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Kulturgutschutz in Europa und im Rheinland [Elektronische Ressource] Franziskus Graf Wolff Metternich und der Kunstschutz im Zweiten Weltkrieg

معرفی کتاب «Kulturgutschutz in Europa und im Rheinland [Elektronische Ressource] Franziskus Graf Wolff Metternich und der Kunstschutz im Zweiten Weltkrieg» نوشتهٔ Langbrandtner, Hans-Werner (editor);Heyer, Esther (editor);Peyronnet-Dryden, Florence de (editor)، منتشرشده توسط نشر Böhlau Verlag در سال 2020. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.

Kulturgutschutz ist und bleibt ein Dauerthema, dem sich der LVR, wie wir gesehen haben, von Beginn an in besonderer Weise widmete, nicht zuletzt auch durch die in jüngster Zeit verstärkt stattfindenden kritischen Auseinandersetzung mit seiner eigenen Geschichte in der NS-Zeit und der damit eng verknüpften Geschichte des Kulturgutschutzes. Der LVR hält an dem bisherigen Weg fest, was der nachfolgende Beitrag von Anne Henk-Hollstein, der amtierenden Vorsitzenden der Landschaftsversammlung, eindrucksvoll unterstreicht. Es könnte sich im Übrigen auch kaum ein anderer Ort besser für dieses Thema eignen als die bald 1000 Jahre alte Abtei Brauweiler mit ihren Kulturschätzen, aber auch einer wechselvollen, zum Teil schrecklichen Geschichte in der NS-Zeit, deren Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen ist. Besonders aber spricht für diese Örtlichkeit, dass hier seit mehr als 30 Jahren das Amt für Denkmalpflege genauso beheimatet ist wie die Archivberatung, und in enger Anbindung zu ihr auch die Geschäftsstelle der Vereinigten Adelsarchive im Rheinland e. V. (VAR) in der Abtei Brauweiler ihren Sitz hat. Dr. Andrea Pufke (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland), Dr. Mark Steinert (LVR-Archivberatungsund Fortbildungszentrum) und Raphael Frhr. v. Loë (VAR) werden als Repräsentanten dieser rheinischen Kulturinrichtungen die Thematik in ihren Kurzbeiträgen unter funktionsspezifischen Blickwinkeln einordnen. Warum es sich beim Kunstschutz um ein gesellschaftlich anerkanntes und zu Recht förderwürdiges Thema handelt, erläutert uns danach Dr. Uwe Hartmann vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, das das Kunstschutzprojekt im Wesentlichen förderte. Wie das DZK so setzte sich auch Frau Dr. Christina Kott (Paris) im Abendvortrag für ein Projekt ein, wozu kein Geringerer als der ehemalige Provinzial-und Landeskonservator Franziskus Graf Wolff Metternich, ein Kunst-und Kulturschützer par exellence aus rheinischem Adel, den Anlass gab. Dessen bedeutender Nachlass wird inzwischen im Familienarchiv der Grafen Wolff Metternich zur Gracht im Archivdepot der VAR auf Schloss Ehreshoven verwahrt -dank seiner Nachfahren, die ebenfalls das diesem Projekt zugrunde liegende Forschungsanliegen mit Interesse verfolgen und unterstützen. Ihnen allen und den vielen anderen -Referent\*innen, Diskussionspartner\*innen, dem Team der Tagungsmacher\*innen und allen, die aus dem In-und Ausland den Weg zu dieser Tagung mit einem umfänglichen Programm gefunden haben -gilt es herzlich Dank zu sagen. Ihre Beiträge unterstreichen einmal mehr, wie erhaltungswert Kunst und Kultur sind, die wir wie die Luft zum Atmen brauchen. Regionale Verantwortung für internationalen Kultur-und Kunstschutz I 13 ## Grußwort I "Warum?" Für mich steht diese zentrale Frage immer am Anfang einer Auseinandersetzung mit Themen, mit Orten, mit Beteiligten. So auch heute Abend: -Warum ist der Schutz von Kunst-und Kulturgütern so bedeutend für uns? -Warum veranstaltet der Landschaftsverband Rheinland hierzu eine Tagung? -Warum findet diese hier in der Abtei in Brauweiler statt? -Warum ist bei dieser Tagung die Person von Graf Wolff Metternich entscheidend? In seiner Vielfalt, meine Damen und Herren, ist das Rheinland eine der ältesten und lebendigsten Kulturregionen -mitten in Europa. Es verfügt über eine Fülle von wunderbaren, kulturhistorischen Schätzen, die es zu bewahren und zu schützen gilt. Seine Geschichte ist von einer Vielschichtigkeit, Tiefe und Dauer geprägt, die ihresgleichen in Deutschland sucht. Und über diese Geschichte brauchen wir möglichst genaue Informationen, damit wir Kenntnisse über die Vergangenheit gewinnen und verstehen, warum es welche Strukturen und Entwicklungen gegeben hat, und warum vieles so ist, wie es sich heute darstellt. Damals wie gegenwärtig -beim Provinzialverband der Rheinprovinz wie auch beim LVR -steht der Schutz unserer Kulturgüter im Mittelpunkt unseres kulturellen Auftrages. Denn letzten Endes geht es auch um den Schutz unserer Kultur insgesamt, unserer Werte, unseren Umgang miteinander -eben um das, was uns ausmacht und Teil unserer Identität ist. Diesem Dauerthema fühlt sich der LVR in besonderer Weise verpflichtet, nicht nur als Bewahrer und Archivar, sondern vielmehr auch bezogen auf die Aufarbeitung des eigenen historischen Erbes. Und damit komme ich zur nächsten Frage: dem Tagungsort. Kein anderer Platz würde sich besser für diese Thematik eignen, als die in Kürze 1000 Jahre bestehende Abtei Brauweiler mit ihren Kulturschätzen, aber auch mit ihrer wechselvollen, schrecklichen und beschämenden Historie während der NS-Diktatur wie in der Nachkriegszeit. Insbesondere dieser Vergangenheit und ihrer Aufarbeitung hat sich der LVR in den zurückliegenden Jahrzehnten ausführlich gestellt. Für die Wahl der Abtei spricht aber auch besonders, dass hier seit gut 30 Jahren der Landeskonservator bzw. die Landeskonservatorin amtiert. Das Amt für Denkmalpflege im Rheinland ist hier genauso beheimatet wie die Archivberatungsstelle. Und in enger Anbindung zu dieser hat hier die Geschäftsstelle der Vereinigten Adelsarchive im Rheinland e. V. ihren Sitz. In diesem Zusammenhang rückt nun Franziskus Graf Wolff Metternich in das Zentrum des Geschehens. Graf Wolff Metternich war Student beim ersten Provinzialkonservator bzw. Landeskonservator im Rheinland, Paul Clemen, und folgte ihm in diesem Amt in der Zeit von 1928 Sowohl die Tagung als auch das Forschungsprojekt arbeiteten sich an verschiedenen Aspekten ab, die hier kurz erläutert werden sollen. Zunächst muss der Interpretationsraum "Kunstschutz", der im Kern als eine Form von Kulturgutschutz in einem spezifischen historischen Kontext zu verstehen ist, weitgreifender definiert werden, da der Begriff durchaus ambivalent ist: Einerseits war der Kunstschutz ein beim Militär angesiedeltes Verwaltungsorgan, das historisch auf die Kriegsdenkmalpflege im Ersten Weltkrieg zurückgeht. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Begriff "Kunstschutz" geprägt und aufgrund der während des Ersten Weltkrieges definierten Aufgabenbereiche ausgestaltet. Kulturgutschutz in Kriegssituationen ist historisch jedoch auch schon auf die Zeit vor den Weltkriegen zurückzuführen, beispielsweise die Auslagerung der französischen staatlichen Sammlungen im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Andererseits ist der Kunstschutz in seiner eigentlichen Wortbedeutung ein denkmalpflegerisches und kunsthistorisches Tätigkeitsfeld -heute unter dem Begriff Kulturgutschutz geläufig -, bei dem der Schutz von ortsfesten, historisch wertvollen Bauten und beweglichem Kulturgut im Zentrum steht. Für die Tagung war es daher wichtig die historische Tiefe des Begriffes "Kunstschutz" offenzulegen und danach zu fragen, wie sich die Wortbedeutung veränderte. Eine weitere Ebene der Kunstschutzthematik war die Verhältnisbestimmung zwischen dem Gesamtkonstrukt "Militärischer Kunstschutz" und dem Ausagieren der Maßnahmen in den jeweiligen besetzten Gebieten. Schutzmaßnahmen an Baudenkmalen und Kulturgut wurden nicht nur durch die Besatzer ausgeführt, sondern auch durch diverse staatliche und private Institutionen der einzelnen Länder, oft schon in Vorbereitung auf die drohende Kriegsgefahr. Während des Krieges kam es aber auch zur Zusammenarbeit mit den deutschen Offizieren. Die Aufgabenfelder des deutschen militärischen Kunstschutzes unterschieden sich in den besetzten Gebieten dabei grundlegend, weswegen die einzelnen Abteilungen auch differenziert betrachtet und ihre Spezifika entsprechend herausgearbeitet werden sollten. Aufgrund der zentralisierten Organisationsstruktur, die in der Person des Beauftragten für Kunstschutz für die besetzten Gebiete beim OKH zusammenlief, gab es aber auch Gemeinsamkeiten im Arbeitsauftrag und den Tätigkeitsfeldern. Durch das Aufzeigen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden ließen sich so dem Gesamtkonstrukt "Kunstschutz" weitere Aspekte hinzufügen. Aufgrund der Doppelfunktion Wolff Metternichs als Beauftragter für Kunstschutz in den besetzten Gebieten und Provinzialkonservator der Rheinprovinz war auch der "Kunstschutz" im Rheinland von Relevanz für das Projekt. Der Begriff Kunstschutz wurde auch im Inland hinsichtlich der Auslagerungen von Kulturgut während des Krieges, in Abgrenzung zum Luftschutz, dem Gebäudeschutz vor Luftangriffen, verwendet. Zu den Aufgaben des Provinzialkonservators gehörten in der Nachkriegszeit auch die Rückführung von Kulturgut sowie die Zusammenarbeit mit den alliierten Kunstschutzoffizieren der Monuments, Fine Arts and Archives Section ("Monuments Men"). Somit ist auch der alliierte Kulturgutschutz während und nach dem Zweiten Weltkrieg von Interesse für die Analyse des Aufgabenfeldes "Kunstschutz". ## Kulturgutschutz im Kontext Pour une histoire des politiques d'évacuations et de protection face aux pillages, spoliations et translocations patrimoniales Arnaud Bertinet Lors des conflits armés, le patrimoine d'un pays est à la fois l'emblème d'une identité collective, une source de convoitise et un otage éventuel. Les confiscations abusives et pillages à grande échelle sont multiples tout au long de l'histoire, depuis la destruction du temple de Jérusalem en 70 ap. JC 1 , en passant par le sac du Palais d'Été par les troupes britanniques et françaises en 1860 lors de la seconde guerre de l'opium 2 , ou le pillage du musée de Bagdad en avril 2003. Les exemples de destructions de lieux patrimoniaux et de la portée symbolique forte de ces dernières sont également nombreux, qu'il s'agisse pour rester dans une actualité proche des dynamitages et combats qui ont pu avoir lieu à Hatra en Irak ou à Palmyre en Syrie, alors même qu'il existe désormais une législation internationale protégeant le patrimoine culturel. 3 La période de mise en danger patrimoniale peut-être la mieux connue de l'histoire de France, après celle de la Révolution, est, sans conteste, la Seconde Guerre mondiale. Pourtant, il existe des précédents qui ont annoncé le processus d'évacuation de 1939 et qui avaient disparu de la mémoire collective européenne. En effet, qui sait que quand l'impératrice Eugénie fuit les Tuileries, en passant par la Grande Galerie du Louvre, le 4 septembre 1870, 4 elle traverse un musée dont les tableaux ont été évacués ; et, que lorsque les « Pariser Kanonen » 5 bombardent Paris en 1918, les collections des musées ont, depuis longtemps, quitté la capitale ? Afin de mieux comprendre la situation et les événements de la Seconde Guerre mondiale, il apparaît alors nécessaire de présenter l'histoire longue de ces tentatives de préservation depuis la guerre franco-prussienne de 1870 autour d'éléments 1 Nous renvoyons à la future publication du professeur Jonah Siegel qui abordera notamment cet exemple. 2 Cf. Colombe Samoyaut-Verlet et alii, Le musée chinois de l'impératrice Eugénie, Paris 1994, p. 6 -13. 3 Cf. Roger O'Keefe, The Protection of Cultural Property in Armed Conflict, Cambridge 2006. 4 Philibert d'Ussel (éd.), « Barbet de Jouy, son journal pendant la Commune », dans : La revue hebdomadaire (1898), p. 182. 5 Il s'agissait de sept canons appelés Pariser Kanonen par les Allemands et très différents du modèle Dicke Bertha, cf. Alain Huyon, « La Grosse Bertha des Parisiens », dans : Revue historique des armées 253 (2008), p 111 -125. 17 Arch. nat. 20150157 ex AMN \*1BB10 Procès-verbaux du conservatoire des musées, 5 avril 1851. Pour une histoire des politiques d'évacuations et de protection face aux pillages I 39 Abb. 1 Charles Marville (?), Die Venus von Milo in ihrer Transportkiste, 1870/71. partie incendiée et la bibliothèque universitaire disparaît dans les flammes. 43 Albert Dalimier, sous-secrétaire d'état aux Beaux-Arts, ordonne alors le 28 août à Henri Marcel, directeur des musées nationaux, le déplacement des oeuvres majeures du Louvre. 44 Une nouvelle fois l'opération se déroule dans la plus grande urgence. Des photographies inédites, attribuées à André de Ridder, conservateur-adjoint des Antiques, 45 permettent de visualiser l'évacuation. 46 La Vénus de Milo est placée seule dans une des remorques de déménagement, 47 tandis que la Victoire de Samothrace est protégée in situ. 48 Une sélection de 770 oeuvres 49 est envoyée vers le sud de la France dans le plus grand secret, sans destination fixée à l'avance, l'État hésitant entre Pau et Toulouse. 50 Die Publikation dokumentiert Tagungsbeiträge zum Forschungsprojekt zur archivischen Überlieferung des militärischen Kunstschutzes im Zweiten Weltkrieg, deren zentraler Quellenbestand der Nachlass von Franziskus Graf Wolff Metternich (1893?1978) ist. Wolff Metternich war langjähriger rheinischer Provinzial- und Landeskonservator sowie Beauftragter für den Kunstschutz im Zweiten Weltkrieg.0Neben einer historischen und völkerrechtlichen Kontextualisierung der Thematik, ausgehend vom Kunstschutz in Frankreich mit Teilbereichen und Partnerinstitutionen zu Archiv- und Bibliotheksschutz, steht auch das Gesamtkonstrukt der Kunstschutz-Organisationen in den besetzten Gebieten Europas im Fokus. Fallbeispiele zum Rheinland erläutern zudem die regionale Ebene des Kulturgutschutzes. Aktuelle Entwicklungen des Kulturgutschutzes (seitens von Denkmalpflege, musealer Organisationen oder im Militäreinsatz) verdeutlichen die Brisanz der Thematik sowie die Notwendigkeit zur internationalen und transdisziplinären Vernetzung und Aufarbeitung der Forschungsdesiderate Die Publikation dokumentiert Tagungsbeiträge zum Forschungsprojekt zur archivischen Überlieferung des militärischen Kunstschutzes im Zweiten Weltkrieg, deren zentraler Quellenbestand der Nachlass von Franziskus Graf Wolff Metternich (1893–1978) ist. Wolff Metternich war langjähriger rheinischer Provinzial- und Landeskonservator sowie Beauftragter für den Kunstschutz im Zweiten Weltkrieg. Neben einer historischen und völkerrechtlichen Kontextualisierung der Thematik, ausgehend vom Kunstschutz in Frankreich mit Teilbereichen und Partnerinstitutionen zu Archiv- und Bibliotheksschutz, steht auch das Gesamtkonstrukt der Kunstschutz-Organisationen in den besetzten Gebieten Europas im Fokus. Fallbeispiele zum Rheinland erläutern zudem die regionale Ebene des Kulturgutschutzes. Aktuelle Entwicklungen des Kulturgutschutzes (seitens von Denkmalpflege, musealer Organisationen oder im Militäreinsatz) verdeutlichen die Brisanz der Thematik sowie die Notwendigkeit zur internationalen und transdisziplinären Vernetzung und Aufarbeitung der Forschungsdesiderate. Die Publikation dokumentiert Tagungsbeitrage zum Forschungsprojekt zur archivischen Uberlieferung des militarischen Kunstschutzes im Zweiten Weltkrieg, deren zentraler Quellenbestand der Nachlass von Franziskus Graf Wolff Metternich (1893-1978) ist. Wolff Metternich war langjahriger rheinischer Provinzial- und Landeskonservator sowie Beauftragter fur den Kunstschutz im Zweiten Weltkrieg. Neben einer historischen und volkerrechtlichen Kontextualisierung der Thematik, ausgehend vom Kunstschutz in Frankreich mit Teilbereichen und Partnerinstitutionen zu Archiv- und Bibliotheksschutz, steht auch das Gesamtkonstrukt der Kunstschutz-Organisationen in den besetzten Gebieten Europas im Fokus. Fallbeispiele zum Rheinland erlautern zudem die regionale Ebene des Kulturgutschutzes. Aktuelle Entwicklungen des Kulturgutschutzes (seitens von Denkmalpflege, musealer Organisationen oder im Militareinsatz) verdeutlichen die Brisanz der Thematik sowie die Notwendigkeit zur internationalen und transdisziplinaren Vernetzung und Aufarbeitung der Forschungsdesiderate
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