Luftmenschen und rebellische Töchter : Zum Wandel ostjüdischer Lebenswelten im 19. Jahrhundert
معرفی کتاب «Luftmenschen und rebellische Töchter : Zum Wandel ostjüdischer Lebenswelten im 19. Jahrhundert» نوشتهٔ Haumann, Heiko (editor)، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2003. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
## Vorwort Dieses Buch hat eine lange Geschichte. Hervorgegangen ist es aus einem Forschungsprojekt über den Wandel ostjüdischer Lebenswelten im 19. Jahrhundert, das Peter Bollag, Monica Rüthers und Desanka Schwara unter meiner Betreuung vom 1. Oktober 1993 bis zum 30. September 1996 an der Universität Basel durchführten. Finanziert wurde es in großzügiger Weise vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung sowie vom Fonds zur Förderung der Lehre und Forschung an der Universität Basel. Beiden Institutionen sei auch an dieser Stelle für die Unterstützung noch einmal herzlich gedankt. Aus jenem Forschungsprojekt gingen mehrere Einzelveröffentlichungen und Dissertationen hervor. Geplant war von Anfang an auch ein gemeinsames Buch, das seine Ergebnisse vorstellen sollte. 1997 lagen die Manuskripte vor. Peter Bollag konnte allerdings aufgrund neuer beruflicher Verpflichtungen seinen Beitrag nicht fertig stellen. Uneigennützig stellte er seinen Entwurf sowie seine Materialien für die weitere Auswertung zur Verfügung. Dafür sind wir ihm alle sehr dankbar. Eine Verkettung unglücklicher Umstände bewirkte Verzögerungen bei der Drucklegung, die allein der Herausgeber zu verantworten hat. 2002 erfolgte noch einmal eine Durchsicht der Manuskripte, die zu geringfügigen Änderungen und zu minimalen Ergänzungen der bibliographischen Angaben führten. Die Erträge der Forschungsarbeit rechtfertigen nach meiner Überzeugung auch nach so langer Zeit deren Publizierung. Der Stiftung Irene Bollag-Herzheimer in Basel danke ich sehr für die finanzielle Zuwendung, ohne die der Druck nicht möglich gewesen wäre, dem Böhlau Verlag -namentlich Frau Dorothee Rheker-Wunsch -für die sorgfältige Betreuung des Bandes, Thomas Adolph für die zuverlässige Satzherstellung sowie Monica Rüthers und Desanka Schwara für die schöne Zusammenarbeit. Basel, im April 2003 Heiko Haumann MONICA RÜTHERS UND DESANKA SCHWARA Regionen im Porträt Landschaften, Sprachen, Menschen Als um 1900 viele Ostjuden ihre Heimatregionen aus wirtschaftlicher Not und wegen gewalttätiger Verfolgungen verließen, erschienen sie ihren assimilierten Glaubensgenossen im Westen als homogene, beängstigende dunkle Masse. 1 Sie selbst empfanden sich in der neuen Umgebung als einander zugehörig, ihre internen Differenzen verloren an Gewicht. Schon bald bildeten sich »Landsmannschaften«, in denen sich die Juden eines Schtetls oder einer kleinen Region zusammenfanden und ihre Traditionen pflegten. Besonders zahlreich waren solche »Landsmannschaften« in New York, wo die Vielfalt des jüdischen Lebens ungehindert fortbestehen konnte. Die lokale Verbundenheit, die sich in solchen Landmannschaften ausdrückte, bestand schon vorher im »alten Heim«, wie die osteuropäische Heimat genannt wurde. Das Zugehörigkeitsgefiühl des Einzelnen bezog sich auf die eigene Gemeinde, das eigene Schtetl. Dazu zählte für die Männer auch die spezielle religiöse Ausrichtung, die Gebetsgemeinschaft, zu der man gehörte, oder die Gruppe von Anhängern eines bestimmten chassidischen Rebben. Eine wichti- Im 19. Jahrhundert veränderten Wirtschaftskrisen, Industrialisierung und administrative Maßnahmen die Welt der Ostjuden grundlegend. Sie verloren ihre Monopolstellung als Mittler zwischen Stadt und Land und mußten sich einen neuen Platz in der Gesellschaft suchen. Um die Auswirkungen dieser Prozesse geht es in dem Band. Themen sind die unvorstellbare Verarmung, die weite Teile der jüdischen Bevölkerung erfaßte und die die besondere Lebensform der »Luftmenschen« mit sich brachte, sowie die veränderten Lebensweisen, Handlungsräume und Einstellungen von Frauen. Schließlich geht es auch um die Verarbeitung jener Entwicklungen in der jiddischen Literatur. Sichtbar wird, wie sich aus den Auseinandersetzungen mit den Problemen der Zeit ein neues ostjüdisches Selbstverständnis und Bewußtsein herausbildete. Dieses stand in der gemeinsamen Tradition und Erinnerung, ohne jedoch den inneren Widersprüchen und Konflikten aus dem Weg zu gehen
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