutungen der Schriftvergangenheit Matica slovenská – nationalistische Forschungspraxis Der Martiner Usus Tschechoslowakische Rechtschreibreform Gegenentwürfe und Putsch Verschiedene Schriftnormen Ideelle Bedeutung 6.5 Praxis der Ethnisierung Assimilation an die Pseudo-Minderheit Opportunistischer Umschwung 6.6 Kulturelle Praxis des Katholizismus Svoradov – katholischer Netzwerkknoten Verein hl. Adalbert – Rekatholisierung der säkularen „Nation“ 6.7 Transformation der Kultur Gardistische Populärkultur Demonstrative Loyalität Katholisierung der kulturellen Sphäre Zwei konkurrierende Akademien Die Matica slovenská gerät ins Abseits Fazit 7 Nation als rhetorische Praxis 7.1 Adaptionen des Konzepts „Slawen“ Ende der „slawischen Wechselseitigkeit“ Slawischer Unionismus 7.2 Polen: Von der Verwandtschaft zur politischen Nachbarschaft Kultureller Aktivismus und mediale Präsenz als Provokation Wende zum Autoritären „Der Sohn des weißen Adlers“ 7.3 Rezeption von Faschismus und Nationalsozialismus Gewaltbereite Rodobrana: Aneignung fremder Strategien Nationalistische Front oder tschecho-slowakischer Faschismus? Skepsis im Nástup Willkommener „Totalismus“ 7.4 Distanzierung vom Klerikalismus 7.5 Kampf um Symbole 7.6 Juden: Feinde im Innern 7.7 Eine gesäuberte Kultur Fazit 8 Literarische Praxis 8.1 Die „Nation“ erschreiben 8.2 Ökonomische und ideelle Ressourcen Schwacher slowakischer Buchmarkt Katholische und völkische Quellen Religiös-ästhetische Rezeption französischer Literatur Politisch-nationale Rezeption polnischer Literatur Modernismus und nationalistische Literatur Mythenadaption Auferstehungsmythen 8.3 Martyrium, Auferstehung und Reinigung Auftrag der Toten bei Tido Gašpar Verkörperungen des nationalen Willens Andrej Žarnovs pathologische Wiedergänger 8.4 Umbruchsversionen Milo Urbans neuer Adam Anton Prídavoks opportunistische Helden Tido Gašpars konservativer Opportunismus Ján Hrušovskýs republikanischer Jesus Uninationale Regeneration bei Štefan Gráf 8.5 Biologistische und völkische Konzepte Andrej Žarnovs ländliche Therapie Charismatische Heilung und mythische Erdkraft bei Milo Urban Štefan Gráfs antisemitische Säuberung Andrej Žarnov: Vollzug des Blutopfers Frauen auf dem Altar der Nation 8.6 Die auferstandene Nation Von der geistigen zur nationalsozialistischen Revolution Milo Urbans revolutionärer Sprengsatz Štefan Gráfs kulturfähige Slowaken Ein Ideal völkischer Dichtung Fazit Schlussfolgerungen Handeln aus Überzeugung Nationales Martyrium als Primärmythos Kulturelle Grenzziehungen Von der Reinigung zur Säuberung Säkularisierende Praxis Autoritäre Anschlussmöglichkeiten Modernität Abruptes Ende der Visionen Wirkungsmacht nationalisierender Repräsentationen Bibliografie Quellen Zeitungen und Zeitschriften Literarische Werke Monograen, Lexika Wissenschaftliche Werke Ordnungssysteme
Im slowakischen Landesteil der Tschechoslowakischen Republik etablierte sich in der Zwischenkriegszeit ein slowakischer Nationalismus als relevantes gesellschaftliches Phänomen. Sabine Witt analysiert in ihrer Studie die Voraussetzung dafür und findet die Annahme bestätigt, dass die kulturellen Praktiken von Intellektuellen massgeblich zur Durchsetzung der Kategorie des Nationalen in der slowakischen Gesellschaft beitrugen. Mit der Praxis von Mythentransformationen changierte der Nationalismus zwischen der Säkularisierung von religiösen Inhalten und der Sakralisierung von nationalistischen Ideen. Bedingt durch die politischen Verhältnisse wird der slowakische Nationalismus indes selbst im slowakischen Staat nie ganz säkular. Nationalisitische Intellektuelle in der Slowakei offenbart eine viel grössere Durchdringung verschiedenster Lebensbereiche mit nationalistischen Ideen als bisher angenommen. Insofern ist der theoretische Ansatz als eine bedeutsame Erweiterung historischer Methodik zu bewerten.