معرفی کتاب «Metaphysik und Mantik : die Deutungsnatur des menschen (Systeeme orphique de Iena)» نوشتهٔ Hogrebe, Wolfram، منتشرشده توسط نشر Akademie Verlag در سال 2013. این کتاب در 6 صفحه، فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
The sense of smell in animals is the initial wellspring of all intuitions of meaning. The first art form expressing such perception is divination, or mantics. The informal mental intuitions of today’s humans in the form of suspicions or guesses reveal traces of the ongoing presence of such original divination. The metaphysical aim to provide an eloquent voice for these traces may be understood as metaphysics from below. Vorwort zur zweiten Auflage. Une philosophie en devenir. Zum Einfluß von Friedrich Ohly auf das Projekt dieses Buches Einleitung: Deutungskultur und Deutungsnatur I. METAFISICA POVERA § 1 Das consiliare Geschäft der Philosophie § 2 Erster Kreis der semantischen Unterwelt: Die Hasard-Theorie der Referenz § 3 Zweiter Kreis der semantischen Unterwelt: Ungebundene Existenz § 4 Dritter Kreis der semantischen Unterwelt: Hypnagogische Referenz § 5 Purgatorium der Referenz: Der reine Simonismus II. ERKENNTNISTHEORIE OHNE ERKENNTNIS § 6 Cognitio sensitiva § 7 Vagheit und Schönheit § 8 Die ursprüngliche Lust der Prädikation § 9 Erkenntnistheorie ohne Erkenntnis § 10 Eine dritte Renaissance? III. ERWEITERUNG DER BEWUSSTSEINSTHEORIE: BEWUSSTSEIN UND EIGENTUM § 11 Meinigkeit § 12 Epistemische Märtyrer § 13 Epistemisches Haben § 14 Zur Archäologie des Bewußtseins § 15 Bewußtsein und Eigentum bei Hegel § 16 Ursprung des Wesens IV. INDISKRETE ONTOLOGIE UND MANTIK § 17 Das Erweiterungsprogramm für Ontologie und Semantik § 18 Eindeutigkeit und Vieldeutigkeit § 19 Repräsentationsprobleme des Indiskreten § 20 Semantik des Indiskreten: Mantik § 21 Indiskrete Eindeutigkeit § 22 Das indiskrete Wesen der Dinge V. INITIALIEN PROGNOSTISCHER RATIONALITÄT § 23 Das Problem der Rationalität von Prognosen § 24 Mantische Prognosen und das Sicherungsverhalten des Menschen § 25 Mantische Energien VI. DIE WISSENSCHAFTSGESCHICHTLICHE BEDEUTUNG DER MANTIK § 26 Hegels Theorie der Mantik § 27 Mantik als prognostisches know how § 28 Vom pythischen zum empirischen Dreifuß § 29 Augustinus und die Kompensation des semantischen Naturverlustes § 30 Mantik und Allegorese VII. SENSUS NATURAE: DAS KONZEPT EINER NATÜRLICHEN MANTIK BEI WILHELM VON AUVERGNE § 31 Die Wiederentdeckung der Natur § 32 Sensus naturae § 33 Geheimwissenschaft und Aufklärung § 34 Der sensus naturae als Organ indiskreter Registratur § 35 Excessus mentis VIII. MANTIK UND HERMENEUTIK § 36 Das Verschwinden der Mantik in der Hermeneutik § 37 Schleiermacher und Gadamer § 38 Mantik und Historie § 39 Signitiver Animismus IX. DIE RÜCKGEWINNUNG DER MANTIK AUS DER HERMENEUTIK § 40 Mantische Phänomenologie § 41 Das Scheitern der mantischen Phänomenologie § 42 Transzendenz und Pronominalität Nachwort. Das Rätsel des Universums Personenregister
Die Mantik ist die älteste Kunstlehre des Verstehens der Menschheit, zeitlich bei weitem vor der Hermeneutik. Sie war es, die prognostisch relevante Wissensformen in sich enthielt, auf die es ehedem in einer Jäger- und Sammlerkultur ankam. Eben diese nehmen wir heute noch als Ahnungen, Stimmungen und Spürformen des Situativen in uns in Anspruch, um schneller zu sein als unsere Mitspieler. Hier finden wir eine anthropologische Basis als Quelle zeitübergreifenden Orientierungswissens, das heute in der Regel sehr schwach ist, aber unentbehrlich bleibt. Der Seher, dessen Fähigkeiten die Mantik als Kunstlehre einstmals theoretisch fassen wollte, konnte mitteilen, was war, was ist und was sein wird. Das ist uns heute nur sehr begrenzt möglich, weil geprüfte Wissensformen die Fragilität der alten Seher schon vor Platons Zeiten abgelöst hatten. Dennoch stehen wir immer noch im Schatten der Mantik, wenn wir nur ein gutes Gespür für etwas haben. Dieses Gespür beredt werden zu lassen, ist Aufgabe einer Metaphysik, die sich als Metaphysik von unten versteht.
Im Vorwort dieser 2. Auflage berichtet der Autor über Stimulationen, die ihn zu diesem Text bewegt haben. Das war die Bedeutungsforschung, die er an der Universität Münster seit seinem ersten Semester 1967/68 bei Friedrich Ohly (1914–1996) kennenlernen durfte und die Geschichtssemantik, wie sie Joachim Ritter (1903–1974), ebenfalls in Münster, in seinen Lehrveranstaltungen entfaltete.