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Mit reinem Gewissen : Wehrmachtrichter in der Bundesrepublik und ihre Opfer

معرفی کتاب «Mit reinem Gewissen : Wehrmachtrichter in der Bundesrepublik und ihre Opfer» نوشتهٔ Pereis, Joachim، منتشرشده توسط نشر Blumenbar. ein Imprint der Aufbau Verlage GmbH & Co. KG در سال 2013. این کتاب در فرمت epub، زبان آلمانی ارائه شده است.

Alles andere als eine Erfolgsgeschichte des Rechtsstaats Während Opfer der NS-Militärjustiz jahrzehntelang um ihre Rehabilitierung kämpfen mussten, machten ehemalige Wehrmachtjuristen wie Richard Börker, Hans Filbinger, Ernst Mantel und Erich Schwinge in der Bundesrepublik eine zweite Karriere als Richter, Staatsanwälte, Beamte oder Dozenten. Renommierte Historiker und Juristen rücken die Folgen der personellen Kontinuitäten für die demokratische Rechtsordnung und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen ins Bewusststein: Die Amnestie von Schreibtischtätern wurde durchgesetzt, Verfahren wegen Justizverbrechen endeten mit Freisprüchen oder wurden eingestellt. Selbst-entlastungen früherer Kriegsrichter stützten die Legende von der »sauberen« Wehr-macht, eingeschlossen die Wehrmachtjustiz. Der politische Widerstand gegen Hitler, der vor allem auf die Wiederherstellung der Geltung des Rechts gerichtet war, da-gegen galt z.B. 1956 noch immer als strafrechtlich zu ahndendes Verbrechen. Erst über 50 Jahre nach Kriegsende hob der demokratische Gesetzgeber in mehreren Anläufen – zuletzt mit der Annullierung der Norm des Kriegsverrats – sämtliche Unrechtsurteile des Hitler-Regimes auf und gab den Opfern damit ihre Würde zurück. Hoch aktuell ist die differenzierte Auseinandersetzung mit Überlegungen zur Wieder-einführung einer Militärjustiz in der Bundesrepublik. ϡ쯦랠 "Während des Zweiten Weltkriegs verhängten Wehrmachtsrichter 30.000 Todesurteile. Viele dieser Juristen machten nach 1945 in der jungen Bundesrepublik trotzdem Karriere. Der Sammelband "Mit reinem Gewissen" klärt auf über dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte ... In dem Buch wird auch über einzelne Schicksale berichtet, über Täter und Opfer. Besonders eindrucksvoll beschreibt der inzwischen fast 90-jährige Ludwig Baumann, was er selbst erlebte. 1942 wurde er in Bordeaux als Deserteur zum Tode verurteilt und kurze Zeit später zwar begnadigt, das erfuhr er aber erst nach acht Monaten. Solange blieb er in der Todeszelle, in ständiger Angst, zur Hinrichtung geholt zu werden. Er erlebte zahllose Hinrichtungen anderer Verurteilter, ein einziges Grauen. Es folgten KZ, Wehrmachtgefängnis und Strafbataillon. Ludwig Baumann war einer der wenigen, die überlebten. Nach dem Krieg galt er als vorbestraft, bekam keine Arbeit und fühlte sich wieder seiner Würde beraubt. Auch davon handelt das Buch, wie es dazu kommen konnte, dass erst mehr als 60 Jahre nach Kriegsende die Opfer der Wehrmachtsjustiz rehabilitiert wurden, während keiner der ehemaligen Wehrmachtsrichter verurteilt wurde. Selbst der große Ankläger Fritz Bauer konnte hier nichts ausrichten, die höchstrichterliche Rechtsprechung sorgte dafür, dass alle Nazi-Juristen, einschließlich der furchtbaren Wehrmachtsrichter, davonkamen. Erst 1995 kam es zur Wende in der BGH-Rechtsprechung. Die Karlsruher Richter sprachen von einem "folgenschweren Versagen der deutschen Strafjustiz". Der Sammelband vereint Bekanntes mit neueren Erkenntnissen. Die Beiträge enthalten einige Wiederholungen, die vielleicht vermeidbar gewesen wären. Das tut dem Verdienst keinen Abbruch, ein lange vernachlässigtes Kapitel deutscher Geschichte zu durchleuchten - und dazu anzuregen, weiterzuforschen" (dradio.de)
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