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Mehrfachadressierung : Untersuchungen zur adressatenspezifischen Polyvalenz sprachlichen Handelns

معرفی کتاب «Mehrfachadressierung : Untersuchungen zur adressatenspezifischen Polyvalenz sprachlichen Handelns» نوشتهٔ Kühn, Peter، منتشرشده توسط نشر Max Niemeyer Verlag در سال 2013. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

In linguistics, media studies and political science the analysis of communicative activity directed at a number of addressees is still widely undertaken on the basis of a simple dyadic model of communication. The study of texts deriving from the mass media or politics demonstrates that they resist the application of such a reductionist model. Multiple address is a constitutive feature of media text varieties such as political discussions on television or the species of public communication employed by politicians. It transpires that such multiple address forms must not be regarded in the first place as communication with others but as communication performed before others and for others. Such a new perspective makes it possible to describe addressee-specific polyvalences typical of this kind of communication via language. One and the same utterance can be ascribed different meanings depending on the addressee orientation(s) involved. Die Kommunikation mit mehreren Adressaten ist unter linguistischen, medienwissenschaftlichen oder politikwissenschaftlichen Gesichtspunkten insofern von Interesse und Brisanz, als eine solche Mehrfachadressierung zu einer qualitativen Veränderung der gesamten Kommunikationssituation führt und adressatenspezifische Polyvalenzen nach sich zieht: Ein und derselben Äußerung lassen sich in bezug auf ihren pragmatischen Gehalt adressatenspezifisch unterschiedliche Bedeutungen zuschreiben. Im ersten Hauptteil der Arbeit geht es um eine Differenzierung des Adressatenbegriffs. Im Anschluß an eine kritische Diskussion der Adressatenproblematik in der linguistischen, medienwissenschaftlichen und handlungstheoretischen Forschung werden auf der Basis eines beschreibungsabhängigen Adressatenbegriffs Idealformen von Mehrfachadressierungen herausgearbeitet: Am Beispiel von Parlamentsdebatten, politischen Reden und Presseberichten werden absichtliche, in Kauf genommene und unabsichtliche Adressierungen mit mehreren Kommunikationspartnern analysiert und unterschieden. Durch die Unterscheidung von Adressierungsformen (z.B. angesprochener Adressat) und Adressierungsarten (z.B. gemeinter Adressat) lassen sich zudem eine Reihe adressatenspezifischer Kommunikationskonstellationen unterscheiden: offene und verdeckte sowie kodierte und inszenierte Mehrfachadressierungen. Diese werden an einer Vielzahl unterschiedlicher Texte (Arbeitszeugnisse, Schulzeugnisse, Beschwerderituale, Kleinanzeigen, Beipackzettel, Reisekataloge, politische Reden, Parlamentsreden, Kompromißformeln) illustriert. Im zweiten Hauptteil der Arbeit werden routinehafte Verhaltensweisen in der parlamentarischen Debatte (Zwischenrufe, Zwischenfragen, Parlamentsreden) als Modellfälle mehrfachadressierten Sprachhandelns analysiert. Mehrfachadressierungen lassen sich dabei auf der gesprächsorganisatorischen, thematischen und textsortenspezifischen Ebene festmachen und beschreiben. Unter dem Aspekt der Mehrfachadressierung und Inszeniertheit können dabei auch die bisherigen parlamentarischen Reformvorschläge kritisch eingeschätzt werden. Sie gehen am eigentlichen Problem vorbei und tragen nur zur Verstärkung und Zementierung des Diskussions-Mythos und damit zu einer Fortschreibung der von der Aufklärung herkommenden bildungsbürgerlichen Illusion von politischem Handeln bei In Linguistik, Medienwissenschaft und Politikwissenschaft arbeitet man bei der Analyse kommunikativen Handelns mit mehreren Adressaten weithin mit einem einfachen dyadischen Kommunikationsmodell. Untersucht man Texte aus dem Bereich der Massenmedien oder der Politik, so kommt man mit diesem reduktionistischen Modell nicht weiter, denn für Medientextsorten wie z.B. politische Fernsehdiskussionen oder für das Sprachhandeln von Politikern ist eine mehrfache Adressierung konstitutiv. Dabei zeigt sich, daß solche Mehrfachadressierungen nicht in erster Linie als Kommunikation mit mehreren verstanden werden dürfen, sondern in erster Linie als Kommunikation vor mehreren und für mehrere. Ein solcher Perspektivenwechsel ermöglicht die Beschreibung adressatenspezifischer Polyvalenzen sprachlichen Handelns: ein und derselben Äußerung können adressatenorientiert unterschiedliche Bedeutungen zugeschrieben werden. Inhalt 0. Einleitung 1. Ausgangspunkt und Problem: Mehrfachadressierung - nur Kommunikation mit mehreren? 2. Hinweise: Konzeptionelle Erweiterungen beschränkter Kommunikationsmodellierungen 3. Grundlagen: Sprachhandlungstheoretische Fundierung einer Theorie mehrfachadressierten Sprechens/Schreibens 4. Differenzierungen: Adressatenspezifische Kommunikationskonstellationen 5. Anwendung: Die parlamentarische Debatte als Modellfall mehrfachadressierten Sprachhandelns 6. Zusammenfassung und Ausblick 7. Literatur Peter Kühn. Includes Bibliographical References (p. [258]-273).
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