معرفی کتاب «Medizin- und kulturgeschichtliche Konnexe des Pietismus : Heilkunst und Ethik, arkane Traditionen, Musik, Literatur und Sprache : in memoriam Christa Habrich» نوشتهٔ Sahmland, Irmtraut (editor);Schrader, Hans-Jürgen (editor)، منتشرشده توسط نشر Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Company KG در سال 2016. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Gegenstand und Titel desf olgenden Beitrages gehen aufC hrista Habrich zurück. Ihr als ausgewiesener KennerinJ ohann Samuel Carls und dessen ausgedehnten Schrifttums war dies im Rahmen des Themas Pietismus und Heilkunst ein wichtiges Anliegen, dem sies ich selbst hatte widmen wollen. 1 Die etwa 170 Seiten umfassende SchriftC arls erschien zunächst 1719i n B ü dingen, eine 2.,umeinen Zusatz erweiterte Ausgabe folgte 1723 an gleicher Stelle. Die Abhandlung bietet ein umfassendes Kompendium seines medizinethischen, medizintheoretischen wiem edizinpraktischen Selbstverständnisses;man könnte dieses We rk geradezu alseine "Summa" bezeichnen. Inhaltlich werden sehr vielfältige Bezüge ärztlichenWirkens aufgenommen, und zugleich stehtdiese Publikation in verschiedenen äußeren Beziehungen.Einer dieser zentralen Bezüge wird durch denE rscheinungsortd es We rkes markiert: Es datiertindie Lebens-und Arbeitsphase Carls in seiner Büdinger Zeit in derG emeinde der Inspirierten;e in zweiter Bezug istd urch denT itel der Schriftunmittelbar evident: das Decorum desArztes wird vorgestellt-"von denen Machiavellischen Thorheiteng ereinigt". 2 Die Machiavellischen Thorheiten verweisen aufe ine 1698p ublizierteS chrifte ines anonymen,s ich als Philiater titulierenden Ve rfassers: Machiavellus Medicus, seu Ratios tatus medicorum, secundum Exercitium Chymicum delineata, et in certasRegulas redacta, atque Ob usum,q uem Junioribus Practicis praestat, publicae luci donata, Argentorati[Straßburg] 1698. Um CarlsAusführungen und Positionen trennschärfer erfassen zu können, ist zunächst diese Schrift, zu derC arl quasi eine antithetische Setzung ankündigt, in den Blick zu nehmen. In der Medizin und Pharmazie hat die religiöse Reformbewegung des Pietismus ebenso profunde Wirkungen hinterlassen wie in Gesellschaft, Literatur, Sprache und Musik. Was heute als "sanfte Medizin", ganzheitlich reflektierte Verantwortungsethik, psychosomatische Heilungsansätze bezeichnet wird, hat man hier vorbereitet gesehen. In Frankfurt am Main, Wirkungsort Johann Christian Senckenbergs wie des jungen Goethe, hat die Historische Kommission zur Erforschung des Pietismus erstmals eine Tagung durchgeführt, die auf Grundhaltungen, Argumente und weitervermittelte frühneuzeitlich alchimistisch-sympathetische Traditionen bei 'erweckten' Hof-, Land- oder Stadtärzten und bei Laienmedizinern fokussiert war. Senckenbergs unermesslicher Nachlass (medizinische wie persönliche Tagebücher) wird derzeit zur Erschließung transkribiert. Der Frankfurter Arzt und Stifter war prominent eingebunden in ein Netzwerk von zumeist radikalpietistischen Ärzten wie Dippel, Carl, Kämpf, Goethes Arzt Metz, die oft zugleich literarisch produktiv waren und alchimische Medikamente produzierten. Verbindungen reichten bis Nordamerika (Ephrata). Ärzte der Aufklärungsära nahmen Anregungen auf, psycho-physische Denktraditionen gingen zur Romantik weiter. Jenseits der bereits besser erforschten medizinischen Schule Halles entsteht ein erweitertes, differenzierteres Bild pietistischer Heilkunst. Die hier miterörterten Konnexe ins Feld der Literatur, Musik und Sprache werden exemplarisch vertieft durch Erträge einer Marbacher Kommissionstagung
In der Medizin und Pharmazie hat die religiöse Reformbewegung des Pietismus ebenso profunde Wirkungen hinterlassen wie in Gesellschaft, Literatur, Sprache und Musik. Was heute als "sanfte Medizin", ganzheitlich reflektierte Verantwortungsethik, psychosomatische Heilungsansätze bezeichnet wird, hat man hier vorbereitet gesehen. In Frankfurt am Main, Wirkungsort Johann Christian Senckenbergs wie des jungen Goethe, hat die Historische Kommission zur Erforschung des Pietismus erstmals eine Tagung durchgeführt, die auf Grundhaltungen, Argumente und weitervermittelte frühneuzeitlich alchimistisch-sympathetische Traditionen bei 'erweckten' Hof-, Land- oder Stadtärzten und bei Laienmedizinern fokussiert war. Senckenbergs unermesslicher Nachlass (medizinische wie persönliche Tagebücher) wird derzeit zur Erschließung transkribiert. Der Frankfurter Arzt und Stifter war prominent eingebunden in ein Netzwerk von zumeist radikalpietistischen Ärzten wie Dippel, Carl, Kämpf, Goethes Arzt Metz, die oft zugleich literarisch produktiv waren und alchimische Medikamente produzierten. Verbindungen reichten bis Nordamerika (Ephrata). Ärzte der Aufklärungsära nahmen Anregungen auf, psycho-physische Denktraditionen gingen zur Romantik weiter. Jenseits der bereits besser erforschten medizinischen Schule Halles entsteht ein erweitertes, differenzierteres Bild pietistischer Heilkunst. Die hier miterörterten Konnexe ins Feld der Literatur, Musik und Sprache werden exemplarisch vertieft durch Erträge einer Marbacher Kommissionstagung.