Mythische Erzählstrukturen in Herodots "Historien" (MythosEikonPoiesis 3) (German Edition)
معرفی کتاب «Mythische Erzählstrukturen in Herodots "Historien" (MythosEikonPoiesis 3) (German Edition)» نوشتهٔ by Katharina Wesselmann، منتشرشده توسط نشر Saur در سال 2011. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Herodots Historie ist das erste erhaltene Geschichtswerk Europas. Immer wieder aber wurde der Autor auch kritisiert; so prägt Cicero zwar den Terminus „Vater der Geschichtschreibung“, bemängelt aber zugleich die Fiktionalität in dessen Werk. In der Tat ist gerade das mythische Geschichtenerzählen ein Hauptcharakteristikum bei Herodot und die Durchmischung fiktionaler Tradition und rationalistischer Innovation hat auch moderne Leser bisweilen irritiert. Diese „Mythisierung“ historischer Geschehnisse resultiert jedoch nicht aus naiver Anekdotenfreude. Vielmehr wird eine Interpretation der historischen Ereignisse erst durch den assoziativen Gehalt möglich, den die mythische Folie innerhalb der griechischen Erzähltradition mit sich bringt. Es wäre zu einfach, Herodots Verwendung mythischer Folien als bewusste auktoriale Intention zu deuten. Somit ist auch die hier geleistete Rekonstruktion eines mythisch-rituellen Bezugsfelds ein notwendiger Bestandteil zum Verständnis Herodots, der weniger als „Vater der Geschichtsschreibung“ denn als Erbe einer Geschichtentradition erscheint. I. Einleitung 13 1. Herodot und der Mythos 13 2. Bisherige Forschung 20 3. Weitere Ziele: eine ,mythisch-rituelle Poetik‘ der Geschichtsschreibung 27 4. Das Mythische und das Rituelle 35 5. Vorgehensweise 40 5.1 Zur Methode des Strukturvergleichs 40 5.2 Auswahlkriterien 44 5.3 Intertextualität und Traditionalität 47 II. Frevel: Mythos als moralisches Paradigma 56 1. Imitatio Dei: Xerxes und Frau und Tochter des Masistes (9.108–113) 58 2. Gewässerfrevel 67 2.1 Die persischen Könige 67 2.2 Mythische Folien: Achilleus und Skamandros und andere 75 2.3 Kroisos, der Schwankende (1.75) 86 III. Wahnsinn – Die Komplexität der Moral im Spiegel von Mythos und Kult 91 1. Die doppelte μανία und das Problem der Kausalität 92 1.1 Kambyses und Kleomenes 92 1.2 Die Tradition des Wahnsinns 104 1.2.1 Die Doppelung der μανία im Mythos 104 1.2.2 Die Doppelung der μανία im Kult 123 1.3 Die Traditionalität der μανία bei Herodot: Mythisches Erzählen 131 1.3.1 Die Doppelung der μανία bei Herodot 131 1.3.2 Weitere Traditionalismen in Herodots μανία-Geschichten 134 1.4 Μανία und Initiation? Kleomenes und Kambyses, Anacharsis und Skyles 139 1.4.1 Μανία und Initiation 139 1.4.2 Kambyses und Kleomenes und das Initiationsparadigma 144 1.4.3 Skyles und Anacharsis (4.76–80) 148 1.5 Ergebnis 155 2. Dionysos und der Tyrann 156 2.1 Arion (1.23 f.) 158 IV. ,Trickstergeschichten‘: Schelmenfigur und Erzählstruktur 172 1. ‚Trickster‘ bei Herodot? 172 2. Die getreuen Verräter 173 2.1 Der angebliche Überläufer: Zopyros (3.153–160) 173 2.2 Der οὖλος ὄνειρος: Themistokles (8.70–83) und die Trugträume des Xerxes (7.8–19) 179 3. Die ,Freier‘ 186 3.1 Die List des Dareios (3.84–87) 186 3.2 Hippokleides und die Alkmaioniden (6.126–131) 192 4. ,Trickster‘ bei Herodot 201 V. Rite de passage – Die Tradition des Neuanfangs als mythhistorisches Zeichen 209 1. Eine Begriffsklärung 209 2. Verfolgung und Aussetzung des bedrohlichen Kindes: Die ,Kyrupädie‘ (1.107–130) und die Geburtsgeschichte des Kypselos (5.92.α-ε) – Heroenbiographie und Unheilsvorzeichen 213 3. Der jugendliche Flüchtling 238 3.1 Adrastos – ,the Boy’s Tragedy‘ (1.34–45) 238 3.2 Phronime und die böse Stiefmutter (4.154 f.) – Verschiebung der Parameter 251 4. Das tödliche Gastmahl 264 4.1 Das ,Atreusmahl‘ (1.73; 1.119) – Herrschaftswechsel und kulturelle Nivellierung 264 4.2 Der Mord an den Gästen (5.18–21; 1.106): Clash der Kulturen 281 5. Μιξοβόας λόγος: Rhampsinitos und der Meisterdieb (2.121 f.) 294 VI. Schluß 312 1. Strukturierung, Semantisierung, Validierung. Zur Funktion des Mythischen in der Geschichte 312 2. Herodot und die Problematik der modernen Rezeption 319 2.1 Das Problem der Erzähllogik 319 2.2 Das Problem der Faktizität 328 3. ,Mythisch-rituelle Poetik‘ und kultureller Kontext 347 Appendix 1: Herodot und Homer – ein kurzer Forschungsüberblick 354 Appendix 2: Das Wortfeld ,Frevel‘ bei Herodot 357 Literaturverzeichnis 370 Index mythischer und herodoteischer Handlungsfiguren und -orte 399 Index locorum Graecorum et Latinorum 410 A Brief Summary: Mythical Structures in Herodotus 431 Herodotus is often criticised for his mythical representation of historical events. However, this offers an important key to the understanding of the text. Starting with the reconstruction of a contemporary mythical-ritual framework, in her reading of the Histories Katharina Wesselmann uses the associative content of the traditional themes of iniquity, madness, trickery and transition which underpin the Histories. In this way Herodotus no longer appears as the father of history writing, as Cicero called him, but rather as the heir to a tradition of storytelling
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