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Liebeswerbung im Dialog : Die Dialoglieder des Minnesangs und die lateinische Literaturtradition

معرفی کتاب «Liebeswerbung im Dialog : Die Dialoglieder des Minnesangs und die lateinische Literaturtradition» نوشتهٔ Sebastian Riedel، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2022. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Mannes' müsse nicht aus der romanischen Lyrik stammen, weil es zum Motivbestand des Frauenliedes gehöre, eine Gattung, die in der deutschen Lyrik einen wichtigen Stellenwert habe, während sie in der Trobadorlyrik nur eine Randerscheinung darstelle (ebd., S. 91). Vgl. hierzu auch Ranawake, hübscher klaffe vil, S. 181, welche enge Bezüge zur Trobadorlyrik im Hinblick auf Walther und Albrecht von Johansdorf hervorhebt. 6 Besonders hervorzuheben ist hierbei erneut Ranawake, hübscher klaffe vil. 7 Zu den Zusammenhängen volkssprachlicher und lateinischer Literatur und Kultur vgl. u. a. Brinkmann, Anfänge lateinischer Liebesdichtung (I und II); ders., Geschichte der lateinischen Liebesdichtung; ders., Entstehungsgeschichte; Moll, Über den Einfluss der lateinischen Vagantendichtung; Dronke, Medieval Latin I; ders., Medieval Latin II; Bezzola, Les origines; Schnell, Causa Amoris. Bezogen auf den Minnesang speziell vgl. Ranawake, hübscher klaffe vil. Betont wird hierbei eine lateinisch-klerikale Bildung, die im Hinblick auf zahlreiche Minnesänger angenommen wird. Ebenfalls zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang die Arbeit Daniel Eders zum Natureingang im Minnesang, der auch vor dem Hintergrund lateinischer Text-Corpora argumentiert. 8 Brinkmann, der sich u. a. mit der "Geschichte der lateinischen Liebesdichtung im Mittelalter" auseinandersetzte, verfasste auch eine "Entstehungsgeschichte des Minnesangs", in der er vornehmlich nach den Ursprüngen volkssprachlicher Dichtung forschte. 9 Bezzola, der ebenfalls den Ursprüngen mittelalterlicher Literatur nachgeht, hebt eine eigenständige Originalität mittelalterlicher Literatur hervor, verweist jedoch auch auf die Kontinuitäten zur Antike. Vgl. Bezzola, Les origines I, S. XVIIf.: "Littérature courtoise et renaissance de l'antiquité coïncident de façon frappante depuis la première renaissance carolingienne [...]." 10 Vor allem zu nennen ist Dronkes zweibändiges Werk "Medieval Latin and rise of European lovelyric", welches zudem zahlreiche der behandelten lateinischen Texte mit einer Übersetzung ins Englische präsentiert. Dronke geht es -im Unterschied zu Brinkmann und Bezzola -weniger um die Ursprünge volkssprachlicher Dichtung als um den Nachweis einer ‚universellen Sprache der Liebe', welche nicht erst mit der Trobadordichtung ihren Anfang genommen habe. Dabei sucht er vor allem nach Parallelen im Hinblick auf Motive und sprachliche Bilder. Die oftmals scharfe Grenzziehung zwischen der Literatur der sog. ‚höfischen Liebe' und vermeintlich ‚volkstümlicher' Dichtung (Gegensatz ‚popular/courtly love lyric') versucht er zu lockern. 11 Schnell verweist in seinen zahlreichen Arbeiten immer wieder auf die große Intellektualität der mittelalterlichen Autoren, welche -in einer heute oftmals nur sehr schwer zu durchschauenden Weise -auf unterschiedlichste Diskurstraditionen zurückgreifen und diese in ihren Texten produktiv verarbeiten. Hierbei stechen neben dem fast enzyklopädischen Werk "Causa Amoris. Liebeskonzeption und Liebesdarstellung in der mittelalterlichen Literatur" u. a. dessen Arbeiten zu Andreas Capellanus' De amore und zahlreiche Aufsätze hervor wie u. a. "Frauenlied, Manneslied und Wechsel im deutschen Minnesang. Überlegungen zu ‚gender' und Gattung" (1999); "Recht und Dichtung: Funktionen und Fiktionen. Beobachtungen zur höfischen Literatur des Mittelalters" (2011); "Liebesdiskurse im Mittelalter" (2012). Literatur hervorgehoben. Vgl. u. a. Haug, Die höfische Liebe, S. 34, der in der volkssprachlichen Liebesdichtung des Mittelalters kulturgeschichtlich eine radikale "innovative Wende" sieht. 20 Ich danke Ursula Peters für zahllose Hinweise im Hinblick auf die konzeptionelle Anlage der Arbeit und hierbei vor allem bezogen auf die Detailliertheit der Textanalysen sowie terminologische Fragestellungen. In Bezug auf diesen Aspekt verweise ich zudem dankend auf die Dissertation von Daniel Eder, Der Natureingang im Minnesang, welche ob ihrer großen Profundität auch viele weitere Anregungen gegeben hat. Im Hinblick auf unzählige Hilfen beim Übersetzen und Verstehen der mittelhochdeutschen Minnelieder danke ich ebenfalls Ursula Peters und Daniel Eder. Bezogen auf die Erschließung der lateinischen Textbeispiele und deren Übersetzungen gilt mein besonderer "Die Werbungsdialoge des deutschen Minnesangs werden in ihrer Typenbestimmung vor dem Hintergrund ausgewählter Textbeispiele der reichen Tradition mittellateinischer Werbungsdiskurse erschlossen, die ein vielgestaltiges Spektrum rhetorischer Argumentations- und Debattierkunst abdecken: von liebesprogrammatischen Streitgedichten und Dialogliedern über Ars dictaminis-Traditionen und satirische Liebesbriefcorpora bis zu pseudo-ovidianischer Liebesdidaktik. Ihre rhetorische Virtuosität schärft den Blick für die ausgefeilte Kunstfertigkeit der Werbungsdialoge des Minnesangs, die im Schlagabtausch der Argumente, im Einsatz von Wortwitz und überbietungsrhetorischer Ablenkung zu einem Wettkampf um literarische Meisterschaft in sprachlicher Artifizialität und argumentativer Raffinesse mutieren."--Page 4 of cover
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