معرفی کتاب «Mythos als Wissensform : Epistemik und Poetik des 'Trojanerkriegs' Konrads von Würzburg» نوشتهٔ Gebert, Bent، منتشرشده توسط نشر Saur در سال 2013. این کتاب در 6 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Konrad von Würzburg’s ‘Trojan War’ pioneered a new pathway for vernacular mythography at the end of the 13 th century. For the first time, this study systematically explores the poetic processes that effected this epistemic transformation in the narrative of myth. The author develops a model for analyzing the literary production of knowledge that is at once open to historicizing approaches and useful for general research about knowledge. Vorwort Erster Teil: Theoretische Annäherungen I Einleitung 1 Mythographie. Zur Archäologie einer prekären Textsorte 2 Mythographische Poetik und die Evolution von Wissensordnungen. Der Trojanerkrieg Konrads von Würzburg als Modellfall 3 Leitfragen, Prämissen und Vorgehen der Untersuchung II Theoretische Vorüberlegungen zur Epistemik und Poetik von Mythographie 1 Was weiß Literatur? Ansätze, Perspektiven und Probleme der Theoriebildung 1.1 Wissen in Literatur 1.2 Wissen und Literatur 1.3 Wissen oder Literatur 1.4 Irritationspunkte in der Diskursgeschichte des Wissens 1.5 Anforderungen an ein Analysemodell 1.6 Wissen als Invisibilisierung. Vorschlag zu einem Design 1.7 Leitbegriffe der Studien 1.8 Zusammenfassung: Wissen und literarische Kommunikation 2 Mythos und Wissen 2.1 Mythos. Zur Unschärfe einer kulturwissenschaftlichen Analysevokabel 2.2 Mythoskonzepte der Mediävistik 2.3 Heuristische Zugänge zu Mythosdiskursen 2.4 Mythos in Wissensordnungen – Mythos als Wissbares. Ein Diskurs in der Spannung von Fremdreferenz und Selbstreferenz 2.5 Der Trojanische Krieg zwischen Historiographie und Mythologisierung 2.6 Zusammenfassung: Mittelalterliche Mythographie zwischen Wissensordnungen und Wissbarkeit Zweiter Teil: Untersuchung des Trojanerkriegs Konrads von Würzburg III Paradoxien 1 Schwebende Referenz. Das Urteil des Paris und das Erzählen mit euhemeristischen Paradoxien 2 Dispersion. Paradoxien mythographischer Kommunikation 3 bîschaft. Von der Erfüllung der Zeichen zum Erzählen mit erfüllten Zeichen 3.1 Sinnstrukturen vor Ausbruch des zweiten Trojanischen Kriegs 3.1.1 Träumen und Traumdeutung 3.1.2 Der Apfel der Discordia. Zur Evidenz und Polysemie des Schriftmodells 3.1.3 Voraussagen, Prophezeiungen, Kryptoskopie 3.1.4 Genealogien der Rache 3.1.5 Helena (I): Erotik, Politik und Ästhetik einer Anziehungsform 4 Zusammenfassung: Paradoxien des Trojanerkriegs IV Selbstreferenz / Fremdreferenz 1 Der Trojanische Krieg als multisensorisches Wahrnehmungsereignis. Erzählformen der Selbstreferenz 1.1 Präsentifikationen 1.1.1 Vorspiele der Präsenz. Zur ersten Zerstörung Trojas (Tr 11378 – 13397) 1.1.2 Rüstungsbeschreibungen 1.1.3 Semantik des Blutes 1.1.4 Synästhesien 1.1.5 Intradiegetische Wahrnehmungslenkung 1.1.6 Intensivierung innerer und äußerer Dynamik 1.1.7 dilatatio und abbreviatio 1.1.8 Artifiziale und naturale Metaphern 1.1.9 Zirkulations- und Austauschprozesse 1.1.10 Wilde Metaphern 1.1.11 Helena (II) und das Rauschen der Wahrnehmung 1.1.12 Kompositionsverfahren: Aufritte – entrelacements – Gesamtschauen 1.1.13 Fokalisierungsverfahren: Zooming und panoramatisches Erzählen 1.1.14 Performativität der erzählten Rede: Redeformen und Redesituationen 1.1.15 Performativität der Erzählerrede: Formularisierungen und Erzählmodule 1.2 Zusammenfassung: Selbstreferentialisierung 2 Diskursivierung. Implizite Verarbeitungsformen von Fremdreferenz 2.1 vriuntschaft. Zum Interdiskurs personaler Nahbeziehung im Trojanerkrieg 2.1.1 Intimisierung der Rede. Das Prologprogramm als Kommunikationsmodell der Nähe 2.1.2 Gefährliche Rückläufe. Die Jugendgeschichte des Paris oder die Rekursivität der vriuntschaft 2.1.3 Untreue Männer, zerstörerische Frauen. Nahbeziehungen als Fusionskerne 2.1.4 Intimräume der list: Jason und Medea 2.1.5 Kampfbegegnungen der vriuntschaft 2.1.6 Freundschaft als Passion. Entgrenzte und begrenzte Formen der vriuntschaft (Achill und Patroclus, Paris und Panfilôt) 2.2 Zusammenfassung: Diskursivierung 3 Zusammenfassung: Referenzstrukturen des Trojanerkriegs V Invisibilisierung 1 Erzählverfahren 1.1 Einlagerungen. Metadiegesen und Erzählsituationen mehrfacher Ordnung 1.1.1 Verkleidete Selbstreferenz. Achill singt von Achill 1.1.2 Vom Wissensparadox zum Exempel. Das Argumentieren mit Mythen und das Verschwinden der Figuren im Erzählen 1.1.3 Hörensagen (liumet). Zur Invisibilisierung mit Flügeln 1.1.4 Heros – philosophus – confessor. Das Fortleben des Hercules und die Differenz des Erzählens 1.2 Dekomposition und Paradigmatisierung 1.3 Entfesselte Evidenz. Ekphrastisches Erzählen und das Verlöschen des Deskriptors 1.3.1 Exkurs: Unendliches Erzählen. Deskription als Invisibilisierung der Textproduktion 2 Semantiken 2.1 Wildheit – Zorn – Passion. Semantiken der Naturalisierung 2.2 „ach got, daz ich ie schrene wart!“ Liebessemantik als Absorptionsmedium von Begründungskontingenz 3 Effekte des Erscheinens. Ostensives Erzählen und die Produktion von Unbeobachtbarkeit 4 Zusammenfassung: Sichtbarkeiten / Unsichtbarkeiten VI Ergebnisse 1 Der Trojanerkrieg als Wissenstextur 2 Der Trojanerkrieg als Mythographie 3 Kulturwissenschaftliche Wissensforschung und Mythographie VII Anhang und Literaturverzeichnis 1 Anhang (I): Handlungs- und Quellenübersicht zum Trojanerkrieg 2 Anhang (II): Formularisierung im Trojanerkrieg und in höfischer Epik 3 Abkürzungen 4 Textausgaben 5 Forschungsliteratur und Nachschlagewerke VIII Index
Der 'Trojanerkrieg' Konrads von Würzburg entwickelt Wissensansprüche, die im Kontext mittelalterlicher Mythographie ebenso ambitioniert wie prekär sind. Die poetischen Verfahren, die diese epistemischen Transformationen des Mythenerzählens bewirken, sind noch kaum erforscht, obwohl der Zusammenhang von Literatur und Wissen in jüngerer Zeit intensiv diskutiert wurde. Denn polarisierende Kontroversen verhinderten bislang die Entwicklung einer operationalisierbaren Methodologie zur Analyse der Wissensproduktion vormoderner Literatur. Die Studie sondiert leitende Prämissen und Konzepte zum Wissensbegriff und erarbeitet im Rückgriff auf systemtheoretische Kategorien ein Analysemodell, das zugleich historisierbar und anschlussfähig für allgemeine Wissensforschung ist. Auf dieser Basis werden die wissensgenerierenden Potentiale des 'Trojanerkriegs' rekonstruiert: Konrads Roman invisibilisiert Paradoxien, indem er die Selbstreferenz von Geschichte und Erzählen verstärkt, zugleich aber seine vielfältigen Fremdreferenzen auf antike und mittelalterliche Wissensdiskurse abblendet. In detaillierter Analyse werden die narrativen, semantischen, imaginativen, kognitiven und diskursiven Dimensionen dieses Prozesses herausgearbeitet.
Der 'Trojanerkrieg' Konrads von Würzburg bahnt Ende des 13. Jh.s neue Wege der volkssprachlichen Mythographie. Die Studie untersucht erstmals umfassend die poetischen Verfahren, die diese epistemischen Transformationen des Mythenerzählens bewirken. Hierzu wird ein Modell für die Analyse literarischer Wissensproduktion entwickelt, das zugleich historisierbar und anschlussfähig für allgemeine Wissensforschung ist