معرفی کتاب «Metaphysik des Leidens : Das Leiden und seine Stellung im Ganzen der Wirklichkeit» نوشتهٔ Boris Wandruszka، منتشرشده توسط نشر Verlag Karl Alber GmbH در سال 2020. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Im 2009 erschienenen Buch "Philosophie des Leidens" versucht Boris Wandruszka, jene immanente Lebensstruktur und Lebensdynamik aufzudecken, die zu den einfachsten und fundamentalen Strukturmomenten des Leidens vorstößt; diese erste "Wissenschaft vom Leiden" transzendierte daher nicht die Grenzen der Anschaubarkeit, sondern verblieb in der "Immanenz des 'inneren Lebens' bzw. des Erlebens". Im aktuellen Buch "Metaphysik des Leidens" werden die "realen Bedingungen der Möglichkeit von Leiden" ermittelt: Wie muss eine Welt beschaffen sein, damit darin ein leidendes Wesen erscheinen könne? Welche Rolle hat das Leiden in Bezug zum fundamentalen Widerfahrnis-, Resonanz- und Responsivitätscharakter des Lebens? Es wird gezeigt, dass menschliches Leben, das einer plural-agonalen Welt ausgesetzt ist, nicht leidfrei möglich ist, dass aber andererseits das Leid nicht das letzte Wort sein kann, sondern notwendig auf Ganzheit, Reifung, Erlösung und Harmonie bezogen ist. Nur auf dem Hintergrund der Spannung zwischen absoluter Seins-, Sinn- und Lebensfülle und der stets problematischen und fragilen Teilhabe von Menschen am "absoluten und leidüberwindenden Urleben" kann Leiden entstehen, durchlitten, verstanden, aber auch überwunden werden. Hier erreicht der "Opfergedanke", in dem das unvermeidliche Leid frei angenommen und dadurch transformiert wird, seine reinste und höchste Ausformung. Erst nach Klärung dieser Verhältnisse wird die "Theodizeefrage" als "das Problem der Probleme" angegangen und am Leitfaden der Hiob-Erzählung diskutiert. Letztlich erweist sich, dass trotz allem Schmerz, Mangel, Unrecht und Unsinn ein "Potential des Unendlichen" im Leiden verborgen liegt, das auf seine Überwindung durch Sein-, Sinn- und Werterfüllung, durch Tat, Erkenntnis und Liebe verweist und dass diese drei "Mächte" der Leidensherausforderung bedürfen, um ihre Weite, Tiefe und Höhe auszuloten. Cover Vorwort Inhaltsverzeichnis Besondere Bezeichnungen Einleitung I. Propädeutik: Metaphysik als Wissenschaft 1.1. Gegenstand, Herkunft und Problem einer Metaphysik als Wissenschaft 1.2. Die drei Hauptquellen der Erkenntnis als Ausgsangsbasis einer jeglichen Metaphysik 1.3. Das Wesen der Metaphysik und ihre Abgrenzung von Phänomenologie, Ontologie und Theologie 1.4. Die ontologische Grundstruktur des Seins und die besondere ontologische Stellung des Leidens 1.5. An den Grenzen und darüber hinaus: metaphysische Regionen und Gegenstände 1.6. Die Unvermeidbarkeit metaphysischer Annahmen in Alltag und Wissenschaft 1.7. Fehlformen wissenschaftlicher Metaphysik 1.8. Plausibilitätsgründe für eine metaphysische Wissenschaft: die innere Verbundenheit der Seinsregionen 1.9. Die Verankerung der metaphysischen Dimension des Leidens in der Phänomenologie des Leidens: die Selbsttranszendierung des Leidens 1.10. Die Notwendigkeit einer Metaphysik des Leidens: Das Leiden begründet sich nicht selbst 1.11. Die epistemologische Möglichkeit metaphysischen Denkens: die reduktiv-regressive Methode und ihre Abgrenzung von Intuition, Deskription, Deduktion und Induktion als Weg einer grundsätzlichen Revision und Erneuerung der klassischen Metaphysik 1.12. Denkprinzip gleich Seinsprinzip? Die Verwurzelung des epistemologischen Erkenntnisprinzips im ontologischen Seinsgesetz; ihre Differenz und Identität 1.13. Die Überwindung der Kantischen Erkenntniskritik: Kritik seiner Urteilslehre 1.13.1. 1.13.2. 1.13.3. 1.13.4. Ad 1. Ad 2. Ad 3. Ad 4. 1.13.5. 1.13.6. 1.13.7. 1.14. Anwendung der revidierten Urteilslehre auf I. Kants Antinomienlehre 1.15. Historisch bedeutsame Entwürfe einer Leidensmetaphysik: Platon, Buddha, A. Schopenhauer, S. Kierkegaard, Thomas v. Aquin, Hiob, Genesis, »Epikur« II. Das Fundament: Leiden und Freiheit 2.1. Freiheit und Gebundenheit im Leiden: Nur ein partiell freies, partiell unfreies Wesen kann leiden; die Unmöglichkeit unmittelbarer Leidzufügung 2.2. Das Wesen der Freiheit: Bestimmungsoffenheit, Selbstbestimmungsfähigkeit und Selbstannahme 2.3. Der metaphysische Beweis der Freiheit über die Unmöglichkeit des infiniten Regresses 2.4. Die Freiheit als Urgrund des Seins und sein Bezug zum Leiden 2.5. Weitere Freiheitsbeweise und das Kausalproblem 2.6. I. Kants Freiheitsantinomie und ihre Aufhebung 2.7. Das Verhältnis von endlichem und unendlichem Sein: die Unmöglichkeit des metaphysischen Finitismus 2.8. Das Ursein als Grund und Quell des Kosmos: die Unmöglichkeit sowohl des metaphysischen Monismus als auch des metaphysischen Dualismus 2.9. »Der letzte Gottesbeweis«: ein Zwischenspiel 2.10. Freiheit und Unfreiheit des Menschen als Selbsterfahrung: die menschliche Freiheit als Einheit von Abhängigkeit und Selbständigkeit 2.11. Freiheit und Unfreiheit als fundamentale Leidensquellen: Sehnsucht nach absoluter Autonomie und das Faktum der Nichtsverfallenheit 2.12. Gott als Ort der reinen leidfreien Freiheit; Reinigung des Gottesbegriffs von Anthropomorphismen und die Unmöglichkeit der unmittelbaren Leidzufügung durch Gott 2.13. Das schlechthinnige Sein bei Parmenides und die Theorie des Allbewusstseins in der indischen Spiritualität 2.14. Hiobs primäres Menschen- und Gottesbild: die Verkennung der Gebrochenheit der Existenz oder der Mensch in naiver Weltgeborgenheit 2.15. Theodizee erster Teil: die Antinomien von Substanz und Kausalität III. Das Leiden und die Ordnung der Wirklichkeit: Die allgemeine Kosmologie des Leidens 3.1. Leiden, Zeit und Zeitlichkeit: Zeitunterworfenheit und doppelte Zeitlichkeit des Menschen 3.2. Das Problem der Entstehung überhaupt und die traditionellen drei Kausalitätskonzepte 3.3. Die Kausalität des Leidens: Getroffenheit, Betroffenheit und Selbstentwurf 3.4. Der potentiale Seinsabgrund geschöpflicher Geistwesen (»ens abyssum«) 3.5. Das Wesen des Übels und seine Ordnung 3.6. Das Problem der »privatio boni« 3.7. Qualität und Quantität des Übels 3.8. Die drei Seinsränge und das besondere Leiden des Menschen als eines Zwischen-, Konflikt-, Mängel- und Universalwesens 3.9. Der Gott-Mensch-Abstand und seine Bedeutung für das Leiden 3.10. Die Leiblichkeit als Quelle des Leidens: Weltveräußerung und Weltausgesetztheit des Menschen 3.11. Die Reinkarnationstheorie als Pathodizeeversuch 3.12. Die Leiblichkeit als Quelle des Leidens: das Unbewusste 3.13. Das Weltwechselwirken und das Leiden: Pluralität, Antagonismus und Dissonanz der metaphysischen Grundkräfte des Kosmos und die »Kraftspezialisierungstheorie« 3.14. Leiden als unvermeidbare Folge der Unfertigkeit, Unreife, Prozessualität, Pluralität und Agonalität der Wirklichkeit; die Widerlegung der stoischen Theodizee 3.15. Warum Gott eine Welt einer Nicht-Welt, eine werdende einer fertigen Welt, eine werdend-selbsttätige einer werdend-passiven, eine personale einer nicht-personalen Welt vorzieht 3.16. Hiobs Theodizee und ihr Ungenügen 3.17. Theodizee zweiter Teil IV. Natur und Leiden: Die Verinnerlichung der Natur durch das Leiden im veräußerten Geist 4.1. Naturgeschehen und Kausalität; Zuständigkeit und Grenzen der Naturwissenschaft 4.2. Das gebrochene Weltbild der Neuzeit 4.3. Das Problem des Seelisch-Geistigen und das Leiden in der vormenschlichen Natur 4.4. Die Oszillationstheorie als objektiver Idealrealismus der Naturgesetzlichkeit 4.5. Die Oszillationstheorie und das Leiden 4.6. Die Aufbauordnung der kosmischen Evolution und ihre dynamischen Bildekräfte 4.7. Die Erklärungsprinzipien der modernen Evolutionstheorie: »Zufall und Notwendigkeit« 4.8. Die evolutionären Kausal- und Gestaltungsfaktoren – eine Zusammenfassung 4.9. Die Evolution als Geburts- und Leidensprozess mit zunehmender Verselbständigung und Emanzipation ihrer Gebilde vom Umweltbezug 4.10. Die drei Grundübel nach G. W. Leibniz mit einer Ergänzung durch ein viertes Grundübel auf dem Hintergrund der kosmischen Evolution 4.11. Der menschliche Leib als prekäre Synthese der Evolution; seine Antiquiertheit, Gebrechlichkeit, Offenheit und Plastizität 4.12. Existenzielle Unbehaustheit und Preisgegebenheit als anthropologische Grundentfremdung des Menschen 4.13. Der Mensch als Bürger zweier Welten: die Weisheit des Mythos 4.14. Der Mensch in der Verbannung, ihr negativer und positiver Sinn: Gott- bzw. Heimatverlust und Weltdurchgeistigung 4.15. Religionsphilosophisch-mythologischer Exkurs zur Ursprungsfrage von Leiblichkeit und Schuld (mit eigenem Lösungsvorschlag) 4.16. Der Sinn von Schmerz, Mühsal, Verletzung, Krankheit, Altern und Tod 4.17. Der Sinn der Evolution und des Leidens darin; die Unvermeidbarkeit des Leidens in der Evolution 4.18. Die Inkommensurabilität von Leibleben und Geistleben: ihre polar-konfliktuöse Lebenseinheit 4.19. Das Leiden der Tiere 4.20. Der Mensch als natürlich-übernatürlicher Abschluss der Evolution; die Lehre vom »großen Menschen« (homo maximus) 4.21. Noch einmal Hiob und sein Scheitern an der kosmologischen Frage 4.22. Theodizee dritter Teil V. Mensch, Kultur und Leiden: Die Explikation des Leidens im Kulturgeschehen 5.1. Die Kultur als unvermeidbare Entfremdungs- und Leidensquelle: die Selbstentfremdung in der Objektivation 5.2. Die historisch wechselnde Polarität von Individuum, Gemeinschaft und Gesellschaft, von Freiheit und Ordnung, Willkür und Wertorientierung als Leidensquelle 5.3. Das Leiden als Preis der Kulturentwicklung: die großen Kulturepochen der Menschheit und die Theorie der Kulturentwicklung 5.3.1. Der Quellgrund der Kultur 5.3.2. Die anthropologischen Grundlagen der Kultur 5.3.3. Der allgemeine Kulturaufbau und die vier Kulturepochen der Menschheit 5.3.4. Exkurs: Die Krise des Kapitalismus und der Buddenbrook-Effekt 5.3.5. Mystik und Kultur 5.3.6. Zusammenfassung: Kultur als Dienst am Ganzen 5.3.7. Die Prinzipien der Kulturbildung und ihre innere Logik: eine Übersicht 5.4. Der Bewusstwerdungs- und Selbstwerdungsprozess als Leid- und Heilungsquelle 5.5. Personale Unreife, Vielfalt der Interessen und Kampf um die »Lebensmächte« (»Ideen«) als Quelle des Leidens 5.6. Herrschaft, Abhängigkeit, Autonomie und Leiden 5.7. Das Problem der Kommunikation als Leidquelle: die Grenze des Verstehens und das Ichsein als einzigartig-unvertretbare Perspektive 5.8. Das Leiden als Marker dessen, was Not tut: die utopische Potenz des Leidens und der metaphysische Sinn der Zeit 5.9. Not als Grund des Leidens: der überforderte Mensch und der Sinn des Scheiterns 5.10. Vom Sinn der Zeit und des Raums 5.11. Sinn und Unsinn der Geschichte: die schwere Geburt des Humanum (»dynamischer Platonismus«/»kritischer Humanismus«) 5.12. Vom Segen zum Fluch 5.13. Theodizee vierter Teil: die Rolle des Nichts im Seinsgeschehen mit einer Kritik an der plotinischen Gleichsetzung von Materie und Üblem, Materie und Bösem 5.14. Hiobs Unkenntnis der unbewussten Seelentätigkeit; die Unmöglichkeit einer Erbsünde VI. Gott und das Leiden: Gott als die letzte Fremdheit und Eigenheit des Menschen 6.1. Macht und Ohnmacht – Leiden als Ausdruck von grundhafter Ohnmacht und grundhafter Erlösungsbedürftigkeit 6.2. Formen der Gottferne und Verlorenheit ins drohende Nichts 6.3. Der Tod als Symbol der Nichtsverfallenheit; Anmerkung zu T. di Campanella 6.4. Der kosmische Sinn des Todes 6.5. Die Urangst und ihre Folgen 6.6. Die Härte Gottes und die »Nichtswürdigkeit« des gefallenen Menschen 6.7. Der Gottesverlust als Strafe? Von der Unmöglichkeit eines zornigen, reuigen und strafenden Gottes 6.8. Der leidlose Gott, der leidende Gott und der »leidend« mitfühlende Gott 6.9. Die Vereinbarkeit von Willensfreiheit und offener Zukunft mit der Allmacht und Allwissenheit Gottes 6.10. Gottes Gerechtigkeit und das Problem der Ausgleichsidee 6.11. Die Gewährung destruktiven, »ungerechtfertigten« Leidens und ihr Sinn: die Öffnung des pU Abgrundes des Menschen (»homo abyssus«) 6.12. Leiden als Achtung der fehlbaren Freiheit durch Gott: Warum erschafft Gott überhaupt frei-fehlbare Wesen? Seine Mitverantwortung für das Übel und das Böse in der Welt 6.13. Leiden als Achtung der kosmischen Ordnung durch Gott und damit der Ermöglichung menschlicher Freiheit 6.14. Leiden als Achtung der leidvollen Handlungskonsequenzen für Selbsterkenntnis und Selbstkorrektur 6.15. Leiden als Erweckung und Lehre 6.16. Leiden als Prüfung 6.17. Das Anfechtungs- und Versuchungsleid 6.18. Leiden als Warnung und Bewahrung vor größerem Übel; Anmerkung zu A. Schopenhauer 6.19. Leiden als Führung und Erziehung 6.20. Das Schuld- und Sündenleid 6.21. Leiden als Reinigung und Vorbereitung für die Vervollkommnung 6.22. Das Leid von Reue, Buße und Sühne; der falsche und der rechte Sinn des Strafleids 6.23. Das stellvertretende Leiden, das Drama der Soteriologie und die Koinonia der Leidenden 6.24. Das Opferleid – sein Wesen und Sinn 6.25. Die Transformation existenziellen Zwangsleids in freiwilliges Opferleid 6.26. Möglichkeit und Unmöglichkeit des Gottesopfers 6.27. Leiden als Vorschein der Durchgeistigung und Heiligung der Schöpfung: »Verklärung des Leidens durch das Leiden« 6.28. Das reine Leiden als Ort der Gottvereinigung oder das Leiden als »Seinsbrand« in Gott 6.29. Das Leiden des Scheiterns 6.30. Das Leiden der Gottferne, der Gottlosigkeit, der Widergöttlichkeit und sein Sinn 6.31. Der Sinn von Gottes Schweigen und die Sprachen Gottes 6.32. Die Einheit der Lebensurgründe in Gott und ihre Diskrepanz im Weltsein als Fundament des Leidens und des Bösen 6.33. Das Problem der besten und der schlechtesten aller möglichen Welten und seine Auflösung 6.34. Problem und Wesen des Schicksals 6.35. Hiob und der neue Gott: Auflösung anthropomorpher Projektionen 6.36. Theodizee fünfter Teil: die Stellung des Gottmenschen im Sein VII. Der metaphysische Sinn des Leidens 7.1. Die ontologische Abkünftigkeit allen Leidens und der vertikale Rückverweis des Leidens 7.2. Der vielfältige Sinnzusammenhang des Leidens und die horizontalen Querverweise des Leidens; das Kreuz als Synthese von Vertikalität und Horizontalität 7.3. Die möglichen Zwecke des Leidens und die Instrumentalisierung des Leidens 7.4. Dynamik und Endsinn des Leidens oder die utopischen Vorverweise des Leidens 7.5. Die dreifache Aufhebung des Leidens in Sein, Sinn und Wert 7.6. Unmöglichkeit einer letzten metaphysischen Tragik bzw. eines Pantragismus des Seins 7.7. Der Sinn von Ausweglosigkeit, Scheitern und Absurdität: der positiv-spirituelle Sinn einer Selbstvernichtung der Menschheit als äußerster Sinngrund des Leidens 7.8. Das Leiden als Spur größeren Lebens und als Statthalter der Vollendung: der individuelle Mensch als zu realisierende »Seite Gottes« 7.9. Das Leiden als Geburt, Lehre und Weg 7.10. Die unvermeidlich katastrophalen Folgen des Gottverlustes für die Menschheit: die »Verkehrtheit der Welt« und noch einmal das Problem der Erbsünde 7.11. Ursprung und Sinn des Bösen: Hat »Auschwitz« einen Sinn? 7.12. Hiob und Jesus oder der geschichtlich-metaphysische Sinn des Judentums: das alte Zion und das neue Jerusalem 7.13. Der Höchstsinn des Leidens: das freiwillige Opfer und die Unmöglichkeit eines Gottesopfers 7.14. »Eritis sicut Deus«: das letzte Bild des Menschen und eine kurze Metaphysik der Geschichte 7.15. Grad und Fassungskraft: die Ordnung der unerlösten und der erlösten Schöpfung 7.16. Zusammenfassende Kritik der Theodizeekritiker 7.17. Ein letztes Wort: die äußere und innere Schönheit der leidenden Schöpfung Literaturverzeichnis Namenregister
Im 2009 erschienenen Buch "Philosophie des Leidens" versucht Boris Wandruszka, jene immanente Lebensstruktur und Lebensdynamik aufzudecken, die zu den einfachsten und fundamentalen Strukturmomenten des Leidens vorstößt; diese erste "Wissenschaft vom Leiden" transzendierte daher nicht die Grenzen der Anschaubarkeit, sondern verblieb in der "Immanenz des 'inneren Lebens' bzw. des Erlebens".Im aktuellen Buch "Metaphysik des Leidens" werden die "realen Bedingungen der Möglichkeit von Leiden" ermittelt: Wie muss eine Welt beschaffen sein, damit darin ein leidendes Wesen erscheinen könne? Welche Rolle hat das Leiden in Bezug zum fundamentalen Widerfahrnis-, Resonanz- und Responsivitätscharakter des Lebens?Es wird gezeigt, dass menschliches Leben, das einer plural-agonalen Welt ausgesetzt ist, nicht leidfrei möglich ist, dass aber andererseits das Leid nicht das letzte Wort sein kann, sondern notwendig auf Ganzheit, Reifung, Erlösung und Harmonie bezogen ist. Nur auf dem Hintergrund der Spannung zwischen absoluter Seins-, Sinn- und Lebensfülle und der stets problematischen und fragilen Teilhabe von Menschen am "absoluten und leidüberwindenden Urleben" kann Leiden entstehen, durchlitten, verstanden, aber auch überwunden werden. Hier erreicht der "Opfergedanke", in dem das unvermeidliche Leid frei angenommen und dadurch transformiert wird, seine reinste und höchste Ausformung. Erst nach Klärung dieser Verhältnisse wird die "Theodizeefrage" als "das Problem der Probleme" angegangen und am Leitfaden der Hiob-Erzählung diskutiert. Letztlich erweist sich, dass trotz allem Schmerz, Mangel, Unrecht und Unsinn ein "Potential des Unendlichen" im Leiden verborgen liegt, das auf seine Überwindung durch Sein-, Sinn- und Werterfüllung, durch Tat, Erkenntnis und Liebe verweist und dass diese drei "Mächte" der Leidensherausforderung bedürfen, um ihre Weite, Tiefe und Höhe auszuloten.