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Legitimierte Gewalt : Zum Verhältnis von Sprache und Gewalt in Theatertexten von Elfriede Jelinek und Neil LaBute

معرفی کتاب «Legitimierte Gewalt : Zum Verhältnis von Sprache und Gewalt in Theatertexten von Elfriede Jelinek und Neil LaBute» نوشتهٔ Natalie Bloch، منتشرشده توسط نشر Bielefeld University Press. ein Imprint von Roswitha Gost u. Karin Werner - transcript Verlag در سال 2011. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Seit den Anfängen des Dramas steht der gewaltvolle Konflikt im Zentrum dramatischen Schaffens. Dennoch kommt es um die Jahrtausendwende zu einer Verschiebung in seiner Darstellung: Die Sprache rückt als Verhandlungs- und Austragungsort der Gewalt in den Vordergrund. In der Analyse zweier höchst unterschiedlich konzipierter Theatertexte - Neil LaButes »bash - stücke der letzten tage« und Elfriede Jelineks »Babel« - geht Natalie Bloch diesem Befund nach und zeigt, wie über das Medium der Sprache die Legitimierungen von Gewalt und ihre strukturellen, diskursiven und kulturellen Bedingungen freigelegt werden. Darüber hinaus aktualisiert das Buch das Analyse-Instrumentarium für dramatische und nicht-dramatische Theatertexte. Theater,Drama,Gewalt,Sprache,Jelinek,LaBute,Theaterwissenschaft,Germanistik,Amerikanistik,Anglistik,Theatre,Violence,Language,Theatre Studies,German Literature,American Studies,British Studies Inhalt I GRUNDLAGEN 1. Einleitung: Hintergrund und Fragestellung 1.1 Methodische Vorüberlegungen 1.1.1 Vorgehensweise und Instrumentarium 1.2 Die theaterästhetische Perspektive 1.3 Zur Textauswahl 1.4 Sprache und Gewalt – zwei Darstellungsmodi 1.5 Zur Forschung 2. Das Theater als spezifischer Ort für Gewaltdarstellungen unter soziologischen und semiotischen Gesichtspunkten 2.1 Gewalt im Drama und ihre Legitimierung 2.2 Zum Verhältnis von Zensur, Macht und Kunst seit der Moderne 2.3 Akzeptanz von Gewaltdarstellungen im Theater 3. Das Spektrum der Gewaltverhältnisse 3.1 Zur Begriffsgeschichte 3.2 Zum Gewalt-Begriff 3.3 Gewaltkonzepte in der heutigen Zeit 3.4 Zur Bestimmung des Gewaltbegriffes für diese Arbeit 3.5 Gewalt und Gesellschaft: Anthropologische Konstante oder soziales Phänomen? 3.5.1 Gewalt im 20. Jahrhundert 3.5.2 Neue Gewaltformen: Kontrollverluste, Internationaler Terrorismus und medial gesteuerte Wahrnehmung 4. Zum Verhältnis von Sprache und Gewalt 4.1 Gewalt in der Sprache 4.2 Sprache der Gewalt 4.3 Sprachgewalt 4.4 Verbale Gewalt II ANALYSE: NEIL LABUTE BASH – STÜCKE DER LETZTEN TAGE 1. »Let’s hurt somebody« Zum Autor Neil LaBute 2. Die Makrostrukturen 2.1 Zur Gesamtstruktur: Eine Trilogie des Mordens 2.1.1 Die narrative Handlungsvermittlung 2.1.2 Raum-Zeit-Struktur 2.2 iphigenie in orem: Der makrostrukturelle Aufbau 2.2.1 Die dialogische Struktur: Das Gegenüber als Komplize 2.2.2 Der fiktive Schauplatz: Der anonyme Raum 2.3 eine meute von heiligen (»a gaggle of saints«): Der makrostrukturelle Aufbau 2.3.1 Die monologische Struktur: Das spiegelbildliche Gegenüber 2.3.2 Der gestörte oder monologhafte Dialog: Die Kommunikation zwischen Sue und John 2.3.3 Der fiktive Schauplatz: Der unbesetzte Raum 2.4 medea redux: Der makrostrukturelle Aufbau 2.4.1 Die hermetische Struktur: Das abwesende Gegenüber 2.4.2 Der fiktive Schauplatz: Der Zwang ausübende Raum 2.5 Fazit: Die Manipulation der Zuschauerperspektive 3. Die sprachliche Präsentation der Gewalt 3.1 Der unvermittelte Ausbruch der Gewalt 3.2 Das filmische Erzählverfahren: Die fiktionalisierte Wahrnehmung 3.3 Fazit: Das ›Zusehen‹ des Rezipienten 4. Sprache und Figur 4.1 Die Konstituierung der Figur über ihre Sprechweise 4.2 Situierung der Figuren: Die Normalität der Täter oder die Brutalität der Normalität 4.3 Erzählendes und Erzähltes Ich: Die Konstruktion der Unschuld, der Mord als Witz 4.4 Die Täter als Opfer 4.5 Fazit: Individuelle Psychologie und gesellschaftliche Strukturen 5. Sprache und Raum: Weltmodelle und ihre Erlaubnis zum Mord 5.1 Die vertikale Achse: Die Ordnung der Gewalt 5.2 Die horizontale Achse: Die Ausschlussverfahren 5.3 Fazit:Weltmodelle und ihre Erlaubnis zum Mord 6. Textinterne Intertextualität: Die Schaltkreise der Macht 6.1 Die Macht der Zeichen: Die Mehrfachkodierung der Körperzeichen 6.2 Mimik: Lächeln, Lachen, Pfeifen und Schauen 6.3 Licht und Wasser: Die Zeichen der Macht 6.4 Fazit: Die Doppeldeutigkeit der Wirklichkeit 7. Textexterne Intertextualität 7.1 bash – Das literarische und ästhetische Bezugssystem 7.1.1 Die Psychologie der Normalität: Iphigenie und Medea heute 7.1.2 Funktionen von Sprache bei Euripides und LaBute: Aussprache versus Aussparungen 7.1.3 Umkehr zum Mythos und Rückkehr zur archaischen Gewalt 7.1.4 Bühnenraum: Kollektiv versus Individuum 7.1.5 Das Gewaltopfer 7.1.6 Intertextualität auf der Figurenebene: Massenmedien und Entsolidarisierung 7.1.7 Fazit: Das Ende des Religiösen = Das Ende des Sozialen? 8. Ausblick: bash – Die Darstellung des Mordes als sozial akzeptiertes Verhalten III ANALYSE: ELFRIEDE JELINEK BABEL 1. »[...] ich hab mich auf Dauerfeuer geschaltet« (PS, 137) – Zum Werk von Elfriede Jelinek 1.1 Elfriede Jelineks ›anderes Theater‹ und das postdramatische Theater – Der Bruch mit Individualismus, Illusionismus und Repräsentation 2. Textorganisation und Bauweise 2.1 Babel und Bambiland: Der Kosmos von Gewalt, Religion, Mythos und Krieg 2.2 Zur Gesamtstruktur: Die ›Ladungen‹ des Sprechens: Körper – Religion – Kannibalismus 2.3 Die monolithische und die perforierte Bauweise 2.4 Fazit: Gefangen im Textkosmos 3. Sprache und Körper – Körperloses Sprechen 3.1 Die fluktuierende Redeperspektive: Multiple Redeanordnungen und strukturelle Gewalt 3.2 Die ungreifbare Redeperspektive: Irm 3.3 Die zentralistische Redeperspektive: Margit 3.3.1 Der fliegende Wechsel der Redeperspektive: Peter 3.4 Kommentierung und Gegenstimmen 3.5 Fazit: Die fluktuierende Redeperspektive und die Enthierarchisierung der Stimmen und Textebenen 4. Das wechselnde Gegenüber 4.1 Irm und Margit: Die gleich gesinnte Zuhörerschaft 4.2 Peter: Alle und jeder – Internetuser, mythische Figuren und Firmen 4.3 Fazit: Das Katapultieren aus der Situation und der Zwang zur Auseinandersetzung 5. Die intertextuelle Dimension: Das »Sowohl-Täter-als-auch-Opfer-Sein« (MS, 118) 5.1 Kriegsfolter und Abu Ghraib 5.1.1 Von einer Sprache durchdrungen 5.1.2 Lebensweltliche Ebene: Täter-Opfer-Akteure im Irak-Krieg 5.1.3 Überblendung: Antike Gewalt und der Marsyas-Mythos 5.1.4 Exkurs: Postkoloniale Perspektive und Künstlerkritik 5.2 Margit: Destruktionssymbolik und Religion 5.2.1 Der ödipale Täter-Opfer-Märtyrersohn 5.2.2 Fazit: Die Verschmelzung der Gegensätze 6. Die mediale Gewalt 6.1 Die gewalttätigen Bilder 6.1.1 Das Bild als Ware 6.1.2 Die gewaltvolle Trennung vom Bild 6.2 Erklärungsmodelle:Walter Benjamins Kunstwerk-Aufsatz 6.2.1 Die veränderte Wahrnehmung 6.2.2 Die Ästhetisierung der Gewalt 6.2.3 Magritte: Das Motiv der Abtrennung 6.3 Gesellschaftliche Kontextualisierung: Die mediale Sucht 6.4 Fazit: Entfesselte Bilder, gefesselte Wahrnehmung 7. Die mythologische Gewalt 7.1 Die Transposition des Marsyas-Mythos 7.1.1 Der Künstler und die Gewalt der Mächtigen 7.1.2 Die Legitimierung der Gewalt durch das Göttliche: Von Apoll zu George W. Bush 7.1.3 Vom Mythos zu Hollywood: Der Kampf um die mediale Präsenz und die Auflösung der Oppositionen 7.2 Prometheus, der Feuerbringer 7.3 Fazit: Affirmation der mythologischen Gewalt im Hochglanzformat 8. Die theoretische Dimension 8.1 Walter Benjamin und seine Kritik der Gewalt 8.2 Giorgio Agambens Ausnahmezustand: Entdifferenzierung im rechtsfreien Raum 8.3 Fazit: Überblendung als Erkundung 9. Ausblick: Babel – Gewalt in der Allianz von Totalitarismus und Kapitalismus/Gewalt und die Ideologie des Kapitals IV SCHLUSSBETRACHTUNG V ANHANG 1. Siglenverzeichnis 2. Quellen 3. Interviews/Kritiken/Reden 4. Literatur 5. Danksagung

Seit den Anfängen des Dramas steht der gewaltvolle Konflikt im Zentrum dramatischen Schaffens. Dennoch kommt es um die Jahrtausendwende zu einer Verschiebung in seiner Darstellung: Die Sprache rückt als Verhandlungs- und Austragungsort der Gewalt in den Vordergrund. In der Analyse zweier höchst unterschiedlich konzipierter Theatertexte - Neil LaButes »bash - stücke der letzten tage« und Elfriede Jelineks »Babel« - geht Natalie Bloch diesem Befund nach und zeigt, wie über das Medium der Sprache die Legitimierungen von Gewalt und ihre strukturellen, diskursiven und kulturellen Bedingungen freigelegt werden.Darüber hinaus aktualisiert das Buch das Analyse-Instrumentarium für dramatische und nicht-dramatische Theatertexte.

Biographical note: Natalie Bloch (Dr. phil.) ist an der Université du Luxembourg angestellt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Dramentheorie, Gegenwartsdramatik, Inszenierungsanalyse und Kulturtheorie Besprochen in:GERMANISTIK, 52/3-4 (2012)Philosophisches Jahrbuch, 120/1 (2013), Dagmar FennerWirkendes Wort, 3 (2014), Marcus Schotte Review text: Besprochen in: GERMANISTIK, 52/3-4 (2012) Philosophisches Jahrbuch, 120/1 (2013), Dagmar Fenner
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