Nächstenliebe und Barmherzigkeit : Schriften zur jüdischen Sozialethik
معرفی کتاب «Nächstenliebe und Barmherzigkeit : Schriften zur jüdischen Sozialethik» نوشتهٔ Brocke, Michael (editor);Paul, Jobst (editor)، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2014. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die ethischen Anforderungen von Nächstenliebe und Barmherzigkeit, die das Judentum hervorgebracht hat, gründen im Gottesbild. In der Schöpfung des einen Menschenpaars im Ebenbild Gottes1 -so sagten wir in der Einführung zum Band Gotteserkenntnis und Menschenbild -ist "für das Judentum die ganze sittliche Weltordnung beschlossen, die Gleichheit aller Menschen vor Gott (und danach vor dem Recht), die Pflicht zur Liebe und zum Frieden untereinander und -in diesem Rahmen -zur Freiheit, zum willentlich Guten." Der Begriff der Gottesebenbildlichkeit des Menschen zielt daher auf die nüchterne und zugleich folgenreiche Kernaussage, dass sie das sei, "was jedem zukommt, jedem sein Gepräge gibt, mir nicht mehr, aber auch nicht weniger als irgendeinem andern." Im "Wichtigsten und Entscheidenden" -so Leo Baeck -meine der Begriff daher, "dass wir alle gleich sind", ohne Unterschied, über alle Grenzen hinweg, "welche die Völker und die Rassen, die Stände und die Kasten, die Kräfte und Gaben abstecken wollen".2 So also wird der Grundsatz der menschlichen Gleichheit vor 3000 Jahren an den Anfang der jüdischen Religion gestellt, sogar als ein Eckstein des göttlichen Schöpfungsplans. Der Gleichheitsgrundsatz wird damit zugleich zum sozialethischen Vorzeichen vor all dem, was der menschlichen Gesellschaft aus jüdischer Sicht an Pflichten aus ihrer Gottesebenbildlichkeit zuwächst, insbesondere die konkrete Aufgabe, "eine alles umfassende Kultur"3 der sozialen und ökonomischen Gerechtigkeit zu verwirklichen. Der Gedanke der Zukunft -so noch einmal Baeck -bezeichnet dementsprechend ein "Eigenes der jüdischen Religiosität". In der Einheit und in der Spannung zwischen einem einzelnen "Menschendasein" und der Ferne dieses Ziels werde "das Messianische" im Judentum fassbar, als Sehnsucht nach der "Einheit der Nationen" und nach der "Einheit der Zeiten".4 Von einer anderen Seite her kann diese Spannung freilich noch konkreter gefasst werden, insbesondere durch eine Präzisierung des Begriffs der Gottesebenbildlichkeit. Martin Buber fasst sie zum Beispiel als Gabe, die dem Menschen im Akt der Schöpfung mit auf den Lebensweg gegeben ist. Aber erst der menschliche Lebensvollzug ist dann der Raum, in dem sich diese Ebenbildlichkeit -als ‚Nachahmung Gottes' -konkret entfalten kann : "Wir sind bestimmt, ihm zu ‚gleichen', das heißt ; das Bild, in dem wir erschaffen sind und das wir in uns tragen, aus uns zu vollenden, um -nicht mehr in diesem Leben -seine Vollendung zu erfah ren."5 19 deutsch-jüdische Autoren thematisieren im vorliegenden Band die Lehre von Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit als Kern des Judentums. Sie beklagen zugleich, wie das Christentum diese Lehre dem Judentum aberkannte, um sie für sich selbst zu reklamieren, und dazu ein Zerrbild des Judentums schuf, das als Grundlage für Judenfeindschaft und Antisemitismus dient
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