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Kuradministration, Luthertum Und Territorium: Staats- Und Kirchenbildung in Kursachsen Am Ende Des Reformationsjahrhunderts (Quellen Und Forschungen Zur Sachsischen Und Mitteldeutschen Geschichte, 49)

معرفی کتاب «Kuradministration, Luthertum Und Territorium: Staats- Und Kirchenbildung in Kursachsen Am Ende Des Reformationsjahrhunderts (Quellen Und Forschungen Zur Sachsischen Und Mitteldeutschen Geschichte, 49)» نوشتهٔ Sebastian Kusche، منتشرشده توسط نشر Franz Steiner Verlag Wiesbaden GmbH در سال 2023. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

"Als der sachsische Kurfurst Christian I. im September 1591 unerwartet starb, waren dessen Sohne zu jung fur eine selbststandige Regierungsubernahme. Der Ausfall der Landesherren machte die Organisation des verzogerten Herrschaftsubergangs erforderlich. Ausgerechnet Fursten konkurrierender Hauser sollten diesen absichern helfen. Die Zeit der sachsischen Kuradministration begann mit Tumulten, erlebte gewalttatige Ausschreitungen, wurde von krisenhafter Unruhe erschuttert und endete mit einer Aufsehen erregenden Hinrichtung. Fruhmoderne Territorialstaatsbildung und konfessionalisierte Kirchenbildung pragten das Ende des langen Reformationsjahrhunderts auf konflikthafte Weise. Kursachsen erfuhr durch gewaltsame Klarungen eine bemerkenswerte Konsolidierung. Lutherische Konfessionskultur, adlig-landstandischer Korporatismus und eine Professionalisierung der Verwaltung fuhrten eines der einflussreichsten Territorien des Reiches in eine charakteristische Position im Vorfeld des Dreissigjahrigen Krieges. Die Studie analysiert neben den Ereignissen in Kursachsen das Phanomen der Vormundschafts- und Kuradministrationsregierungen im Reich im 16. Jahrhundert. Der Ausfall eines Reprasentanten und Subjekts fruhmoderner Territorialstaatlichkeit legte deren Strukturen und Praktiken offen. Die spezifische Herrschaftsorganisation, das Verhaltnis von Furst und Landstanden, die Auswirkungen auf die Kirchen- und Reichspolitik werden untersucht. Auf der Grundlage einer quantitativen wie qualitativen Auswertung der Sekundarliteratur werden Prolegomena zu einer Typologie der Vormundschaftsregierung im 16. Jahrhundert vorgeschlagen." Vorwort des Verfassers Die Herausforderungen der Ordnung – Hinführung / Einleitung 1 Thema, Fragestellung und Methode 1.1 Quellen und Forschungslage 1.2 Methodische Vorüberlegungen 1.3 Historische und historiographische Semantiken Ordnung frühmorderner Territorialstaatlichkeit: Kuradministration und fürstliche Landesherrschaft 2 Strukturen: Normativer Bezugsrahmen und politisches Koordinatensystem der sächsischen Kuradministrations­regierung 1591 bis 1601 2.1 Reichsrecht, fürstliche Verfügung und dynastische Sukzession Die Bestimmungen der ›Goldenen Bulle‹ über die Nachfolge ­eines ­weltlichen ­Kurfürsten Das Testament des Kurfürsten Christian I. Misstrauen und konträre Interessen – ein gescheiterter Vertrag zu Beginn der Vormundschaft Vormundschaftsverträge zwischen Sachsen-Weimar und Kurbrandenburg 2.2 Reichspolitische Rahmenbedingungen und Beziehungsgeflechte Dignität und Rang: Kurfürstliche Präeminenz und kurfürstliches Vereinswesen Nachbarschaftspolitik mit reichspolitischen Implikationen: die ­sächsischen ­Erbeinungen Dynastische Netzwerke: Erbverbrüderungen und Heiratsverbindungen Der sächsische Kurfürst im mitteldeutschen Raum: ­Hegemon, ­Landesherr und ­Kreisoberster Feudale Grundierung der Reichspolitik: ­Lehensbindungen an ­Kaiser und ­böhmische Krone 2.3 Segmentierte und multipolare Machtstrukturen in ­Kursachsen ­während der Kuradministration Der Torgauer Hof des Kuradministrators von 1592 bis 1601 Die kursächsische Landschaft als Machtfaktor Nominelle Mitherrschaft: Der Kurfürst von Brandenburg als Mitvormund Witwenherrschaft? Die Stellung der Kurfürstinwitwe Sophie 2.4 Adelsoligarchie und landständischer Korporatismus Der kursächsische Adel als politischer Akteur Eine ritterschaftliche Agenda für die Zeit der Kuradministration Ständischer Korporatismus im Fürstenstaat 2.5 Ergebnissicherung: Strukturbedingungen der sächsischen ­Kuradministrationsregierung Recht, Vasallität, Macht: Gestaltungsvoraussetzungen innerer und äußerer Politik Die Stunde der Landstände? Landschaft und Landesherrschaft unter den ­Bedingungen verzögerten Herrschaftsübergangs 3 Praktiken: Kuradministration, Landesherrschaft und ­frühmoderne Staatsbildung in Sachsen am Ende des 16. ­Jahrhunderts 3.1 Substituierte Landesherrschaft: Herrscherfigur und Herrschaftspersonal während der Kuradministration Landesherrschaft ohne Herrn? Der kursächsische ­Regierungsapparat nach dem Tod Christians I. Der Kuradministrator Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar Fürstendiener und Landesdiener? Das Personal der Kuradministrationsregierung a) Landfremde Expertise für die Herrschaftsorganisation: Die Weimarer Räte b) Albertinisches Spitzenpersonal für den ernestinischen Landesherrn: Die ­Torgauer ­Geheimen Räte c) Die Dresdner Landesregierung und einflussreiche Räte 3.2 Herrschafts- und Verwaltungsorganisation zwischen ­Strukturbewahrung und Strukturerneuerung Eigenständige Strukturbewahrung: Kanzleiordnung 1591 und ­Beibehaltung des Kammerrates Eigenständige Strukturerneuerung: Einrichtung eines Geheimen Rates 1593 und Kammerordnung 1594 3.3 Der herausgeforderte sächsische Leviathan: Probleme der Gewaltmonopolisierung im frühmodernen Territorialstaatsbildungsprozess Überblick über die Ereignisse im Land während des ­Herrschaftsübergangs 1591 bis 1593 »Unruhige Städte« – Struktur- und Verfassungsprobleme der urbanen Stände­gesellschaft in Kursachsen am Ende des 16. Jahrhunderts Im Dilemma der ›Konfessionalisierung‹: Handgreifliche Konfessionskultur als ­Herausforderung des Gewaltmonopols des Territorialstaates? Das zerrissene Leinen der Zivilisation – offene mentalitäts- und ­kulturgeschichtliche Fragen 3.4 Der politische Körper des Fürstendieners: Die Verfolgung des ­gestürzten Kanzlers Nikolaus Krell Der Stellvertreter – Abrechnung mit der Regierung Christians I.: ­Beschuldigungen und Anklage Akteure und Interessen Der ›Fall Krell‹ als Gegenstand eines Aushandlungsprozesses um die ­Landesherrschaft 3.5 Die fürstliche Vormundschaft als Gemeinschaftsprojekt: wettinisch-hohenzollernsche Kooperationen Einvernehmen über die Neuausrichtung der Kirchenpolitik in Kursachsen Verstetigte Formen vormundschaftlicher Zusammenarbeit: ­jährliche ­Rechnungslegungen Zwischen Familien- und Hausinteressen: Prinzenerziehung und Witwenversorgung in Kursachsen Ernste Belastungsprobe der Kuradministration: Der innerwettinische Konflikt um die Anteile an der Grafschaft Henneberg 1592/93 Virtuelle Fragestellung der Vormundschaft: Die Diskussion um die ­Hofhaltungskosten des Kuradministrators 3.6 Ergebnissicherung: Die Praxis frühmoderner Staatlichkeit während des verzögerten Herrschaftsübergangs Der Herrscherwechsel als Problem der Herrschaftsorganisation Die Stunde der Räte? Zur Rolle der sächsischen Fürstendiener vor und ­während der Kuradministration Der Herrscherwechsel als Krise der Obrigkeit(en) Ordnung des Glaubens und des Wissens: Landeskirche und Hochschulen im Zeichen des ­Konkordienluthertums 4 Lutherische Konfessionskultur in Kursachsen am Ende des 16. Jahrhunderts – Identität, religiöse Praktiken und landesherrliche Kirchenpolitik 4.1 Rückblende: Eine ›Zweite Reformation‹ in Kursachsen? Spurensuche: Das persönliche Bekenntnis des Landesherrn Kurfürst Christians I. Die Forschungsparadigma ›Konfessionalisierung‹ und ›Zweite Reformation‹ in ­kritischer Perspektive ›Zweite Reformation‹ in Kursachsen – Forschungskonjunkturen und ­historiographische Tradierung Ringen um das Verhältnis von Politik und Konfession statt »Kampf um die Zweite Reformation« – ein anderer Blick auf die kirchenpolitischen Probleme der ­Regierungszeit Christians I., 1586–1591 4.2 Lutherische Konfessionskultur im Zeichen von ­Orthodoxie und ­Orthopraxie Konfessionsbewusstsein, konfessionelle Identität und Konfessionskultur Das sächsische Konkordienluthertum und der Anspruch der Orthodoxie Kirchenmänner und deren biografische Hintergründe in der kirchenpolitischen Auseinandersetzung um 1590 Theologischer Diskurs als publizistischer Streit – Wandlungen und Inhalte der Auseinandersetzung Theologische Essenz der Orthodoxie, oder: Woran erkennen sich die Rechtgläubigen? Der ›Gemeine Mann‹ als Wahrer des rechten Glaubens? Volksreligiosität und das Verlangen nach Orthopraxie ›Reinheit und Gefährdung‹ – Übereinstimmung von Frömmigkeitspraxis und ­Konkordientheologie 4.3 Landesherrliche Kirchenpolitik im Dienst des konkordien­lutherischen Umschwungs 1591/92 wie im Spannungsfeld klerikaler und weltlicher Ansprüche Neues Führungspersonal für die kursächsische Landeskirche Evaluierung und Konsolidierung des Bekenntnisstandes: Die Visitation des Jahres 1592 Praktiken der Legitimation, Information und Herrschaft am Beispiel der ­kirchenpolitischen Weichenstellungen 1591/92 Beruhigung oder institutionelle Ertüchtigung der konfessionalisierten ­Landeskirche? Die Kirchenpolitik der Kuradministrationsregierung zwischen klerikalen und ­politischen Gestaltungsansprüchen nach 1592 4.4 Staatsbildungs- und Kirchenbildungsprozess in ­Kursachsen um 1600: Kontroversen um das Verhältnis von lutherischer Konfessions­kirche und frühmodernem Territorialstaat Spannungslinien lutherischer Konfessionskultur in Kursachsen: Die Problematik ­episkopaler Rechte im Leipziger Patronatskonflikt 1599–1600/1605 Selbstbewusstes Strafamt: Klerikaler Deutungs- und Normierungsanspruch der ­konkordienlutherischen Geistlichkeit Professionalisierungen im Staatsbildungs- wie im Kirchenbildungsprozess: ­Experten weltlichen Rechts treffen auf Experten göttlicher Ordnung 4.5 Ergebnissicherung: Erinnerung und Kirchenpolitik in der ­lutherischen Konfessionskultur Kursachsens am Ende des Reformationsjahrhunderts Konfessionalisierung der Erinnerung? Vormoderne Erinnerungskultur und ­Geschichtspolitik Rekonfessionalisierung oder Relutheranisierung? Zum Verhältnis von Konfession und Politik und der Bedeutung von Interessen 5 Universitäten, Fürstenstaat, Konkordienluthertum, ­Späthumanismus und sächsische Kuradministration 5.1 Frühmoderne Territorialstaatsbildung und Universitäten in ­Kursachsen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Hochschulautonomie und landesherrlicher Gestaltungsanspruch Fürstenstaatliche Zuständigkeitsanmaßung und -zuschreibung 5.2 Die Entlassungen an den kursächsischen Hochschulen 1591/92 Überblick über die Entlassungen an den kursächsischen Universitäten 1592 Soziobiografische Analyse der Entlassungen des Jahres 1592 Bleibende Unklarheit über den individuellen Bekenntnisstand der 1592 Entlassenen Studenten und landesherrliches Stipendiatenwesen während der ­kirchenpolitischen Umschwünge 5.3 »Reformierte« und »lutherische Personalpolitik« im Vergleich: Die Entlassungen von Hochschullehrern in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und die Neuberufungen des Jahres 1592 Vergleiche mit den Entlassungen des Zeitraumes 1574 bis 1581 und 1587/88 Gab es eine »reformierte Personalpolitik« an den Universitäten in der ­Regierungszeit Christians I.? Konkordienlutherische Personalpolitik: Neuberufungen nach den Entlassungen des Jahres 1592 5.4 Die Hochschulpolitik der Kuradministrationszeit nach der kirchenpolitischen Neuausrichtung 1592 Anhaltender landesherrlicher Gestaltungsanspruch der Kuradministration Berufungen als obrigkeitliche ›Modernisierungsmaßnahmen‹ für die Leucorea? 5.5 Landesschulen und obrigkeitliche Schulpolitik im albertinischen Sachsen während der Kuradministration 5.6 Ergebnissicherung: Die kursächsischen Universitäten im frühmodernen Staats- und Kirchenbildungsprozess und im Späthumanismus Fürstenherrschaft und Universität im Institutionalisierungsprozess ­frühmoderner Staatlichkeit ›Niedergang und geistige Erstarrung im orthodoxen Luthertum‹? Zum Verhältnis von späthumanistischer Gelehrtenkultur und Konkordienluthertum in Kursachsen um 1600 Ordnung des verzögerten Herrschaftsübergangs im Reich: Komparatistik und Typologie der Vormundschaftsregierungen im 16. Jahrhundert 6 Kuradministrations- und Vormundschaftsregierungen im 16. Jahrhundert 6.1 Forschungsstand – Begrifflichkeit – Normative Aspekte Semantische und begriffliche Vorklärungen Überlegungen zur rechtsgeschichtlichen Einordnung ­landesherrlicher ­Vormundschaftsregierungen 6.2 Vormundschaftsregierungen im Reich des 16. Jahrhunderts Alter und Lebenssituation der Mündel Verwandtschaftsverhältnisse der Vormünder zu den Mündeln Wege der Bestimmung der Vormünder Landschaft und Fürst als konkurrierende Repräsentationsmodelle frühmoderner Territorialstaatlichkeit im Prozess des verzögerten Herrschaftsübergangs Landesherrliche Vormundschaft und Konfessionspolitik 6.3 Die pfälzischen Kuradministrationsregierungen im 16. und zu ­Beginn des 17. Jahrhunderts Die pfälzische Kuradministrationsregierung des Pfalzgrafen Johann Casimirs, 1583–1592 Der Vormundschaftsstreit mit dem Pfalzgrafen Reichard von Simmern, 1592–1594 Die Kuradministrationsregierung Pfalzgraf Johanns II. von Zweibrücken, 1610–1614 6.4 Vormundschaftsregierungen in den badischen Markgrafschaften Die baden-badische Vormundschaftsregierung für die Söhne des ­Markgrafen ­Bernhard III., 1536–1556 Die baden-badische Vormundschaftsregierung für den Sohn des ­Markgrafen ­Philibert, 1569–1577 Die Rodemacherner fürstliche Vormundschaft für die Söhne des ­Markgrafen ­Christoph, 1575–1589 Die baden-badische Vormundschaftsregierung für den ­Markgrafen ­Eduard ­Fortunat, 1588–1589 Die Durlacher Vormundschaftsregierung für die Söhne des ­Markgrafen Karl II., 1577–1584 Badischer Epilog: Hachberger Vormundschaftsstreit und ­›Oberbadische ­Okkupation‹ 6.5 Die ernestinischen Vormundschaftsregierungen Kursachsens im 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts: Eine Vor- und eine Nach­geschichte der sächsischen Kuradministration Die Coburger Vormundschaftsregierung für die Söhne ­Herzog ­Johann ­Friedrichs II., 1572–1586 Die Weimarer Vormundschaftsregierung für die Söhne ­Herzog ­Johann ­Wilhelms, 1573–1586 Die Altenburger Vormundschaftsregierung für die Söhne ­Herzog ­Friedrich ­Wilhelms, 1603–1618 Die Weimarer Vormundschaftsregierung für die Söhne Herzog Johanns, 1605–1615 6.6 Ergebnissicherung: Prolegomena zu einer Typologie der ­Vormundschaftsregierung im 16. Jahrhundert Der verzögerte Herrschaftsübergang und die Strategien der Herrschaftssicherung Phänotypologie frühneuzeitlicher Vormundschaftsregierungen Der Vormund, ein Landesherr – die Regentin, eine Landesherrin Zum Verhältnis von ›Recht‹ und ›Macht‹ bei der Organisation des verzögerten Herrschaftsübergangs Politische Dimensionen der Vormundschaftsregierungen im 16. Jahrhundert 7 Thesenbildung und Ausblick: Probleme der Staats- und Kirchenbildung am Ende des Reformationsjahrhunderts und das Beispiel der sächsischen Kuradministration 7.1 Thesenbildung 7.2 Versuch einer Einordnung der Beobachtungen in ­übergeordnete Kontexte Suche nach frühmoderner Staatlichkeit und divergierende Modelle ­frühmoderner Staatlichkeitsrepräsentation ›Konfessionalisierung‹, Säkularisierung und Konfessionskultur(en) im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges Anhang Tabelle: Vormundschafts- und Kuradministrationsregierungen im Reich im 16. Jahrhundert Abkürzungsverzeichnis Quellen und Literatur A. Ungedruckte Quellen B. Gedruckte Quellen und frühneuzeitliche Literatur C. Literatur Register "Als der sächsische Kurfürst Christian I. im September 1591 unerwartet starb, waren dessen Söhne zu jung für eine selbstständige Regierungsübernahme. Der Ausfall der Landesherren machte die Organisation des verzögerten Herrschaftsübergangs erforderlich. Ausgerechnet Fürsten konkurrierender Häuser sollten diesen absichern helfen. Die Zeit der sächsischen Kuradministration begann mit Tumulten, erlebte gewalttätige Ausschreitungen, wurde von krisenhafter Unruhe erschüttert und endete mit einer Aufsehen erregenden Hinrichtung. Frühmoderne Territorialstaatsbildung und ›konfessionalisierte‹ Kirchenbildung prägten das Ende des langen Reformationsjahrhunderts auf konflikthafte Weise. Kursachsen erfuhr durch gewaltsame Klärungen eine bemerkenswerte Konsolidierung. Lutherische Konfessionskultur, adlig-landständischer Korporatismus und eine Professionalisierung der Verwaltung führten eines der einflussreichsten Territorien des Reiches in eine charakteristische Position im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges. Die Studie analysiert neben den Ereignissen in Kursachsen das Phänomen der Vormundschafts- und Kuradministrationsregierungen im Reich im 16. Jahrhundert. Der Ausfall eines Repräsentanten und Subjekts frühmoderner Territorialstaatlichkeit legte deren Strukturen und Praktiken offen. Die spezifische Herrschaftsorganisation, das Verhältnis von Fürst und Landständen, die Auswirkungen auf die Kirchen- und Reichspolitik werden untersucht. Auf der Grundlage einer quantitativen wie qualitativen Auswertung der Sekundärliteratur werden Prolegomena zu einer Typologie der Vormundschaftsregierung im 16. Jahrhundert vorgeschlagen." -- Page 3 of cover
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