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Livius und der Leser : Narrative Strukturen in ab urbe condita

معرفی کتاب «Livius und der Leser : Narrative Strukturen in ab urbe condita» نوشتهٔ von Dennis Pausch، منتشرشده توسط نشر Verlag C.H. Beck oHG در سال 2011. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Das Ziel dieser Arbeit ist ein besseres Verständnis der Kommunikation zwischen Livius und seinen Lesern über Geschichte und die Analyse der vor diesem Hintergrund zu beobachtenden literarischen Techniken. Zu diesem Zweck wird der Text hier programmatisch in seiner Gesamtheit in den Blick genommen und bei seiner Interpretation stets die Perspektive des Rezipienten einbezogen. In einem ersten Schritt wird ab urbe condita zunächst in den politischen und kulturellen Kontext seiner Entstehungszeit im 1. Jh. v. Chr. eingeordnet, die durch einen vielfachen Wandel, nicht zuletzt auf dem Gebiet der Produktion und Rezeption von Historiographie, geprägt war (Kapitel II). Analysiert man Livius' Werk unter dieser Prämisse, lassen sich verschiedene Darstellungsstrategien – vor allem der abwechslungsreiche Umgang mit dem Verhältnis von Zeit und Erzählung (Kapitel III), die zahlreichen Elemente multiperspektivischen Erzählens (Kapitel IV) und die verschiedenen Techniken zur Erzeugung von Spannung (Kapitel V) – benennen, als deren gemeinsames Ziel die stärkere Involvierung des Rezipienten in den Text gelten kann. Damit geht dann nicht nur eine intensivere Leserbindung, sondern auch die Erzeugung eines Geschichtsbildes einher, in dem historische Ereignisse in ihrem Verlauf und in ihrer Bewertung deutlich offener erscheinen und daher eine aktivere Form der Partizipation des Lesers verlangen. COVER TITEL IMPRESSUM WIDMUNG INHALTSVERZEICHNIS VORWORT I. EINLEITUNG 1. Livius als Historiker, Livius als Literat: Sichtweisen der Forschung 2. Livius und der Erzähler: Narratologische Perspektiven auf die antike Historiographie 3. Die Kommunikation zwischen Historiker und Leser als Interpretationsmodell 4. Struktur und Ziele der Arbeit II. KONTEXTE UND TRANSFORMATIONEN: LESER UND HISTORIKER IM 1. JAHRHUNDERT V. CHR. 1. Die Beschäftigung mit Geschichte in der römischen Gesellschaft a) Die heterogene und multimediale Erinnerungskultur der Republik b) Von der republikanischen zur augusteischen Geschichtskultur c) Zwischen Lektüre und Theater: Die Erweiterung des Publikums d) Zwischenfazit: Der zeitgenössische Leser im historischen Kontext 2. Die Entwicklung der literarischen Geschichtsschreibung in Rom a) Von der Chronik zur Monographie? Die Problematik evolutionärer Modelle b) Nutzen oder Unterhaltung? Historiographische Theorie in der Späten Republik c) Für die Wissenschaft oder den Buchmarkt? Wandel im 1. Jh. v. Chr. d) Zwischenfazit: Der historische Autor im zeitgenössischen Kontext 3. Livius’ Reflexion über die Bedürfnisse seiner Rezipienten III. DIE STRUKTUR DER GESCHICHTE: ZEIT UND ERZÄHLUNG IM ANNALISTISCHEN SCHEMA 1. Das annalistische Schema und die Erzählzeit: Linearität als Norm a) Das römische Konsulatsjahr und die Ordnung der Erzählung b) Das Problem der gleichzeitigen Ereignisse und seine Lösungen c) Abweichungen von der Linearität: Rückblicke und Vorverweise d) Zwischenfazit: Die Erzählzeit zwischen Fixierung und Flexibilität 2. Das annalistische Schema und seine Optionen: Variation als Ziel a) Polybios und die variatio als Vorteil des annalistischen Schemas b) Zwischen Chronik und Novelle: Modulationen im Rhythmus c) Vom Jahr zum Buch: Annalistische vs. thematische Struktur d) Jenseits der Chronologie: Selektive Lektüre als Option? 3. Das annalistische Schema und die Erzählung: Zwischen Normierung und variatio IV. POLYPHONE GESCHICHTSSCHREIBUNG: FOKALISIERUNG UND MULTIPERSPEKTIVITÄT 1. Die Schilderung aus römischer Perspektive als Normalfall a) Der patriotische Blick als Postulat und Problem in der Antike b) Die narrative Etablierung der römischen Perspektive bei Livius c) Elemente der polyphonen Präsentation von Vergangenheit 2. Mit den Augen der anderen: Fokalisierung als literarische Strategie a) Die Fokalisierung bei der Analyse antiker Geschichtsschreibung b) Mit Hannibal in den Alpen: Inszenierung und Interpretation c) Zwischenfazit: Funktionen der Fokalisierung in ab urbe condita 3. Die Stimmen der anderen: Reden und die Beurteilung der Geschichte a) Die Reden in der historiographischen Diskussion der Antike b) ‚Barbarenreden‘: Kritische Stimmen zu den Erfolgen Roms c) Zwischenfazit: Reden und die Partizipation an der Urteilsbildung 4. Die polyphone Präsentation und ihre Folgen für den Leser V. DER INVOLVIERTE LESER: SPANNUNG ALS HISTORIOGRAPHISCHE STRATEGIE 1. Spannung als Wirkungskategorie der antiken Geschichtsschreibung a) Die exspectatio als Rezeptionsphänomen in der Späten Republik b) Hannibal ad portas? Spannung und das Vorwissen des Lesers 2. Die Erzeugung von Spannung durch Retardation a) Ni M. Porcius ...: Irreale Konditionalsätze als ‚Beinahe-Episoden‘ b) Der Schauplatzwechsel im annalistischen Schema als ‚Schnitt‘ c) Die Einteilung in Bücher und die Option zum cliffhanger d) Zwischenfazit: Geschichtsschreibung als ‚Fortsetzungsroman‘ 3. Die Erzeugung von Spannung durch Empathie a) Die detaillierte Schilderung und die Identifikation mit den Figuren b) de Bacchanalibus: ένάργεια und die Erzeugung von Spannung c) Zwischenfazit: ‚Dramatische‘ Geschichtsschreibung und der Leser 4. Die Erzeugung von Spannung durch Antizipation a) Die wiederholte Ankündigung des Krieges mit Perseus b) Die Reden Hannibals zwischen Plan und possible world c) Déjà-vu? Typische Szenen und die Erwartung des Lesers d) Zwischenfazit: ‚Virtuelle‘ Geschichtsschreibung und der Leser 5. Spannung als Teil der Leserbindung und der Geschichtsdarstellung VI. FAZIT VII. APPENDIX Zu den Kapiteleinteilungen in ab urbe condita VIII. LITERATURVERZEICHNIS IX. REGISTER ÜBER DAS BUCH ZUM AUTOR HauptbeschreibungDas Ziel dieser Arbeit ist ein besseres Verständnis der Kommunikation zwischen Livius und seinen Lesern über Geschichte und die Analyse der vor diesem Hintergrund zu beobachtenden literarischen Techniken. Zu diesem Zweck wird der Text hier programmatisch in seiner Gesamtheit in den Blick genommen und bei seiner Interpretation stets die Perspektive des Rezipienten einbezogen. In einem ersten Schritt wird ab urbe condita zunächst in den politischen und kulturellen Kontext seiner Entstehungszeit im 1. Jh. v. Chr. eingeordnet, die durch einen vielfachen Wandel, nicht zu
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