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Militärtheorie im Späthumanismus: Kulturtransfer taktischer und strategischer Theorien in den Niederlanden und Frankreich (1590-1660) (Frühe Neuzeit 160) (German Edition)

معرفی کتاب «Militärtheorie im Späthumanismus: Kulturtransfer taktischer und strategischer Theorien in den Niederlanden und Frankreich (1590-1660) (Frühe Neuzeit 160) (German Edition)» نوشتهٔ Schwager, Therese، منتشرشده توسط نشر de Gruyter GmbH در سال 2012. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

This book deals with the connection of humanism and the military based on the cultures in the Netherlands (Low Countries) and France in the late 16th and the 17th century. The cultural transferral processes of ancient military theory in the context of late humanistic culture of scholarship are disclosed in the reacquisition of ancient tactical and strategic teaching traditions. Generally emphasis is placed on Justus Lipsius – in this case an abundance of further theorists and texts are included: such as Claude Saumaise, Gabriel Naudé, Henri de Rohan and Richelieu. This work applies a revisionist structure by correcting the foreshortenings of the Oestreich school with regard to the embedding of the military reform of the House of Orange in the political neo-stoicism and the thesis of social disciplining, as well as the interpretation of the military revolution. Einleitung I. Die ›oranische Heeresreform‹ als ein Schlüsselmoment Frühneuzeitlicher Modernisierung 1. ›Militärische Revolution‹ und ›Sozialdisziplinierung‹ als Paradigmen der Frühneuzeitforschung 2. Die universalhistorische Verortung der ›oranischen Heeresreform‹: Der moderne Verfassungs-, Strategie- und Disziplinbegriff 3. Die ›oranische Heeresreform‹ als Moment des politischen Späthumanismus und der Sozialdisziplinierungsthese 4. Militärische Revolution, doppelpoliger Strategiebegriff und Staatsbildung 5. Neue Wege militärischer Ideengeschichte II. Militärtheoretischer Kulturtransfer in den Niederlanden und Frankreich 1. Politische Ideengeschichte und militärtheoretischer Kulturtransfer 2. Die militärtheoretische Tradition im Späthumanismus A) Empirische Strategielehren und (politischer) Antiquarianismus B) Texttradition und Wissensordnungen im Späthumanismus 3. Die Quellen 4. Systematik Erster Teil: Ausprägung einer nordwesteuropäischen militärischen Kultur (ca. 1590 - ca. 1620) I. Justus Lipsius’ stoisch-taciteische politisch-militärische Klugheitslehre 1. Justus Lipsius: Integrationsfigur im Späthumanismus A) Lipsius-Deutungen zwischen ›politischem Neustoizismus‹ und ›klassischem Republikanismus‹ B) Der Kulturhistoriker und Antiquar des Kaiserlichen Rom C) Der Epistolograph: Konfessionskriege und respublica literaria a. Netzwerk b. Von der Friedensrhetorik Erasmus’ zur Polemologie Lipsius’ 2. Tacitismus und Senecanismus – prudentielle politische Lehre A) Tacitus-Rezeption, Klugheit und neulateinischer Stilwandel B) Prudentia und virtus: politisch-militärische Verhaltenslehre C) Seneca und die Ästhetik und Ethik des vivere civile: Stoizismus als Lebensform D) ›Seneca paene Christianus‹: die Restauration der Stoa E) Justus Lipsius, die Restitution der stoischen Texte und der stoische Philosoph F) Die Herrschertugend der prudentia mixta und die taciteische Typologie der Klugheit 3. Die militärische Klugheit (prudentia militaris) A) Kluge Kriegführung als Herrschaftskompetenz B) Die militärtheoretischen Texte des Lipsianischen (politischen) Antiquarianismus 4. De militia Romana: Systematik der Kriegführung nach Polybios, Hist., VI, 19-42 A) Topologische Ordnung: dilectus - ordo - arma - acies - disciplina B) Fazit: Das militärwissenschaftliche Theorem der disciplina in DMR und der Politica V, 13 C) Vegetius und Polybios 5. Lipsianische Taktik A) stratageme und acies B) Typus der acies: Quincunx und Intervalltheorie 6. Pragmatisch-prudentielle Geschichte und ›imitatio‹ römischer militia 7. Die militärwissenschaftliche Wirkung des Justus Lipsius II. Die militärische Kultur der Nassau-Oranier (ca. 1589 - ca. 1610) 1. Verschränkung von politisch-militärischem System und dynastischer Kultur 2. Die nassau-oranischen Militärreformen in den Niederlanden 3. Die Militärtheorie von Moritz von Oranien, Wilhelm Ludwig von Nassau und Johann VII. von Nassau-Siegen . A) Das Textcorpus: Militärtheorie, Kriegskunst und fehlende Ordnung des Wissens B) Moritz von Oranien, Wilhelm Ludwig und Johann VII. von Nassau und die philologische Kultur in den Niederlanden a. Allgemeine Rezeption der modernen militärischhumanistischen Literatur b. Die militärtheoretische Lipsius-Rezeption der Nassau-Oranier c. Wilhelm Ludwig von Nassau: Hannibal, Scipio und die Schlacht von Cannae - polybianisch-strategische Position und erste Intertextextualität d. Aelian und die acies-Theorie e. Die Feldherrnkunst Moritz von Oraniens f. Fazit: Wilhelm Ludwig von Nassau, die Schlacht von Cannae und offene Fragen g. Die Rezeption der griechischen, byzantinischen und der römischen taktischen Theorie in der oranischen Taktik 4. Die Kriegskunst von Moritz von Oranien, Wilhelm Ludwig und Johann VII. von Nassau A) Die experimentelle taktische Praxis der Nassau-Oranier - Manipelstellung und Exerzierbegriff nach Aelian dem Taktiker und Leo VI a. Das vorläufig normative Modell Moritz von Oraniens nach einer Schlachtordnung des Vegetius b. Die taktischen Innovationen der Nassau-Oranier B) Die Nassau-Oranier und die Traditionen der Kriegskunst im 16. Jh C) Der Beitrag Moritz von Oraniens zur Kriegskunst und Militärorganisation 5. Die Publizität der holländisch-oranischen Kriegskunst A) Die Kanonisierung des Exerzierens B) Werke zur holländischen Fortifikation und deren Verwissenschaftlichung durch Hugenotten III. Die Militärliteratur (1610-1622) - Kompilation, Systematisierungsversuche und pragmatische Kritik 1. Johann J. von Wallhausen: systema praeceptorum der Kriegskunst nach Vegetius A) Die Vegetius-Rezeption Wallhausens B) Akademische Lehre 2. Die Militärtheorie Jeremie de Billons, Sr. de la Prugnes und deren Kritik durch Antoine de La Vallee, Sr. de Montissuc Zweiter Teil: Der französische Späthumanismus im strategischen Kontext des Dreissigjährigen Kriegs - Kritik der Theorie und Praxis von Taktik und Strategie durch Humanisten, Politiker und Militärs (1630-1660) I. Militärtheorie und strategischer Kontext (1630-1659) 1. Theorien einer Kriegsoffensive (ca. 1631-ca. 1634) A) Der Discours pour le retablissement de la milice de France (1632) von Rene Lenormant a. Die Theorie der zwei Kreise und das exemplum Cannae b. Der ›Discours‹ und die strategische Praxis der französischen Phase des Dreißigjährigen Kriegs B) Henri de Rohan: Theorie der Kriegsoffensive auf Grundlage des Interesses a. Politische Anatomie Europas und Interessenpolitik in den De l'interet des princes et Etats de la chr?tienet? b. Der Parfaict capitaine C) Fazit 2. Die Pläne einer Kriegsoffensive und die koordinierten militärischen Operationen holländischer und französischer Truppen ab 1635 II. Die Revision der Tradition der taktischen und strategischen Theorie im französisch-niederländischen Späthumanismus und deren verfassungstheoretische Bedeutung 1. ›Une conception francoise qui se produira en Hollande‹ A) Die Milice und die französische Phase des Dreißigjährigen Kriegs a. Das Interesse der französischen Militärs und Politiker an der Milice Saumaises b. Die Milice und die französische militärische Kultur c. Eine Auftragsarbeit Friedrich Heinrich von Nassau-Oraniens - Die französisch-polybianisch geprägte militärische Kultur des Prinzen d. Textgeschichtliche Skizze B) Die Konstellationen im französischen Späthumanismus und die militärtheoretische Tradition: Forschungszusammenhang, Quellenforschungen, historisch-philologische Kritik a. Theorieimmanente, binnenhumanistische Gründe für die Abfassung der Milice b. Die Bedeutung des Kabinetts der Brüder Dupuy und Nicolas-Claude Fabri de Peirescs für den militärtheoretischen Kulturtransfer: Die gewandelten Konfigurationen der respublica literaria in den dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts e. Die militärwissenschaftlichen Parallelprojekte von Saumaise und Naude f. Restitution der Traditionszusammenhänge antiker taktischer Theorie g. Die Kritik (französischer) Gelehrter an Lipsius' De militia Romana und die Intertextualität von Polybios und Vegetius h. Saumaise und die griechischen Taktiker i. Die Milice und die modernen Kommentare der antiken militia j. Pragmatische Parallelisierung und chronologische Kritik historischer Paradoxe k. Saumaise als Militärberater: Stoa-Rezeption und militärische Rhetorik 2. Die Militärtheorie von Claude de Saumaise und Gabriel Naude ›im Kontext‹ A) Adaptation und Pluralität der Militärtheorien im Frankreich der 1630er Jahre B) Militärwissenschaftliche Heuristik nach Vegetius und Polybios als Derivate des strategischen Typus Machiavellis a. Politische Methode und Ausdifferenzierung der Systematik und Semantik der disciplina im Späthumanismus b. ›Polybianismus‹ als Alternative zum Tacitismus als späthumanistisches Phänomen c. Mathematik und Kriegführung: Thevenot und die Sammlung der Veteres mathematicae 3. Der hellenische/griechische Wissensbegriff und die römische militia des Claude de Saumaise A) ›Polybius philosophus‹ statt ›Seneca paene christianus‹ a. ›Pragmatische Ökumene‹ - Polybios und der Begriff der Hellenisierung b. Die Verortung Saumaises in den theologiegeschichtlichen Kontroversen B) Abrégé, DRMR: Kompendien einer methodus legendi historias im Zusammenhang empirischer Strategielehre a. Kritik der militärwissenschaftlichen Heuristik des Vegetius (ERM) und Lipsius (DMR): Von der Lebens- und Verhaltensform der disciplina zur Militärwissenschaft (science, art militaire) . . . b. Strategische Figuren: Ein hellenischer Strategiebegriff? c. Formenlehre der militia: Die Achse Scipio-Marius/Caesaren d. Das Organigramm der Legion und das französische Militär: Legion, Kommandostruktur und Befehlskette 4. Die politisch-militärische Habitus- und Akademielehre Gabriel Naudes A) Kritik der Lipsianischen prudentia mixta und Umformung aristotelischer und thomistischer Habituslehre B) Die Axiome des Herrschaftswissens in der Addition a l’histoire de Louis XI (1630) Konfessionelle Rhetorik: Polybios vs. Louis XI a. Das kulturpolitische Instrument nationaler historischer Mythen - Louis XI, die Reform Frankreichs und das Edikt gegen den Nominalismus b. Ordonnanzkompanien und literarische Akkulturation (arma et litterae) c. Die Realisierung des komplementären Wachstums von arma et litterae im SStL und SStM auf dem Hintergrund des Wissenschaftsbegriffs Bacons C) Das Syntagma de studio militari (1637): Militärische Akademielehre a. SStM und ERM - Naude und Vegetius: Vom plagiatorischen Umgang Machiavellis mit den ERM zur vegetisch-ciceronianischen Akademielehre b. Die militärische Bibliographie (bibliographia polemica) als Grundlage akademischer Lehre (doctrina academica) 5. Die militärtheoretischen Momente in den regierungstechnischen Konzeptionen von Armand Jean Du Plessis, cardinal de Richelieu A) Humanismus-Rezeption, militärische Klientel und Kriegführung des Kardinalpremier B) Richelieus Vorstellungen zur Reform des französischen Militärs (ca. 1635 bis ca. 1639) C) Disziplinierung der noblesse d'epee D) Die strategischen Konzeptionen Richelieus Konklusion Bibliographie I. Quellenverzeichnis 1. Handschriften 2. Gedruckte Quellen A) Militärliteratur a. Sciptores veteres, philologisch-kritische Kommentare antiker Militärliteratur und Taktiker, Lehrbücher des Humanismus b. Korrespondenz B) Politische Theorie, philosophische Traktate C) Memoiren, Autobiographien, Biographien vor 1800 D) Editionen und Übersetzungen antiker Militärschriftsteller (19. u. 20. Jh.) a. Taktiker - Strategen b. Mechaniker - Mathematiker- Poliorketiker E) Moderne Editionen antiker Philosophen II. Sekundärliteratur III. Abbreviaturen

Das vorliegende Buch nimmt die Verbindung von Späthumanismus und Militärtheorie anhand der zentralen Kulturen der Niederlande und Frankreich in den Blick: Die Gelehrten konzeptualisierten an den Naht- und Schnittstellen militärpolitischer Kulturen und waren in die Konstitutionszusammenhänge antiquarischen Wissens eingebunden. Unter dem Gesichtspunkt interner Brüche und Synergien in der späthumanistischen Gelehrtenrepublik werden neben anderen die Werke von Justus Lipsius, Joseph Scaliger, Isaac Casaubon, Claude de Saumaise und Gabriel Naudé sowie die philologisch-antiquarische Praxis im 'Kabinett' der Brüder Dupuy und bei Claude Fabri de Peiresc beleuchtet. Militärs und Politiker wie die Nassau-Oranier, Henri de Rohan, René Lenormant und Kardinal Richelieu sind in den Transfer und die Kommunikation taktischer und strategischer Lehren eingebunden. Damit sind Querverbindungen zwischen strategischen Konzeptionen, politischer Pragmatik und späthumanistischer Gelehrtenkultur zu konstatieren. In diesem Kontext wird die philologische und antiquarische Tradition stärker berücksichtigt als bisher geschehen, die Verengung auf den theoretisch-praktischen Reformkomplex der Heeresreform der Oranier aufgebrochen und dessen Schlüsselstellung in der Argumentation von Staatsbildung, Sozialdisziplinierung und Militärischer Revolution relativiert. Statt einer einfachen Antikerezeption und statt einer Rezeption der oranischen Heeresreform in Frankreich ist ein komplexer Kulturtransfer strategischer und taktischer Theorien zu veranschlagen, der im Kontext der frühneuzeitlichen Pluralität von Methoden, Wissensordnungen und Lehren zu sehen ist. Besonders in den Blick genommen wird eine Revision antiker militärtheoretischer Tradition und moderner Kommentare im Kontext eines zwischen Frankreich und den Generalstaaten abgeschlossenen Militärbündnisses und während der französisch-schwedischen Phase des Dreißigjährigen Kriegs.

Das vorliegende Buch befasst sich mit der Verbindung von Humanismus und Militär anhand der Kulturen der Niederlande und Frankreichs im späten 16. und im 17. Jahrhundert. In der Restitution der Traditionsaneignung antiker taktischer und strategischer Lehren erschließen sich die Kulturtransferprozesse antiker Militärtheorie im Kontext späthumanistischer Gelehrtenkultur. Dabei steht nicht so sehr - wie sonst üblich? Justus Lipsius im Vordergrund, sondern eine Fülle weiterer Theoretiker und Texte werden einbezogen: darunter Claude Saumaise, Gabriel Naudé, Henri de Rohan und Richelieu. Das Werk ist revisionistisch angelegt, indem die Verkürzungen der Oestreich-Schule über die Einbettung der Heeresreform der Oranier in den politischen Neustoizismus und die Sozialdisziplinierungsthese sowie die Deutung der Militärischen Revolution korrigiert werden. Therese Schwager, Universität Frankfurt Das vorliegende Buch befasst sich mit der Verbindung von Humanismus und Militär anhand der Kulturen der Niederlande und Frankreichs im späten 16. und im 17. Jahrhundert. In der Restitution der Traditionsaneignung antiker taktischer und strategischer Lehren erschließen sich die Kulturtransferprozesse antiker Militärtheorie im Kontext späthumanistischer Gelehrtenkultur. Dabei steht nicht so sehr - wie sonst üblich ? Justus Lipsius im Vordergrund, sondern eine Fülle weiterer Theoretiker und Texte werden einbezogen: darunter Claude Saumaise, Gabriel Naudé, Henri de Rohan und Richelieu. Das Werk ist revisionistisch angelegt, indem die Verkürzungen der Oestreich-Schule über die Einbettung der Heeresreform der Oranier in den politischen Neustoizismus und die Sozialdisziplinierungsthese sowie die Deutung der Militärischen Revolution korrigiert werden -- Provided by Publisher
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