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Musik-Stammbücher : Erinnerung, Unterhaltung und Kommunikation im Europa des 19. Jahrhunderts

معرفی کتاب «Musik-Stammbücher : Erinnerung, Unterhaltung und Kommunikation im Europa des 19. Jahrhunderts» نوشتهٔ Rost, Henrike، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2020. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Dans l'Europe du siècle dernier, quels jeunes gens, quelle dame de la société aristocratique ou bourgeoise, quel artiste n'avait pas son album personnel (Stammbuch) dans lequel intimes et/ou célébrités portaient des vers, de la musique, du dessin? Jean-Jacques Eigeldinger (1996)1 Das Sammeln von Erinnerungen in Gestalt von autographen Albumblättern war ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Umgangs im 19. Jahrhundert. In diesem Rahmen kam notierter Musik, neben Gedichten und Zeichnungen, die Rolle eines aussagekräftigen Kommunikations-und Unterhaltungsmediums zu. Sucht man gezielt nach entsprechenden Erwähnungen in der Erinnerungsliteratur, in Briefen oder Tagebuchaufzeichnungen, wird man schnell fündig und ist zugleich überrascht, wie wenig präsent die Stammbuchpraxis in der gegenwärtigen Musikforschung zum 19. Jahrhundert ist. Beispielsweise schrieb der heute vor allem als Klaviervirtuose erinnerte Ignaz Moscheles am 13. Dezember 1824 in sein Tagebuch: »Dem Felix [Mendelssohn] sein Stammbuch zurückgegeben, in welches ich gestern das Impromptu Op. 77 schrieb. Er spielte es vortrefflich vom Blatt.«2 In einem Brief Moscheles' aus Leipzig an seine Frau Charlotte vom Oktober 1840 heißt es: »Natürlich habe ich Album-Blätter zu schreiben [...]«.3 Diese Zeilen lassen zum einem die Allgegenwärtigkeit von Stammbüchern in diesen Jahrzehnten erahnen, zum anderen wird deutlich, dass ein professioneller Musiker und Interpret sich dem Schreiben von Albumblättern nur schwerlich entziehen konnte. Der offensichtlichen Bedeutsamkeit der Stammbuchpraxis im geselligen Umgang künstlerischer Eliten des 19. Jahrhunderts ungeachtet ist zur Funktion, zum Gebrauch und zu den vielfältigen Erkenntnispotenzialen von musikbezogenen Albumblättern bisher nur in Hinblick auf Einzelfälle und nicht aus umfassender Perspektive geforscht worden.4 Dies steht zweifellos in Zusammenhang mit den gängigen Vorurteilen der Musikforschung gegenüber dem Stammbuch als Medium, das zwar einzelne ernstzunehmende Fundstücke enthalten kann, insgesamt aber dem unterhaltenden, ästhetisch zweifelhaften Bereich zugeord- Die Vielfalt der musikbezogenen Stammbuchpraxis im Europa des 19. Jahrhunderts, die das Sammeln von Notenautographen ebenso wie von Zeichnungen und Gedichten umfasste, wird in der Diskussion von Musik-Stammbüchern wieder lebendig. Ob Komponist, Berufsmusiker, Instrumentalistin oder Sängerin, Dichter, Künstlergattin oder musikbegeisterter Dilettant – gehörte man zu den künstlerischen Eliten des 19. Jahrhunderts, konnte man sich der zeitgenössischen Leidenschaft für Erinnerungsalben kaum entziehen. Musikbezogene Stammbücher, in denen signierte oder gewidmete Notenautographe ebenso wie Zeichnungen und Verse gesammelt wurden, hat die Forschung bislang wenig beachtet. Dieser ersten größeren Studie zum Thema liegen über 60 Musik-Stammbücher zugrunde, mit Beiträgen von circa 1790 bis 1900. Einen Fokus bildet die detaillierte Diskussion der Alben der Familie Moscheles. Ausgehend von einem kulturwissenschaftlich informierten Verständnis eines musikkulturellen Handelns, das private Kontexte ausdrücklich berücksichtigt und mit gendersensiblen Fragestellungen korrespondiert, wird die Vielfalt der musikbezogenen Stammbuchpraxis als Unterhaltungs- und Erinnerungskultur mit europaweiter Ausstrahlung anschaulich gemacht. Begleitend zum Buch ist eine CD-Aufnahme zu Studienzwecken entstanden. Die Einspielung präsentiert Albumblätter von Ignaz Moscheles mit Klavierkompositionen und Liedern, die in Kapitel 3.9 des Buches umfassend diskutiert werden. Die CD ist auf Nachfrage verfügbar über: moschelescd-aufnahme@yahoo.com Die Vielfalt der musikbezogenen Stammbuchpraxis im Europa des 19. Jahrhunderts, die das Sammeln von Notenautographen ebenso wie von Zeichnungen und Gedichten umfasste, wird in der Diskussion von Musik-Stammbüchern wieder lebendig.0Ob Komponist, Berufsmusiker, Instrumentalistin oder Sängerin, Dichter, Künstlergattin oder musikbegeisterter Dilettant ? gehörte man zu den künstlerischen Eliten des 19. Jahrhunderts, konnte man sich der zeitgenössischen Leidenschaft für Erinnerungsalben kaum entziehen. Musikbezogene Stammbücher, in denen signierte oder gewidmete Notenautographe ebenso wie Zeichnungen und Verse gesammelt wurden, hat die Forschung bislang wenig beachtet. Dieser ersten größeren Studie zum Thema liegen über 60 Musik-Stammbücher zugrunde, mit Beiträgen von circa 1790 bis 1900. Einen Fokus bildet die detaillierte Diskussion der Alben der Familie Moscheles. Ausgehend von einem kulturwissenschaftlich informierten Verständnis eines musikkulturellen Handelns, das private Kontexte ausdrücklich berücksichtigt und mit gendersensiblen Fragestellungen korrespondiert, wird die Vielfalt der musikbezogenen Stammbuchpraxis als Unterhaltungs- und Erinnerungskultur mit europaweiter Ausstrahlung anschaulich gemacht
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