Krankheitskonstruktionen und Krankheitstreiberei: Die Renaissance der soziologischen Psychiatriekritik (German Edition)
معرفی کتاب «Krankheitskonstruktionen und Krankheitstreiberei: Die Renaissance der soziologischen Psychiatriekritik (German Edition)» نوشتهٔ Dr. Michael Dellwing, Martin Harbusch (auth.), Michael Dellwing, Martin Harbusch (eds.)، منتشرشده توسط نشر VS Verlag für Sozialwissenschaften در سال 2013. این کتاب در فرمت pdf، زبان آلمانی ارائه شده است.
Die Psychiatrie gehörte einmal zu den prominentesten Zielen soziologischer Kritik: Die Subjektivierung und Verkörperlichung von Interaktionsproblemen als objektive „Krankheitszustände“ konnte aus soziologischer Perspektive lange nur als simplistische Verkürzung komplexer sozialer Prozesse auffallen. Inzwischen sind aus den USA zunehmend kritische Stellungnahmen innerhalb der Psychiatrie aufgekommen. Im vorliegenden Band suchen prominente internationale Diskussionsteilnehmer aus Soziologie, Psychologie und Psychiatrie Auswege aus der biomedizinischen Vereinfachung komplexer sozialer Probleme und Konflikte. Die Psychiatrie gehörte einmal zu den prominentesten Zielen soziologischer Kritik: Die Subjektivierung und Verkörperlichung von Interaktionsproblemen als objektive {u201E}Krankheitszustände? konnte aus soziologischer Perspektive lange nur als simplistische Verkürzung komplexer sozialer Prozesse auffallen. Diese Kritik ist seit den achtziger Jahren eingeschlafen. Vor allem im Kernland der psychiatrischen Selbstverständlichkeit, den Vereinigten Staaten, hat jedoch in den letzten Jahren nicht nur eine wiedererwachende soziologische Betrachtung des Feldes neue Popularität gewonnen; es sind zudem zunehmend kritische Stellungnahmen innerhalb der Psychiatrie aufgekommen, die von den angeblichen wissenschaftlichen Nachweisen somatischer Krankheitszustände, ihren gehirn- und hormonzentrierten Ätiologien und dem Sinn der medikamentzentrierten Reaktionen auf sie nicht mehr überzeugt sind. Diese Perspektive bleibt nicht allein bei medizinisch orientierten Institutionen stehen; auch soziale, psychologische und auch pädagogische Einrichtungen stellen mit ihrer Arbeit genau die Phänomene her und verstärken sie, die sie doch öffentlich zu bekämpfen versuchen. Im vorliegenden Band suchen prominente internationale Diskussionsteilnehmer aus Soziologie, Psychologie und Psychiatrie Auswege aus der biomedizinischen, psychologischen und pädagogischen Vereinfachung komplexer sozialer Probleme und Konflikte. Der Inhalt Soziologie und Psychiatrie.- Krankheitskonstruktionen.- Antipsychiatrie in der Praxis und Ausblick Die Zielgruppen Soziologen und Soziologinnen.- Sozialwissenschaftler und {u2013}wissenschaftlerinnen.- Psychologen und Psychologinnen.- Forscher und Forscherinnen in der sozialen Arbeit.- Erziehungswissenschaftler und {u2013}wissenschaftlerinnen. Die Herausgeber Dr. Michael Dellwing ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl Makrosoziologie der Universität Kassel. Martin Harbusch ist Doktorand am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel Die Psychiatrie gehörte einmal zu den prominentesten Zielen soziologischer Kritik: Die Subjektivierung und Verkörperlichung von Interaktionsproblemen als objektive „Krankheitszustände“ konnte aus soziologischer Perspektive lange nur als simplistische Verkürzung komplexer sozialer Prozesse auffallen. Diese Kritik ist seit den achtziger Jahren eingeschlafen: Einerseits erlebte die Kritische Thematisierung, auf der sie stand, einen Niedergang, andererseits solidifizierte sich die somatische Psychiatrie zunehmend. Vor allem im Kernland der psychiatrischen Selbstverständlichkeit, den Vereinigten Staaten, bröckelt diese Solidität. Nicht nur hat eine wiedererwachende Soziologie neue Popularität gewonnen und eine Reihe neuer Klassiker produziert, die Medikalisierung als pragmatischen Prozess der Zuschreibung von Krankheitsrollen untersucht, ohne mit dieser Thematisierung weiter weitläufige Herrschaftskritik zu verbinden. Seit Mitte der neunziger Jahre sind zudem zunehmend kritische Stellungnahmen innerhalb der Psychiatrie aufgekommen, die von den angeblichen wissenschaftlichen Nachweisen somatischer Krankheitszustände, ihren gehirn- und hormonzentrierten Ätiologien und dem Sinn der medikamentzentrierten Reaktionen auf sie nicht mehr überzeugt sind. Der vorliegende Band greift mit Originalbeiträgen nordamerikanischer, britischer und israelischer AutorInnen diese etablierte Herausforderung somatisch-psychiatrischer Selbstverständlichkeiten auf. Sie verbindet diese mit deutschsprachigen Originalbeiträgen, in denen Krankheitszuschreibungen wieder soziologisch als Elemente in komplexen Prozessen der Aushandlung sozialer Realität verstanden werden. Damit sucht sie einen neuerlichen Ausweg aus der vereinfachenden, aber auch vor allem im Alltag weit verbreiteten Position, es handele sich um die Erkenntnis von „wahrer Krankheit“. Front Matter....Pages 1-6 Front Matter....Pages 7-7 Bröckelnde Krankheitskonstruktionen? Soziale Störungen und die Chance des soziologischen Blicks....Pages 9-24 Die neuere Kritik an der modernen Psychiatrie im öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs....Pages 25-52 Front Matter....Pages 53-53 How Shyness Became an Illness and Other Cautionary Tales about the DSM ....Pages 55-73 Psychiatry as Culture: Transforming childhood through ADHD....Pages 75-101 Rechtliche Betreuung als Krankheitstreiber....Pages 103-132 The medicalization of compulsive shopping: a disorder in the making?....Pages 133-159 Burnout und soziale Anpassung. Stress, Arbeit und Selbst im flexiblen Kapitalismus....Pages 161-175 Zwei Seiten der Medaille „Psychiatrie“ – Verkaufsfördernde Krankheiten erfinden, behandlungsbedingte Erkrankungen tabuisieren....Pages 177-199 Beyond and before the label: The ecologies and agencies of ADHD....Pages 201-231 Augenscheinlich überführt: Drogentests als visuelle Selektionstechnologie....Pages 233-269 Pathologization as Strategy for Securing the Wirklichkeit The Example of Paranormal Experiences....Pages 271-286 Front Matter....Pages 287-287 Coercion: The Only Constant In Psychiatric Practice?....Pages 289-312 Das Berliner Weglaufhaus als Beispiel antipsychiatrischer Praxis....Pages 313-326 „Wie wäre es, an psychische Krankheiten zu glauben?“: Wege zu einer neuen soziologischen Betrachtung psychischer Störungen....Pages 327-349 Psychiatric Diagnosis as a Last Bastion of Unregulated, Rampant Harm to the Populace....Pages 351-388 What to do with the Psychiatry’s Biomedical Model?....Pages 389-410 Back Matter....Pages 71-72 Seit Mitte der neunziger Jahre sind zudem zunehmend kritische Stellungnahmen innerhalb der Psychiatrie aufgekommen, die von den angeblichen wissenschaftlichen Nachweisen somatischer Krankheitszustande, ihren gehirn- und hormonzentrierten AEtiologien und dem Sinn der medikamentzentrierten Reaktionen auf sie nicht mehr uberzeugt sind.
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